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Persönlichkeitspsychologie SoSe (Fach) / 6. Vorlesung (Handlungseigenschaften) (Lektion)

6. Vorlesung (Handlungseigenschaften)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Definition Handlungseigenschaften >> Temperamenteigenschaften, Bedürfnisse und Motive, Interessen, Handlungsüberzeugungen, Bewältigungsstile Eigenschaften im direkten Bezu zu zielgerichtetem Handeln Beeinflussen die Richtung des Verhaltens (vs. Temperamenteigenschaften: Form des Verhaltens) Bedürfnisse und Motive: Anstreben von bestimmten Handlungsfolgen Interessen: Neigung zu bestimmten Handlungen Handlungsüberzeugungen: Erwartungen bzgl. der Wahrscheinlichkeit, der Kontrolle und Ursachen von Handlungen Bewältigungsstile: Art des Umgangs mit Belastendem
  • Bedürfnisse nach Maslow >> Entwicklungsmodell, keine Persönlichkeitsstudie Mangel- und Wachstumsbedürfnisse, von der Kindheit bis ins Alter Mangelbedürfnisse: Physiologische Bedürfnisse, Sicherheit Wachstumsbedürfnisse: soziale Bindungen, Selbstachtung, Selbstverwirklichung Über die gesamte Persönlichkeitsentwicklung haben die Bedürfnisse in folgender Reihenfolge Priorität:  Physiologische Bedürfnisse Sicherheit soziale Bindungen Selbstachtung Selbstverwirklichung
  • Motive 1. Interindividuelle Unterschiede im Anstreben von bestimmten Handlungsfolgen (>> Leistung, Anschluss, Intimität, Macht) Erwartungs-mal-Wert-Modelle des Verhaltens >> Verhalten = Wert des Verhaltensergebnisses x ; Erwartung, dass das Verhaltensergebnis eintritt 2. Motiv = Interindividuelle Unterschiede in der Bewertung bestimmter Verhaltensergebnisse Motiv ≠ Motivation >> Motivation = aktueller Zustand einer Person 3. Motiv = überdauernde Tendenz zu bestimmten Motivationsstärken in motivanregenden Situationen
  • Leistungsmotiv Atkinson Leistungsmotiv L: L = M * (1-W) * W M * (1-W)   >>> Wert * W             >>> Erwartung M = Leistungsmotiv W = subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit Also Erwartungs-Mal-Wert-Modell Mittelschwere Aufgaben motivieren maximal: (1-W) * W = W - W²   >>> Maximal bei W = 0.5
  • Leistungsmotiv: Erfolg und Misserfolg Risikowahlmodell Atkinson Leistungsmotiv: Erfolgsmotiv Me (Erfolg anstreben) und Misserfolgsmotiv Mm (Misserfolg vermeiden) L = (Me - Mm) * (W - W²) Risikowahlmodell nach Atkinson: Leistungsmotiv höher wenn Misserfolgsmotiv < Erfolgsmotiv
  • Anschluss- und Intimitätsmotiv Anschlussmotiv: Erfolg und Misserfolg; Hoffnung und Furcht Murray (1938): Anschlussmotiv beschreibt das Bedürfnis nach Aufnahme und Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen unabhängig vom Grad der erreichten Vertrautheit Winter (1987): Intimitätsmotiv vom Anschlussmotiv unterschieden; bezieht sich auf Aufnahme und Aufrechterhaltung intimer Beziehungen (nicht notwendig sexuell) Anschlussmotiv: Erfolg und Misserfolg, Hoffnung und Furcht Anschlussmotv: Hoffnung auf Anschluss und Furcht vor Zurückweisung Klassifikation nach Asendorpf (1989) Hoffnung (Annäherung) niedrig Furcht (Vermeidung) niedrig >> ungesellig Hoffnung (Annäherung) niedrig Furcht (Vermeidung) hoch >> vermeidend Hoffnung (Annäherung) hoch Furcht (Vermeidung) niedrig >> gesellig Hoffnung (Annäherung) hoch Furcht (Vermeidung) hoch >> schüchtern
  • Machtmotiv McClelland (1975): Machtmotiv beschreibt das Bedürfnis sich stark zu fühlen und Einfluss auszuüben Macht: dyadisch* assymetrisch >> Unterschiede in Zugang zu Ressourcen, Statusposition, Kompetenz Machtquellen: Belohnungsmacht, Bestrafungsmacht, legitimierte Macht, Vorbildmacht, Expertenmacht, Informationsmacht Hoffnung auf Kontrolle und Furcht vor Machtverlust >> gemeinsamer Einfluss auf Machtausübung *dem Zweiersystem zugehörig
  • Motivmessung: (Semi-)Projektive Tests, Fragebogen (Semi-)Projektive Tests: halb bewusst z.B. Thematischer Apperzeptionstest (TAT), Murray, 1943: Beschreiben von Bildern Operanter Motivtest (OMT), Kuhl & Scheffer, 1999 Multimotivgitter (MMG), Schmalt, 1973, 2000 >> Reliabilität oft unzureichend >> Messen Motiv oder Sensitivität für Themen Fragebogen z.B. Personality Research Form (PRF), Stumpf et al., 1985: Langzeitstreben, Geselligkeit, Aggressivität, Dominanzstreben, Bedürfnis nach Beachtung Mehrabian Achievment Risk Preference Scale (MARPS), Mehrabian, 1969 >> Zugänglichkeit zu Motiven? >> Verzerrungstendenzen
  • 3 Arten von Handlungsüberzeugungen Erwartung / Bewertungen bzgl. der Wahrscheinlichkeit, der Kontrolle und der Ursache von Handlungen Beeinflussen Verhalten zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Erwartungsstil: Unterscchiede in der Tendenz, bestimmte Verhaltensergebnisse als wahrscheinlich zu bewerten Handlungskontrollstil: Unterschiede in der Art der Kontrolle der eigenen Handlungen Attributionsstil: Unterschiede in der Erklärung von Verhaltensergebnissen (Art der Ursachenzuschreibung)
  • Handlungsüberzeugungen: Handlungsoptimismus - Erwartungsstil - Handlungskontrollstil - Attributionsstil Approach (Annäherung) und Avoidance (Vermeidung) - Leistung, Anschluss, Macht Handlungsoptimismus gering >> Erwartungsstil: Erfolg gering, Misserfolg hoch >> Handlungskontrollstil lageorientiert >> Attributionsstil für: Erfolg Umstände, Misserfolg Unfähigkeit Handlungsoptimismus hoch >> Erwartungsstil: Erfolg hoch, Misserfolg gering >> Handlungskontrollstil handlungsorientiert >> Attributionsstil für: Erfolg Fähigkeit, Misserfolg Umstände Approach und Avoidance Leistung: Approach Hoffnung Erfolg, Avoidance Furcht Misserfolg Anschluss: Approach Hoffnung Anschluss, Avoidance Furcht vor Zurückweisung Macht: Approach Hoffnung Macht, Avoidance Furcht vor Machtverlust
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  • Bewältigungsstile: Stressforschung >> kognitives Modell nach Lazarus Primärbewertung: Bewertung der Bedrohlichkeit der Situation und der eigenen Ressourcen >> v. a. interindividuelle Unterschiede im Bereich Neurotizismus = Unterschiede in der Häufigkeit des Erlebens von Stress Sekundärbewertung und Bewältigung (Coping): Suche nach erfolgsversprechenden Bewältigungsstategien und Initiierung der Bewältigung >> v. a. Unterschiede in Bewältigungsstrategien = Unterschiede in der Art des Umgangs mit Stress
  • Drei Klassen von Bewältigungsstilen: Intraphysisch, Problemorientiert, Ausdrucksorientiert Intraphysisch Beeinflussung der Situationsbewertung durch Neubewertung der Situation und/oder Beeinflussung der Ausgelösten Gefühle Bsp.: Rumination (Nachdenken, bis man sich mehr auf negative Konsequenzen konzentriert), Neubewertung Problemorentiert Beeinflussung der stressauslösenden Situationsaspekte durch aktive Handlungen Bsp.: Suche nach Information Ausdrucksorientiert Beinflussung des behavioralen Ausdrucks der entstandenen Emotionen Bsp.: Anger-in vs. Anger-out (unkontrolliert)
  • Bewältigungsstile: Feststelltests >> indirekt, Fragebogenverfahren Trierer Skalen zur Krankheitsbewältigung (TSK, Klauer & Filipp, 1993) >> Informationssuche, Abwehr, Rumination, Soziale Einbindung, Sinnsuche Anger-related Reactions and Goals Inventory (Kubiak et al., 2011) >> Distancing, Rumination, Venting, Submission, Feedback, Humour
  • Zusammenfassung Handlungseigenschaften Motive: Streben nach bestimmten Handlungserfolgen Handlungsüberzeugungen: Erwartungen bzgl. der Wahrscheinlichkeit, der Kontrolle und der Ursachen von Handlungen Bewältigungsstile: Umgang mit Belastendem Messung: indirekte & Fragebogenverfahren