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Entwicklungspsychologie (Fach) / 10. Vorlesung (Angewandte Gerontopsychologie) (Lektion)

10. Vorlesung (Angewandte Gerontopsychologie)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Gerontotechnik Psychologische Gerontotechnologie Gerontotechnik Entwicklung altersgerechter Technologien Produkte die das Leben leichter machen Psychologische Gerontotechnologie Schnittstelle Technik & Psychologie (Wie muss Technik gestaltet werden, damit sie von älteren Menschen erfolgreich genutzt wird? Welche Konsequenzen hat die Nutzung der Technologien?) Emotionale und kognitive Asppekte in der Nutzung von Technologie
  • Prinzipien altersgerechter Technologie (Kosten-Nutzen-Rechnung, interindividuelle Variabliltät, zeitliche Perspektive Kosten-Nutzen-Rechnung: Die Nutzung von technischen Produkten sollte mehr (kognitive) Ressourcen freisetzen als zu ihrer Verwendung benötigt werden Interindividuelle Variabilität: Die Technik muss der Variabilität zwischen und innerhalb von Individuen gerecht werden Zeitliche Perspektive: lang- und kurzfristige Gewinne / Verluste durch die Nutzung von Technologien sollen berücksichtigt werden
  • Allgemeine Mechanismen erfolgreicher Entwicklung über die Lebensspanne Kriterien für die Entwicklung, den Einsatz und die Bewertung von Technologie im Alter Allgemeine Mechanismen erfolgreicher Entwicklung über die Lebensspanne Selektion: Ziele auswählen und Ressourcen fokussieren Optimierung: Fertigkeiten erwerben und weiterentwickeln Kompensation: Verlusten begegnen Kriterien für die Entwicklung, den Einsatz und die Bwertung von Technologie im Alter Ressourcenbilanz (soll objektive Leistunegn und subjektive Einschätzungen erfassen >> Kosten-Nutzen-Rechnung) Individualisierungsgrad (soll individuelles Wissen erkennen und adaptiv unterstützen >> interindividuelle Variabilität) Erhalt der Alltagskompetenz und Förderung von Entwicklungspotential
  • (Beratung und Psychotherapie) Anwendung: Psychotherapeutische Praxis, Senioren-Beratungsstellen, psychosomatische Kliniken, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen  Anfrage <5% Prävalenz psychischer Störungen im höheren Alter liegt niedriger als bei den Erwachsenen jüngeren und mittleren Alters 
  • Besonderheiten psychischer Störungen im Alter: Diagnostik >> Depression Häufigste psychische Störung bei alten Menschen Fehldiagnose: Depression oder Demenz? Geistesabwesenheit gemeinsam für beide Störungen Während Demente jedoch ihre Vergesslichkeit eher vergessen, klagen Depressive mehr darüber Depressive unterschätzen ihre kognitiven Fähigkeiten und haben im Gegensatz zu Dementen keine bedeutsamen Gedächtnisprobleme In Tests machen Depressive mehr Auslassungen, während demente Patienten öfter raten, wenn sie etwas nicht wissen
  • Besonderheiten psychischer Störungen im Alter: Diagnostik >> Angststörungen Einzelne Symptome der Angst häufiger als diagnostizierbare Angststörungen Sie beeinträchtigen das Leben der Betroffenen stark Weitere Faktoren: Substanzmissbrauch (insbesondere Medikamente), Schlafstörungen, Suizidrisiko
  • Beratung und Psychotherapie: Besonderheiten der Behandlung einer psychischen Erkrankung im Alter Kontext- und Kohorteneffekte: Ziele müssen anders gesetzt werden als bei jungen Menschen Vorturteile / Altersbilder ("Eine Psychotherapie im höheren Lebensalter ist nur wenig erfolgsversprechend") Mangelndes gerontopsychologisches und gerontologisches Wissen Umgang mit altersbedingten Veränderungen - umfassende Versorgungsansätze
  • Gerontointerventionen: "Härtetest" >> Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis transferiert werden? Überprüfung alltagspraktischer und ökologischer Relevanz der empirischen Befunde Übertragung auf alltagsrelevante Kontexte und Situationen Wer profitiert? Ältere Menschen selbst, Angehörige, Gesellschaft
  • Gerointerventionen: Ziele Optimierung: Ausgleich von Schwächen und Fördern von Stärken Prävention: Vorbeugungsmaßnahmen die den altersbedingten Abbau verzögern, mildern oder verhindern sollen Rehabilitation / Therapie: Behandlung von Krankheiten, bzw. den Auswirkungen mit dem Fokus auf Training verlorener Fähigkeiten Erhaltung: Akzeptanz irreversibler Verluste und der Versuch, mit den vorhandenen Einschränkungen so gut wie möglich zurecht zu kommen Nicht nur Verbesserung, sondern auch Vermeidung der Verschlechterung oder Verlangsamung von nicht vermeidbaren Verlusten
  • Anforderungen an die Gerointerventionen: Was alles in eine Intervention einfließen kann Befunde der psychologischen Forschung Befunde der Gehirnpsychologie und Medizin Sportwissenschaftliche Grundlagen im Bereich der körperlichen Fitness  >> Multiprofessionelle Zusammenarbeit >> Multidimensionale Auswirkungen Beispiel Körperliche Trainingsprogramme: Primäre Wirkung >> Muskelkraft, Balancefähigkeit, erhöhte kardio-vaskuläre Fitness; sekundäre Wirkung >> kognitive Leistungsfähigkeit, Steigerung des Wohlbefindens, Reduktion depressiver Verstimmung, führen zu neuen Aktivitäten
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  • Gerointerventionen und Plastizität Erfolgreiche Interventionen zeigen die Plastizität der alternden Menschen - was trotz des Alterns noch möglich ist Plastizität: Bereitschaft und Fähigkeit älterer Menschen, sich unter stark veränderten Umweltbedingungen zurechtzufinden (Kognitive Plastizität, adaptive Flexibilität menschlichen Verhaltens) Deutliche Einbußen im hohen und sehr hohen Alter
  • (Kognitive Trainingsprogramme) In den 1980er Jahren erste Interventionsforschungsprojekte  "Adult Development and enrichment Project" / ADEPT Programm zum kognitiven Training (Baltes / Willis, 1982) Seit den 1990er Jahren große kontrollierte Studien SimA Studie (Selbstständigkeit im höheren Lebensalter), Oswald et al. 1991-1996, 2001, 2004, 2012 "Advanced Cognitive training for indipendent and vital elderly" (ACTIVE, Ball et al, 2002) COGITO-Studie (Schmiedek et al, 2010)
  • Ergebnisse SimA Trainingsprogramm Kombination von Gedächtnis- und psychomotorischem Training verbesserte den kognitiven Status hochsignifikant nach einem Jahr Training Der Effekt war über 5 Jahre zeitstabil Unmittelbare sowie zeitstabile Transfereffekte auf nicht trainierte Funktionen wie Gesundheit, Selbstständigkeit, Befindlichkeit konnten bei dem kombinierten Training ebenfalls ermittelt werden
  • "Testing the limits" Ansatz Kognitives Training / Gedächtnistraining mit gesunden älteren Menschen (Kühl, Baltes, 1992) Trainierte ältere Menschen erzielen Ergebnisse wie jüngere und untrainierte Erwachsene Schlechter als jüngere Erwachsene, welche diese Methode ebenfalls trainiert hatten (Kliegl, 1989)
  • Training: Folgen Durch regelmäßiges Trainieren der kognitiven Fähigkeiten können Reserven stabilisiert und auf einem höheren Niveau gehalten werden Vermehrung von Synapsen Eine Neubildung von Nervenzellen bei ausgewachsenen und alten Tieren ist möglich und kann durch die Umwelt beeinflusst werden Personen mit einer beginnenden dementiellen Erkrankung verfügen über eine geringere kognitive Plastizität - gemessen am Lernzuwachs - als gesunde alte Menschen Profitieren nicht im selben Maße von gedächtnisunterstützenden Methoden wie gesunde alte Menschen Personen mit höherem Bildungsniveau haben niedrigeres Risiko an Alzheimer Demenz zu erkranken
  • Möglichkeiten des kognitiven Trainings bei Alzheimer Demenz Alzheimer Patienten müssen methodisch anders trainiert werden Das Training basiert auf Fähigkeiten, die relativ gut erhalten sind  Sehr zeitintensiv - tägliches Training über Monate Angehörige, bzw. Pflegende sind in das Training integriert Nicht nur leistungsbezogen, sondern auch emotionale Ebene, positive Verstärkung bei kleinsten Erfolgen, Festlegung der Dauer der Übungseinheiten in Abhängigkeit des Schweregrades Je weiter fortgeschritten die Alzheimererkrankung desto geringer die Trainingseffekte Jeder Patient ist ein Einzelfall Kritik: Studien schlecht vergleichbar viele methodologische Probleme Keine eindeutige Vorhersage, ob ein kognitives Training bei Demenz wirksam sein kann / wird
  • Therapiemöglichkeiten: Alzheimer Medikamente - verhindern Absterben von Nervenzellen und helfen Signalaustausch zwischen den überlebenden Nervenzellen zu verbessern Bewegung unter physiotherapeutischer Anleitung Ergotherapie Reminiszenztherapie (Erinnerungtherapie) Selbst-Erhaltungs-Therapie (SET) Realitäts-OrientierungsTraining (ROT) Verhaltenstherapie Ein Gefühl der persönlichen Identität Kontinuität und Kohärenz (Abstimmung) soll vermittelt werden Verbesserung der interpersonellen Kommunikation, der Beziehung zu den Pflegepersonen, der Stimmung... aber keine Veränderung im kognitiven Bereich
  • Zusammenfassung Ziel der angewandten Gerontopsychologie: Verlauf des Alterns auf eine günstige Weise zu modifizieren Entwicklung altersgerechter Technologien: Rasant wachsender Markt, Bedürfnisse und körperliche Einschränkungen werden bei der Gestaltung von technischen Geräten berücksichtigt Kognitive und emotionale Apsekte bei der Nutzung von Technologie Therapie und Beratung: Besonderheiten Interventionen Sollen wisesnschaftlich fundiert sein Erfordern jedoch eine "Übersetzung" für die praktische Anwendung Interdisziplinär: In der Fundierung, Umsetzung und in der Wirkung