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Schulpädagogik (Fach) / VL2 (Lektion)
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- Funktionen aus historischer Perspektive 1) Schule als Wissens- und Wertegemeinschaft 2) Schule als Ort eines Kindheits- und Jugendmoratoriums 3) Schule als Ort der schriftsprachlichen Traditionskultur 4) Schule als Herrschaftsinstrument und Ort der Professionalisierung 5) Entwicklung der Schulorganisation 6) Schule und Reform
- 1. Schule als Wissens- und Wertegemeinschaft - gesellschaftliches Bedürfnis nach einer systematischen Ausbildung von lebensnotwendigen Funktionen in Form von Unterricht - Ort der Besinnung und Reflexion, der sprachlichen Kommunikation und geistigen Internalisierung mit dem Ziel das Individuum für zukünftiges (gesellschaftlich erwünschtes) Handeln vorzubereiten (früher und heute)
- 2. Schule als Ort eines Kindheits- und Jugendmoratoriums - Räumlich-zeitliche Freistzung und Aussonderung (Schulpflicht) - Nachwuchsbildung (die sich von Erwachsenenbildung unterscheidet) - mit Anwachsen der Komplexität der Gesellschaft dehnt sich Schule aus (zeitlich, inhaltlich, Ausdifferenzierung des Lehrangebots)
- 3. Schule als Ort der schriftsprachlichen Traditionskultur - abendländische Schule entsteht im Übergang zur Schriftkultur, ermögliche sprachliche Tradierung (Überlieferung) von WIssen und Werten - Schule hat zunächst elitären Charakter (Schlaue ausbilden, um VOlk zu führen) - zwei sozialgeschichtliche Strukturmomente: Christianisierungsprozess (Reformation --> Bibel lesen), Rationalisierung der Gesellschaft (Schule wird zu Buchschule, Mathe etc.)
- 4. Schule als Herrschaftsinstrument und Ort der Professionalisierung - Entstehung von Markt und Handelsstädten (14. Jahrhundert) führen zu muttersprachlichen Schulen. Volks- und Realschulen (Spezialisierung, Berufsausbildunge) - Ausdehnung der Schulen führt zu Differenzierung und Spezialisierung des Lehrerstandes - Lateinschule verliert an Machteinfluss, dienen neuen Schulen aber als Muster
- 5. Entwicklung und Schulorganisation - Schulstufen (Grundschule, Gymnasium) seit 17. Jhd. - Schularten: Lateinschuen, Volksschulen, Ausbildungsschulen - ab 19. Jhd. Berufsbildendes Schulwesen - preußsche Schulreform verfetigen den Dualismus zwischen Allgemein- vs. Berufsbildung und Gymnasial vs. Volk
- 6. Schule und Reform (Kritik, Veränderung, Reform) - Reform ständig mitlaufende Dimension in der Schulgeschichte: Dreigliedrigkeit, Lehrpan, Habtagsorganisation, Professionalisierung der Lehrkräfte - Reformationspädagogische Kritik an Schule zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zum Ende der Bidlungsexpansion und auch heute - seit Beginn 19.Jhd.: Schulreform als Steuerung staatlicher Entwicklung (zuvor kirchlich)
- 3 historische Stationen (Schule) zw. 14. und 19. Jhd 1.) ab 14. Jhd.: Entstehung vom und Markt- und Handelsstätten 2.) Reformation 3. Rationalisierung (Aufklärung)
- Stationen jüngerer Schulgeschichte: 4 Schulreform(sphasen) nach Dühlmeyer 45-66 Restaurationsphase und innere Schulreform 66-73 Bildungsexpansion und Demokratisierung 80-90 Innere Schulreform, Fokus auf Einzelschulentwicklung 90 - heute Neue Steuerungsmodelle/ Abschaffung der Hauptschule
- 1. 1945-1966 Restaurationsphase und innere Schulreform a. Unterschiedliche Positionen der Alliierten zum Schulsystem b. Reformideen für höhere Durchlässigkeit c. Letztlich Scheitern der Strukturreform in Westdeutschland: Restauration (Düsseldorfer Abkommen 1955) und Hinwendung zur inneren Schulreform (Veränderung des Unterrichts) d. Einheitsschulreform in der DDR
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- 2. 1966-1973 Bildungsexpansion und Demokratisierung a. „Bildungskatastrophe“ (Picht 1964) b. Quantitativer Ausbau der Bildungssystems c. Schulstrukturen, z.B. Einführung von Integrierten Gesamtschulen (in SPD-Ländern), Erhöhung der Durchlässigkeit zwischen Schularten d. Wissenschaftsorientierung für alle Schulen (z.B. Kurssysteme in der Oberstufe) e. Gründung des Deutschen Bildungsrates 1965 (zur Politikberatung) f. Scheitern des Bildungsgesamtplan 1973 (z.B. Stufenaufbau des Schulsystems); Hauptschule wird zum „Modernisierungverlierer“ (immer weniger Eltern schicken ihre Kinder auf die Hauptschule)
- 3. 1980-1990 Innere Schulreformen- Fokus auf Einzelschulentwicklung a. Stagnation und Konfrontation in der Schulpädagogik b. Empirische Studien zu guten Schulen: Es kommt auf die Einzelschule an c. Hinwendung zu Inneren Schulreformen, v.a. in der Grundschule: Innere Differenzierung, Projektunterricht, Offener Unterricht (unterstützt durch universitäre Schulpädagogik)
- 4. 1990 bis heute Neue Steuerungsmodelle/Abschaffung der Hauptschule a. Phase 1 bis 1995 à Vergrößerung der Handlungsspielräume der Einzelschule (Schulautonomie) b. Phase 2 bis 2000 à Neue Anforderungsstrategie- Schulprogramme und interne Evaluation als Vorgaben c. Phase 3 bis heute à Neue Instrumente der „Output-Steuerung“ – Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten, externe Evaluation, zentrale (s) Abschlussarbeiten/Abitur am Ende von Sek l und ll d. Abschaffung der Hauptschule à Abschaffung der Hauptschule: Übertragung des westdeutschen Schulsystems auf die neuen Bundesländer- ohne Einführung der Hauptschule