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Einführung in die Pathologie (Fach) / 11 Notfälle (Lektion)
Notfälle 11/11
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- Was bezeichnet man als Notfall? ein klinischer physischer oder psychischer Zustand, bei dem sich das Individuum in akuter Lebensgefahr befindet
- Notfälle werden anhand ihres Schweregrades klassifiziert: Leichte Notfälle (Wunde am Finger) Mittelschwere Notfälle oder "gewöhnliche" Notfälle (Blinddarmentzündung) Dramatische Notfälle (Herzinfarkt), benötigen eine sofortige medizinische oder chirurgische Behandlung
- Einteilung der Notfälle nach Behandlungsart? Medizinische Notfälle : erfordern hauptsächlich Reanimationsmassnahmen Chirurgische Notfälle: erfordern nach kurzer Reanimation eine sofortige chirurgische Operation
- Was ist ein Koma? die schwerste Form der Bewusstseinsstörung
- Wie lange kann ein Koma dauern? unterschiedlich: einige Stunden, mehrere Tage oder mehrere Monate
- Wieso ist ein Koma schwerwiegend? aufgrund der betroffenen Nervenzentren von neurovegetativen Störungen begleitet (Respirationsstörungen, mangelnde Wärmeregulierung)
- Was sind die Ursachen für ein Koma? Akute Vergiftungen durch Alkohol durch psychotrope Substanzen z.B. Benzodiazepine (bei Selbstmordversuch oft ein Gemisch aus Alkohol und Benzodiazepine) Metabolische (stoffwechselbedingt) Ursachen hepatisches Koma (als Folge einer alkoholischen Leberzirrhose oder akuten Hepatitis B)diabetisches Koma: hyper- oder hypoglykämisches Koma (durch Über- oder Unterzuckerung) Äthylkoma (Überdosis Alkohol)Koma als Folge einer eitrigen Meningitis (Hirnhautentzündung) Traumatische Ursachen durch eine Gehirnblutung (z.B. Person mit arterieller Hypertonie oder Antikoagluationsbehandlung hat Verkehrsunfall) durch ein schweres Schädeltrauma (mit Gehirnerschütterung, Fraktur der Schädelbasis, intrakranialer Blutung)
- Psychotropikum Stoff, der die Psyche des Menschen beeinflusst
- Benzodiazepine Benzodiazepine sind sedativ und anxiolytisch wirkende Arzneistoffe.
- Nenne die 4 Stadien, in die das Koma eingeteilt wird? Stadium I oder minimaler Bewusstseinszustand (Patient zeigt zielgerichtete Reaktionen) Stadium II oder Wachkoma (Patient kann greifen, lächeln, weinen) Stadium III oder tiefes Koma Stadium IV oder Hirntodsyndrom (keine Spannungsschwankungen im EEG) (EEG = Elektroenzephalografie)
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- Wie werden die Bewusstseinsstörungen abgeschätzt? EEG = Elektroenzephalografie Glasgow-Koma-Skala: 3 Rubriken werden untersucht: Augenöffnung, verbale Kommunikation und motorische Bewegungsreaktion. Für jede Rubrik werden jeweils 1 - 5 Punkte vergeben.
- Kortikoidtherapie Verabreichung von Kortikoiden (Zu den Kortikoiden werden verschiedene Wirkstoffe gezählt, die in ihrer chemischen Struktur und Wirkung dem körpereigenen Cortisol, einem Hormon der Nebennierenrinde, ähnlich sind.)
- Wie erfolgt die Behandlung und Überwachung beim Koma? In spezialisiertem Umfeld mit: Infusionen (Kortikoidtherapie, Antibiotika) Sauerstofftherapie und Luftröhrenintubation bei Respirationsproblemen Permanente Überwachung, Monitoring (Puls, Blutdruck, Temperatur, EKG, EEG) zudem wird die Behandlung spezifisch auf die Ursache des Komas ausgerichtet: z.B. Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes, psychiatrische Betreuung bei Selbstmordversuch, Entzugsbehandlung)
- EKG und EEG EKG = Elektrokardiogramm EEG = Elektroenzephalografie
- Traumata als Notfälle - zähle auf: Verbrennungen: vorallem Schwerbrandverletzungen mit insuffizienter Atmung, Infektionsgefahr und Flüssigkeitsverlust, wodurch Lebensgefahr besteht. Wundbehandlungen: Verletzungen der Haut und der darunter liegenden Gewebestrukturen (z.B. nach schwerem Unfall) Verletzungen der Hände und der Handsehnen, damit die Fuktion aufrechterhalten werden kann. Auch Wiederannähen von Fingern. Frakturen: offene Frakturen müssen wegen Infektionsprophylaxe mit Antibiotikatherapie versorgt werden. Geschlossene Frakturen: Reposition und Ruhigstellung durch Gips oder Kunststoffverband. Bei Luxationen muss die Reposition notfallmässig erfolgen (evtl. unter kurzer Vollnarkose vorallem bei Schulter- oder Hüftluxation)
- Was ist ein "akutes Abdomen"? Abdominale Notfälle werden auch als akutes Abdomen bezeichnet. Klinisch gesehen handelt es sich um abdominale Schmerzen, die plötzlich auftreten und sich sehr schnell verschlimmern.
- Was zeigt die klinische Untersuchung bei abdominalen Notfällen? Bauchdeckenspannung Übelkeit und Erbrechen Fieber Schlechter Allgemeinzustand und Dehydration (trockene Haut, Durstgefühl) Schmerzhafte rektale und/oder vaginale Untersuchung Die Diagnose kann durch zusätzlichen Untersuchungen (Röntgen, Sonografie) bestätigt werden
- Welche Ursachen können abdominalen Notfällen haben? Traumatische Ursachen: z.B. schwerer Verkehrsunfall, Prügelei, Schläge, willentliche Verletzungen Verletzungen der Hohlorgane (Kolon, Darm, Magen): Entzündung der Bauchhöhle (Peritonitis) mit angespannter Bauchdecke, Hyperthermie und eitriger Infektion Verletzungen der Speicherorgane (Leber, Milz): durch den hohen inneren Blutverlust (Hämoperitoneum) kann es sehr schnell zu Lebensgefahr kommen. Anzeichen von akuter Anämie und Schock (Blutdruckabfall, Blässe, flacher Puls)
- Wie muss bei Anzeichen auf abdominale Traumata gehandelt werden? Es muss sofort gehandelt werden: Sonografie des Bauches Labordiagnostik endoskopische Verfahren und Bildgebung zur Untersuchung Oft bleibt keine Zeit für diese Untersuchungen, so dass sofort eine Laparotomie (Bauchschnitt) durchgeführt wird. Wird auch bei unklaren Fällen praktiziert.
- Peritonitis Bauchfellentzündung
- Hämoperitoneum Blutansammlung in der Bauchhöhle
- Laparotomie Bauchschnitt, operative Bauchhöhleneröffnung
- Wie werden die betroffenen Organe bei abdominalen Notfällen behandelt? Milzruptur = Splenektomie (operative Entfernung der Milz)Verletzung der Leber = entweder genäht oder eine Leberresektion (auch partielle Hepatektomie genannt) Einfachere Verletzungen der Hohlorgane = genäht oder bei mehreren Verletzungen: Resektion der Darms (Kolon oder Dünndarm)
- Wodurch können noch andere abdominale Notfälle verursacht werden? Peritonale Infektion: z.B. akute Appendizitis (Druckschmerzen über dem Mc Burney Punkt: Mitte der Verbindungslinie zwischen Nabel und oberem Darmbeinstachel) Perforation von Organen: durch Divertikel am Dickdarm (Darmaussackungen am Dickdarm) auch Divertikulitis
- Nenne noch zusätzliche Ursachen für abdominale Notfälle? Akute Cholezystitis: entzündete Gallenblase, durch eingeklemmte Gallensteine, die den Abfluss der Galle behindern. Behandlung: zuerst medikamentös (Antiobiotika), danach Cholezystektomie Akute Pankreatitis: akut auftretende heftige Schmerzen im Oberbauch. Durch die "Selbstverdauung" des Organs kann es zu einer lebensgefährlichen Pankreasnekrose, der schwersten Komplikation der akuten Pankreatitis kommen Akuter Darmverschluss: mit krampfartigen Bauchschmerzen, aufgeblähtem Bauch, Erbrechen, Wind- und Stuhlverhalt.Durch Leeraufnahmen des Bauches können typische luft- oder flüssigkeitsgefüllte Darmschlingen erkannt werden. Man unterscheidet: Dünndarmverschluss, meist durch postoperative Briden (Blinddarm) und Dickdarmverschluss, meist durch Verengnung (z.B. Tumor)
- Was ist bei schwangeren Frauen der häufigste Notfall am Anfang einer Schwangerschaft? Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität): befruchtete Eizelle nistet sich in der Schleimhaut des Eileiters ein. Kann lebensbedrohlich sein, da der Eileiter irgendwann platzt und es zu inneren Blutungen im Bauch kommt. Diagnostik: durch UltraschallBehandlung: operative Entfernung des Eileiters
- Was bedeutet: Leeraufnahme des Bauches? Röntgenaufnahme des Bauches ohne Kontrastmittel
- Was gehört zu den Herz-Kreislauf-Notfällen? zu den einfachsten gehören: Verletzungen von Arterien und Venen der grossen Gefässe, die je nach Fall genäht oder überbrückt werden müssen: Herzinfarkt Akuter Arterienverschluss der Gliedmassen Aortenruptur Lungenembolie
- Akuter Arterienverschluss der Gliedmassen: Plötzlicher Verschluss einer Arterie, die vorgeschädigt ist durch Arteriosklerose. Klinische Anzeichen: Schmerzen Blässe der Gliedmassen Pulsverlust Bewegungsunfähigkeit der Gliedmasse Ohne Beseitigung des Verschlusses kommt es zu schwerer Ischämie und Gangrän der Gliedmasse
- Aortenruptur: Ruptur (Riss, Durchbruch) an der Aorta, die durch Arteriosklerose vorgeschädigt ist. Ein dringender Notfall, da es durch die progressive Dilatation (Erweiterung) zu Aussackungen und schliesslich zum Platzen der Aorta, mit erheblichen Blutungen in der Bauchhöhle kommt.
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- Lungenembolie: Dringender Notfall - entsteht durch Verstopfung eines Blutgefässes in der Lunge, meistens durch ein Blutgerinnsel in den tiefen Bein- oder Beckenvenen verursacht Symptome: thorakaler Schmerz, Angstzustände, Zyanose Diagnose: mittels Lungenszintigraphie
- Welche respiratorischen Noftälle gibt es? Akute respiratorische Insuffizienz Akuter Asthmaanfall
- Akute respiratorische Insuffizienz: Lebensbedrohliche Lungenfunktionsstörung mit Sauerstoffunterversorgung des Körpers
- Akuter Asthmaanfall: akute Luftnot mit Erstickungsgefühl dauert in der Regel nur wenige Minuten, kann aber auch über Tage oder Wochen andauern. In diesem Fall spricht man von "Status asthmaticus" Behandlung: mit schnellwirkenden Kortikoiden und Beta- Agonisten sowie eine Asthma Grundbehandlung (Risikofaktoren)
- Nenne die häufigsten Notfälle bei Säuglingen? Akute Dehydration, durch kurzfristig auftretende Verluste oder mangelhafte Zufuhr von Wasser, meist duch Unterernährung oder chronischer Diarrhoe (häufig in unterentwickelten Ländern) Eitrige Meningitis Plötzlicher Kindstod Säuglings-Bronchiolitis: respiratorische Infektion
- Meningitis Hirnhautentzündung
- Bronchiolitis Entzündung der Bronchiolen Als Bronchiolitis bezeichnet man die Entzündung der kleinen Äste des Bronchialbaums, der so genannten Bronchiolen. Die Bronchiolitis befällt überwiegend Säuglinge und Kleinkinder.
- Welches sind die häufigsten psychiatrischen Notfälle? Akutes Delirium oder delirantes Syndrom: z. B. durch akuten Alkoholentzug bei Alkoholabhängigkeit oder Vergiftungen Halluzinationen Psychiatrische Dekompensationen mit akuten Psychosen Suizidale Krise mit Selbstmordversuch
- Psychiatrische Dekompensation Verschlechterung des psychiatrischen Zustandes
- Wie heisst die schwerste Form einer Bewusstseinsstörung? Koma
- Ein Dünndarmverschluss wird meist verursacht durch.....? Postoperative Briden (Verwachsungen)
- Ein akuter Verschluss der Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel heisst: Aneurysma, Lungenembolie, Infarkt? Lungenembolie
- Die Peritonitis wird meistens verursacht durch eine Perforation eines: Hohlorgans oder eines Speicherorgans? Hohlorgan
- Der häufigste und schlimmste Notfall am Anfang einer Schwangerschaft ist: die Uterusruptur, die vorzeitige Ablösung der Plazenta, die Eileiterschwangerschaft? Eileiterschwangerschaft