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Bilanzrecht (Fach) / Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (Lektion)
GoB
Diese Lektion wurde von anna_schramm erstellt.
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- für was steht die Abkürkzung GoB? GoB= Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung.
- Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung? was ist das ? wo findet man die Rechtsgrundlage? darunter versteht man den heute geltenden Satz an Bilanzierungsgrundsätzen. GoBwerden ständig weiterentwickelt, stellen also jeweils den aktuellen Stand der anerkannten Buchführungs- und Bilanzierungstechnik dar Rechtsgrundlage= §195 UGB
- Was sind die wichtigsten kodifizierten Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung? Bilanzklarheit (§§195, 190Abs1 UGB) Vollständigkeit (§196 Abs1 UGB) Vorsicht (§201 Abs2 Z 4 UGB) Imparitätisches Realisationsprinzip (§201 Abs 2 Z 4 UGB) Wesentlichkeitsgrundsatz (materiality ) (§196a Abs 2 UGB) Grundsatz des wirtschaftlichen Gehalts (§196a Abs 1 UGB) Stichtagsprinzip, Werterhellung (§201 Abs2 Z 4 UGB) Bilanzwahrheit, true and fair view (§195 UGB)
- Was versteht man unter Bilanzwahrheit? Bilanzwahrheit ist einer der kodifizierten wichtigsten Grundsätze der ordnungsgemäßen Buchführung. der Jahresabschluss soll ein möglichst getreues Bild von der Vermögens- und Ertragslage geben. (mit gewissen Unschärfen) die Grenze ist dort wo eine Information so wesentlich falsch ist, dass sie zu einem irrigen Schluss verleiten könnte. müssen schon gravierende Fehler sein. die Bilanzwahrheit steht unter Strafsanktion (§§163a ff StGB)
- Was können Sie zu den Strafbestimmungen der Bilanzdelikte sagen? sie sind in den §§ 163a ff StGB geregelt. Verantwortung der Vorstandsmitglieder, wann macht sich der Abschlussprüfer strafbar usw. Bilanzdelikt ist weiter gefasst: es fällt nicht nur darunter, wenn man die Bilanz selbst verfälscht /lügt oder sie verschönert, sondern auch derjenige macht sich strafbar der den Abschlussprüfer anlügt oder wer in der Hauptversammlung eine falsche Auskunft gibt. die Bilanzdelikte sind Gefährdungsdelikte keine Erfolgsdelikte, ob jemand durch die falsche Auskunft zu Schaden gekommen ist, ist vollkommen irrelevant. allein die Tatsache, der falschen Auskunft ist strafbar. alle Bilanzdelikte sind Vorsatzdelikte, wobei aber bedingter Vorsatz reicht (dolus eventualis). wer blind eine Bilanz unterschreibt ist schon im Vorsatz. bei börsenotierten ist die Strafdrohung höher als bei nicht börsenotierten
- Was sagt der Grundsatz der Bilanzklarheit? die Bilanzklarheit zählt zu den wichtigsten kodifizierten Grundsätzen der ordnungsgemäßen Buchführung. die Rechtsgrundlage befindet sich in §§ 195 und 190 UGB das bedeutet, dass ein geübter Bilanzleser sich nach kurzer Zeit ein Bild davon machen wie es einem Unternehmer geht. Also ob das Eigenkapital hoch ist, ob das Unternehmen Verluste macht. die Bilanz muss so aufgestellt sein, dass man einen guten Überblick hat. die Bilanzposten, Gewinn- und Verlustrechnungsposten müssen genauso bezeichnet werden wie im Vorjahr, damit sie vergleichbar sind.
- Was sagt der Grundsatz der Vollständigkeit? Vollständigkeit zählt zu den wichtigsten kodifizierten Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. die Rechtsgrundlage finde sich in §196 Abs1 UGB. ALLE Rückstellungen sind in die Bilanz aufzunehme, ALLE Aktiven und ALLE Verbindlichkeiten sind in die Bilanz aufzunehmen, kann nicht einfach etwas weglassen. allerdings gilt das nur insoweit, dass nicht ein Bilanzierungsverbot besteht. besteht für einen bestimmten Wert ein solch ein Bilanzierungsverbot, dann darf man das nicht in der Bilanz ansetzen.
- was sagt der Grundsatz der Vorsicht? Ein Unternehmer soll sich eher ärmer als reicher machen. in der Praxis hilft das paritätische Realisationsprinzip.
- Was bedeutet impritätisches Realisationsprinzip?? imparitätisch bedeutet, dass 2 Dinge unterschiedlich behandelt werden nämlich ein drohender Verlust u. ein unmittelbar bevorstehender Gewinn werden unterschiedlich behandelt. Das zeigt sich darin, dass zum Bilanzstichtag der Kurs eines Wertpapiers runter geht, dann muss man das abwerten. Ist der Kurs hingegen gestiegen, darf man keinen Kursgewinn herszeigen, den Gewinn darf man erst ausweisen wenn man ihn tatsächlich realisiert hat, dh. das Wertpapier veräußert. drohende Verluste müssen realisiert werden in der Bilanz, Gewinne die sich abzeichnen dürfen nicht realisiert werden.
- Was besagt der Wesentlichkeitsgrundsatz? Rechtsgrundlage= §196a Abs2 UGB → ist durch das Rechnungslegungsänderungsgesetz neu eingeführt worden. die Anforderungen auf den Jahresabschluss in Bezug auf die Darstellung u. Offenlegung müssen nich erfüllt werden, wenn die Wirkung ihrer Einhaltung unwesentlich sind. was wesentlich/ unwesentlich ist, sagt eine Definition in §189a Z 10 UGB → wesentlich sind Information, wenn vernünftigerweise zu erwarten ist, dass ihre Auslassung oder fehlerhafte Angabe Entscheidungen beeinflusst, die Nutzer auf der Grundlage des Jahres- oder Konzernabschluss treffen. Die Wesentlichkeit ist von der Größe oder der spezifischen Eigenschaft des Postens oder der Fehlerhaftigkeit der Angabe abhängig. Selbst wenn ein einzelner Posten für sich genommen als unwesentlich angesehen werden kann, können mehrere unwesentliche gleichartige Posten zusammen als wesentlich gelten wesentlich sind Fehldarstellungen, die zu einer falschen Entscheidung verleiten können.
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- was beudeutet materiality? das bedeutet, dass z.b. ein Fehler wesentlich ist. das hat mit materiell (körperlich) nichts zu tun.
- was sind intangible? unkörperliche Sachen wie Immaterialgüter.
- Was sagt der Grundsatz des wirtschaftlichen Gehalts? im Steuerrecht nennt man das wirtschaftliche Betrachtungsweise 1. kauft sich ein Auto u. nimmt bei de Bank einen Kredit auf u. muss 60 Monatsraten zahlen bis er den Kredit zurückbezahlt hat. Bis er den Kredit zurückbezahlt hat, hat die Bank einen Eigentumsvorbehalt auf das Auto. Mit der letzten Rate geht das Eigentum auf den Autokäufer über. Kreditvertrag mit Eigentumsvorbehalt abgeschlossen mit automatischen Eigentumsübergang am Ende. 2. Geht zu einer Leasingesellschaft, schließt ein Leasingvertrag, er muss 60 Leasingraten bezahlen, bis alle Raten bezahlt sind behätl sich die Leasinggesellschaft das Eigentum am Auto vor. Mit der letzten Rate geht das Eigentum auf den Autokäufer über. Bestandsvertrag mit automatischen Eigentumsübergang am Ende. Unterschied: wirtschaftlich eigentlich keiner, muss 60 Raten zahlen, dann gehört Auto dem Käufer. obwohl zivilrechtlich ganz unterschiedliche Verträge vorliegen sind beide Fälle gleich zu Bilanzieren, weil wirtschaftlich gleich gelagert.
- Was sagt das Stichtagsprinzip? eine Bilanz ist eine Momentaufnahme zu einem Stichtag (31.12.) was es am Stichtag nicht gibt, kann auch nicht abgebildet werden. am 2.Jänner brennt eine Fabrik ab, sie ist nicht versichert. → novum productum. = Wertbegründende Tatsachen. diese werden nicht abgebildet im Februar wird bekannt, dass sich in den Produkten ein Serienfehler eingeschlichen hat u. es mpssen 100.000 Autos zurückgerufen werden u. ein Teil muss auf Kosten des Unternehmens ausgetauscht werden. Produziert hat man schon Nov., Dez.., entdeckt wurde der Fehler erst im Fb. nächsten Jahres. → novum repertum (war schon am Stichtag zum 31.12. da, er wurde nur erst im Feb nächsten Jahres entdeckt) = Werterhellende Umstände. das nimmt man in die Bilanz hinein, weil es war schon da, man hat es nur nicht gewusst. es wird unterschieden zw. nova reperta und nova producta →
- Was versteht man unter der formellen Bilanzkontinuität/ Bilanzstetigkeit? es handelt sich um einen Bilanzierungsgrundsatz. Dieser ist ähnlich zu verstehen wie die Bilanzklarheit. die Gliederung der Bilanz soll gleich bleiben und auch die Bezeichnung der einzelnen Posten sollen gleich bleiben.
- Was versteht man unter der materiellen Bilanzkontinuität/ Bewertungsstetigkeit? das bedeutet, dass die Bilanz auch mit externen Unternehmen verglichen werden kann, ohne dass es der Bilanzleser merkt. das Bewertungsschema muss gleich bleiben. Man darf nicht ein und dasselbe Produkt im Jahr 2016 nach einem bestimmten Schema bewerten und dann im darauffolgenden Jahr anders. nur ganz besonders wichtigen Gründen, u. das muss auch offen gelegt werden, darf man von der Bewertungsstetigkeit abweichen. dann muss man aber sagen, dass man davon abweicht, warum man davon abweicht u. auch welche Auswirkungen das Abweichen hat (ziffernmäßige Auswirkung= man gibt bekannt, wenn man nach alter Methode bewertet hätt, was dann herausgekommen wäre)
- Was besagt der Grundsatz der Einzelbewertung? das ist ein Grundsatz der ordentlichen Buchführung. Jedes einzelne Produkt (jede einzelne Aktie) ist einzeln zu bewerten. kann nicht einfachen sagen, ein paar Dinge haben an Wert gewonnen, ein paar an Wert verloren und ungefähr gleicht sich das aus.
- Was besagt das Saldierungsverbot /Verrechnungsverbot? es handelt such um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung. Rechtsgrundlage= §196 Abs2 UGB
- Was können Sie zur periodengerechten Abgrenzung sagen? es handelt sich dabei um einen Grundsatz ordnungsgemäßer Buchführung. die GuV-Rechnung soll sagen wie viel Gewinn oder Verlust im Zeitraum von 1.1 bis 31.12. gemacht wurde. dafür werden alle Erträge und alle Aufwändungen im Zeitraum vom 1.1 bis 31.12 in die GuV-Rechnung. wenn man im Dezember die Miete für den Jänner im nächsten Jahr voraus zahlt dann wäre diese Zahlung nicht in die GuV-Rechnung dieser einen Periode miteinzuberechnen weil es die nächste Periode/ das nächste Jahr betrifft. alle Erträge u. alle Aufwendungen, die nicht innerhalb des 12 Monatszeitraums liegen werden abgegrenzt.
- Was versteht man unter Bilanzidentität? Es handelt sich um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung. das Bankguthaben, dass man am 31.12.2016 um 24 Uhr hat muss ident sein mit dem Bankguthaben, das man am 1.1.2017 um 00 Uhr hat.
- Verrechnugsverbot/ Saldierungsverbot? in der Bilanz steht bei den Aktiven eine Immobilie so als ob sie vollkommen lastenfrei wäre. Auf der Passivseiten seteht dann die Lasten, die Verbindlichkeiten.
- Der Barkaufpreis für eine Liegenschaft beträgt TEUR 1.000; zusätzlich übernimmt der Käufer ein lebenslanges Fruchtgenußrecht zugunsten des Verkäufers, das ersicherungsmathematisch bewertet eine Belastung von TEUR 300 darstellt. Welche Darstellungsform in der Bilanz ist richtig? der Käufer zahlt somit 1 mio € in bar u. zusätzlich übernimmt er noch das Fruchtgenussrecht. die Immobilie ist nicht Lastenfrei. Was wäre die lastenfreie Immobilie wert? die lastenfreie Immobilie wär 1,3 mio€ Wert. Bilanz sieht so aus: auf der Aktivseite steht die lastenfreie Immobilie mit dem Wert von 1,3 mio€ und auf der Passivseite steht die Verpflichtung aus dem Fruchtgenussrecht mit 300.000€.
- Was bedeutet "going Concern"? Es handelt sich dabei um einen Grundsatz der ordnungsgemäßen Buchführung. going concern= lebendes Unternehemen (hat mit Konzern nichts zu tun) Grundsatz des Unternehmensfortführung, bei der Bilanzierung darf man davon ausgehen, dass das Unternehmen fortgeführt wird, es sei denn, dass faktische oder rechtliche Gründe dagegen sprechen. das spielt bei ganz bestimmten Dingen eine Rolle, wie bei der Bewertung von Vermögen. Wenn man wenn Unternehmen z.b. insolvent wird, dann kann es nicht fortgeführt werden. Dann kann man diesen Grundsatz nicht mehr anwenden.
- Was ist die KWT? KWT= Kammer der Wirtschaftstreuhänder. sie umfass sowohl die Steuerberater als auch die Wirtschaftstreuhänder. Steuerberater dürfen keine Jahresabschlüsse prüfen und einen Bestätigungsvermerk hergeben.
- für was steht IWP? IWP= Institut der Wirtschaftsprüfer (Verein)
- Für was steht AFRAC? AFRAC= Austrian Financial Reporting and Auditing Committee (eingerichtet beim Verein Österreichisches Rechnungskomittee, gegründet 2014) ist der große Standardsetzer für Bilanzierungsfragen, dort werden Standards entwickelt. und auf deren homepage findet man dann die neu entwickelten Bilanzierungsgrundsätze. sind aber keine Gesetze, stellen nur fest was üblich ist.
- Gibt es nur kodifizierte GoB? nein es gibt auch nicht kodifizierte GoB
- Wie und von wem werden die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung weiterentwickelt. Fachgutachten der KWT (Kammer der Wirtschaftstreuhänder Fachgutachten des IWP (Institut der Wirtschaftsprüfer) Stellungnahmen des AFRAC (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee)