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Klinische Master (Subject) / Somatoforme Störungen (Lesson)

VL3 und artifizielle Störungen

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  • Somatische Belastungsstörung Multiple, somatische Symptome, die belastend sind oder zu erheblichen Beeinträchtigungen in der alltäglichen Lebensführung führen Meist liegt nur ein Symptom – Schmerz – vor Unspezifische (Erschöpfung) und spezifische (lokalisierter Schmerz) Symptome Leiden der Person ist authentisch unabhängig davon, ob Symptom medizinisch erklärt werden kann oder nicht Eine parallel bestehende körperliche Erkrankung schließt eine somatische Belastungsstörung nicht aus Bsp: Person wird durch komplikationslosen Herzinfarkt durch somatische Belastungssymptome beeinträchtigt Verhaltensweisen: Schonverhalten, häufiges Checken Symptombelastung, wenn auch nicht durchgängig > 6 Monate
  • psychologische Risikofaktoren somatoforme Störungen Neurotiszismus Alexithymie (Fokus verstärkt auf somatische Aspekte) Belastende Lebensereignisse Kranke Eltern Positive Verstärkung (Aufmerksamkeit/ Trost) Negative Verstärkung (Schmerzabnahme durch Einstellung körperlicher Aktivität)
  • Therapie Psychotherapiemotivation aufbauen • Ermutigung, Symptomatik als Folge nichtorganischerUrsachen zu betrachten• Progressive Muskelrelaxation (bei Schmerzstörung)• Biofeedback• Medikamentöse Therapie• in Zusammenhang mit generellen Ängsten, Depressionen,Schlafstörungen können Psychopharmaka den Zustandverbessern
  • Differenzialdiagnosen Somatoforme Störungen • Andere vorliegende medizinische Störungen:• Organische Ursache muss ausgeschlossen werden, kann aber dennoch Diagnose nicht ausschließen • Krankheitsangststörungen (DSM-5: 300.7 ; ICD-10: F45.21)• Person macht sich intensiv viele Gedanken über potentielle Erkrankungen, es liegen allerdings keinerlei oder nur geringe somatische Symptome vor • Generalisierte Angststörungen (DSM-5: 300.02 ; ICD-10: F41.1)• Person ist generell besorgt über verschiedene Ereignisse oder Situationen, die nicht alle die Gesundheit betreffen. Depressive Störungen (DSM-5: 296.x ; ICD-10 F32.X)• Sind oftmals mit somatischen Symptomen verbunden (zB. Erschöpfung), wichtig sind aber depressive Kernsymptome (disphorische Stimmung und Anhedonie)
  • Fragebogenverfahren Somatoforme Störungen 1. Screening für Somatoforme Störungen (SOMS) von Rief & Hiller (2008)2. Symptom-Checkliste (SCL-90-R) von Franke (2002)3. Patient Health Questionnaire, Somatisierungsskala (PHQ-15) von Löwe,Spitzer, Zipfel, & Herzog (2002)
  • Screening für Somatoforme Störungen (SOMS) • Erfasst körperliche Beschwerden der letzten zwei Jahre, die nicht auf eine organische Erkrankung zurückzuführen sind• Besteht aus 90 Items• bringt 9 Werte für Primäre Symptome und 3 Werte für globalen Distress hervor• Einsetzbar ab einem Alter von 15 Jahren• Durchführungszeit für beide Fragebogen etwa 5 Minuten
  • Symptom-Checkliste (SCL-90-R-S) • Misst subjektiv empfundene Beeinträchtigungen durch körperliche und psychische Symptome innerhalb eines Zeitraumes von sieben Tagen bis heute• Selbstbeurteilungsverfahren zur Erfassung der psychischen Belastung• 90 Items, die verschiedene Bereiche erfassen, z.B. Depressivität, Ängstlichkeit oder Somatisierung (12 Items)• Testdauer 10 bis 15 Minuten
  • Artifizielle Störung (Münchhausensyndrom) Das absichtliche Erzeugen körperlicher oder psychischer Merkmale und Symptome bei sich selbst oder bei einer anderen Person. Durch die Verletzung wird ein Arztbesuch mit Therapie ermöglicht.
  • Münchhausen-by-proxy-Syndrom Sonderform der artifiziellen Störung, bei der physisch gesunde Personen bei einem anderen Menschen (häufig dem eigenem Kind) Krankheiten vortäuschen oder bewusst herbeiführen, um anschließend eine medizinische Behandlung zu verlangen. 90% Mütter
  • Münchhausen-by-proxy Phasen 1) Mütter schildern lediglich die nicht vorhandenen Symptome wie Herz- oder Atemstillstände oder epileptische Anfälle 2) Messdaten oder Körpersubstrate des Kindes verfälscht werden. So verändern Mütter Fieberkurven oder mischen sich selbst abgenommenes Blut oder Eiter in Urin oder Körperöffnungen. 3) die Patienten erzeugen reale Symptome, indem sie dem Kind Medikamente oder Gifte verabreichen oder das Kind bis hin zur Bewusstlosigkeit mit einem Kissen oder der Hand ersticken.
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  • Differentialdiagnose artifizielle Störung Simulation (es gibt äußere Anreize für Simulation von Krankheit)Borderline-PS (selbstverletzendes Verhalten ohne direkt erkennbares Ziel)Somatische Belastungsstörung (viele Arztbesuche , jedoch kein Verdacht auf Selbstverletzung)
  • Diagnostische instrumente Artifizielle Störung keine Fragebögen speziell für artifizielle Störungen • Fragebögen, um simulierte Krankheiten zu erkennenzB Meyer‘s Index, Fake Bad Scale (basieren auf MMPI-2)• Structured Inventory of Malingered Symptomatology (SIMS)• Problem: unterscheiden nicht zwischen extrinsischer Motivation (bei malingering) und unklarer Motivation (bei artifizieller Störung)
  • Diagnostische indikatoren Artifizielle Störung • wichtig: Berichte früherer behandelnder Ärzte• oft mehrere Vorbehandlungen in verschiedenen Kliniken• Symptome verschlechtern sich kurz vor Entlassung• Laborergebnisse widersprechen Aussagen des Patienten• auch Diskussion über Diagnose• hohe Bereitschaft zu Eingriffen
  • Therapie artifizielle Störung • vertrauensvolle Beziehung zum Patienten aufrechterhalten• unterstützende Konfrontationd.h. ohne Inaussichtstellung von Strafemit mehreren Therapeuten (vertrauensvoller/nachforschender Part)Betonung darauf, dass Patient Hilfe benötigtverhindert, dass Patient weiter Krankenhaushopping betreibt
  • Krankheitsangststörung übermäßige Beschäftigung damit eine ernsthafte Krankheit zu haben oder zu bekommen körperliche Symptome liegen nur gering oder garnicht vor stark ausgeprägte Ängste hinsichtlich der Gesundheit und Person ist leicht zu beunruhigen übertriebene gesundheitsbezogene Verhaltensweisen (übermäßiges checken) maladaptives Vermeidungsverhalten (vermeidet Arztbesuche) > 6 Monate (befürchtete Krankheit kann sich in dem Zeitraum ändern) Zusatzcodierung: hilfesuchender und hilfemeidender Typ
  • Krankheitsangststörung Abzugrenzen von Andere körperliche Krankheitsfaktoren vorhandene Krankheit schließt Krankheitsangststörung nicht aus, jedoch müssen Ängste eindeutig übertrieben sein Somatische Belastungsstörung es liegen ausgeprägte körperliche Symptome vor
  • Konversionsstörung (Störung mit funktionellen neurologischen Symptomen) eines oder mehrere Symptome veränderter willkürmotorischer oder sensorischer Funktionen klinische Befunde belegen , dass Symptome nicht mit neurologischen oder körperlichen Störungen in Einklang stehen komplexe Gesundheitsstörungen, die ihrem Erscheinungsbild nach wie eine neurologische Erkrankung erscheinen, ohne dass jedoch eine (hinreichende) körperliche Ursache ausgemacht werden kann mögliche Symptomtypen: mit Schwäche/ Lähmung mit Schluckstörungen mit Auffälligkeiten der Sprache mit Krämpfen oder Anfällen mit Taubheit oder sensorischen Ausfällen mit speziellen sensorischen Symptomen mit gemischtem Erscheinungsbild
  • Somatisierungsstörung ICD-10 Zeitraum von mindestens zwei Jahren anhaltende Klagen über verschiedene und wechselnde körperliche Symptome (mindestens sechs) Die Symptome dürfen nicht ausreichend durch eine körperliche Ursache erklärt werden können, was vom Betroffenen jedoch nicht (oder höchstens kurzzeitig) akzeptiert wird gastro-intestinale Symptome (zum Beispiel Bauchschmerzen, Übelkeit, schlechter Geschmack im Mund oder stark belegte Zunge, Erbrechen oder Würgen, Durchfall) kardiovaskuläre Symptome (zum Beispiel Atemlosigkeit ohne Anstrengung, Brustschmerzen) urogenitale Symptome (zum Beispiel Dysurie, unangenehme Empfindungen im oder um den Genitalbereich, Klagen über ungewöhnlichen oder verstärkten vaginalen Ausfluss) Haut- oder Schmerzsymptome (zum Beispiel Klagen über Fleckigkeit oder Farbveränderungen der Haut, Schmerzen in den Gliedern, unangenehme Taubheit oder Kribbelgefühl).
  • undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1) ICD-10 kann bereits ab einer Dauer von sechs Monaten diagnostiziert werden. Die Anzahl der Symptome oder das Hilfesuchverhalten ist geringer ausgeprägt als bei der Somatisierungsstörung.