8

Persönlichkeitspsychologie SoSe (Fach) / 7. Vorlesung (Werte und Einstellungen) (Lektion)

7. Vorlesung (Werte und Einstellungen)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

Lektion lernen

  • Bewertungsdispositionen, Werte und Einstellungen Bewertungsdispositionen: sind Persönlichkeitsunterschiede in der Bewertung von Objekten Werte: Unterschiede in der Bewertung abstrakter Ziele (breite Objektklassen) Einstellungen: Unterschiede in der Bewertung spezifischer Objekte der Wahrnehmung oder Vorstellung (konkrete Objekte) Werthaltungen und Einstellungen sind theoretisch und empirisch eng verbunden
  • (Werte) Werte-Messungen Werte Unterschiede in der Bewertung abstrakter Ziele (breite Objektklassen) Was ist im Leben zu verfolgen? Nach welchen "Richtlinien" sollte man sich verhalten? Werte-Messungen Rokeach Value Survey (RVS, Rokeach, 1973): 18 Werte + 18 instrumentelle Ziele in Rangfolge bringen (z.B. angenehmes Leben, Glück, Gleichheit, Genuss, Weisheit, Freiheit) Social Value Inventory (Braithwaite & Law, 1985): Wie RVS, aber Werte einzeln bewertet Werte aus Dokumenten beurteilen, z.B. Grauman et al, 1983: Politiker und Schriftsteller
  • Einstellung Unterschiede in der Bewertung konkreter Objekte der Wahrnehmung oder Vorstellung Bislang keine systematische Taxonomie aller Einstellungen (keine Einordnung in ein bestimmtes System) >> Theoretisch unzählige mögliche Einstellungen >> Sehr heterogene und spezifische Einstellungsobjekte Beispielbereiche von Einstellungsobjekten: Soziale Gruppe, politische Programme und Parteien, Konsumgüter, Gesundheitsverhalten
  • Explizite und implizite Einstellungen Einstellungen und Verhaltensvorhersage Explizite und implizite Einstellungen MODE-Modell von Fazio (1990): Explizite Einstellungen = kontrolliertes Verhalten, implizite Einstellungen = spontanes Verhalten Konsistenz zwischen expliziten und impliziten Einstellungen eher schwach (r = .25 in Metaanalysen); durch zahlreiche Faktoren beeinflusst, z.B. Einstellungsstärke, Spontanität des Selbstberichts (Gschwender et al, 2006; Hofmann et al, 2005) Einstellungen und Verhaltensvorhersage Meist nur schlechte Vorhersage einzelner echter Verhaltensweisen durch erfragte Einstellungen z.B. klassische Studie von LaPiere (1934) zur Ausländerefindlichkeit z.B. Beurteilung von Eigenschaften potentieller Fahrer z.B. Zivilcourage im Fragebogen angegeben sv. Eingreifen bei "gestelltem" Übergriff
  • Einstellungen und Verhaltensvorhersage >> Metaanalyse von Wicker (1969), Subjektive Norm für einstellungskonformes Verhalten (Fishbein & Ajzen) Einstellungen und Verhaltensvorhersage Metaanalyse von Wicker (1969) mittlere r = .15 Bei Aggregation über Situationen: bis zu .65 (z.B. bei Religiösität, Umweltbewusstsein) Einstellungs-Verhaltens-Konsistenz also durchgängig schwach (?) Subjektive Norm für einstellungskonformes Verhalten (Fishbein & Ajzen, 1975) Einstellungen & subjektive Norm sagen gut das berichtete Verhalten in einstellungsrelevanten Situationen vorher, Metaanalyse von Shepard et al. (1988): mittlere r = .67
  • Einstellungen und Verhaltensvorhersage: Gründe für schlechte Vorhersage und Lösungen (Rückfallvorhersage für Sexualstraftäter) Zusätzlicher Einfluss anderer Variablen >> zusätzliche Prädiktoren, z.B. Handlungseigenschaften, Normen Unterschiedliche Aggregationsniveaus (Symmetrieprinzip) >> Aggregation über mehrere Verhaltensweisen Soziale Erwünschtheit, Antworttendenzen >> Erhöhung der Ehrlichkeit (z.B. Bogus-Pipeline-Technik) Fehlende Zugänglichkeit >> Ergänzung durch indirekte Verfahren, z.B. affektives Priming Rückfallvorhersage für Sexualstraftäter Vorhersage der Rückfäligkeit von Straftätern wichtige kriminalpsychologische Aufgabe Rückfallquote von Sexualstraftätern innerhalb von 5-10 Jahren 15-20% für sexuelle Strafen Zusätzlich ca. 15% nicht-sexuelle Strafen >> Wie kann die Rückfälligkeit am besten vorhergesagt werden, um davon Entscheidungen üer eine vorzeitige Entlassung abhängig machen zu können? >> Metaanalyse von Hanson & Bussière (1998)
  • Zusammenfassung Bewertungsdispositionen Werte: Unterschiede in der Bewertung abstrakter Ziele (breite Objektklassen) >> Messung mit Fragebögen (z.B. Rokeach Value Survey, Social Value Inventory) Einstellungen: Unterschiede in der Bewertung spezifischer Objekte der Wahrnehmung oder Vorstellung (konkrete Objekte) >> Messung mit Fragebögen oder indirekten Verfahren, z.B. affektives Priming, impliziter Assoziationstest
  • Indirekte Verfahren zur Messung impliziter Einstellungen Affektives Priming Verarbeitung nachfolgender Reize beeinflusst durch vorangegangenen (primenden) Reiz, welcher Gefühlszuständ aktiviert  >> Unterschiedliche Reaktionszeiten Impliziter Assoziationstest dient dazu, die kognitive Assoziation zweier Dimensionen (bspw. jung/alt) zu messen Teilnehmer werden in 7 Testblöcken Wörter und/oder Abbildungen vorgelegt, welche der Teilnehmer korrekt per Tastendruck einer Kategorie zuordnen soll Anhand der Reaktionszeiten wird Stärke und Richtung der Assoziation gemessen
Anzeige