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Differentielle Psychologie (Fach) / Gegenstandsbereich und historische Entwicklung (Lektion)
Gegenstandsbereich:
1. Definition und Aufgaben.
2. Abgrenzung zur Persönlichkeitspsychologie.
3. Abgrenzung zur Allgemeinen Psychologie.
Entwicklung und Lernen als Ausgangspunkt der Betrachtungen.
Geschichte:
1. vorwissenschaftliche Ansätze (Physiognomik, Phrenologie, Handschriftenkunde/Ausdruckspsychologie).
2. Wissenschaftliche Anfänge (Darwin (Variation ist zweckmäßig), Galton (Vererbung), Wundt (Systematische Begründung), Binet/Terman (Messverfahren).
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- 1.1 Welchen Forschungsgegenstand bearbeitet die Differentielle Psychologie? Wissenschaft von den psychischen Unterschieden zwischen Individuen und Gruppen und der Variabilität innerhalb des Individuums. · 1. Fokus: Individuum (Wie unterscheiden wir uns von Situation zu Situation?). · 2. Fokus: Vergleich von Individuen (Typen). · 3. Fokus: Vergleich von Gruppen (Geschlechtern).
- 1.2 Zeigen Sie den Unterschied zwischen den Zielsetzungen von Allgemeiner und Differen-tieller Psychologie anhand eines Beispiels! · Allg.: untersucht diejenigen psychischen Prozesse und Verhaltensweisen, die allen Menschen gemeinsam sind. Allgemeine Gesetzmäßigkeiten für psychische Vorgänge und Strukturen aufstellen und nachweisen. o Bsp.: Lernen, Denken, Gedächtnis, Wahrnehmung. § Nervosität vor einer Klausur. · Diff.: untersucht diejenigen psychischen Prozesse und Verhaltensweisen, die bei allen Menschen unterschiedlich sind. o Bsp.: Persönlichkeitsmerkmale. § Ausprägung und Auswirkung der Nervosität.
- Variabilität Veränderlichkeit von Merkmalen.
- 1.2 Welche Aufgaben hat die Differentielle Psychologie nach William Stern? · Feststellung der Variabilität und Erforschung ihrer allgemeinen Gesetzmäßigkeiten (deskriptiv). · Aufdeckung und Untersuchung der äußeren und inneren Ursachen für das Zustandekommen individueller Differenzen. · Untersuchung der beobachtbaren Kennzeichen, nach denen sich individuelle Differenzen manifestieren („Symptomatologie“, bzw. Psychodiagnostik). · Untersuchung inhaltlicher Gesetzmäßigkeiten von engerem Umfang (Temperament, Begabung, Geschlechtsunterschiede, usw.) → wesentliche Beschaffenheit und reguläre Funktion bestimmter Varietäten (warum variiert es).
- 1.4 Was versucht die Persönlichkeitspsychologie zu leisten (im Unterschied zur Differentiellen Psychologie)? Pp.: William Stern: „Unter „Person“ wird ein solches Existierendes verstanden, dass trotz der Mannigfaltigkeit der Teile eine reale, eigenartige und eigenwertige Einheit bildet und als solche, trotz der Vielheit der Teilfunktionen eine einheitliche, zielstrebige Selbsttätigkeit vollbringt (Individualität als eine köhärente Ganzheit von Personen). · (Anforderung an eine Persönlichkeitstheorie (Pawlik) s.Folie 9) Diff.: Asendorpf: „Persönlichkeit = Gesamtheit ihrer Merkmalsausprägungen in allen Merkmalen, die Mitglieder der betrachteten Populationen voneinander unterscheiden. (Erfassen/Erklären von Unterschieden in Persönlichkeitsvariablen). → Fokus auf das Ganze vs. Fokus auf einzelne Teilbereiche der Persönlichkeit. Persönlichkeitspsychologie = Inhalt der Diff. Psychologie (Perspektive).
- 1.5 Psychische Vorgänge des Menschen zu erklären ist eine der grundlegenden Aufgaben der Psychologie. Welche Form nimmt diese Aufgabe in der Differentiellen Psychologie an? Formen und Bedingungen von Lernen: allg. Prozesse: Veränderung von Einstellungen, Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten durch Erfahrung (Entwicklung als Rahmenmodell). → Differentielle Einflüsse/Aufgabe der Diff.: · Lernfähigkeit: Intelligenz als Prozess des Wissenaufbaus und individuelles Geschick der Informationsverarbeitung. · Mentale Kontrolle: Metakognition. · Motivation: intrinsische, extrinsische, Interesse. · Differentieller Umwelteinfluss: Anregungsgehalt, Erprobungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.
- 1.6 Was war der Grundgedanke der Physiognomik? Wissenschaft den Charakter des Menschen an seinem Äußeren (Merkmale, Bewegungen) zu erkennen. „Jedes Ding hat etwas an sich, was es von allen anderen Dingen unterscheidet.“
- 1.7 Skizzieren Sie den theoretischen und praktischen Ansatz der Phrenologie! Theoretisch: Alle Persönlichkeitseigenschaften sitzen in bestimmten Gehirnregionen. Je nachdem wie bestimmtes Areal ausgeprägt ist (groß/klein) ist auch die damit verbundene Charaktereigenschaft ausgeprägt. Praktisch: Charakterdiagnose mittels Schädelvermessung.
- 1.9 Was hat Francis Galton für die Differentielle Psychologie geleistet? Vererbung: · Übertrug Darwins genetische Auffassung auf psychische Merkmale (auch p.M. passen sich zu ihrem Vorteil an). · Untersuchte die familiäre Häufung von Talenten. · Begann mit experimentellen Erforschung der Intelligenz. · Korrelationsrechnung, Normalverteilung psychischer Merkmale. · Wegbereiter der Eugenik (Fortpflanzung unter sozialer Kontrolle zur Verbesserung des Erbguts einer Gemeinschaft).
- nomothetisch auf das Aufstellen allgemeingültiger Gesetzmäßigkeiten abzielend.
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- idiographisch aus allgemeinen psychologischen Wissen individuumsspezifische Zusammenhänge ableiten.
- 1.10 Was verstand William Stern unter Psychographie? In der Wissenschaft vom Seelischem, die bisher viel zu einseitig nomothetisch war, ist nun die idiographische Betrachtung erst zu entwickeln; Neben die eigentliche Psychologie muss die Psychographie treten: Darstellung einzelner Individualitäten nach ihrer seelischen Seite hin. idiographische Aufgabe: die an einer einzelnen Person feststellbare Merkmalsfülle beschreiben und übergeordnete Prinzipien finden, die die Vielheit wieder zur Einheit bringen: ein methodischer Zugang.
- Trait latente Persönlichkeitsvariable; Persönlichkeitseigenschaft: zeitlich stabiler Wesenszug. Grundlegendes Merkmal der Persönlichkeit. (auch gemessen zur Vorhersage von Verhalten).
- Dispositionseigenschaft trait, zeitstabile Disposition zu bestimmten Verhaltensweisen (Konsistenz in verschiedenen Situationen).
- Disposition latente Verhaltensbereitschaft. Anlage, individuelle unterschiedlich., relativ konstant wirkende Bereitschaft zu bestimmten Verhaltensweisen, Symptomen, und anderen Eigenarten (primär angeboren, sekundär erworben → Erbanlagen + Umwelteinflüsse).
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