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Persönlichkeitspsychologie SoSe (Fach) / 8. Vorlesung (Selbstbezogene Dispositionen) (Lektion)

8. Vorlesung (Selbstbezogene Dispositionen)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Selbstkonzept und Selbstwert Bereichsspezifischer Selbstwert Selbstkonzept: Ich (Akteur) vs. Mich (Objekt); Ich sehe mich als... Selbstwert: subjektive Bewertung der eigenen Persönlichkeit; Zufriedenheit mit sich selbst; Einstellung gegenüber sich selbst Bereichsspezifischer Selbstwert Selbstwert als Eigenschaftshierarchie mit allgemeinen und bereichsspezifischen Aspekten Allgemeiner Selbstwert = Emotionaler Selbstwert (Zufriedenheit mit sich selbst) + Leistungsbezogener Selbstwert (sprachlich, mathematisch) + Sozialer Selbstwert (Umgang mit Kritik, Sicherheit im Kontakt) + Körperbezogener Selbstwert (Physische Attraktivität + Sportlichkeit) >> nach Shavelson, Hubner und Stanton (1976)
  • Selbstwert Messung Allgemeiner Selbstwert: Self-estem scale (Rosenberg, 1965), z.B. "Alles in allem bin ich mit mir zufrieden." Bereichsspezifischer Selbstwert: Perceived competence scales (Harterm 1982), einige Kinder finden es schwerer Freunde zu finden vs. anderen Kindern fällt es ziemlich leicht; Multidimensionale Selbstwertskala (Schütz & Sellin, 2006), Leistung, emotional, sozial (Kontakt, Kritik), körperlich (attraktiv, sportlich)
  • Zweiprozessmodelle des Selbstwerts: Expliziter und impliziter Selbstwert unterschiedlich mental repräsentiert Expliziter Selbstwert: soll eher kontrolliertes Verhalten vorhersagen Impliziter Selbstwert: soll eher spontanes Verhalten vorhersagen Messung impliziter Selbstwert: Primingverfahren, implizite Assoziationstests (Einstellungsobjekt = eigene Person) Befunde: nur geringe Zusammenhänge zwischen explizit und implizit, unterschiedliche Verhaltensvorhersage, Interaktionen impliziter und expliziter Selbstwert Impliziter Selbstwert niedrig + Expliziter Selbstwert niedrig = Kongruent niedrig Impliziter Selbstwert niedrig + Expliziter Selbstwert hoch = "fragil" Impliziter Selbstwert hoch + Expliziter Selbstwert niedrig = "beschädigt" Impliziter Selbstwert hoch + Expliziter Selbstwert hoch = Kongruent hoch
  • Selbstwert im Lebensverlauf und mögliche Einflussfaktoren Selbstwert sinkt bis zur Pubertät, steigt dann wieder immer weiter an, sinkt wieder mit dem hohen und höheren Alter. Männer durchgehend mit höherem Selbstwert als Frauen (kommen mit gleich hohem Selbstwert auf die Welt). Sozialer Vergleich Feedback (Lob, Noten, Beförderung, "Soziometer"-Stand) (erreichte) "Lebensaufgaben" Körperliche Veränderungen (Pubertät, hohes Alter) Aber: Keine Kausalität weil keine experimentelle Manipulation möglich!
  • Selbstwahrnehmung und -erinnerung Selbstüberschätzung Informationen werden meist selbstkonsistent wahrgenommen und erinnert - leicht abweichende Informationen dem vorhandenen Selbstkonzept angepasst Selbstüberschätzung im Durchschnitt leichte Selbstüberschätzung Vgl.: Selbst- und Fremdeinschätzung mit objektivem Kriterium Ist nicht: Narzissmus (Grandiositätsvorstellung, Selbstüberschätzung, Empathiemangel, Bedürfnis nach Bewunderung, Kritiküberempfindlichkeit)
  • Selbstdarstellung: Persönliche Homepages im Internet Persönliche Homepages im Internet (Gosling et al 2004) Homepage Beurteilungen der BIG FIVE korrelierten im Mittel .31 mit dem Selbsturteil und .39 mit dem Bekanntenurteil Homepage-Beurteilungen korrelierten nur für Extraversion und Verträglichkeit mit dem Ideal-Selbst der Inhaberr der Homepage, d.h. wurden durch Selbstdarstellung in Extraversion und Verträglichkeit in ihrem Urteil beeinflusst
  • Sozialer Vergleich: upward vs. downward comparison Big-fish-little-pond-effect Abwärtsvergleich: Wer sein Selbstwertgefühl schützen/verbessern will, vergleicht sich mit Menschen die im interesierenden Merkmal unterlegen sind  Aufwärtsvergleich: Wer wissen will, welche Möglichkeiten er hat, welche Verbesserungen möglich sind, vergleicht sich mit Menschen, die im interessierendden Merkmal überlegen sind Bezugsgruppe: Big-fish-little-pond effect (Marsh & Hau, 2003): Phänomen, dass Schüler durch leistungsschwächere Mitschüler eine stärkere Lernmotivation besitzen (da ihre Leistungen dort öfter auffallen, besser honoriert werden; insbesondere für Schüler, deren Selbstbewusstsein nicht so stark ausgeprägt ist)
  • Zusammenfassung selbstbezogene Dispositionen Selbstkonzept: Wissen über eigene (besondere) Eigenschaften Selbstwert: Bewertung (Einstellung) zu eigenen Eigenschaften (allgemein und bereichsspezifisch, explizit und implizit) Selbstdynamiken: (Meta-)Selbstwahrnehmung, Selbstdarstellung, sozialer Vergleich
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