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Evolutionsbiologie (Fach) / Evolutionsbiologie HB WS 17/18 (Lektion)
Gesamter Stoff für E-Klausur am 13.02.18
Diese Lektion wurde von niklas1995 erstellt.
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- Obwohl die männliche Reproduktionskapazität die weibliche übersteigt, strebt natürliche Selektion in der Regel ein... a.) 60:40 M/W b.) 50:50 c.) 100:0 Geschlechterverhältnis an b.) 50:50
- Mit welchen Geschlecht sollten sequentielle Hermaphroditen geboren werden 1.) Mit dem Geschlecht, bei dem junges Alter und geringe Größe die geringeren Fitnesseinbußen verspricht 2.)Mit dem Geschlecht, bei dem hohes Alter und große Größe die geringeren Fitnesseinbußen verspricht 3.) Dem Geschlecht, das ein Harem beherrschen kann 4.) Dem Geschlecht, das schneller wachsen kann 1.) Mit dem Geschlecht, bei dem junges Alter und geringe Größe die geringeren Fitnesseinbußen verspricht Richtig! Sequentieller Hermaphroditismus sollte da evolvieren, wo der Vorteil ein bestimmtes Geschlecht zu haben mit dem Alter und der Größe wechselt. In einer Population mit hoher intraspezifischer Konkurrenz um Weibchen ist es sinnvoller seine Karriere als Weibchen zu starten und erst wenn man groß genug ist, um konkurrenzfähig zu sein das Geschlecht zu wechseln (Protogynie, z. B. beim Blaukopf-Junker (Thalassoma bifasciatum)). Protandrie (also der Wechsel vom männlichen zum weiblichen Geschlecht) lohnt sich hingegen, da wo große Weibchen einen klaren Fitnessvorteil gegenüber kleinen haben, und kleine Männchen keine Nachteile durch ihre geringe Körpergröße haben (ein Beispiel hierfür ist die Pantoffelschnecke Crepidula sp.) (s.S. 239-240)
- Genomische Konflikte entstehen stets, wenn Selektion auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet. a.) korrekt b.) falsch b.) falsch Das Statement ist falsch! Es entstehen nur dann genomische Konflikte, wenn auf unterschiedlichen Ebenen (z.B. Kerngenom, cytoplasmatisches Genom) in unterschiedlicher Richtung selektiert wird. (s.S.200)
- Warum ist ein Geschlechterverhältnis von 50:50 evolutionär stabil, eine große Population mit zufälliger Verpaarung, externer Fertilisation und ohne Brutpflege vorausgesetzt? 1.) Weil jeder Organismus eine Mutter und einen Vater hat 2.) Wegen der Geschlechtschromosomen: XX bei Weibchen und XY bei Männchen 3.) Weil es sich auszahlen würde in weiblichen Nachwuchs zu investieren, wenn es mehr Männchen gäbe und vice versa (=und umgekehrt) 4.) Es liegt in dem Interesse cytoplasmatischer Parasiten je zur Hälfte in männlichen und in weiblichen Wirten vorzukommen 3.) Weil es sich auszahlen würde in weiblichen Nachwuchs zu investieren, wenn es mehr Männchen gäbe und vice versa (=und umgekehrt) Richtig! Unter den angenommenen Bedingungen sind die Investitionskosten und der Ertrag in Form von erwarteten Nachkommen für beide Geschlechter gleich. Unabhängig vom Geschlecht haben alle Individuen die gleichen Verpaarungschancen. Was passiert nun aber wenn das Geschlechterverhältnis in eine Richtung (bspw. Weibchen) kippt? Auf der Stelle steigt der durchschnittliche Paarungserfolg auf Seiten der Männchen an (weil mehr potentielle weibliche Paarungspartner da sind) mit der Folge, dass mehr in die Produktion männlichem Nachwuchses investiert wird. Und so gleicht sich das Verhältnis immer wieder aus. (s.S 237)
- Bei einzelligen Organismen kommen keine genomischen Konflikte vor, weil es keine unterschiedlichen Ebenen der Replikation gibt. x.) korrekt y.) falsch y.) falsch Das Statement ist falsch! Beispiele sind z.B. Konflikte zwischen Chromosomen und Plasmiden (Doppelsträngige Zirkulär-DNA. Fähigkeit zur eigenen DNA-Replikation. Austausch von Plasmiden durch sog. Konjugation, was z.B. die sich rasch ausbreitende Antibiotikaresitenz innerhalb einer Bakterienpopulation begründet) oder zwischen Nucleus und Mitochondrien bei einzelligen Eukaryoten (Protisten, Pilze) (s. S. 197-198)
- Die Begriffe Segregation distortion und meiotic drive werden synonym benutzt. Mono.) Korrekt Di.) Falsch Mono.) Korrekt Der Begriff segregation distortion beschreibt eine Abweichung der 2. Mendelschen Regel (Spaltungs- oder Segregationsregel), die besagt das homologe Allele während der Meiose gleichmäßig auf die Gameten verteilt werden. Daher auch der Name Meiotic drive. (s. S. 204- 205) Während im Regelfall homologe Gene (Allele) bzw. homologe Chromosomen in gleicher Häufigkeit in die Geschlechtszellen (Gameten) gelangen, sind Gene oder Chromosomen(abschnitte), welche einen Drive aufweisen, in den funktionsfähigen Gameten überrepräsentiert, was häufig auch zur Folge hat, dass diese Chromosomen oder Allele überproportional an die Nachkommen weitergegeben werden
- Welcher Typ der koevolutionären Interaktion ist für alle beteiligten Organismen negativ im Bezug auf die Fitness? 1.) Mutualismus 2.) Wirt-Parasit 3.) Kommensalismus 4.) Wettbewerb 1.) Mutualismus 2.) Wirt-Parasit 3.) Kommensalismus 4.) Wettbewerb 4.) Der Wettbewerb: Beide Arten leiden von der Anwesenheit des anderen. Beim Kommensalismus profitiert ein Partner, während der andere weder Kosten noch Nutzen von dieser Beziehung hat. Bei Beziehungen zwischen Wirt und Parasit ist der Nutzen einseitig auf Seiten des Parasiten, während der Wirt die Kosten zu tragen hat. Beim Mutualismus schließlich profitieren beide Partner von der Beziehung.
- Mimikry - Welche der folgenden Aussagen ist korrekt? 1.) Batessche Mimikry birgt keinerlei Fitnessgewinn für die beteiligten Arten; Müllersche wirkt sich positiv auf die Fitness der Nachahmer und negativ auf die der nachgeahmten Arten aus 2.) Batessche Mimikry ist für alle beteiligten Arten mit Fitnessverlusten verbunden; Müllersche ist für alle positiv 3.) Batessche Mimikry wirkt sich positiv auf die Fitness der Nachahmer und negativ auf die der nachgeahmten Arten aus; Müllersche ist für alle positiv 4.) Batessche Mimikry ist für alle beteiligten Arten mit Fitnessverlusten verbunden; Müllersche wirkt sich positiv auf die Fitness der Nachahmer und negativ auf die der nachgeahmten Arten aus 3.)Im Batesschen System liegt der Vorteil klar auf Seiten des nachahmenden, aber völlig ungefährlichen Nachahmers. Das nachgeahmte Individuum hat hingegen das Nachsehen, wenn die Räuber irgendwann auf die Warnfärbung nicht mehr reagieren, da sie zu oft auf „Schafe im Wolfspelz“ stoßen. Im Müllerschen System hingegen profitieren alle Arten von der Angleichung der Warnfärbung. Hier sind aber auch alle giftig. Der Vorteil liegt darin, dass ein Räuber nur einmal die Verknüpfung zwischen Giftigkeit und Warnfärbung lernen muss, und gleich über Artgrenzen hinweg die Finger von gleich oder ähnlich gefärbten Individuen lässt. (s.S. 464 – 466)
- Was versteht man unter “Hamiltons local mate competition”? a.) Einen intrasexuellen Konflikt um das beste Territorium b.) Einen Konflikt um Paarungspartner bei Geschwisterverpaarung c.) Einen Konflikt mehrerer aufstrebender Jungtiere um die Vorherrschaft im Harem b.) Einen Konflikt um Paarungspartner bei Geschwisterverpaarung Richtig! Welches Geschlechterverhältnis ist optimal wenn eine Mutter weiß, dass alle Verpaarungen zwischen Geschwistern stattfinden? Am sinnvollsten ist unter den Umständen ein Männchen und so viele Weibchen, wie dieses Männchen eben begatten kann, zu produzieren. Jedes weitere Männchen wäre Verschwendung. Dieser Zusammenhang wird unter „Hamiltons local mate competition“ zusammengefasst. Das Phänomen ist nicht so selten wie es auf den ersten Blick erscheint und kommt z. B. häufiger bei parasitischen Hymenopteren ("Hautflügler") vor. (s. S. 242)
- Verwandtenselektion (1 Punkt) Sie haben die folgende Antwort gegeben: Der Biologe J.B.S. Haldane verkündete auf der Basis der Hamilton Regel, dass er bereit sei, sein Leben zuliebe zweier Brüder oder acht Vettern oder Cousinen zu geben (Krebs, J.R. & Davis, N.B. Einführung in die Verhaltensökologie, 3. Auflage, Blackwell Wissenschaftsverlag Berlin 1996). Das ist soweit logisch, aber für wen sollte er sich entscheiden, wenn er die Wahl hätte seinen eigenen seinen eigenen Kindern (r=0,5) oder seinen Brüdern (r=0,5) zu helfen? 1.) In dem Fall ist es egal für wen er sich entschiede, die Auswahl sollte zufällig erfolgen. 2.) er sollte eher den eigenen Kindern helfen, unter anderem, da sie im Hinblick auf die Zukunft ein größeres reproduktives Potential besitzen. 3.) je jünger die eigenen Kinder sind, desto eher lohnt es sich den Geschwistern zu helfen, unter anderem, da die erfolgreiche Aufzucht des eigenen Nachwuchs sehr risikobehaftet ist. 2.) er sollte eher den eigenen Kindern helfen, unter anderem, da sie im Hinblick auf die Zukunft ein größeres reproduktives Potential besitzen. 2.) Natürlich wünschen wir niemanden sich zwischen seinen Geschwistern und seinen eigenen Kindern entscheiden zu müssen, aber es gibt eine ganze Reihe von Gründen, die dafür sprechen, seinen eigenen Kindern eher zu helfen als seinen Geschwistern, neben des höheren reproduktiven Potentials, spielt zum Beispiel auch eine Rolle, dass Junge i.d. R. stärker von einer Hilfsleistung profitieren als Ältere
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- Was wird unter dem Begriff Inklusivfitness verstanden? a.) Unter Inklusivfitness versteht man sowohl den direkten Reproduktionserfolg eines Individuums, als auch den anderer Individuen mit dem gleichen Genotyp. b.) Unter Inklusivfitness versteht man den Nettoreproduktionserfolg eines Individuums plus den seiner Nachkommen. a.) Unter Inklusivfitness versteht man sowohl den direkten Reproduktionserfolg eines Individuums, als auch den anderer Individuen mit dem gleichen Genotyp. Richtig! Im engeren Sinne versteht man unter dem Begriff der (direkten) Fitness den Reproduktionserfolg eines Individuums. Diese Erklärung greift aber häufig zu kurz vor allem wenn altruistische Phänomene erklärt werden sollen. Hier greift das Konzept der Inklusivfitness. Nach diesem Konzept steht nicht die maximale Anzahl an eigenen Nachkommen im Vordergrund, sondern der Anteil der eigenen Genkopien in der nachfolgenden Generation. Dadurch kann beispielsweise einfach errechnet werden, ob es sich lohnt auf die eigene Fortpflanzung zu verzichten, um dafür das Überleben so und so vieler Verwandter zu sichern. Der Evolutionsbiologe JBS Haldane fasste es wie folgt zusammen: „Würde ich mein eigenes Leben für das meines Bruders hergeben? Nein, aber ich würde es tun, um zwei Brüder oder acht Cousins zu retten.“ Zur Differenzierung: 1.) Direkte Fitness -Anteil des Fitnessgewinns durch eigene Reproduktion/ (direkter) Reproduktionserfolg eines Individuums2.) Indirekte Fitness-Anteil des Fitnessgewinns durch Hilfeleistung für das Überleben„indirekter“ Nachkommen3.) Inklusive Fitness -gesamter Fitnessgewinn durch direkte und indirekte Fitness
- Hamiltons Regel: Welche der folgenden (Un)Gleichungen beschreibt Bedingungen unter denen eine altruistische Verhaltensweise gefördert wird? (B = (Benefit) Nutzen des Empfängers einer altruistischen Handlung; C = (Costs) Kosten des Donors; r = (relatednes) Verwandtschaftskoeffizient zwischen Donor und Empfänger) 1.) rB – C > 0 2.) rC – B > 0 3.) rB – C = O 4.) B > r/C 1.) rB – C > 0 rB – C > 0: Stellt euch vor der Donor verliert durch seine Handlung 2 Nachkommen (C = 2), aber der Nutznießer (Rezipien) der Handlung kann 5 zusätzliche Nachkommen großziehen (B = 5). Dann hängt die Frage, ob sich dieses altruistische Verhalten lohnt nur davon ab, wie die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Donor und Empfänger sind: Sind sie beispielsweise Geschwister (r = 0,5) ergäbe sich: 0.5 X 5 – 2 = 0,5, die Inklusive Fitness des Donors würde also durch die Handlung steigen. Wäre der Empfänger ein Neffe (r = 0.25) würde sich der Deal schon nicht mehr lohnen: 0.25 X 5 – 2 = 0.75. s. z. B. Krebs und Davis: Einführung in die Verhaltensökologie 3. Aufl.; Blackwell-Wissenschaftsverlag Berlin, Wien 1996; S. 312 - 315) Definition Altruismus:Eine Handlung, durch die der Altruist (Donor) den Lebensfortpflanzungserfolg eines anderenIndividuums (Rezipient) auf Kosten des eigenen Überlebens und der eigenen Reproduktion erhöht
- Welche Aussage bzgl. der adaptiven Evolution ist korrekt? a.) In einer Population, die adaptiver Evolution unterliegt, spielt genetische Drift keine Rolle b. In einer Population, die adaptiver Evolution unterliegt, spielt genetische Drift zusätzlich zu den adaptiven Prozessen eine Rolle bei der Veränderung der Allelfrequenzen b. In einer Population, die adaptiver Evolution unterliegt, spielt genetische Drift zusätzlich zu den adaptiven Prozessen eine Rolle bei der Veränderung der Allelfrequenzen genetische Drift spielt auf jeden Fall eine Rolle in der Evolution. Kimura 1968 (S. 66) zufolge ist genetische Drift sogar der Hauptantrieb der Evolution, da Veränderungen auf der molekularen Ebene hauptsächlich zufälliger Natur sein. Das schließt aber Selektionszwänge auf phänotypischer Ebene nicht aus. Schließlich wirken wohl immer beide Mechanismen. Welcher dabei stärker als der andere wirkt hängt dabei unter anderem von der Populationsgröße und dem Selektionsdruck ab. (s. S. 60 und S. 66)
- Was sind mögliche evolutionäre Konsequenzen neutraler Evolution? a.) Neutrale Evolution kann keine evolutionären Veränderungen verursachen b.) Neutrale Evolution kann in der Evolution von Adaptationen münden c.) Neutrale Evolution kann evolutionäre Veränderungen verursachen, aber diese Veränderungen sind nicht mit dem Fortpflanzungserfolg und damit der Fitness korreliert. c.) Neutrale Evolution kann evolutionäre Veränderungen verursachen, aber diese Veränderungen sind nicht mit dem Fortpflanzungserfolg und damit der Fitness korreliert Zufällige Ereignisse können die Allelhäufigkeit innerhalb einer Population verändern. Da sie aber zufällig sind, sind sie in der Regel nicht adaptiv (s. S. 59-60)
- Genetische Flaschenhälse und Gründereffekte unterscheiden sich hinsichtlich... a.) der genetischen Folgen b.) der Populationsgröße c.) ihrer Entstehung d.) aller drei Antworten c.) ihrer Entstehung Beide Phänomene beschreiben eine Allelverarmung auf Grund niedriger Individuenzahlen und unterscheiden sich lediglich in ihrer Entstehung. Bei genetischen Flaschenhälsen kommt es zu einem rapiden Einbruch in der Populationsgröße in Folge einer Katastrophe, bei zweiteren wird eine neue Population auf der Basis weniger abgewanderter Individuen gegründet.
- Statistische Tests haben gezeigt, dass das hohe Maß an genetischer Variation hauptsächlich durch... a.) neutrale Evolution entstanden ist, der Hauptmotor also die genetische Drift ist. b.) natürliche Selektion entstanden c.) eine Kombination aus neutraler und adaptiver Evolution zu erklären ist c.) eine Kombination aus neutraler und adaptiver Evolution zu erklären ist Bei proteincodierenen Genen kommt es häufig zur synonymen Substitution von Nucleinsäuren, d. h. diese Substitutionen haben keinen Einfluss auf die entstehende Aminosäure. In den DNASequenzen, die für den Major Histocompatibility-Komplex (MHC) codieren, zeigt sich hingegen eine hohe Anzahl nicht-synonymer Substitutionen (also Veränderungen, die die Aminosäure verändern). Der MHC spielt eine wichtige Rolle bei dem Erkennen von Antigenen. Für eine effiziente Immunantwort ist es durchaus adaptiv, dass es eine höhere genetische Varianz in den funktionellen Regionen des MHC gibt. (S. 108-109)
- Was versteht man unter dem Hardy-Weinberg-Gleichgewicht? a.) Die konstante Veränderungsrate von Genfrequenzen bei adaptiver Evolution b.) Die Konstanz der Allelhäufigkeiten in einer diploiden nicht evolvierenden Population c.) Die konstante Veränderungsrate von Genfrequenzen bei neutraler Evolution d.) Die Konstanz der Allelhäufigkeiten in einer haploiden nicht evolvierenden Population b.) Die Konstanz der Allelhäufigkeiten in einer diploiden nicht evolvierenden Population Das Hardy-Weinberg-Gesetz besagt, dass die Frequenzen von Allelen und Genotypen im Genpool einer nicht evolvierenden Population über Generationen konstant bleiben. Nimmt man zum Beispiel ein Genlocus mit zwei möglichen Allelen A und a. 70% der Gameten bringen Allel A mit und 30% Allel a. Die Wahrscheinlichkeiten für die unterschiedlichen möglichen Genotypen lassen sich nun einfach multiplizieren: Die Wahrscheinlichkeit für homozygote Zygoten sind für das dominante Merkmal AA 0.7x0.7= 0.49 und entsprechend für das rezessive Merkmal 0.3x0.3=0.09. Für den heterozygoten Genotypen gibt es zwei Möglichkeiten (nämlich aA und Aa) entsprechend berechnet sich seine Häufigkeit aus 2x(0.7x0.3)=0.42. Fauler Zauber: Die Summe der drei Häufigkeiten gibt 1: 0.49+0.09+0.42=1. Für die folgende Gamtengeneration ergibt sich wieder das gleiche Bild wie bei den Ursprungsgameten: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gamet das dominante Allel A trägt berechnet sich aus der Häufigkeit der homozygot dominanten Genotypen (Diese bringen mit 100%iger Wahrscheinlichkeit das Allel A mit) plus diejenigen mit der heterozygoten Allelkombination. (Diese bringen mit 50%iger Wahrscheinlichkeit das entsprechende Allel mit): 0.49+1/2(0.42)=0.7 etc. Die Hardy-Weinberg-Gleichung hat trotz ihres idealen Charakters durchaus praktischen Anwendungswert, so lässt sich damit beispielsweise errechnen welcher Prozentsatz der menschlichen Bevölkerung ein Allel für eine bestimmte Erbkrankheit trägt. (s.S. 517 – 518)
- Wie verbreitet sich ein günstiges Allel in einer Population? a) zunächst langsam, solange das Allel selten, dann immer schneller, je häufiger es wird b) mit schneller Zunahme solange das Allel selten ist und dann zunehmend langsamer c) mit konstanter Rate, unabhängig von der Allelfrequenz d) langsam, solange das Allel selten ist, dann schneller bei mittleren Allelfrequenzen und schließlich wieder langsam, wenn das Allel sehr häufig ist d) langsam, solange das Allel selten ist, dann schneller bei mittleren Allelfrequenzen und schließlich wieder langsam, wenn das Allel sehr häufig ist d) langsam, solange das Allel selten ist, dann schneller bei mittleren Allelfrequenzen und schließlich wieder langsam, wenn das Allel sehr häufig ist
- Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit reziproker Altruismus in der Evolution stabil ist? a.) Verwandtschaft zwischen Individuen b.) Wiederholte Begegnungen zwischen den Individuen c.) Vorhandene Bereitschaft, nach Betrug Kooperation zu verweigern d.) Individualerkennung des potentiellen Interaktionspartners b.) Wiederholte Begegnungen zwischen den Individuen c.) Vorhandene Bereitschaft, nach Betrug Kooperation zu verweigern d.) Individualerkennung des potentiellen Interaktionspartners
- Was versteht man unter Mutualismus? a.) mindestens zwei Individuen profitieren in gleichem Maße b.) die gesamte Gruppe profitiert in gleichem Maße c.) durch Mutation entstandene Vorteile bei der sexuellen Selektion d.) Die rasche Verbreitung von mutierten Genen innerhalb einer Population a.) mindestens zwei Individuen profitieren in gleichem Maße b.) die gesamte Gruppe profitiert in gleichem Maße Gruppengröße erhöht die Wahrscheinlichkeit1.) … eines jeden Gruppenmitglieds Nahrung zu finden und zu konsumieren2.) … des Entdeckens und der Abwehr von Prädatoren3.) … der Verbreitung in größeren Subgruppen, ohne erhöhte Reisemortalität4.) … der erfolgreicheren Aufzucht von Nachwuchs5.) … erfolgreicher Kooperation gegen anderen Gruppen -> Individuen in kleineren Gruppen haben langsameres Wachstum, reduziertesÜberleben, niedrigeren Reproduktionserfolg -> kleinere Gruppen sterben häufigeraus (Clutton-Brock 2009, Nature)
- Was besagt die Red-Queen-Hypothese? a.) Sie beschreibt die sexuelle Selektion der Weibchen bzgl. Der MHC-Proteine der Männchen b.) Es handelt sich um eine Hypothese, nach der die Vorteile der sexuellen Rekombination darin liegen, dass günstige Merkmale aus verschiedenen Individuen schneller in einem Individuum sind c.) Hypothese, dass sexuelle Rekombination dazu führt, dass potenzielle Wirte von Parasiten und Krankheitserregern über Generationen ein bewegliches Ziel sind, an das sich Parasiten trotz höherer Evolutionsgeschwindigkeit nicht so gut anpassen wie an asexuelle Klone. d.) Wettrüsten zwischen Wirt und Parasit c.) Hypothese, dass sexuelle Rekombination dazu führt, dass potenzielle Wirte von Parasiten und Krankheitserregern über Generationen ein bewegliches Ziel sind, an das sich Parasiten trotz höherer Evolutionsgeschwindigkeit nicht so gut anpassen wie an asexuelle Klone. d.) Wettrüsten zwischen Wirt und Parasit
- Wie verbreitet sich ein günstiges Allel in einer Population? a. Erst langsam, dann schnell, dann langsam b. Erst langsam, dann immer schneller c. Konstant entsprechend der Allelfrequenzen d. Erst schnell, dann langsam a. Erst langsam, dann schnell, dann langsam
- Welchen Nachteil hat asexuelle Vermehrung nach sehr langer Zeit gegenüber sexueller Vermehrung? a. Ansammlung ungünstiger Mutationen führt auf sehr lange Sicht zum Aussterben b. Es gibt keinen Nachteil, asexuelle Vermehrung ist doppelt so schnell. c. Neue Resistenzen vermehren sich nicht so schnell d. Asexuelle Populationen wachsen so schnell, dass es zur Ressourcenknappheit kommt und es dadurch zum Aussterben kommt. a. Ansammlung ungünstiger Mutationen führt auf sehr lange Sicht zum Aussterben
- Abbildung gegeben. A und B sowie C und D seien Geschwisterarten. Wo müssen B und D zugeordnet werden, damit es sich um allopatrische(!) Speziation handelt? a.) AB+CD b.) AD+CB b.) AD+CB
- Welche Aussage ist richtig? a. Wenn adaptive Evolution vorliegt, gibt es parallel keine genetische Drift b. Auch wenn adaptive Evolution vorliegt, kann genetische Drift zusätzlich eine Rolle spielen c. In der Regel spielt Genetische Drift die große Rolle, adaptive Evolution nicht. b. Auch wenn adaptive Evolution vorliegt, kann genetische Drift zusätzlich eine Rolle spielen
- Welche Aussage zum altruistischen Verhalten ist richtig? a. Die Kosten des Donors multipliziert mit dem Verwandtenkoeffizienten sind kleiner als der Nutzen für den Empfänger b. Die Individuen müssen genetisch gleich sein c. Die Nutzen des Empfängers sind größer als die Kosten des Donors d. Die Kosten des Donors sind kleiner als der Nutzen des Empfängers multipliziert mit dem Verwandtenkoeffizienten d. Die Kosten des Donors sind kleiner als der Nutzen des Empfängers multipliziert mit dem Verwandtenkoeffizienten rB-C >0 = altruistisches Verhalten wird gefördert/ist lohnenswert, r= Verwantschaftskoeeffizient, B= Benefit, C= Cost
- Was führt zu sexueller Selektion? a. Prachtgefieder und andere Geschlechtsmerkmale von Männchen b. Vorhandensein von einzelnen Männchen und vielen Weibchen c. Fisher’s runaway selektion: männliche Merkmalsausbildung korreliert mit weiblicher Präferenz d. Anisogamie und die Konkurrenz um die nährstoffreichen, großen Eizellen d. Anisogamie und die Konkurrenz um die nährstoffreichen, großen Eizellen
- Allopatrische Artbildung ist fast stets ein gradueller Prozess über lange Zeit a.) richtig b.) falsch a.) richtig graduell=Schritt für Schritt,stufenweise
- Was sind Voraussetzungen für adaptive Evolution? a. Die Umwelt muss sich verändern b. Merkmale von Individuen müssen variieren und die Merkmalsausprägung muss erblich sein c. Korrelation zwischen Merkmalsausprägung und Reproduktionserfolg d. Keine Korrelation zwischen Merkmalsausprägung und Reproduktionserfolg e. Eine erhöhte Mutationsrate muss vorliegen f. Es muss sexuelle Rekombination geben g. Es darf keine genetische Drift geben h. Die Population muss isoliert sein b. Merkmale von Individuen müssen variieren und die Merkmalsausprägung muss erblich sein c. Korrelation zwischen Merkmalsausprägung und Reproduktionserfolg
- Was ist neutrale Evolution? a. Genvariation führt nicht zu Phänotyp-Variation b. Phänotyp-Variation führt nicht zu Fitnessvariation c. Phänotyp-Variation führt zu Fitnessvariation, Phänotyp-Variation wird aber nicht durch Genvariation hervorgerufen d. Genetische und phänotypische Variation führen nicht zu Fitnessvariation d. Genetische und phänotypische Variation führen nicht zu Fitnessvariation
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- Artbildung ist ein Prozess über einen langen Zeitraum. Falsch.
- Bei welchen Antworten handelt es sich um Voraussetzungen für Evolution? a.) Die Umweltmuss sich verändern b.) Erhöhte Mutationsraten c.) keine Korrelation zwischen Merkmal und Fitness d.) Es liegt eine Varianz des Merkmals vor, das Merkmal ist erblich. d.) Es liegt eine Varianz des Merkmals vor, das Merkmal ist erblich.
- Natürliche Selektion liegt vor bei Individuen mit Vorteil durch... a.) die meisten Enkel b.) längstes Leben c.) stärker als Artgenossen d.) günstiger Kompromiss zwischen Überleben und Produktion überlebender Nachkommen e.) meisten Nachkommen d.) günstiger Kompromiss zwischen Überleben und Produktion überlebender Nachkommen a.) die meisten Enkel
- Polyploidie (Phänomen, bei welchem eine Art mehr als 2 Chromosomensätze besitzt) führt häufig zu sympatrischer Speziation. Was führt zur reproduktiven Isolation? a.) Parthenogenetische Fortpflanzung der Hybride b.) Hybride mit ungerader Chromosomenzahl sind steril c.) Sexuelle Selektion der Pflanzen gegen Hybridverpaarung b.) Hybride mit ungerader Chromosomenzahl sind steril
- Was bezeichnet neutrale Evolution? a.) Genvariation führt nicht zu Phänotyp-Variation b.) Phänotyp-Variation führt nicht zu Fitnessvariation c.) Phänotyp-Variation führt zu Fitnessvariation, Phänotyp-Variation wird aber nicht durch Genvariation hervorgerufen d.) Genetische und phänotypische Variation führen nicht zu Fitnessvariation a.) Genvariation führt nicht zu Phänotyp-Variation d.) Genetische und phänotypische Variation führen nicht zu Fitnessvariation
- Was trifft für Heterosis bei Malaria zu? a.) Überdominanz h<0 b.) AA (gesund) hat Fitness=1, aa (krank) hat Fitness =0, Heterozygote hat Fitness zwischen 0 und 1 c.) Nur Heterozygote sind lebensfähig und haben eine höhere Fitness als Homogenität a.) Überdominanz h<0 Sichelzell-Hämoglobin, HbS Homozygote normal = Malaria-empfänglich Homozygote HbS = schwere Anämie Heterozygote =leichte Anämie, resistent gegen Malaria-> Selektion gegen Homozygote
- Alle evolutionären Prozesse sind reversibel. Falsch!
- Welche Rolle hat sexuelle Selektion bei der Artbildung? a.) Partnerpräferenz in frühem Stadium der Artaufspaltung, die auf sexueller Selektion beruht, kann zum Entstehen von zwei Arten am gleichen Ort (sympatrische Speziation) führen b.) Sexuelle Selektion ist für den Prozess der Artbildung unbedeutend a.) Partnerpräferenz in frühem Stadium der Artaufspaltung, die auf sexueller Selektion beruht, kann zum Entstehen von zwei Arten am gleichen Ort (sympatrische Speziation) führen
- Allel A ist in einer Region angepasst und in anderer Region nicht angepasst, es herrscht sehr geringe Migrationsrate. Wie verläuft die Kurve? a.) sigmoid (s-förmig) b.) linear b.) linear
- Artkonzepte: zwei Seen, in beiden Seen finden sich zwei verschiedene Arten, die auf einen gemeinsamen Vorfahren zurückgeführt werden können. Um welche Speziation handelt es sich bei der rezenten (=letzten) Speziation? a.) allopatrisch b.) sympatrisch c.) parapatrisch b.) sympatrisch
- . Abbildung aus der Vorlesung mit vielen Kreisen. Es geht um Fliegen und ob es sich bei der einen Art um eine neue Art handelt oder nicht etc. - Grafik: schwarz, hellgrau, dunkelgrau, weiß o Hellgrau nur bei Zephyrie o Schwarz nur bei mendax o Lonicera fly hat Allele von mendax und zephyrie und eigene. - Antwortmöglichkeiten: o Zephyrie hat private Allele, die mendax nicht hat und andersrum. Neue Art durch Hybridisierung entstanden. o Noch andere Antwortmöglichkeiten, die nicht zutreffen
- Sexuelle Selektion... a.) Ist Teil der natürlichen Selektion. Größte Gemeinsamkeit ist Steigerung des Reproduktionserfolges b.)Ist grundsätzlich von der natürlich Selektion zu trennen [...] a.) Ist Teil der natürlichen Selektion. Größte Gemeinsamkeit ist die Steigerung desReproduktionserfolges
- Kriterien einer Art: a.) Separation: morphologisch, Verhalten, genetisch, geographisch b.) Kohärenz: genetisch tatsächliche oder mögliche Fortpflanzungsfähigkeit ökologisch gleiches Habitat zur gleichen Zeit c.) Monophylie: ein einziger gemeinsame Vorfahre d.) Gleiche Morphologie a.) Separation: morphologisch, Verhalten, genetisch, geographisch b.) Kohärenz: genetisch tatsächliche oder mögliche Fortpflanzungsfähigkeitökologisch gleiches Habitat zur gleichen Zeit c.) Monophylie: ein einziger gemeinsame Vorfahre
- Welche Voraussetzungen sind notwendig, damit reziproker Altruismus stabil in der Evolution ist? a. Individualerkennung des potenziellen Interaktionspartners b. Bereitschaft vorhanden, nach Betrug Kooperation zu verweigern c. Wiederholte Begegnungen zwischen den Individuen d. Verwandtschaft zwischen den Individuen a. Individualerkennung des potenziellen Interaktionspartnersb. Bereitschaft vorhanden, nach Betrug Kooperation zu verweigernc. Wiederholte Begegnungen zwischen den Individuen
- Warum stellt sich das Verschlechterverhältnis meistens bei 50:50 ein? a. Das Tier, das seltenes Geschlecht bevorzugt herstellt, erhält einen Fitnessvorteil b. Dadurch wird höchste Wachstumsrate erreicht c. Tiere, die vom 50:50-Verhältnis abweichen, erhalten im Schnitt weniger Enkel d. Wenn das Geschlechterverhältnis ausgeglichen ist, wird die genetische Vielfalt der Art erhalten a. Das Tier, das seltenes Geschlecht bevorzugt herstellt, erhält einenFitnessvorteil
- Welchen Nachteil hat asexuelle Vermehrung gegenüber sexueller Vermehrung über eine sehr lange Zeit? a. Ansammlung ungünstiger Mutationen führt auf sehr lange Sicht zum Aussterben b. Kein Nachteil c. Neue Resistenzen vermehren sich nicht so schnell d. Asexuelle Populationen wachsen so schnell, dass es zur Ressourcenknappheit kommt und das zum Aussterben führt a. Ansammlung ungünstiger Mutationen führt auf sehr lange Sicht zumAussterben
- Welche Merkmale sind Autapomorphie, Synapomorphie, Symplesiomorphie (Abbildung gegeben) a. Wirbelsäule bei Tetrapoden (Landwirbeltiere)? b. Eier in Embryonalhülle bei allen Arten der Amnioten? c. Opponierbarer Daumen bei Lemuren und Affen? d. Lunge bei Affen und Lemuren ? Symplesiomorphie: Wenn Taxa in einem Merkmal übereinstammen, das nicht in ihrer gemeinsamen Stammlinie entstanden ist, sondern von weiter zurückliegenden Stammarten übernommen wurde (z.B.: 4 Extremitäten von Säugetiere) (Symplesiomorphie, das Vorkommen eines gemeinsamen, ursprünglichen Merkmals bei mehreren Taxa, z.B. ist die Wirbelsäule eine S. aller Säugetiere. (Plesiomorphie, Synapomorphie) Synapomorphie w [von griech. synapo- = zugleich-, morphē = Gestalt; Adj. synapomorph], ein gemeinsames abgeleitetes Merkmal; Übereinstimmung zwischen Taxa, die bei einer ihnen und nur ihnen gemeinsamen Stammart als evolutive Neuheit (Autapomorphie) entstanden ist. Durch die Aufdeckung von Synapomorphien können geschlossene Abstammungsgemeinschaften in der Natur (Monophyla; Monophylum) erkannt werden. -> betrifft mindestens 2 Schwesterarten! Autapomorphie, Bez. für ein abgeleitetes Merkmal (Apomorphie), das nur innerhalb einer betrachteten Gruppe zu finden ist. Die Monophylie einer Gruppe ist nur dann gegeben, wenn zumindest eine A. nachgewiesen werden kann. -> nur bei einer Art! a. Wirbelsäule bei Tetrapoden (Landwirbeltiere)? ->Symplesiomorphieb. Eier in Embryonalhülle bei allen Arten der Amnioten?c. Opponierbarer Daumen bei Lemuren und Affen? ->Synapomorphied. Lunge bei Affen und Lemuren ?
- Welches Artkonzept hat ein Problem mit asexuellen Klonen? Das _______ Artkonzept BIOLOGISCHE
- Welche Aussage zum Altruistischen Verhalten ist richtig? a. Die Kosten des Donors multipliziert mit Verwandtenkoeffizient sind kleiner als der Nutzen für den Empfänger b. Die individuen müssen genetisch gleich c. Die Nutzen des Empfängers sind größer als die Kosten des Donors d. Die Kosten des Donors sind kleiner als der Nutzen des Empfängers multipliziert mit dem Verwandtenkoeffizienten d. Die Kosten des Donors sind kleiner als der Nutzen des Empfängersmultipliziert mit dem Verwandtenkoeffizienten