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Entwicklungspsychologie (Fach) / 8. Vorlesung (Höheres Erwachsenenalter 2) (Lektion)

8. Vorlesung (Höheres Erwachsenenalter 2)

Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.

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  • Kontinuität und Veränderung der Persönlichkeit Big Five: Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Offenheit Stabilität und Veränderung siehe Vorlesung 6 Im höheren und hohen Alter deutlichere Altersunterschiede und Veränderungen in Persönlichkeitseigenschaften als im mittleren Erwachsenenalter Veränderungen aufgrund innerer Reifung und sozialen Anforderungen / Erfahrungen
  • Diskontinuität der Entwicklung: Theoretische Ansätze (Erikson, Peck) Veränderung der Persönlichkeit als Egebnis neuer Herausforderungen im hohen Erwachsenenalter
  • Erik Erikson: Integrität vs. Verzweiflung "Ich bin, was ich mir angeeignet habe." (Ich-)Integrität: Der Mensch fühlt sich im Einklang mit sich selbst, erfüllt und zufrieden mit dem, was er im Leben erreicht hat >> Zufriedenheit, positive Beziehungen zu anderen und gesellschaftliches Engagement Verzweiflung: Das Gefühl, zu viele falsche Entscheidungen getroffen zu haben und die Zeit ist zu kurz für einen neuen Anfang >> Bitterkeit, Niederlage und Hoffnungslosigkeit - Wut und Verachtung für andere Menschen
  • Joan Erikson: Gerotranszendenz Eine Lebensperspektive nach außen und in die Zukunft, über das Selbst hinaus  "Mit der Erkenntnis, dass das eigene Leben nur ein winziges Bindeglied in der endlosen Kette der menschlichen Existenz ist, beginnt der Tod seinen Schrecken zu verlieren" (Vaillant, 1994) Erfahrung der Zusammengehörigkeit mit vorhergehenden und zugleich künftigen Generationen, Rückgang des Interesses an materiellen Dingen und oberflächlicehn sozialen Beziehungen, Neudefinition des Verhältnisses von Leben und Tod >> bedeutet nicht Rückzug aus Gesellschaft, kann aber als solcher verstanden werden
  • Robert Peck Im hohen Erwachsenenalter führen drei verschiedene Entwicklungsaufgaben dazu, dass Ich-Integrität erreicht wird: Ich-Differenzierung (Redefinition of self vs. preoccupation with work role) Körper-Transzendenz (Body transcendence vs. body preoccupation) Ich-Transzendenz (Ego transcendence vs. ego preoccupation) >> Investition in eine Zukünft über die eigene Lebensspanne hinaus
  • Reminiszenz: Life-review / Lebensrückblick Erinnerungen an vergangene Erfahrungen mit dem Ziel das Selbstverständnis zu vertiefen Positive Reminiszenz: Identität, Coping und Problemsolving Negative Reminiszenz: Bitterkeit, Langeweile, Depression Allgemein: Reminiszenz stellt sich oft in Übergangsphasen des Lebens ein (nicht nur bei älteren Menschen)
  • Subjektives Wohlbefinden: Wohlbefindenparadox Mehr negative Veränderungen, aber weniger Belastungen und Depresionen als bei jüngeren Erwachsenen und glücklicher als junge Erwachsene Ältere Menschen sind glücklicher als jüngere - unabhängig vom Geschlecht, von der Art der Partnerschaft, vom Bildungsstand, von Persönlichkeitsmerkmalen und vom Gesundheitszustand
  • Subjektives Wohlbefinden: Erikson, Ryff, Mather & Carstensen Erikson: Generativität im mittleren Erwachsenenalter >> Integrität im hohen Erwachsenenalter >> Wohlbefinden Ryff (1991): Junge Erwachsene bewerten ihre eigene Zukunft positiver und ihre eigene Vergangenheit negativer als ältere Erwachsene Mather & Carstensen (2005): Positivitätseffekt bei Aufmerksamkeitszuwendungen und Gedächtnisleistungen
  • Theorien des Alterns: Rückzugstheorie Theorien des Alterns: Aktivitätstheorie Rückzugstheorie Körperlich = weniger Energie; geistig = weniger Interesse für die Welt, mehr nach innen gerichtet; sozial = weniger soziale Kontakte Umgebungsfaktoren (z.B. Rente) Kulurelle Unterschiede Aktivitätstheorie Aktivitätslevel konstant halten, durch die Übernahme von anderen Rollen Engagiert bleiben = glücklich sein (?) Die Qualität und nicht die Quantität der sozialen Beziehungen ist für das Wohlbefinden wichtig
  • Theorien des Alterns: Kontinuitätstheorie Aktivitätslevel nach persönlichem Bedarf und im Einklang mit persönlichen Dispositionen, Interessen, Fertigkeiten, ... Die körperliche und geistige Gesundheit, finanzielle Sicherheit, Autonomie und Kontrolle über das eigene Leben, die Einstellung zum Alter, ...
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  • Theorie der Selektion, Optimierung und Kompensation (Baltes & Baltes 1990) Selektion: Auswahl und Festlegung auf bestimmte Ziele Optimierung: Investition von Ressourcen zum Erreichen der ausgewählten Ziele Kompensation: Investition von Ressourcen um Verlusten entgegenzuwirken Der koordinierte Einsatz dieser drei Proszesse ist zentral für eine erfolgreiche Entwicklung Sowohl Gewinn als auch verlustbezogene Entwicklungsverläufe im Erwachsenenalter
  • Sozioemotionale Selektivitätstheorie Motivationale Konsequenzen der Zeitwahrnehmung (Carstensen, Isaacowitz & Charles, 1999) Menschen, die ihre Zeit begrenzt wahrnehmen sind verstärkt motiviert ein hohes Wohlbefinden zu erreichen - sie investieren in Sicherheit, vertiefen vorhandene Beziehungen und genießen das Leben Selektion: Systematische Selektion sozialer Interaktionspartner Optimierung: Optimierung emotionaler Erfahrungen Kompensation: Zeit und Energie in ausgewählte soziale Interaktionen investieren können
  • Beziehungen Wohnsituation Beziehungen Das Gefühl der ehelichen Nähe nimmt zu: keine belastenden Verpflichtungen (Kinder sind schon groß), bessere / faire Aufteilung der Haushaltsarbeit, mehr gemeinsame Freizeitaktivitäten Scheidungen: 1-2% (finanzielle Folgen; neue Beziehungen / Wiederheirat für Frauen weniger wahrscheinlich; Identitätsprobleme und das Gefühl, versagt zu haben) Wohnsituation In gewohnter Umgebung .. im eigenen Zuhause: 90% mehr Menschen als je zuvor leben im Alter allein) Betreutes Wohnen - Seniorenwohngemeinschaften Pflegeheime
  • Institutionalismus Menschen in Pflegeheimen entwickeln oft das Gefühl der Apathie, Indifferenz und achten nicht mehr auf sich Man hat das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Leben verloren zu haben (=gelernte Hilflosigkeit) Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden
  • Ruhestand vs.Weiterarbeiten Ruhestand Ausreichende Rente Interessante Hobbys und Freizeitinteressen Kaum Verpflichtung zu arbeiten Gesundheitszustand verschlechtert sich Lebenspartner geht in Ruhestand Routine, langweilige Tätigkeit Weiterarbeiten Eingeschränkte oder gar keine Rente Wenig Freizeitinteressse Hohes Ausmaß an Arbeitsverpflichtung guter Gesundheitszustand Ehepartner arbeitet flexible Arbeitsstunden Angenehmes, stimulierendes Arbeitsumfeld >> Dauer des Ruhestandes hat sich verlängert: Welche Konsequenz hat die angestiegene Lebenserwartung für die Finanzen im hohen Erwachsenenalter? >> Anpassungsschwierigkeiten an den Ruhestand: 10-30%