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Entwicklungspsychologie (Fach) / 2. Vorlesung (Adoleszenz 1) (Lektion)
- Adoleszenz (allgemeines) Zeitspanne 12-19 Jahre (Feldman) WHO: 10-20 Jahre Jugend: 13-21 Adoleszenz (lat. heranwachsend): umfassende Veränderungen in verschiedene Funktionsdomänen (emotional, sozial, körperlich)
- - Viele umfassende somatische (= körperliche) Veränderungen in rel. kurzen Zeitabschnitt - Auslöser - individuelle Unterschiede? Erwachsene Körperhöhe und Körpersilhouette Primäre Geschlechtsmerkmale (Fortpflanzungsorgane) Sekundäre Geschlechtsmerkmale: Zeichen sexueller Reife >> Auslöser von Wachstum / Pubertät: Geschlechtshormone: beeinflussbar durch Ernährung, Emotion, Stress Endokrine (hormonelle) Prozesse in Wechselwirkung mit Strukturen des ZNS >> individuelle Unterschiede: Genetische Faktoren Psychosoziale Merkmale des Umfelds
- Auswirkungen früher / später körperlicher Reife: Abweichungshypothese, Entwickungshypothese Abweichungshypothese (deviance hypothesis): egal ob früher oder später (Abweichung), beides ist negativ Entwicklungshypothese (Stage termination hypothesis): eher Frühreife negativ >> Abweichungen können sowohl Vor- als auch Nachteile haben, abhängig von verschiedenen Faktoren (Geschlecht, soz. Umfeld, ...)
- Sekulare Akzeleration /secular trend Pubertät in den letzten 100 Jahren nach vorne verschoben Körperliche Veränderungen in der Pubertät werden nach vorne gelegt durch: Verbesserung allgemeiner Umweltbedingungen Kalorienreiche Ernährung (Vergrößerung des Körperfettanteils) Verbesserung in medizinischer Versorgun und sanitären Bedingungen
- Kognitive Entwicklung: Entwicklungstheorie von Jean Piaget (1896 - 1980) Fokus auf dem kindlichen Denken, Aktion = Wissen / Kenntnis Sensomotorisches Stadium (0-2 Jahre): Objektpermanenz (Dinge auch da, wenn ich sie nicht sehe?) Pre-Operationales Stadium (2-7 Jahre): fehlende Konservierung / Invarianz (bspw. Wasser umfüllen, wo ist mehr drin...?) von Objekten / Mengen Konkret-Operationales Stadium (7-11 Jahre) Formaloperationales Stadium (ab 12 Jahre): Propositionales Denken (Fähigeit, die Logik einer Proposition (verbale Aussage) zu beurteilen ohne konkrete Belege aus der realen Welt (Ausbildung und Übung wichtig für formale Aufgaben), Hypothetis-Deduktives Denken (Problemlösung: Erst alle Möglichkeiten bedenken, dann einen Faktor veränderung und andere konstant halten)
- Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Hirn: Gehirnstruktur Anteil grauer Substanz geht zurück >> Synaptic pruning / Synapsenausdünnung: Synapsenverbindungen, die nicht gebraucht werden, werden gekappt Anteil weißer Substanz wächst >> Myelinisierung: Axone mit Isolationsschicht versehen, sodass Informaitonen schneller verarbeitet werden Heterochronizität: die kortikalen (in der Hirnrinde / den Kortex betreffend) Veränderungen finden nicht synchron in allen Hirnregionen statt Back-to-front: Okzipitale (in Richtung Hinterhaupt) Hirnareale zuerst, dann frontale Hirnareale
- Strukturelle und funktionelle Veränderungen im Hirn: Präfrontaler Kortex, Amygdala + limbisches System >> Funktionen + Veränderungen Präfrontaler Kortex für Planungsvermögen, zielgerichtetes Verhalten >> Regulation Soziale Kognition, soziale Umgangsformen, kreative / assoziative Prozesse Selbstkontrolle, Impulskontrolle Urteilsbildung und Entscheidung Gedächtnis Amygdala und limbisches System Emotionale Regulation Langzeitgedächtnis Veränderungen Verbindungen zwischen verschiedenen Bereichen des Gehirns: schnellere Reizweiterleitung und effizientere Informationsverarbeitung Abnahme der Dichte der Rezeptoren für Dopamin (bspw. für Belohnungsgefühle) und Serotonin >> Areale des präfrontalen Kortex und des limbischen Systems werden weniger stark aktiviert als in der Kindheit >> Verarbeitung von emotionalen Reizen, die Bewertung von Reizen und die Umsetzung von Aktivitäten
- Informationsverarbeitung: Risiko- und impulsives Verhalten Antizipieren von Konsequenzen eingeschränkt Schwierigkeiten mit der Emotionskontrolle Risikofreudigkeit verstärkt wenn "Peers" anwesend sind >> "High excitement and low effort activities": Jugdment and decision making, sensation seeking and risc-taking; Atypical development: emotionale Probleme / Verhaltensprobleme, Delinquenz, Substanzmissbrauch; Decision-making teilweise mehr beeinflusst von Emotion und sozialen Faktoren (bspw. wenn Peers dabei sind)
- Informationsverarbeitung: Metakognition und exekutive Funktionen "Denken über Denken" oder "Wissen über Wissen" Metakognition Über das eigene Denken nachdenken Das Wissen über kognitive Prozesse Wissen über die Anforderungen verschiedener Aufgaben, die Nützlichkeit verfügbarer Strategien und die eigenen Fähigkeiten Exekutive Funktionen Impulskontrolle und Inhibition (Unterdrückung einer Verhaltensweise) Aufmerksamkeitssteuerung
- Informationsverarbeitung: Theory of Mind, egozentrisches Denken ToM "Verständnis für die Motive des Verhaltens anderer" Zuschreiben von intentionalen Zuständen Rationale Handlungserklärung und Vorhersage Wahrnehmung von Aktivitäten und Interpretationen - Verstehen des Verhaltens, der Absichten und Wünsche der Anderen Egozentrisches Denken Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und Sorge anderer Menschen - Imaginäres Publikum / Imaginary audience Außergewöhnliche und einzigartige Erfahrungen - persönliche Legende / personal fables Begünstigt Risiko-Verhalten
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