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Klinische und Gesundheitspsychologie (Fach) / Schizophrenie (Lektion)

Naja, Schizophrenie eben

Diese Lektion wurde von Lylly erstellt.

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  • Was sind die wesentlichen Merkmale (Symptome und Dauer) der Schizophrenie im Vergleich zu anderen "schizophrenieartigen" Störungen? 6 Monate Dauer, mind. 1 Monat Symptome
  • Was sind die wesentlichen Merkmale (Symptome und Dauer) der Schizophreniformen Störung im Vergleich zu anderen "schizophrenieartigen" Störungen? Wie Schizophrenie, aber Dauer 1-6 Monate
  • Was sind die wesentlichen Merkmale (Symptome und Dauer) der schizoaffektiven Störung im Vergleich zu anderen "schizophrenieartigen" Störungen? Affektive & psychotische Symptome treten zusammen auf
  • Was sind die wesentlichen Merkmale (Symptome und Dauer) der wahnhaften Störung im Vergleich zu anderen "schizophrenieartigen" Störungen? Mind. 1 Monat Wahn, keine weiteren psychotischen Symptome
  • wie lange dauert eine kurze psychotische Störung an? 1-Tag bis max. 1 Monat
  • Wie lange müssen die Symptome einer substanzinduzierten psychotischen Störung mind. anhalten? länger als 1 Monat nach Absetzen der Substanz ( oder Entzug)
  • Nenne 3-5 positive Symptome der Schizophrenie!  Inhaltliche Denkstörungen (Wahn) Halluzinationen Unangemessener Affekt Störungen des Selbstgefühls (Derealisation, Depersonalisation) Psychomotorische Störungen
  • Nenne 3-5 negative Symptome der Schizophrenie!  Sozialer Rückzug Affektive Verflachung Antriebsarmut Interessenverlust Sprachliche Verarmung
  • Diagnostische Kriterien für Schizophrenie nach DSM-5: Nenne die drei charakteristischen Symptome, von denen mind. 1 zum Vorliegen einer Schizophrenie vorhanden sein muss! (1) Wahn(2) Halluzinationen(3) Desorganisierte Sprechweise (z.B. häufiges Entgleisen oder Zerfahrenheit)
  • Diagnostische Kriterien für Schizophrenie nach DSM-5: Von den charakteristischen Symptomen müssen mind. 2 vorhanden sein. Welches sind die beiden Symptome, von denen keines zwangsläufig vorhanden sein muss (es sein denn es fehlt eben noch eines zur Vergabe einer Schizophrenie)? (4) Grob desorganisiertes oder katatones Verhalten (unnatürliche, stark verkrampfte Haltungen des ganzen Körpers) (5) Negative Symptome, d.h. flacher Affekt, Alogie (Denkstörung mit verminderter Sprachproduktion oder Verarmung des Sprachinhalts. Sie äußert sich auch in einer Verlängerung der Antwortlatenz) oder Willensschwäche
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  • Diagnostische Kriterien für Schizophrenie nach DSM-5: Nenne a) die Einbußen einer Schizophrenie, die neben den charakteristischen Symptomen (Kriterium A) vorhanden sein müssen b) die Dauer c) die beiden verwandten Störungen, die ausgeschlossen werden müssen a) sozialberufliche Leistungseinbußen (z.B. Arbeit, zwischenmenschliche Beziehungen, Selbstfürsorge) b) mind. 6 Monate, davon mind. 1 Monat mit Symptomen, die das Kriterium A erfüllen (Perioden mit prodromalen oder residualen Symptomen möglich) c) Ausschluss von schizoaffetiver und affektiver Störung
  • Wie ist das Lebenszeitrisiko bei der Schizophrenie und was ist das besondere hierbei? 1% unabhängig von Kultur und Land
  • Geschlechterverteilung der Schizophrenie? 1:1
  • Wo liegt das geschlechtsspezifische Erkrankungsalter der Schizophrenie jeweils? Männer 20-25 Jahre, Frauen 25-30 Jahre
  • Sozioökonomischer Status bei der Schizophrenie häufiger bei niedrigem (vor allem in Städten)
  • Was besagt die social-causation-Hypothese? Das Leben in sozial schwierigen Bedingungen ist dafür verantwortlich, dass es eine erhöhte Schizophrenierate in der Unterschicht gibt. Man geht davon aus, dass sozial benachteiligte Schichten häufiger kritischen und belastenden Lebensereignissen ausgesetzt sind (z.B. Arbeitslosigkeit) und weniger soziale Unterstützung zur Verfügung haben. Somit sind sie höherem Stress ausgesetzt und werden anfälliger für Schizophrenie
  • Was besagt die social-drift-Hypothese? Es gibt bereits prämorbid Beeinträchtigungen im sozialen, kognitiven und emotionalen Bereich, welche dafür verantwortlich sind, dass betroffene Schizophreniepatienten nach und nach weiter sozial absteigen und somit höherem Stress ausgesetzt werden, welcher in der Folge wieder zu einer erhöhten Anfälligkeit für Schizophrenie führt. 
  • Welche 4 Verläufe der Schizophrenie gibt es? 1) kontinuierlich 2) episodisch remittierend (phasenhaft) 3) episodisch mit stabilem Residuum (schubförmig) 4) episodisch mit zunehmendem Residuum (schubförmig progredient)
  • Wieviel Prozent gehören zu den lucky guys, die eine vollständige Remission ihrer schizophrenen Symptome erfahren? 25%
  • Wieviel Prozent gehören zu den rotten tomatoes, die einfach mal chronisch schizophren symptomiert sind was die Psychosen anbelangt? Was ist selbst bei diesen Menschlein noch die gute Nachricht für die längere Sicht? 25% Selbst bei ungünstig verlaufenden Psychosen kann es nach 10-20 Jahren zu deutlicher Abschwächung der Symptomatik kommen
  • Wieviel Prozent der schizophren-psychotischen müssen mehrere Phasen erdulden? 50%
  • Nenne mind. 5 aus 8 Prädiktoren für eine bessere Prognose bei Schizophrenie • gute prämorbide Anpassung• akuter Beginn• höheres Lebensalter bei Erkrankungsbeginn• weibliches Geschlecht• auslösende Lebensereignisse• begleitende Affektive Störungen• Kurze Dauer der floriden Symptome• Fehlen hirnstruktureller Auffälligkeiten
  • Verlauf in verschiedenen Ländern: In welchem Punkt haben Erkrankte aus Entwicklungsländern gegenüber Erkrankten aus Industrieländern eine eindeutig bessere Verlaufsaussicht? Bei den Einschränkungen sozialer Funktionsfähigkeit: 42% - 16%
  • Verlauf in verschiedenen Ländern: In welchen Punkten haben Erkrankte aus Industrieländern gegenüber Erkrankten aus Entwicklungsländern eine eindeutig bessere Verlaufsaussicht? Vollständige Remission: 37% - 63% Stationäre Behandlung: 92% - 44% --> man kann sich natürlich auch fragen: Haben die Leute aus Industrieländern das eher nötig weil die so arm dran sind mit ihrer Schizo?
  • Nenne die persönlichen Vulnerabilitätsfaktoren aus dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell! - dopaminerge Dysfunktionen - schizotypische Persönlichkeitszüge -geringere Verarbeitungskapazität - Autonome Hyperaktivität bei aversiver Stimulation
  • Nenne die persönlichen Schutzfaktoren aus dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell! Bewältigung und Sebsteffizienz Antipsychotische medikation
  • Nenne die Schutzfaktoren der Umwelt aus dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell! Mit welchen stehen diese in Interaktion? - Familiäres Problemlösen - Unterstützende psychosoziale Interventionen --> In Interaktion mit den persönlichen Schutzfaktoren und den Zwischenstadien sowie den potenzierenden und belastenden Umweltfaktoren
  • Nenne die 3 potenzierenden und belastenden Umweltfaktoren aus dem Vulnerabilitäts-Stress-Modell! Mit welchen stehen diese in Interaktion? - Kritisches oder emotional überinvolviertes Familienklima - Überstimulierende soziale Umwelt - Belastende Lebensereignisse In Interaktion mit den Schutzfaktoren der Umwelt
  • Was passiert in den Zwischenstadien beim Vulnerabilitäts-Stress-Model? - die Verarbeitungskapazität ist überlastet - die Person ist tonisch autonom hyperaktviert - soziale Stimuli werden defizitär verarbeitet
  • Was sind die Ergebnisse beim Vulnerabilitäts-Stress-Modell der Schizophrenie? Zunäachst prodromale Symptome, dann Einbußen im sozialen und beruflichen Funktionieren und schizophrene psychotische Symptome
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  • Welche beiden Perioden werden einer psychotischen Episode meist vorgeschaltet? Die prämorbide oder Remissionsperiode eine prodromale Episode
  • Was sind biologische Faktoren, die zum Ausbruch einer Schizophrenie beitragen können? • genetische Faktoren • Biochemische Störungen: Dopaminhypothese • Prä- und postnatale Virusinfektionen • gestörte Aufmerksamkeits- und Informationsverarbeitungsprozesse • strukturelle hirnorganische Veränderungen – Größere Ventrikel (besonders bei vorherrschender negativer Symptomatik)
  • Tienari konnte 1991 anhand seiner Adoptionsstudien zeigen, dass ...% der Kinder von schizophrenen Müttern eine schwere psychische Störung entwickelten versus ...% der Kinder von Müttern ohne psychische Störung bei Geburt des Kindes. Welches Familienmerkmal führt zur stärksten Ausprägung der Schizophrenie bei Kindern in dieser Studie? 31% vs. 16% Stärkste Ausprägung findet sich bei Kindern, die in dysfunktionalen Familien aufwachsen
  • Nenne 2 Schlüsse, die Tienari hinsichtlich der Genetik bei Schizophrenie aus seinen Adoptionsstudien ziehen konnte! Genetische Variablen sind spezifisch und notwendig – interagieren mit Umweltfaktoren Genetische Veränderungen sind unspezifisch --> erhöhte Sensitivität für Schizophrenie und andere psychische Störungen Gewisse genetisch vererbte Vulnerabilität mag nötig sein, damit sich Schizophrenie entwickeln kann; genauso gut kann jedoch ein intaktes Familienumfeld das verhindern
  • Zwischen welchen Prozentmarken bewegt sich das Risiko, an einer Schizophrenie zu erkranken, wenn man selbst Ehegatte, Geschwisterkind, Vetter, Onkel/Tante, Neffe/Nichte Enkel, Elternteil oder Halbgeschwister eines Schizophrenen ist? Zwischen 2 und 9%
  • Wie hoch ist das Risiko an Schizophrenie zu erkranken, wenn man ein eineiiger Zwilling eines Schizophrenen ist oder das Kind zweier betroffener Elternteile? ~ 50%
  • In welcher Gehirnregion gibt es laut Dopaminhypothese eine dopaminerge Überaktivität und wo eine Unteraktivität? Überaktivität in limbischen Regionen, Unteraktivität im Frontalhirn
  • Auf welchen empirischen Befund stützt sich die Dopaminhypothese? Neuroleptika führen zu einer Blockade von Dopaminrezeptoren v.a. des D 2 Typs
  • Wie sind Halluzinationen definiert? Sinneserfahrungen, denen keine entsprechenden äußeren Reize zugeordnet werden können
  • In welchen Sinnesmodalitäten können Halluzinationen auftreten? in allen
  • Welche Art der Halluzination ist sowohl bei Schizophrenen als auch in der Normalbevölkerung am häufigsten?? akustische
  • Wie ist die life-time Prävalenz für Stimmenhören in Normalbevölkerung? ca 5-15%
  • Wie hoch ist die life-time Prävalenz für Stimmenhören bei Schizophrenen? 70%
  • Wie hoch ist die life-time Prävalenz für Stimmenhören bei bipolaren Patienten? 30%
  • Welche Merkmale weisen Schizophrene auf, die gut mit Stimmenhören umgehen können? - Mehr positive Stimmen - Weniger imperative Stimmen - Überzeugt, dass sie stärker sind als Stimmen- Setzen Stimmen mehr Grenzen- Hören selektiv zu (vs. versuchen sich eher von Stimmen abzulenken --> negative Copers)- Sprechen öfter anderen gegenüber über Stimmen
  • Was sind 3 neurobiologische Erklärungen für das Zustandekommen von hörbaren (nicht existenten) Stimmen?  Fehlwahrnehmungen, die in auditiven Arealen des Gehirns produziert werden  Missattribution innerer Gespräche auf externe Quellen  Missattribution von Aktivierung autobiographischer Erinnerungen
  • Wo liegen die 3 größten Areale, die nach einer fMRI-Studie während akustischer Halluzinationen aktiviert werden? im Broca Areal (Sprachproduktion) im Wernicke Zentrum (Sprachverarbeitung) im linken Hippocampus/Parahippocampus --> beteiligt an Abruf von Erinnerungen
  • Welche 3 Komponenten tragen in einem Kreislauf (nach Chadwick & Birchwood) dazu bei, dass Stimmen hören als negativ (bedrohlich, bösartig etc.) bewertet wird? Welche zusätzliche Komponente steht in Interaktion zur negativen Bewertung von Stimmen? Stimme wird als negativ bewertet --> ruft Leid, Angst und Stress hervor --> führt zu noch mehr akustischen Halluzinationen --> Stimme wird noch negativer beurteilt gehorchen und wedrücken führt dazu, dass ich eine Stmme als negativ bewerte --> noch mehr gehorchen/wegdrücken
  • Was ist ein größerer Prädiktor dafür, ob mich Stimmenhören krank macht (Leid, Angst, Depression hervorruft): Die Häufigkeit und Dauer des Stimmenhörens oder die Interpretation als überlegen bzw. böswillig? die Interpretation
  • Welches sind die drei Faktoren, von welchen sich die Realitätssicht beim Wahn unterscheiden muss? - von der rationalen Orientierung an beobachtbaren Fakten, - von geltenden kulturellen Einstellungen - von dem altersbedingten Entwicklungsstand