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Vet: Notfall (Fach) / Neurologische Notfälle (Lektion)
Neuro
Diese Lektion wurde von Marinula erstellt.
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- Epilepsie = Elektrische Entladungen im gewissen Nervenzellen im Gehirn (meistens in der Großhirnrinde) Spontan/plötzlich Klinisch manifest (Symptome) Vorübergehend (selbstlimitierend) Wiederholt = ein Symptom, keine Krankheit!
- Arte der Anfälle: Epilepsie Isolierte Anfälle: selbstlimitierend (vereinzelt) Clusteranfälle: innerhalb von 24 St mehrere Episode Status Epilepticus wiederholte Anfälle ohne vollständige Erholung oder wenn ein Anfall länger als 5 Minuten dauert; Status Epilepticus ist ein lebensgefährlicher Zustand!!! – nach dieser Zeit Diagnose wird meistens durch den Vorbericht/klinische U. gestellt.
- Erregbarkeit der Neuronen Erregbarkeit der Neuronen: auf elektrische Reize reagieren können Ruhemembranpotenzial Unterschwellige Reize –passive Antwort Depolarisation/Hyperpolarisation Schwellenpotential (-50—60mV) „alles-oder-nichts Prinzip“Aktionspotenzial Überschwellige Reize – aktive Antwort - Ionkanäle öffnen spannungsabhängige Na-Kanäle öffnen
- Neurotransmitter GABA: Wirkung: Inhibition Effekt auf Zellmembran: Ansieg der Cl - Permeabilität Agonisten: Gabapentin Antagonisten: Pikrotoxin Glutamat/Aspartat: Wirkung: Exzitation Effekt auf Zellmembran: Anstieg der Ca und Na Permeabilität Agonisten: NMDA Antagonisten: Ketamin
- Management in status epilepticus 1. Erkennen2. Beenden3. Stabilisieren: ABC4. Monitoring5. Diagnostik
- Typische Phasen der epileptischen Anfällen Präiktale Phase 1-24h (oft unklar)Nervös, anhänglich, versteckt sich Iktus (10Sek-1h) Rhythmische MuskelaktivitätTonisch oder clonisch meistensAutomatismen (Lauf, Graben usw)Vegetative (K/H/Speichelfluss, Mydriase, Bronchosekretion)etc. Postiktale Phase Meistens unter 2 hMüdigkeitAtaxie, Drangwandern etc. Speicheln, Bellen etc.
- Ätiologie der epileptischen Anfällen= Ätiologie für status epilepticus Idiopathische/Primäre Epilepsie: Rasseprädisposition: Beagle, Golden Retriever, Labrador Retriever etc., gut behandelbar Strukturelle Epilepsie: Intrakranielle Ursachen (VETAMIND) Cryptogene Epilepsie (unknown origin) Nicht-nachweisbare Läsionen, nach Kopftrauma, Narkose-Unfall Reaktive epileptische Anfälle (Extrakranielle Ursachen: metabolisch, toxisch)
- Patient in Status EpilepticusII. Notfallspatient Abgekürzte Anamnese + klin. Untersuchung: Allgemeinverhalten, Ernährungszustand, HE, SLH, IKT Auskultation, Abdomen; Hinweise auf Systemische Erkrankungen Muss der Anfall beendet werden! Venenzugang sichern
- Antikonvulsivum für Status epilepticus sollte: wirksam einfach applizierbar schnell Antiepileptische Wirkung 12-24 St minimale NW (cardiopulmonale Depression) kein Medikament ist allein ideal
- Therapeutische Möglichkeiten Na-Kanal Blokker: Phenitoin, Carbamazepin etc. Glutamat Blokker: Felbamat Ca Kanal Blokker: Levetiracetam Gaba Agonisten: Phenobarbital, Gabapentin, Benzodiazepine
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- Alternative Therapie wenn i.v. nicht geht: Rectal (Wirkung in 2-10Min): Diazepam 0.5-2mg/kg Intranasal (Wirkung in 3-5Min): Diazepam 0.5mg/kg, Midazolam 0.5mg/kg etc.
- Monitoring 1. Airway Breathing Circulation Atemwege befreien: Speichel, Schaum, Erbrochene Intubation falls notwendig (Atemgeräusch, Saturation) Auskultation (Herz-Lunge) Puls EKG-Kontrolle 2. Innere Körptertemperatur Oft Hyperthermie: kühlen! (feuchtes Handtuch) 3. Blutdruck Hypotension vermeiden (>90Hgmm) Infusion (Kolloide max. 20ml/kg/St / Kristalloide 2ml/kg/St) 4. Sauerstoffsaturation (Pulsoximeter >95%) Sauerstoff – Maske, nasal Applikator, Käfig unpraktisch Cave Hypercapnie! 5. Hydratation
- Diagnostik im Notdienst Blutchemie, Blutgase, Hämatologie
- Anfallskontrolle I. Immer wieder Krämpfe in der Aufwachphase Pentobarbital in Bolus 5-15mg/kg iv., kann 2-3mal wiederholt werden Dauertropfinfusion: Midazolam, Phenobarbital etc. Kombinationstherapie für resistente Fälle gleichzeitiger Beginn mit peroraler Therapie (Magensonde) Phenobarbital 5mg/kg Gabapentin
- weitere Diagnostik neurologische Untersuchung (wiederholen) Liquordiagnostik MR/CT Serumspiegel
- Kopftrauma (SHT) ist die Folge einer äusseren Gewalteinwirkung auf den Schädel und/oder das Gehirn mit primären und sekundären Verletzungsfolgen Primärschaden: Direkte Gewalteinwirkung Sekundärschaden: minuten-Tage später, Kaskadenreaktion, welche im Endeffekt zum erhöhten intrakraniellen Druck führt: zelluläre Homeostase gestört, Zellödem etc.
- SHT: Therapeutische Massnahmen ABCD Prinzip... Können Polytraumatisierte Patienten sein! Atemwege befreien (bei Koma intubieren) Sauerstoff (Mask, Nasal, Käfig) Ventilation Hypercapnie vermeiden (vasodilatation –ICP) Hypoxie vermeiden Flüssigkeitstherapie Blutdruck sollte ca: 90-120mmH Kontinuerliche Reevaluierung Kopf in erhöhter Position halten (V.jug. Kompression vermeiden) Furosemid (0.7mg/kg) und Mannitol