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Entwicklungspsychologie WiSe 17/18 (Subject) / 3. Vorlesung (pränatale Entwicklung) (Lesson)

3. Vorlesung (pränatale Entwicklung)

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  • (Menschliche Zelle) (Dominant-rezessive Vererbung) (Polygenetische Zellteilung) (Unübliche Zellteilung) Menschliche Zelle: 25.000 Gene, 46 Chromosomen, 23 Chromosomenpaare Dominant-rezessive Vererbung (z.B. dunkles vs. blondes Har; Phenylketonurie PKU) - Mendels Erbsen Polygenetische Vererbung (z.B. Körpergröße; Intelligenz): Bestimmte Genverteilung/Zusammensetzung, nicht dominant-rezessive Verberbung Unübliche Zellteilung: Chromosomenanomalien (z.B. Down-Syndrom oder Trisomie 21)
  • Genetik und psychologische Praxis Anlage Umwelt Interaktion Genetik und psychologische Praxis Schizophrenie, Depression, ADHS, Dylexie, Alzheimer... zeigen: Gene sind keine monokausale Ursache! >> Genexpression ist von vielen Faktoren abhängig: Umwelt- und kulturelle Faktoren (Ernährung, Infektion, Stress...) - Genotype vs. Phänotype Anlage-Umwelt Interaktion Keine Entwicklung ohne genetische Anlagen (Genotype) Keine Ausprägung der Erbanlagen ohne Entwicklungsumgebung (Phänotyp) Genetische Disposition (z.B. Schizophrenie) <=> Umweltfaktoren <=> Entwicklungsprozesse
  • Die Frage nach dem "Wie": Kanalisierung, Passung zwischen Genen und Umwelt, Plastizität oder Reaktionsspielraum Kanalisierung: ähnliche Entwickung unabhängig von Umgebung (z.B. Laufen lernen) Passung zwischen Genen und Umwelt (z.B. Nischenwahl - aktive Suche nach der Umgebung die zu Erbanlagen einer Person entspricht, z.B. musikalische Begabung >> sich mit musikalischen Mensccheeen umgeben / siehe auch passive Genotyp-Umwelt Passung und relative (evokative) Genotyp-Umwelt Passung) Plastizität oder Reaktionsspielraum: genetisch festgelegtes Spektrum der Reaktionsmöglihkeiten auf die Umwelt - unterschiedliche Reaktion auf die gleiche Umgebung (z.B. Intelligenz)
  • Intelligenz: Anlage oder Umwelt? Intelligenz: Genetische Überlappung bei Zwilligen höher als bei Kindern die zusammen aufgezogen wurden und noch höher bei Zwillingen die sogar noch zusammen aufgezogen wurden Genetischer Nachteil kann aber im Allgemeinen durch reiche Umgebung ausgeglichen werden
  • Phasen der pränatalen Entwicklung: Zygoten Stadium (germinal) Phasen der pränatalen Entwicklung: Embryonalstadium (embryonic) Zygotenstadium Stadium der befruchteten Eizelle Einnistung in Gebärmutterschleimhaut am 5./6. Tag 0-2 Wochen: undifferenzierter Zellklumpen Embryonalstadium 3.-8. Woche: alles, was später im Menschen da ist, ist hier angelegt; schnellste pränatale Veränderungen, anatomische Feinstrukturierung 3 Zellschichten: ektoderm (wird zu Nervensystem und Haut), mesoderm (wird zu Muskeln, Skelett, Kreislaufsystem, andere innere Organe), endoderm (wird zu Verdauungssystem, Lunge, Harntrakt, Drüsen)
  • Phasen der pränatalen Entwicklung: Zygoten Stadium (germinal) Phasen der pränatalen Entwicklung: Embryonalstadium (embryonic) Zygotenstadium Stadium der befruchteten Eizelle Einnistung in Gebärmutterschleimhaut am 5./6. Tag 0-2 Wochen: undifferenzierter Zellklumpen Embryonalstadium 3.-8. Woche: "Zellklumpen" verbindet sich mit "System" der Mutter, Beginn der Ausbildung der Organsysteme 3 Zellschichten: ektoderm (wird zu Nervensystem und Haut), mesoderm (wird zu Muskeln, Skelett, Kreislaufsystem, andere innere Organe), endoderm (wird zu Verdauungssystem, Lunge, Harntrakt, Drüsen)
  • Phasen der pränatalen Entwicklung: Fötalstadium (fetal) 8. Woche bis Geburt: Alles was später im Menschen da ist, ist hier angelegt; schnelles Wachstum, anatomische Feinstrukturierung Ab 22. Woche ist der Fötus überlebensfähig; Allerdings häufigste Todesursache: Lunge noch nicht vollständig ausgebildet
  • Fötalstadium: Verhalten Ab 5. Woche: spontane Bewegungen (Beugen von Kopf und Rückrat), etwas später Arme, Beine, Finger, Augen, Gähnen und Saugen; 17. - 20. Woche: Bewegungen spürbar Schlucken und Ausscheiden von Fruchtwasser (dient der Entwicklung von Verdauungsorganen) "Fetales Atmen": Einsaugen von Fruchtwasser in den Lungen Ausbildung von annähernd zirkadianen Ruhe-Aktivitäts-Zyklen (meistens sogar entgegengesetzt der Mutter) Individuelle und mit späteren Befunden konsistente Unterschiede im Aktivitätsniveau
  • Fötalstadium: Erleben Berührung und Schmerz (messbar durch erhöhte Pulsfrequenz) Hören: Geräusche und Stimmen von außen werden wahrgenommen (vor allem der Mutter) >> ab 6. Monat: Reaktion auf Außengeräusche (Veränderung der Pulsfrequenz) Sehen: als pränatale Erfahrung vernachlässigbar Geschmack: Fruchtwasser nimmt Geschmack von mütterlicher Nahrung an >> Herausbilden von Geschmackspräferenzen Geruch: erste Erfahrungen durch "fetales Atmen", da Fruchtwasser den Geruch der Nahrung annehmen kan
  • Fötalstadium: Lernen Risiken der pränatalen Entwicklung: Umweltfaktoren Fötalstadium: Lernen Habituation: ab 32. Schwangerschaftswoche, AV (also gemessene Variable) = Herzschlagveränderungen Exposure: Geruchs- und Geschmackspräferenzen, Präferenz für bereit bekannte auditorische Stimuli (Geschichten, Stimme) >> Gedächtnis Risiken der pränatalen Entwicklung: Umweltfaktoren Teratogene = Umweltfaktoren (Drogen, Umweltverschmutzung, etc.) mit schädlicher Wirkungauf die pränatale Entwicklung Wirkung beeinflusst durch: Zeitpunkt, Menge und Dauer, mehrere Teratogene, genetische Empfindlichkeit, ...
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  • Mütterseitige Faktoren Alter: 15-35 >> höchste Wahrscheinlichkeit auf ein gesundes Kind  Steigendes Alter der Farau >> steigendes Alter der Eizelle >> steigende Wahrscheinlichkeit genetischer Fehler bei der Zellteilung (z.B. Down-Syndrom) Mangelnde Ernährung: negative Auswirkun auf Gehirnwachstum des Kindes (vor allem bei finanziell armen und sehr jungen Müttern) Sexuelle Krankheiten: HIV (bei Blutkontakt während der Geburt), Herpes genitalis (Kontakt im Geburtskanal, möglicherweise Blindheit oder sogar Tod) Krankheit: Röteln im Anfangsstadium (Missbilungen, Gehörlosigkeit, Blindheit, geistige Behinderung) Illegale Drogen: Kokain (verzögertes Größenwachstum im Uterus, Frühgeburt, Probleme Aufmerksamkeit und Erregung zu steuern, kognitive und soziale Defizite) Medikamentenmissbrauch Rauchen: Verengt Arterien >> schlechtere Blutzufuhr; geringe Nährstoffe; verlangsamtes Wachstum, geringes Geburtsgewicht, Korrelation mit erhöhtem Risiko für plötzlichen Kindstod, geringerer IQ, Hörschaden, Krebs Alkohol: Fetales Alkoholsyndrom oder Alkoholembryopathie (deformierte Gesichtszüge, Schädigung des ZNS, Fehldbildung innerer Organe, Wachstumsstörungen, Konzentrationsschwäche, Lernschwäche, kognitive Behinderung, Hyperaktivität, ...) >> Kann selbst bei geringen Mengen auftreten!
  • Umweltfaktoren Unterstützung: Partner, Familie, Gesundheitssystem Stress: Zusammenhang zwischen Stress und Maße der psychologischen Funktionen des Fetus (Habituation und Dishabituation) Gefahren am Arbeitsplatz: z.B. Kontakt mit schädlichen Stoffen, Pestizide in der Landwirtschaft, Chemiefabriken Umweltverschmutzung: Verseuchte Nahrungsmittel