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Entwicklungspsychologie (Fach) / 4. Vorlesung (Junges Erwachsenenalter) (Lektion)
4. Vorlesung (Junges Erwachsenenalter)
Diese Lektion wurde von friedrich_abc erstellt.
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- Junges Erwachsenenalter - Zentrale Kriterien für "Erwachsenwerden" - Neues Forschungsgebiet - Körperliche Veränderungen Zentrale Kriterien für "Erwachsenwerden" Volljährigkeit, Autonomie, Eintritt ins Berufsleben, Partnerschaft / Familiengründung Neues Forschungsgebiet Theorien und empirische Studien zu dieser Lebensphase sind eher spärlich Entwicklungsrate ist geringer und langsamer als inder Kindheit Größere interindividuelle Unterschiede (als bspw. in der Adoleszenz) Körperliche Veränderungen Maximum an Fähigkeiten und Effizienz Beginn des biologischen Alterns (Senszence) >> Programmierte Auswirkungen bestimmter Gene, kumulative (steigende) Wirkung zufälliger Ereignisse
- Gesundheit Cut-off: ab 35. Lebensahr >> Krankheiten stehen vor Unfällen als häufigste Todesursache Lebensstil, nicht das Alter, ist für die meisten altersabhängigen Verschlechterungen verantwortlich (Erklärt die großen Unterschiede in der Art des Alterns bei verschiedenen Menschen, wobei es fließende Übergänge zwischen "normalen", "krankhaften" und "optimalen" Alternsverläufen gibt (Gerok & Brandstädter, 1992))
- Stress und Coping Coping: Lösungen, wie man mit Stress umgehen kann Stress: Beansprucht im allgemeinen volle Ausschöpfung unserer momentanen Ressourcen Nicht nur negative Ereignisse verursachen Stress Wichtig: Soziale Unterstützung Individuelle Unterschiede in der Anfälligkeit für Stress und stressbedingte Krankheiten: Resilienz (Wiederstandsfähigkeit, wichtigste Vorraussetzung beim Verarbeiten negativer Erfahrungen / Ereignisse / Phasen), Hardiness-Konzept (Strategien der Problemlösung))
- (Gehirn) (wächst bis zum 30. Lebensjahr?) (Volumen nimmt erst ab, ab 50 Jahren wieder zu?)
- Schaies Seattle Longitudinal Study Wenig Veränderung kognitiver Leistungsfähigkeit im jungen Erwachsenenalter Differenzierung-Dedifferenzierung Hypothese (beschreibt entwicklungsbedingte Veränderungen in der Stärke des Zusammenhangs zwischen verschiedenen intellektuellen Leistungen. So nimmt die Stärke des Zusammenhangs intellektueller Leistungen whrend der Kindheit ab und im höheren Erwachsenenalter wieder zu) Applying intelligence to attin long-term goals (Bei 5 von 6 Fähigkeiten zeigte sich ein leichter Zugewinn bis in dei 50er und frühen 60er, gefolgt von allmäählichem Abbau. Die sechste Fähigkeit (Wahrnehmungsgeschwindigkeit) nahm ab den 20ern bis in die späten 80er beständig ab. Im späteren Leben zeigten fluide Faktoren (räumliche Orientierung, Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Zahlenverständnis) stärkere Verschlechterungen als kristalline Faktoren (sprachliche Fähigkeite, induktives Urteilen, Sprachgedächtnis)
- Labouvie-Viefs Theorie (2006, 2009) Qualitative Veränderung von hypothetischem (formal >> Adoleszenz) zu pragmatischem (postformal >> junges Erwachsenenalter) Denken Die Berücksichtigung der Konsequenzen, die aus Entscheidungen und Handlungen hervorgehen Kognitiv-affektive Komplexität: Kognition und Emotion werden besser integriert und Diskrepanzen in Einklang gebracht "... reflects the fact that reasons behind events in the real world are subtle, painted in shades of gray rather in black and white" (aus Feldman, 2007)
- Perrys Theorie (1981, 1998): Epistemische (wissende) Kognition >> Lifespan-Perspektive Jüngere Studenten: Dualistisches Denken (Kategoriale Teilung von Informationen, Werten, Autoritäten in richtig/falsch) Ältere Studenten: Relativistisches Denken (keine absoluten Wahrheiten, sondern mehrere, die im Rahmen des jeweiligen Kontexts gelten) Die reifsten Menschen: Synthese innerhalb relativistischen Denkens (versuchen eine zufriedenstellende Perspektive zu formulieren, die Widersprüche zur Synthese bringt; Wissenserweiterung um unterschiedliche Perspektive zu verstehen) Lifespan-Perspektive: Kindheit: Wissenserwerb (Acquisitve stage) Junges Erwachsenenalter: Langfristige Ziele (Achieving stage) Mittleres Erwachsenenalter: Perspektive Wechsel (Executive stage) oder Verantwortung (Responsible stage) Hohes Erwachsenenalter: Re-Integration (Reintegrative stage) >> life-review, self-directed
- Soziale- und Persönlichkeitsentwicklung: Eriksons Theorie (Intimität vs. Isolierung) Intimität Das Eingehen einer dauerhaften Verpflichtung gegenüber einem intimen Partner Eine gefestigte Ich-Identität als Voraussetzung Verlangt Koordination zwischen Identität und Intimität Isolierung Oberflächliche Beziehungen Beschäftigung mit sich selbst
- Sternbergs Dreieckstheorie der Liebe 8 Formen der Liebe Intimität (intimacy): nimmt im Verlauf der Beziehung zu bis zu einem bestimmten Punkt, bleibt dann konstant, evtl. nochmal etwas stärker im hohen Alter Bindung / Entscheidung (Decision / Commitment): wid immer stärker bis zu einem bestimmten Punkt, bleibt konstant (evtl. leicht schwächer) Leidenschaft (passion): steigt sehr schnell an bis Maximum, schwächt dann wieder stärker ab, bleibt dann ungefähr konstant 8 Formen der Liebe Nicht-Liebe: alle 3 Komponenten fehlen = oberflächliche Bekanntschaft Sympathie: Verbundenheit und Wohlwollen ohne Leidenschaft und Bindung - nur Intimität Verliebtheit: nur Leidenschaft Leere Liebe: nur Bindung (bei langfristigen Beziehungen, Zweckehen) Wahre Liebe: nur Leidenschaft und Intimität = romantische Liebe Kameradschaftliche Liebe: keine Leidenschaft, aber Intimität und Bindung Alberne Liebe: Leidenschaft und Bindung, ohne Intimität ("Blitzehen") Vollkommene Liebe: alle 3 Parameter vorhanden, eher selten da Leidenschaft nicht ewig andauert
- Bindungen und Liebesbeziehungen Erinnerungen an die Bindungsmuster der Kindheit bestimmen die Liebesbeziehungen im Erwachsenenalter mit >> siehe: Bowlby Negative Eltern-Kind-Erfahrungen können auf erwachsene Beziehungen übertragen werden Aber: Arbeitsmodelle sind veränderbar und werden ständig "aktualisiert"; Merkmale des Partners und Lebensumstände sind wichtig
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- Bowlby: Sichere Bindung, unsicher-vermeidende Bindung, unsicher-ambivalente Bindung Sichere Bindung (secure attachment) Liebevolle und unterstützende Eltern Inneres Arbeitsmodell reflektiert Sicherheit Mitfühlend und unterstützend gegenüber dem Partner Konstruktive Konfliktlösungsstrategien Gefühl sich auf den Partner verlassen zu können... Vertrauen, Glück und Freundschaft Unsicher-vermeidende Bindung (avoidant) fordernde, respektlose und kritisierende Eltern Inneres Arbeitsmodell betont Unabhängigkeit Eifersucht, emotionale Distanz, mangelnde Unterstützung des Partners Wenig Freude am Körperkontakt Übermäßige Arbeit und sexuelle Affären als Kompensation für Bindung Unsicher-ambivalente Bindung (anxious-ambivalent) Eltern, die unvorhersehbar und unfair reagieren Verlieben sich schnell und versuchen mit Partner zu "verschmelzen" Besorgt, nicht geliebt zu sein und verlassen zu werden - Zweifel Eifersucht, emotionale Hochs und Tiefs Angst und Wutausbrüche, unpassende Reaktion auf die Bedürfnisse des Partners
- Die Partnerwahl Anhand Einstellungen, Persönlichkeit, Bildungsziel, Inteligenz, körperliche Attraktivität Gegensätze ziehen sich nicht an - Ähnlichkeit als Prädiktor für Zufriedenheit mit der Beziehung Geschlechtsunterschiede, bspw. Geschlechter-Strategie-Theorie (Buss,2001): >> Frauen: Ehrgeiz, finanzieller Status, moralische Integrität >> Männer: Attraktivität, Jugend einer Frau >> Biologische oder soziale Einflüsse?
- Zufriedenheit mit der Ehe... und Scheidung (Positiv + Unerfüllbare Erwartungen an eine Ehe) Positiv Enge, emotionale Bindung Wenig negative Kommunikation Sehen Partner als Paar eher als getrennte Individuen - gemeinsame Lebensplanung Ähnliche Überzeugungen, Interessen und Freizeitaktivitäten Ähnliche Auffassung über Rollenverteilung Unerfüllbare Erwartungen an eine Ehe Zentral für das eigene Glück Wichtigste Verpflichtung im Leben Als zufriedenstellendem intime und leidenschaftliche Bindung von zwei Menschen
- Die Entscheidung Kinder zu bekommen Eine der wichtigsten Entscheidungen eines Paares Viele Faktoren: Finanzielle Umstände, individuelle Wertvorstellungen und Rollenverständnisse, Gesundheitszustand, ... Herausforderungen Aber auch Potential für Steigerung der Zufriedenheit der Ehe (Realistische Erwartungen, Teamwork)
- Emerging adulthood (Jeffrey Jensen Arnett) >> Hauptmerkmale >> Kulturbedingte Einflüsse Emerging adulthood "aufkommendes Erwachsenenalter" oder die Phase des Erwachsenwerdens Wird als Phase der Exploration und der biologischen (aber nicht sozialen) Reife beschrieben Hautpmerkmale Trend zu später Heirat Längere Ausbildung Häufig wechselnde Arbeitsstellen Ein intensiver Selbstfokus Erleben von einer breiten Vielfalt an Beziehungen Vermeidung von Verpflichtungen zu einzelnen engen Beziehungen und zu einem bestimmten Lebensstil Kulturbedingte Einflüsse Industrieländer vs. Schwellenländer Höhere Bildung und sozioökonomischer Status