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Klinische Master (Subject) / Schizophrenie-Spektrum und andere psychotische Störungen (Lesson)
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- Vulnerabilitäts-Stress-Modell Die Vulnerabilität (lat. Vulnus = Wunde) beschreibt die Anfälligkeit eines Menschen, an einer psychischen Krankheit zu erkranken. Im Vulnerabilitäts-Stress-Modell wird die individuelle Verletzlichkeit mit einem Fass beschrieben, das unterschiedlich schnell zum Überlaufen gebracht werden kann. Das Wasser, mit welchem das Fass befüllt wird, soll dabei beruflichen und privaten Stress sowie soziale Belastungen darstellen. Jeder Mensch hat ein unterschiedlich großes Fassungsvermögen und ist daher unterschiedlich belastbar. Hat das Fass einen höheren Boden, zeigt dies die hohe Vulnerabilität eines Menschen an.
- Strukturiertes Interview für DSM-5 Weiterentwicklung des SKID-I für Achse-I-Störungen des DSM-IV Anpassung an neuen Kriterienkatalog ADHS wurde aufgenommen, somatoforme und Essstörungen herausgenommenModule A bis JModule B: Psychotic and associated SymptomsModule C: Differential Diagnosis of Psychotic Disorders Differentialdiagnostik Informationen über Verlauf, Schweregrad & Art sowie psychosoziale Beeinträchtigungen & globale Leistungsfähigkeit
- Differentialdiagnose bei Schizophrenie besonders wichtig, weil.. Die Schizophrenie ist ein heterogenes Krankheits-Syndrom ohne einzelne für die Erkrankung spezifischen Symptome.
- Differentialdiagnose Schizophrenie psychopathologische Exploration des Patienten, Anamnese sowie Fremdanamnese Diagnosestellung „Schizophrenie“ anhand operationalisierter Kriterien der international anerkannten diagnostischen Definitionen (ICD-10) Zusatzdiagnostik zum Ausschluss einer organischen Ursache der Symptome körperliche und neurologische UntersuchungLaboranalyse (v. a. Elektrolyte, Schilddrüsenhormone, Entzündungsparameter, Blutbild, Leberenzyme, Kreatinin) DrogenscreeningEEG, EKG, strukturelle Bildgebung (MRT)Spezifische serologische (z. B. HIV) oder immunologische Tests (z. B. Lupus erythematodes) bei speziellem Verdacht
- Diagnostische Instrumente Schizophrenie Früherkennungsinventar ERIraos (Maurer et al., 2006) Erfassung der Kriterien für Schizophrenie nach ICD-10/ DSM-V IDCL (Hiller et al., 1995)SCID-5-CV (American Psychiatric Association, 2015) Dokumentation von Schizophreniesymptomen ESI (Maß, 2001) PANSS (Kay et al., 1987; deutsche Version CIPS, 2005)
- Wahnhafte Störung Hauptmarkmal ist Vorhandensein von einem oder mehreren Wahnphänomenen, die mindestens einen Monat anhalten Diagnose wird niemals gestellt, wenn Person jemals das Symptombild einer Schizophrenie erfüllt hat Die wahnhafte Störung unterscheidet sich von der Schizophrenie durch das Vorliegen von Wahnvorstellungen ohne andere Symptome der Schizophrenie. Die Wahnvorstellungen sind eher nicht bizarr und beinhalten Situationen, die eintreten könnten, wie verfolgt, vergiftet, infiziert, aus der Ferne geliebt oder vom Ehepartner oder Geliebten betrogen zu werden.
- Kurze psychotische Störung Plötzliches Einsetzen von mindestens einem der folgenden Symptome: Wahn Halluzination Desorganisierte Sprache Desorganisiertes Verhalten Mindestens ein Tag und weniger als ein Monat Kein Prodrom
- Schizophreniforme Störung Symptome entsprechen denen einer Schizophrenie, Störungsbild wird anhand der Dauer der Symptome unterschieden -> mind. 1 Monat, aber < 6 Monate Ist ein Mittelmaß zwischen kurzer psychotischer Störung und Schizophrenie Diagnose wird gestellt, wenn Zustand nach < 6 Monaten vollständig remittiert oder Person hat Symptomdauer von 6 Monaten noch nicht erreicht, ist aber auch nicht remittiert (ist mit vorläufig zu kennzeichnen, wenn dann länger als 6 Monate Diagnoseumbenennung in Schizophrenie)
- Schizophrenie Symptome seit mind. 6 Monate mit Einschluss einer einmonatigen (floriden) Phase in der mindestens 2 (eins muss 1,2 oder 3 sein) der folgenden Symptome erfüllt sein müssen WahnHalluzinationenDesorganisierte SprechweiseGrob desorganiserte SprechweiseGrob dsorganiertes oder katatones VerhaltenNegativsymptome
- Positivsymptome: „Übersteigerte“ Funktion im Vergleich zu ungestörter Funktion Kennzeichnen akute Krankheitsepisode Wahn v.a. Verfolgungs-, Beeinträchtigungswahn, Beziehungswahn Störungen im Denkablauf (z.B. ständiges Wiederholen von Gedanken, Gedankenabreißen) Halluzinationen
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- Negativsymptome: (Erklären Morbidität der Schizophrenie, bei anderen psychischen Störungen weniger ausgeprägt) Funktionsminderung bis Funktionsverlust Reduzierte Affektivität (Gefühlsarmut, Freudlosigkeit (Anhedonie)) Störung des Antriebs Sozialer Rückzug Verminderter emotionaler Ausdruck (Reduktion mimischer Emotionsexpression, verminderter Augenkontakt, Reduktion der übrigen Körpersprache) Reduzierte Willenskraft (Avolition)
- Wahn Argumentativ unkorrigierbare feste Überzeugung von der Realität, , die trotz gegenteiliger Evidenz nicht widerlegt werden kann Verfolgungs- oder Beeinträchtigungswahn: Betroffene fühlen sich von Mitmenschen beobachtet, beleidigt und/oder bedroht Beziehungswahn: Betroffene bezieht Ereignisse in Umgebung auf sich wie Interpretation von Radionachrichten als versteckte Botschaften an sichLiebeswahn: Überzeugung das Person einen liebtNihilistischer Wahn: Überzeugung der Nichtexistenz der eigenen Person, aber auch anderer Personen oder der WeltKörperbezogener Wahn: Wahnhafte Sorge um eigene Gesundheit, Organfunktion Unterteilung in bizarr(nicht aus üblichen Lebenserfahrungen/ereignissen ableitbar – Angst vor Organumpflanzungen) und nichtbizarr (Angst vor Polizeiüberwachung)
- Halluzinationen Wahrnehmungsähnliche Erfahrungen die ohne adäquate, externe Reize auftreten In jeder Sinnesmodalität: am häufigsten akustische Halluzinationen Oft Hören von kommentierenden oder dialogischen Stimmen, die über Betroffenen und sein Verhalten sprechen Irrealität ist Betroffenen v.a. in akuten Phase kaum zu vermitteln
- Desorganisiertes Denken Gedankenabreißen, ständige Wiederholen von GedankenDanebenredenZerfahrenheit, Wortsalat
- Desorganisiertes Verhalten oder gestörte Motorik Kindliche AlbernheitUnvorhersehbarer UnruheKatatone Verhaltensweisen: Nachlassen der Reagibilität auf Umwelt, katatoner Negativismus vs. Katatone Erregung
- Abgrenzung Schizophrenie zu anderen Störungsbildern: Dissoziative Identitätsstörung (vermehrt Positivsymptomatik) Bipolare störung (Manie: Positivsymptomatik, Depression: Negativsymptomatik) Borderline-PS (Impulsivität, paradoxwirkende Verhaltensweisen, psychoseähnliche Ausnahmesituationen)
- Schizoaffektive Störung Merkmale florider Positiv- oder Negativsymptomatik über langen Zeitraum. Kriterium A (2 Symptome in mind. 6 Monaten) der Schizophrenie muss erfüllt sein zusätzlich besteht affektive Episode (Major Depression oder Manie): Wenn 4 Jahre floride und residuale Symptome bestehen reicht eine 1-jährige Phase mit affektiven Symptomen nicht für Diagnose