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Umweltsoziologie (Fach) / Fragenkatalog 2 (Lektion)

Einheit 2

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  • Umweltsoziologie beschäftigt sich im Wesentlichen mit drei zentralen Fragen. Erläutern Sie bitte diese. ökologischen Folgen von gesellschaftlichen Handlungen  Wahrnehmungsprozessen von ökologischen Problemen  gesellschaftlicher Reaktion auf ökologische Probleme
  • Erläutern Sie das Verständnis von problematischen Umweltverhalten, welches die jeweiligen Denkmuster ( „Schadstoff-Paradigma“; „Entropie-Paradigma“; Gleichgewichts-Paradigma; Konvivialitäts-Paradigma“) in den Vordergrund stellen. Ein Paradigma umreißt: - Was beobachtet und untersucht werden soll - Welche Fragen, und wie sie gestellt werden sollen - Wie Ergebnisse zu interpretieren sind A) Schadstoffparadigma (vertreten von Medizinern, Chemikern, breiten Teilen der Öffentlichkeit): Stärken: - labortechnische Nachweisbarkeit von Effekten; - eindeutige Zuordenbarkeit zu Verursachern Schwächen: - Wissen über toxische Wirkung von Stoffen hinkt weit hinter ihrer Erzeugung her; - Zusammenwirken (Synergismen) sehr komplex; - Regelmechanismus (Grenzwerte) greift sehr spät in Kausalkette der Entstehung ein B) Gleichgewisparadigma: (BiologInnen, KlimatologInnen und AgrarwissenschafterInnen Stärken: - Komplexität von natürlichen Systemen, und mögliche Irreversibilität von Störungen besser begriffen Schwächen: -Wissen über Gefährdung von Systemen oft verspätet (und oft uneindeutig); -schwierige Zuordenbarkeit zu Verursachern C) Ressourcenparadigma (vertreten von: Physikern, Ökonomen): Stärken: - leicht, Verursachungszusammenhang mit wirtschaftlichen Aktivitäten herzustellen (rückwirkend und in Prognosen); - lässt die Entstehung von Umweltgefährdungen früh vorhersehen Schwächen: - direkte Umweltschädigung durch Ressourcenverbrauch umstritten - Vertrauen in technischen Fortschritt oder drohende Ressourcenerschöpfung? D) Konvivialitätsparadigma (vertreten von: Philosophen, Moralisten): Stärke/Schwäche: - nicht „wissenschaftlich“, sondern emotionell –moralisch –ästhetisch. Bewegt Menschen zum Handeln, aber evtl. spontan/irrational; keine systematische Güterabwägung
  • Bitte erläutern Sie folgende Aussage. „Wir nehmen Umwelt wahr, jedoch nicht unter von uns frei gewählten Voraussetzungen" Begriff Umwelt: Löst Begriffe wie Milieu, Umgebung, Außenwelt ab (19.Jhdt/frühes 20.Jhdt) - Jakob von Uexküll: Subjektiver Umweltbegriff  Es gibt so viele Umwelten wie es Arten gibt; Auch Individuen leben in verschiedenen Umwelten; Umwelt für interagierende Lebewesen -Soziologisch: Die Welt um uns, in der wir leben, auf die wir uns beziehen und mit der wir interagieren; Gesellschaftlich relevante Lebensgrundlagen und Ressourcen; Wechselnde Naturbilder Je nach Zeitströmung, Sozialem und kulturellem Hintergrund  Unsere Wahrnehmung der Umwelt ist beeinflusst durch gesellschaftliche Werte und Normen, die der Mensch als instinktverunsichertes Wesen geschaffen hat. Es kann beispielsweise in derselben geographisch definierten Gesellschaft in verschiedenen Klassen verschiedenen Wahrnehmungsmustern kommen.