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Persönlichkeitspsychologie SoSe (Fach) / 3. Vorlesung (BIG FIVE & Temperament) (Lektion)

3. Vorlesung (BIG FIVE & Temperament)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Temperament: Definition, Bewährung (?), Empirie (?) Form des Verhaltens: Wie sich jemand verhält  >> Verlaufsmerkmale der Verhaltensregulation (z.B. Ausdauer, Ablenkbarkeit) >> Tendenzen bestimmte Emotionen/Stimmungen häufig/intensiv zu erleben Besondernheiten/individuelle Unterschiede in den "drei A der Persönlichkeit: Affekt, Aktivierung (wie viel Stimulation etc. braucht man), Aufmerksamkeit Frühes Auftreten, starker genetischer Einfluss, hohe Stabilität? nicht empirisch bestätigt häufig über neurophysiologische Prozesse beschrieben
  • 4 Temperamentstypen nach Hippokrates (460-377 v. Chr.) >> Körpersäfte Zweidimensionales Modell nach Wundt 4 Temperamentstypen nach Hippokrates (460-377 v. Chr.) >> Körpersäfte Sanguiniker (Blut, heiter und aktiv) Phlegmatiker (Schleim, passiv und schwerfällig) Choleriker (gelbe Galle, reiz- und erregbar) Melancholiker (schwarze Galle, traurig und nachdenklich) Zweidimensionales Modell nach Wundt Stärke der Gemütsbewegungen Schnelligkeit des Wechsels der Gemütsbewegungen
  • Temperamensttheorie von Eysenck: Kurzform Deskriptiver Teil: Beschreibung von drei wesentlichen Temperamentsdimensionen Explanativer Teil: neurophysiologische Theorie von Temperamentsunterschieden
  • Eysenck: Deskriptiver Teil Drei wesentliche Temperamentsdimensionen: Neurotizismus, Extraversion, Psychotizismus/Impulsivität Neurotizismus und Extraversion als varianzsstärkste Faktoren in Eigenschaftsbeurteilung (Selbst und Freunde) Feststellbar über Persönlichkeitsinventare, z.B. Eysenck Personality Iventory (EPI)
  • Eysenck: Explanativer Teil Grundlage von Temperamentsunterschieden: Unterschiede in neurophysiologischen Erregungs- und Hemmungsprozessen Extraversion: aufsteigendes retikuläres aktivierendes System (= ARAS, Schlaf-Wach-Regulation, Aufmerksamkeitssteuerung) >> niedrigere Schwelle für retikuläre Aktivierung bei Introvertierten, transmarginale Hemmung schützt vor Überstimulierung bei Introvertierten Neurotizismus: limbisches System (Emotionsgenerierung) >> leichtere Auslösung autonomer Erregung bei neurotischen (emotional labilen) Personen
  • Entdeckung der BIG FIVE Sedimentationshypothese: zentrale Unterschiede zwischen Menschen haben sich als Eigenschaftsbegriffe in der Alltagssprache niedergeschlagen >> Psycholexikalischer Ansatz: Sammeln und Sortieren von Eigenschaftswörtern aus Lexika, Reduktion aufgrund semantischer Ähnlichkeit (Experten), Unterscheidung zur Selbst- oder Fremdbestimmung (Laien) Ergebnis: 5 Faktoren (Goldberg 1981, Ostendorf 1990): Auch bei Faktorenalanlyse bestehender Fragebogen (Costa & McCrae, 1992) >> Faktorenanalyse schaut, ob Korrelationen zwischen den Items vorhanden sind
  • BIG FIVE OCEAN: Openess (Offenheit), Conscientiousness (Gewissenhaftigkeit), Extraversion (Extraversion), Agreeableness (Verträglichkeit), Neuroticism (Neurotizimus) Offenheit: mentale Tiefe, Breite, Originalität und Komplexität viel: fantasievoll, neugierig, einfallsreich, originell wenig: konventionell, konservativ, desinteressiert, einfach Gewissenhaftigkeit: Impulskontrolle, Organisiertheit viel: organisiert, ordentlich, zuverlässig wenig: faul, nachlässig, ungenau, ziellos Extraversion: aktives Aufsuchen der sozialen Umgebung viel: gesellig, gesprächig, aktiv, lebhaft wenig: zurückhaltend, schüchtern, gehemmt, passiv Verträglichkeit: prosoziale, gemeinschaftliche Orientierung viel: gutmütig, vertrauensvoll, wohlwollen, hilfsbereit ewnig: kalt, zynisch, aggressiv, streitlustig Neurotizismus: negative und instabile Emotionalität viel: stressanfällig, ängstlich, depressiv, unsicher wenig: entspannt, selbstsicher, ruhig, robust
  • Yerkes-Dodson-Gesetz Kognitive Leistungsfähigkeit in Abhängigkeit von unterschiedlichen allgemeinen nervösen Erregungsniveaus (Aktivationsniveaus) >> Aktivationsmodell Bei Unterforderung bleiben wir hinter unseren Möglichkeiten zurück Bei einem gesunden Maß emotionaler Aktiviertheit kann die Leistung bis zu einem Spitzenwert gesteigert werden Bei Erregung über das erforderliche Maß sinkt dieLeistung wieder ab
  • Persönlichkeitstypen, Personenorientierte Sicht Personenorientierte Sicht: Personen, die sich in ihren Eigenschaften ähnlich sind, gehören demselben Persönlichkeitstyp an Entspricht eher dem alltagspsychologischen Denken Persönlichkeitstypen lassen sich auf zwei Weisen beschreiben: >> Auflistung kritischer Merkmale (z.B: Extremgruppen) >> Prototypen (z.B. statistisch auf der Basis mehrerer Profile bestimmt; Personen dem Prototyp zugeordnet, dem sie am ähnlichsten sind)
  • Nach Eysenck (deskriptiver Teil): Korrelate Drei wesentliche Temperamentsdimensionen: Neurotizismus, Extraversion, Psychotizismus/Impulsivität Neurotizismus und Extraversion als varianzstärkste Faktoren in Eigenschaftsbeurteilungen (Selbst, Fremde) über Persönlichkeitsinventare: z.B. Eysenck Personality Inventory (EPI) Korrelate: Neurotizismus: negativer Affekt, "subjektive" somatische Beschwerden, mehr berichteter Stress, höhere Leistunbsvariabilität Extraversion: positiver Affekt, geselliges Verhalten Impulsivität: wenig ordentlich, (Schul-)Leistungen >> Bewertung anderer!
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  • Persönlichkeitsinventare zur Erfassung der BIG FIVE Validität: Persönlichkeitseigenschaften haben relevante Effekte auf... Persönlichkeitsinventare zur Erfassung der BIG FIVE: NEO-FFI (nach Costa & McCrae, mittels 5 Skalen, ca. 10 Minuten, Kurzform des NEO-PI-R, 60 Items) NEO-PI-R (schließt alle Items vom NEO-FFI ein, 240 Items) BFI Freiburger Persönlichkeitsinventar (FPI) Validität: Persönlichkeitseigenschaften haben relevante Effekte auf... Experimentell beobachtetes Verhalten Alltägliches Verhalten "Consequential Outcomes" / Lebenslaufkonsequenzen
  • Lebenslaufkonsequenzen: Mortalität, Scheidung, Einkommen Mortalität >> geringe Gewissenhaftigkeit, geringe Extraversion, geringer IQ Scheidung >> geringe Gewissenhaftigkeit, hoher Neurotizismus, geringe Verträglichkeit Einkommen >> IQ, hohe Persönlichkeitseigenschaften
  • Eysenck explanativer Teil: Befunde für Extraversion und Neurotizismus Befunde für Extraversion gemische Befunde zu EEG-Desynchronisation (z.B. Wacker, 2010) Toleranzschwellen z.T. höher (z.B. Blumenthal, 2001) Mehr positiver Affekt, unabhängig von Aktivierungsniveau (z.B. Mitte & Kämpfe, 2008) Meist gemischte Befunde zu Leistung (z.B. Koelega, 1992) Befunde für Neurotizismus Stärkere subjektive, z.T. objektive Stressreaktion (z.B. Schneider, 2004; Suls & Martin, 2005) Keine belastbaren Befunde zur Rückkehr ins Gleichgewicht