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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Subject) / 4. Vorlesung (Geburtskomplikationen, die Fähigkeiten eines Neugeborenen) (Lesson)

4. Vorlesung (Geburtskomplikationen, die Fähigkeiten eines Neugeborenen)

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  • Geburt: 3 Phasen Wie erlebt das Baby die Geburt? Eröffnungsphase: Erweiterung und Rückzug des Muttermundes, längste Phase (12-14 Stunden), Kontraktion der Gebärmutter Austreibungsphase und Geburt des Kindes (20-50 Minuten) Nachgeburt der Plazenta, die sich von Gebärmutterwand löst (ca. 5-10 Minuten) Wie erlebt das Baby die Geburt Produktion der kindlichen Stresshormone >> helfen gegen Mangelversorgung mit Sauerstoff >> Vorbereitung für das Atmen >> Erhöhen die Wachheit des Babys
  • Medizinische Intervention Medizinische Interventionen Kulturelle und gesellschaftliche Unterschied Fötusmonitor (fetal monitors): überwacht den Puls des Kindes, nicht jede Pulsveränderung muss negativ sein Schmerzlindernde Medikamente: Epidularanästhesie (angewendet bei Geburten, Risiko: wenig aktive Mitarbeit bei Geburt, weil ab Unterleib betäubt) Kaiserschnit (cesarean delivery): Risiko für die Mutter?
  • Das Neugeborene im Schnitt... 50cm lang und 3300g schwer großer Kopf und kleiner Körper / kurze Beine  Adaption an die neue Umgebung Atembeginn (15-30 Sekunden nach der Geburt) Temperaturregulation: Babys haben wenig Fett, deswegenTemperaturregulation eher schwierig
  • Beurteilung der körperlichen Verfassung des Neugeborenen: Apgar Skala APGAR: direkt nach der Geburt (1. + 5. + evtl. 10 Minute); Aussehen, Puls, Reflexe, Grundtonus, Atmung U1 (2.-4. Lebensstunde): Fokus auf Körperhaltung, Motorik und Muskelgrundspannung (Tonus) U2 (3.-10. Lebenstag): Haut, Organe, Screening auf verschiedene angeborene behandelbare Stoffwechselkrankheiten und Hormonstörungen; Hörtest Auch für spätere Gesundheit vorhersagend
  • Geburtskomplikationen: Niedriges Geburtsgewicht Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht: weniger als 2500g, 5-8% aller Neugeborenen in Deutschland Sehr niedriges Geburtsgewicht: weniger als 1250g Frühgeburten (Preterm infants): vor Vollendung 2. Schwangerschaftswoche (von 40 Schwangerschaftswochen) Unterentwicklung (Small-for-gestational-age-infants): 90% oder weniger des durchschnittlichen Gewichts für das Alter >> weniger als 1250g >> geboren for 30 SSW >> sehr gefährdet (da die Organe, vor allem die Lunge, noch nicht ausgereift sind)
  • Geburtskomplikationen: Risiko-Faktoren Interventionen und Folgen Geburtskomplikationen: Risiko-Faktoren Mütterseitige Risikofaktoren: Alter, sozioökkonomischer Status und Unterstützung; Gesundheit und Schwangerschaftsvorsorge; Verhalten: Rauchen und Alkohol; mangelhafte Ernährung und Stress Zwillingsschwangerschaften (sind eher Frühgeburten), Verlauft früher Schwangerschaften Für die Hälfte der Frühgeburten gibt es keine Erklärung Interventionen und Folgen Medizinische Vorsorge bzw. Brutkasten Stimulation (positiv): Hängeatte, Musik oder Stimme der Mutter, Herzschlag, Berühren bzw. Massage >> Berührung nackter Haut  Frühgeborene sind eine Risikogruppe für Misshandlung! Unterstützende häusliche Umgebung kann die Entwicklung des Kindes normalisieren!
  • Weitere Geburtskomplikationen: Postmature infant, Stillgeburt Postmature infant: länger als 42 SSW, Versorgung der Platzenta erschwert, Geburt wird riskanter Stillgeburt ("Sternenkinder"): Verschiedene Ursachen (z.B. Plazentainsuffizienz), weniger als 1 von 100 Geburten (aber hoher Anteil von unbemerkten Fehlgeburten), Fötus kleiner als 500g = Fehlgeburt, Trauer und Verlust für Eltern schwierig zu bewältigen)
  • Die Reflexe eines Neugeborenen Angeborene, automatische Reaktionn auf eine bestimmte Art von Stimulation Suchreflex (rooting reflex) Saugreflex Schreireflex Handgreifreflex Moro-Reflex (Schreckreflex beim "Fallen lassen") Tonischer Hals / asymmetrisch tonischer Nackenreflex (Kopf nach vorne gebeugt >> Beugung des ganzen Körpers; Kopf nach hinten gestreckt >> Streckung des ganzen Körpers)
  • Sensorische Fähigkeiten: Hören Sensorische Fähigkeiten: Berühren und Schmerzempfinden Sensorische Fähigkeiten: Hören Gut ausgereift, aber entwickelt sich noch im Laufe der ersten Lebensmonate Präferieren menschliche Sprache, können zwischen Sprachen unterscheiden,können zwischen vielen sprachlichen Lauten unterscheiden, erkennen eigenes Weinen von einer Tonaufnahme Hören mittlere Frequenzen weniger gut, hohe Frequenzen besser! Sensorische Fähigkeiten: Berühren und Schmerzempfinden Berührung stimuliert Wachstum Schon bei Neugeborenen gut entwickelt Neugeborene sind sehr schmerzempfindlich, besonders Frühgeborene
  • Sensorische Fähigkeiten: Schmecken und Riechen Sensorische Fähigkeiten: Sehen Sensorische Fähigkeiten: Schmecken und Riechen Gut ausgebildet (siehe auch pränatale Entwicklung) Sensorische Fähigkeiten: Sehen Sehschärfe nicht vollständig entwickelt, aber Neugeborene können sehen Zeigen mehr Interesse für Strukturen als für Farben Können zwischen ähnlich komplexen Strukturen unterscheiden Zeigen Farbpräferenzen für Grün und Blau, weniger für Rot und Gelb Präferieren Gesichter Erkennen das Gesicht der Mutter (Effekt umso stärker, je mehr Zeit mit der Mutter verbracht wurde)
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  • Präferenzen für sozial relevante Reize Visual tracking: Neugeborene folgen sich langsam bewegenden schematisch dargestellten Gesicht eher mit Kopf und Augen als "verschlüsselten" (scrambled) Gesichtern oder leren Stimuli Säuglinge präferieren von Geburt an Gesichter, die zu gegenseitigem Blick auffordern/geeignet sind >> Frühe Sensitivität für gegenseitige Blicke ist wichtigste Grundlage für spätere Entwicklung sozialer Fähigkeiten Punkte bewegen sich "menschlich": Punkte, damit Stimulus wirklich nur Bewegung und nicht sonstiges ist
  • Präferenzen für sozial relevante Reize Visual tracking: Neugeborene folgen sich langsam bewegenden schematisch dargestellten Gesicht eher mit Kopf und Augen als "verschlüsselten" (scrambled) Gesichtern oder leren Stimuli Säuglinge präferieren von Geburt an Gesichter, die zu gegenseitigem Blick auffordern/geeignet sind >> Frühe Sensitivität für gegenseitige Blicke ist wichtigste Grundlage für spätere Entwicklung sozialer Fähigkeiten Punkte bewegen sich "menschlich": Punkte, damit Stimulus wirklich nur Bewegung und nicht sonstiges ist Vorliebe für biologisch Mögliches (angeboren; Vorliebe für biologische Bewegung vs. zufällige Bewegung; Vorliebe für aufrechte Bewegung vs. auf dem Kopf stehende Bewegung), Fokus auf "Bewegungen" die wichtig für Lernen/Entwicklung sind
  • 4 Präferenzen von Säuglingen Biologische Bewegung Gesichter Augen Sprache Studien zu Nachahmungsverhalten bei Säuglingen: nicht einfach zu wiederholen, nur Zungerausstrecken replizierbar >> für Säuglinge nach der Geburt (zu) schwierig, wohl weniger Imitationen als motorischer Reflex
  • Bonding Sensitive Phase: direkt nach der Geburt (30-45min) in welcher Eltern-Kind-Bindung am einfachsten ensteht (Klaus & Kennell, 1976) >> Hautkontakt: Bindung kann stärker sein, Kinder ausgeglichener >> ist nicht irreparabel, gute Bindung kann auch später gut aufgebaut werden