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Anatomie und Physiologie (Subject) / Niere und ableitende Harnwege (Lesson)
Niere bis Harnröhre
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- Welche Organe bilden die ableitende Harnwege? - Nierenbecken (Pelvis renalis, Pyelon) - Harnleiter (Ureter) - Harnblase (Vesica urinaria) - Harnröhre (Urethra)
- Was ist das Nierenbecken? - Mündung von 8-10 Nierenkelchen - fängt den abtropfenden Harn auf und geht in den Ureter über - leitet Harn portionsweise an den Ureter weiter --> Übergangsepithel
- Was ist charakteristisch für die ableitenden Harnwege? - einschichtiges mehrreihiges Übergangsepithel -> Urothel - kleidet die ableitenden Harnwege aus - "Regenschirmzellen" bilden oberste Schicht -> bilden Schleim, der vor aggressivem Harn schützt
- Beschreibe die Harnleiter! = Ureter - schließen sich an das Nierenbecken an - ziehen retroperitoneal ins keine Becken, münden an der Hinterwand der Harnblase - bleistiftdicke Muskelschläuche, ca. 25-30cm lang, 4-7mm dick - Wandaufbau: Übergangsepithel, Muskularis, Adventitia - peristaltische Kontraktionen transportieren Harn - Einmündungsstelle an der Blasenhinterwand = Ostien -> Ventilwirkung verhindert Reflux - 3 Harnleiterengstellen: am Abgang aus dem Nierenbecken, Kreuzung mit den großen Beckengefäßen, Einmündung in die Blase --> Nierensteine und kolikartige Schmerzen
- Beschreibe die Harnblase! -muskolöses Hohlorgan, Speichrung und Entleerung des Urins, Form abhängig vom Füllungszustand, Fassungsvermögen: ca. 800-1500ml Lage: im kleinen Becken, hinter der Symphyse (Frau. ventral des Uterus, Mann: ventral des Rectums), am Blasendach vom Peritoneum überzogen Gliederung: Harnblasenscheitel (Apex vesicae), Harnblasenkörper (Corpus vesicae), Harnblasengrund (Fundus v.) und Harnblasenhals (Cervix ves.) -> Trigonum vesicae-> Blasendreieck, glatte Schleimhaut, Ureterostien + Harnröhrenöffnung Harnblasenwand: Mucosa: Übergangsepithel; gefäßreich, starke Faltung Muscularis: M. detrusor vesicae, dreischichtig angeordnete glatte Muskulatur, geflochtene Muskelzüge ermöglichen Kontraktion von allen Seiten zur vollständigen Blasenentleerung Adventitia: oben und hinten Peritoneum, vorne Bindegewebe Veschluss von Harnblase und -röhre: innerer Schließmuskel: M. sphincter internus (Muskelschlinge aus glattem Muskelgewebe, unwillkürlich) äußerer Schließmuskel: M. Sphincter externus (quergestreifte Muskulatur, willkürlich, Teil der Beckenbodenmuskulatur, schließt sich distal an den inneren schließmuskel an
- Beschreibe die weibliche und männliche Harnröhre. -letzer Teil der harnableitenden Organe, innere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae internum) zur äußeren Harnröhrenöffnung (Ostium urethrum externum) Harnröhre der Frau: - kurz, ca. 4 cm, ausgekleidet mit mehrschichtigem unverhorntem Epithel - behinnt beim inneren Schließmuskel, verläuft durch den Beckenboden und endet vor der Vagina im Scheidenvorhof - Problem: durch kurze HR steigen Bakterien leicht auf -> häufiger HWI Harnröhre des Mannes: 3Abschnitte - Pars prostatica: wird am Anfangsteil von Prostata umgeben, enthält Samenhügel mit Spritzkanäle Vorsteherdrüsenabschnitt) - Pars membranacea: willkürliche Harnröhrenschließmuskel (Beckenbodenabschnitt) - Pars spongiosa: HR verläuft im Schwellkörper des Penis bis zum Ausgang an der Eichel (Schwellkörperabschnitt) - nimmt Samenflüssigkeit auf -> Harnsamenröhre - ca. 20-30cm lang - s-förmiger Verlauf (2 Krümmungen: hinter Symphyse und beim Eintritt in den Schwellkörper)
- Beschreibe die Harnblasenentleerung! = Miktion - Fassungsvermögen von 800 - 1500 ml, Harndrang ab ca 350ml - willkürlicher auslösbarer Prozess, der dann reflektorisch weiterläuft - Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand aktivieren parasympathische Nervenfasern - Umschaltung im Miktionszentrum des Rückenmarks (Sakralmark) - Meldung ans Gehirn -> Harndrang - innere Schließmuskel erschlafft reflektorisch - willkürlich wird ein Befehl an den äußeren Schließmuskel gegeben, der erschlafft - Kontraktion des M detrusor vesicae --> Harnblasenentleerung
- Beschreibe die Niere! = Ren LAGE: retroperitoneal, links und rechts der Wirbelsäule, Bwk 11/12 LWK 2/3 ( rechte Niere etwas tiefer), am oberen Nierenpol liegen die Nebennieren AUFBAU: in ein Lager von Baufett (=Nierenfett) eingebettet, Faszia renales = Gerota Faszie umschließt die Nieren und Nebenniere makroskopisch: Nierenkapsel (Capsula fibrosa) - Nierenrinde (Cortex renalis) - Nierenmark (Medulla renalis) - Nierenbecken (Pyelon) Nierenhilus: Nierenbecken /Harnleiter, A. und V. renalis mikroskopisch -> Nephron - kleinste funktionelle Einheit der Niere, ca. 1 mill Nephrone pro Niere, besteht aus dem Nierenkörperchen und dem Tubulusapparat Nierenkörperchen-> Bowman'sche Kapsel + Glomerulum Tubulusapparat -> proximaler Tubulus + inermediärtubulus (= Henle'sche schleife) + distaler Tubulus + Sammelrohr FUNKTION: Ausscheidung, Regulation + Hormonproduktion Ausscheidung: Urinproduktion, Ausscheidung harnpflichtiger Substanzen (Harnstoff, Kreatinin, Harnsäure) und Fremdstoffen, Medikamente, Toxine Regulation: Wasser- und Elektrolythaushaltes (--> Kontrrolle des Blutdruckes), Säure- und Basenhaushaltes (Wasserstoffionen und Bicarbonatausscheidung) Hormonproduktion: Renin (RR), Erythropoetin (Bildung der roten Blutkörperchen), Vit. D Hormon (Calcitriol)
- Was würde ohne Nieren passieren? - man vergiftet sich langsam - Medikamente können nicht mehr ausgeschieden werden - Ödeme - Stoffwechselstörungen - RR außer Kontrolle - Anämie (Schlapp, Müde, konzentrationslos)
- Was sind Harnstoff, Kreatinin und Harnsäure? Harnstoff: stammt aus dem Eiweißstoffwechsel der Leber Kreatinin: Abbauprodukt aus dem Muskelstoffwechsel, zeigt sehr gut die Nierenfunktion an, da es zu 100% von der Niere gefiltert werden sollte (Krea-Wert: bei Anstieg stellen Organe dei Funktion ein) Harnsäure: Abbauprodukt aus dem Purin-Stoffwechsel (wenn erhöht -> Gicht)
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- Beschreibe das Nierenkörperchen und den Tubulusapparat! - kleinste funktionelle Einheit der Niere ist das Nephron, das aus einem Nierenkörperchen und dem dazugehörigen Tubulusapparat besteht Nierenkörperchen: - Bowman'sche Kapsel (doppelwandige Epithelhülle, außen) + Glomerulum (Kapillarknäuel, innen) - hier Bildung vom Primärharn - Strukturen: Vas afferens (zuführende Arteriole), Vas efferens (abführende Arteriole), Gefäßpol, Harnpol und Juxtaglomerulärer Apparat (Macula densa, spezielle Zellen, die das Hormon Renin bilden, reguliert den Filtrationsdruck und die Durchblutung des Glomerulum) Tubulusapparat = Harnkanälchen - beginnt am Harnpol - 3 Hauptabschnitte: proximaler Tubulus, Henle'sche Schleife (mit ab- und aufsteigendem Ast) und distaler Tubulus - Sammelrohr: mehrere Tubuli enden in ein Sammelrohr Aufgabe: Verlängerung der Passage des Primärharns durch die Niere - Rückresorption von Stoffen, die den Körper nicht verlassen sollen - im distalen Tubulus und im Sammelrohr Rückresorption von Wasser (unter Einfluss der Hormone Aldosteron und ADH)
- Beschreibe das Renin- Angiotensin-Aldosteron-System! Ausgangssituiation: Niedrige Na+ Konzentration im Blut oder Blutdruckabfall, niedriger Blutdruck oder Stimulation der sympathischen Nierennerven - Produktion von Renin in der Niere - Bildet zusammen mit Angiotensinogen (aus der Leber) --> Angiotensin I - Angiotensin I unter Einfluss von ACE (Angiotensin Converting Enzym aus dem Lungenepithel) ---> Bildung von Angiotensin II (sehr stark Blutdruckerhöhende Substanz) - Wirkung: Produktion von Aldosteron (fördert Natriumrückresorption in der Niere) und Katecholamine in der Nebenniere, Bildung von ADH in der Hypophyse, Durst, Vasokonstriktion Ergebniss: Blutvolumen steigt, Na+- Konz. im Blut steigt und K+- Konz. sinkt, Blutdruck steigt
- Wie viele Mengen Primärharn und Sekundärharn werden durchschnittlich im Körper pro Tag produziert? Primärharn: 180l Sekundärharn: 1,5-2l
- Beschreibe die Physiologie der Niere! Harnbildung: 1. Filtration in den Nierenkörperchen -> Primärharnbildung 2. Resorption und Sekretion im Tubulusapparat -> Sekundärharn-/ Endharnbildung = Urin Primärharn: Ultrafiltrat des Blutes, d.h. gleiche Konzentration an gelösten Bestandteilen wie im Plasma, jedoch ohne große Proteine und Blutkörperchen, ca 180 l/d Sekundärharn: wird durch Resorption, Sekretion und Diffusion aus dem Primärharn gebildet - ca 1,5 l/d - 95-98% Wasser, Harnpflichtige Substanze, Salze, Hormone, Elektrolyte, Medikamente, ... - Farbe durch Urobilinogen (gelbfärbung) Nierenschwelle von Glukose: wird zu 100% in den Primärharn filtriert kann aber nur bis zu einem Wert von 180mg/dz BZ auch 100% rückresorbiert werden Filtrations ist abhängig vom: Blutdruck, Porengröße der Membranen und Molekülgröße und Ladung GFR = Glomeruläre Filtrations Rate: Maß für die Nierenfunktion - wie viel pro Tag gefiltert wird - Verlgleich der Konzentration von Kreatinin im Blut und Kreatinin vom Sammelurin (24h) Filtrationsdruck: Vorraussetzung Blutdruck >80mmHg (-> Autoregulation, 80-220mmHg einstellbar)