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Sozialpsychologie (Fach) / Forschungsmethoden (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Steindal erstellt.

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  • Was versteht man unter Empirismus? erkenntnistheoretische Richtung, die als Quelle der Erkenntnis allein die Sinneserfahrung, die Beobachtung, das Experiment gelten lässt [Die Idee, dass empirische (systematisch gesammelte) Daten oder Beobachtungen Schlussfolgerungen über theoretisch relevante Hypothesen zulassen.]
  • Wie sind empirische Studien aufgebaut? 1) Definition: Identifikation der Ziele der Studie und präzise Definition 2) Planung und Design: Festlegung der Art der Untersuchung, Variablen (AV, UV), Prozeduren, Kontrollmechanismen und Auswahlverfahren für Versuchsteilnehmer 3) Implementierung und Vorbereitung: Benötigte Materialien vorbereiten, organisatorische Maßnahmen treffen 4) Durchführung der Studie: Protokollierung aller außergewöhnlichen Vorfälle, Sammeln aller verwendeter Materialien 5) Analyse der gewonnenen Daten: Organisation der Daten, Auswahl der statistischen Verfahren, Untersuchung von "Ausreißern", Auswertung und Interpretation 6) Aufbereitung und Interpretation der Daten, Veröffentlichung der Studie
  • Wie entstehen Hypothesen? - Durch kuriose Beobachtungen (z. B. Mondtäuschung) - Durch wissenschaftliche Kontroversen und Theorien (z. B. Mehrspeichertheorie des                   Gedächtnisses) - Durch praktische Fragestellungen (z. B. Soll man verteilt oder massiert lernen?)
  • Was ist die Grundidee einer empirischen Prüfung? Man formuliert aus einer Hypothese eine empirische Vorhersage und vergleicht diese mit der Wirklichkeit. Aussagen werden an der Wirklichkeit mit bestimmten Methoden möglichst objektiv überprüft = Empirische Überprüfung.
  • Was ist eine Hypothese? Eine Hypothese ist eine Vermutung (warum etwas ist, wie es ist). oft: vorläufige (vermutete) Antwort auf eine Warum-Frageoft: vermutete Kausalitätsbeziehung
  • Was ist eine Theorie? Eine Theorie gilt als ein System von Hypothesen, die empirisch bestätigt und (zwischenzeitlich) nicht widerlegt sind. Theorien bestehen aus verschiedenen Hypothesen zu einem bestimmten Gegenstand, die sich gegenseitig ergänzen oder unterschiedliche Zustände des Gegenstandes beschreiben können.
  • Welche Eigenschaften müssen sowohl Hypothesen als auch Theorien besitzen? > Sie enthalten Aussagen über die Wirklichkeit > Sie sollen universell gültig sein (ggf. mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit) > Sie lassen sich grundsätzlich "widerlegen"
  • Welche Anforderungen werden an empirische Hypothesen gestellt? - Theorienrelevanz (Bezug zu einer Theorie) - Operationalisierbarkeit (allen in einer Hypothese genannten Objekten müssen beobachtbare Phänomene in der Realität zugeordnet werden können) - Öffentliche Überprüfbarkeit und empirische Wiederholbarkeit - Aufstellung der Hypothese immer vor ihrer Überprüfung - Kritisierbarkeit - Möglichst hoher empirischer Gehalt - Einfachheit
  • Was ist mit Kritisierbarkeit einer Hypothese gemeint? Eine Hypothese muss durch bestimmte Ereignisse falsifizierbar sein, d. h. es müssen Ereignisse möglich sein, bei denen die Hypothese nicht zutreffend ist. Hypothesen dürfen deshalb nicht tautologisch sein (immer wahr, egal welcher Fall eintritt)Beispiel: Es gilt A oder das Gegenteil von A; Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist. nicht metaphysisch sein (übersinnlich bzw. jenseits jeder Erfahrung und Erkenntnis)Beispiele: Gott existiert; Das Weltall ist endlich; Die Seele lebt nach dem Tod weiter
  • Erkläre das Falsifikationsprinzip bei Hypothesen. Hypothesen lassen sich überprüfen (Richtig oder falsch, also in der Wirklichkeit gültig oder nicht gültig) Verifizieren = empirische Bestätigung einer Hypothese = seltenFalsifizieren = Zurückweisung einer Hypothese aufgrund einer empirischen Untersuchung (Hypothese ist falsch) = 99% der Forschung in der PsychologieGrundgedanke / Ziel: N0 ablehnen, damit N1 gilt. Beispiel: Forschungsfrage nach Wirksamkeit eines MedikamentsN0: Es besteht keine WirksamkeitN1: Es besteht eine Wirksamkeit Ziel: N0 ablehnen => N1 gilt => Medikament ist wirksam ------------------------------------------------------- Kann man die Hypothese beweisen, dass alle Schwäne weiß sind?  Das ist kaum/nicht möglich, man müsste die ganze Welt bereisen (und die Zukunft und die Vergangenheit). Und selbst dann: Wer weiß, vielleicht habe ich einen übersehen? Zu zeigen, dass die Hypothese falsch ist („falsifizieren“), ist einfach: Ein schwarzer Schwan reicht, um zu zeigen, dass die Behauptung, alle Schwäne seien weiß, falsch ist. Der Falsifikationismus strebt somit nach einem Hinterfragen, einer Falsifizierung von Hypothesen, statt nach dem Versuch eines Beweises.
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  • Welche Hypothesenarten gibt es? Universelle Hypothese (nur falsifizierbar) Beispiel: Alle Menschen besitzen ein Kurzzeitgedächtnis. Existenzielle Hypothese (verifizierbar, aber sehr selten) Beispiel: Es gibt Menschen mit fotografischem Gedächtnis. Statistische Hypothese (nur falsifizierbar unter Angabe eines Bewährungsgrades, heißt mit Angabe einer Prüfwahrscheinlichkeit; Signifikanzniveau) Beispiel: Frustration führt (wahrscheinlich) zu Aggression
  • In welchem Verhältnis können Variablen in Hypothesen stehen (Syntax)? Je-desto Beispiel: Je größer die Einstellungsähnlichkeit, desto größer die Sympathie Wirkung von auf Beispiel: Einstellungsähnlichkeit erhöht die Sympathie
  • Mit welchen Methoden lassen sich funktionale Zusammenhänge in einer Hypothese erstellen, worin unterscheiden sie sich und was sind die Vor- und Nachteile der jeweiligen Methode? Korrelative Methode (nicht-experimentell) Versuchsleiter beobachtet nur und greift nicht ein Variable 1 und Variable 2 werden beobachtet Vorteil: lässt sich in der Regel gut anwenden Nachteil: Interpretation von Ursache und Wirkung nicht (immer) eindeutig Experimentelle Methode Versuchsleiter greift aktiv und gezielt in das Geschehen ein UV (unabhängige Variable) wird manipuliert und Wirkung auf AV (abhängige Variable) beobachtet Vorteil: Interpretieren von Ursache und Wirkung prinzipiell möglich Nachteil: Lässt sich nicht immer anwenden
  • Erkläre den Begriff, die Messgröße und die Aussage der "Korrelation" bei Forschungsmethoden. Die Korrelation beschreibt den linearen Zusammenhang zwischen zwei intervall- oder verhältnisskalierten Variablen Sie wird durch den Korrelationskoeffizienten r beschrieben, der zwischen -1 und +1 variieren kann r = 0: es liegt keine Korrelation vor r = +/-1: perfekte positive/negative Korrelation r = zwischen 0 und +/- .3: niedrige positive/negative Korrelation; 3-5 = mittlere; 5-7 hohe Die Mittelwerte der Variablen x und y bestimmen den Schwerpunkt der Punktwolke Die Art des Zusammenhangs ist offensichtlich von der Verteilung der einzelnen Punkte (Stichprobenelemente) um den Schwerpunkt abhängig
  • Nenne Beispiele für positive, negative und keine Korrelation. Positive: je mehr, desto mehr Beispiel: je höher das Körpergewicht, desto höher die Körpergröße Negative: je weniger, desto mehr (Werte gegenläufig) Beispiel: je geringer das Körpergewicht, desto höher die Schnelligkeit keine: z. B. Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Intelligenz
  • Was ist mit dem Begriff "Konfundierungsvariablen" in einem Experiment gemeint? Einfluss- / Störvariablen
  • Welche zwei Arten von Einfluss- bzw. Störvariablen in einem Experiment gibt es? Nenne jeweils Beispiele. Personenbezogene Störvariablen Alter Bildung Schichtzugehörigkeit Motivation Ermüdung Gedächtnis Intelligenz Situationsbezogene Störvariablen Versuchsleiter Testzeitpunkt Räumlichkeit Lichtstärke Worthäufigkeit Darbietungsdauer
  • Nenne die zwei Vorgehensweisen, um Störvariablen in einem Experiment zu kontrollieren. Worin unterscheiden sie sich? Parallelisierung (Matching) > Versuch, Störvariablen zu kontrollieren, indem sie durch gezielte Zusammensetzung der Versuchsgruppen gleichmäßig verteilt werden > Potentielle Störvariablen müssen bekannt und messbar sein > Anwendung bei relativ kleinen Stichproben Randomisierung > Versuchsgruppen werden zufällig eingeteilt ("ausgewürfelt") und dadurch Störvariablen gleichmäßig verteilt > Störvariablen müssen nicht bekannt sein > Anwendung bei relativ großen Stichproben (tendenziell > 30)
  • Was ist der "Rosenthal-Effekt"? => Versuchsleiter(erwartungs)effekt oder Versuchsleiter-Artefakt Resultat eines Versuchsleiter-Versuchspersonen-Verhältnisses bezeichnet, durch das sich positive Erwartungen, Einstellungen, Überzeugungen sowie positive Stereotype des Versuchsleiters in Form einer „selbsterfüllenden Prophezeiung“ auf das Ergebnis des Experiments auswirken > Einfluss des Versuchsleiters auf das Testergebnis > Unbeabsichtigt > Störvariable Beispiel (Experiment von Rosenthal):In einem Laborexperiment wurden zwölf Studenten jeweils fünf Laborratten eines gleichen Stammes gegeben. Der einen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten darauf hin gezüchtet wurden, einen Irrgarten besonders schnell zu durchlaufen, der anderen Hälfte der Studenten wurde mitgeteilt, dass „ihre“ Ratten auf besondere Dummheit hingezüchtet wurden. Obwohl die Ratten in Wirklichkeit alle vom gleichen genetischen Stamm kamen, zeigten die Ratten, deren Versuchsleiter mitgeteilt wurde, dass ihre Ratten besonders intelligent sind, deutlich bessere Leistungen als die Ratten in der Kontrollgruppe. Die Erklärung von Rosenthal und Fode dafür war, dass die Projektionen der studentischen Versuchsleiter die Leistung der Ratten beeinflusst haben.
  • Wie kann der Rosenthal-Effekt in Experimenten kontrolliert werden? Standardisierung der Versuchsbedingungen > Schriftliche Instruktionen > Möglichst mit PC arbeiten Blindversuch > Versuchsperson kennt die Hypothese und die experimentellen Bedingungen nicht (minimiert Erwartungseffekte) Doppelblindversuch > Versuchsperson und Versuchsleiter kennen die experimentellen Bedingungen nicht (minimiert Erwartungs- und Versuchsleitereffekte)
  • Erkläre die Begriffe "interne" und "externe Validität (Gültigkeit)" von experimentellen Befunden. Interne ValiditätErhaltener Effekt bei der AV (abhängige Variable) kann auf die Manipulation der UV (unabhängige Variable) zurückgeführt werden Externe Validität (=Voraussetzung: interne Validität)Untersuchungsergebnisse sind auf andere Personen/Organisationen/Situationen generalisierbar
  • Erkläre die Begriffe "interne" und "externe Validität (Gültigkeit)" von experimentellen Befunden. Interne ValiditätErhaltener Effekt bei der AV (abhängige Variable) kann auf die Manipulation der UV (unabhängige Variable) zurückgeführt werden Externe Validität (=Voraussetzung: interne Validität)Untersuchungsergebnisse sind auf andere Personen/Organisationen/Situationen generalisierbar
  • Beschreibe kurz Planung und Vorgehen bei einem "guten" Experiment. > Auswahl einer Stichprobe von Versuchspersonen > Kontrolle der personenbezogenen Störfaktoren durch Aufteilung der Stichprobe in äquivalente Gruppen (Experimental- und Kontroll-Gruppe) mit Hilfe von Randomisierung oder Parallelisierung > Kontrolle der situationsbezogenen Störfaktoren durch gleiche Bedingungen (bis auf UV-Manipulation) >Vergleich der AV der Experimental- und Kontrollgruppe
  • Was ist der Unterschied zwischen einem "echten" und einem "Quasi"-Experiment? Echtes Experiment > Manipulation von UV > Kontrolle von Störfaktoren Quasi-Experiment > Manipulation von UV > Störfaktoren lassen sich nicht kontrollieren