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Lebensmittelhygiene Vet: Prophylaxe in der Tiermedizin (Fach) / Reinigung und Desinfektion (Lektion)

Proph

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  • Definiton Infektionsprophylaxe? = alle vorbeugenden Maßnahmen, die Infektionen und Erkrankungen durch Mikroorganismen verhindern→ wesentlicher Beitrag zur Reduktion des Antibiotikaeinsatzes
  • 3-Säulen-System: stabile Infektionsabwehr Maßnahmen zur Optimierung des Haltungsumfelds (Umweltgestaltung, Ernährung, etc.) Reduktion der Stressbelastung (z.B. Temperaturbelastung, verringertes Platzangebot etc.)
  • 3-Säulen-System:Immunisierung aktive Schutzimpfung (kommerzielle Impfstoffe) passive Schutzimpfung Paramunisierung
  • 3-Säulen-System: Biosicherheit externe und interne Biosicherheit 
  • Biosicherheit extern: Erregereinschleppung? Einstallung und Behandlung (Tierspital, Praxen) infizierter Tiere Kontaminierte Fahrzeuge, Geräte, Futter etc.→ unbelebte Vektoren Personen, Nagetiere, Vögel, Katzen etc. → belebte Vektoren
  • externe Biosicherheit - Maßnahmen zur Verhinderung einer Erregereinschleppung? • Räumliche Trennung und Abschirmung von Produktionseinheiten • Kontrolle des Fahrzeug- und Personenverkehr • Trennung reine und unreine Bereiche  • Quarantäne von Zukaufstieren • Futterhygiene, Wasserhygiene, Luftfilter • Schädlingsbekämpfung
  • Biosicherheit intern: Maßnahmen zur Verhinderung der Erregerausbreitung im Bestand/Tierspital/Praxis? • Vermeidung der Übertragung und Ausbreitung • Reduzierung des Infektionsdrucks • Unterbrechung von Infektketten • Reinigung – Desinfektion/Sterilisation - Schädlingsbekämpfung • Alles-Rein-Alles-Raus-Prinzip • Reduzierter Kontakt mit Ausscheidungen • Isolierung/Abtrennung kranker/infizierter Tiere • Tierkörperbeseitigung • Vermeidung von Überbelegung und immunsupprimierenden Haltungsbedingungen • Optimierung des Stallklimas
  • Entwesung - Desinfestation? = Schädlingsbekämpfung und Vermeidung von Schädlingsbefall weil Schadnager (Mäuse, Ratten), Arthropoden (Fliegen)  und Vögel (Tauben) sind → Überträger von Krankheitserregern → Verursacher wirtschaftlicher Schäden
  • Entwesung - Desinfestation: Maßnahmen • Einhaltung allgemeiner hygienischer Grundsätze zur Vermeidung der Ansiedelung und Vermehrung von Schädlingen • Abschirmungsmaßnahmen (Abdichtung, Fliegengitter, etc.) • Sichere Lagerung von Futtermittel • Schnelle Beseitigung von Tierkadavern • Regelmäßige Stallreinigung (Entfernung von Mist und Futterresten)
  • Entwesung - Desinfestation: Methoden • Physikalische Methoden (mechanische Fangeinrichtungen, elektrische Vernichter etc.) • Biologische Methoden: Konkurrenz- und Feindtiere (Schlupfwespen, Güllefliegen) • Chemische Methoden (Rotentizide, Insektizide etc.)
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  • Desinfektion - Sterilisation: Ziele Desinfektion - Reduktion der Zahl von Mikroorganismen, Abtötung pathogener Mikroorganismen physikalische Verfahren (Pasteurisieren)  biologische Verfahren (Kompostierung)  chemische Verfahren (Begasung) Sterilisation - Abtötung oder Entfernung alle Mikroorganismen physikalische Verfahren (Flammeneinwirkung, feuchte und trockene Hitze) chemische Verfahren Gassterilisation
  • Sterilisation: Physikalische Verfahren  Anwendung von Hitze Abflammen Behandlung von hitzeresistenten OberflächenVerbrennen von Gegenständen bei Seuchenausbrüchenfeuchte Heißluft zur Desinfektion von Geräten gesättigter,gespannter Dampf: Dampfsterilisation bei 121° bzw. 134°C; Autoklav
  • Desinfektion - Sterilisation: Physikalische Verfahren Pasteurisierung: kurzzeitig 60-90°C, z.B. Pasteurisieren von Kolostrum  UV-Lichtbestrahlung: Abtötung von Viren, Bakterien und Pilzen auf Oberflächen und inder Luft, z.B. Operations- und Behandlungsräume Anwendung von trockener Hitze: Heißluftsterilisation
  • Anforderungen an Biozide • breites Wirkspektrum oder hohe selektive Wirksamkeit • rasche und irreversible Wirkung in Gebrauchskonzentration • Geringe Wirkungsverluste durch Milieueinflüsse • Produktstabilität • Unschädlichkeit für Mensch, Tier und tierische Lebensmittel • gute Anwendungseigenschaften und Materialverträglichkeit • gute ökonomische Verträglichkeit • Umweltverträglichkeit
  • chemische Desinfektion = bedeutendes Verfahren zur Verhinderung der Übertragung von Mikroorganismen in der Tierhaltung, im Tierspital, in Tierarztpraxen
  • Wirkmechanismen von Bioziden • Proteindenaturierung (Alkohole) • Oxidation von Proteinen und Nukleinsäuren (Chlor) • Veränderung der Permeabilität von Zellmembranen (Quats)
  • gerichtete Abtötung von Mikroorganismen bedingt viruzid: behüllte Viren abtötend viruzid: behüllte + unbehüllte Viren abtötend bakterizid: Bakterien abtötend fungizid: Pilze abtötend levurozid: Sprosspilze abtötend sporizid: Bakteriensporen abtötend mykobakterizid: Mykobakterien abtötend tuberkulozid: Tuberkuloseerreger abtötend
  • Alkohole: denaturierend bedingt viruzid, bakterizid, fungizid, tuberkulozid unwirksam gegen Bakteriensporen und unbehüllte Viren Anwendung: Oberflächen, Instrumente, Händedesinfektion, Haut und Schleimhaut
  • Aldehyde denaturierend viruzid, bakterizid, fungizid, tuberkulozid, sporozid biologisch abbaubar Anwendung: Räume, Oberflächen, Instrumente
  • Chlor oxidierend  viruzid, bakterizid (nicht gegen Staphylokokken), sporizid, tlw. fungizid, tuberkulozid, korrosiv bei Belastung mit organischen Substanzen eingeschränkte Wirksamkeit – Chlorzehrung Anwendung: Oberflächen, Instrument, Wasser
  • Jod – gelöst in Alkohol oxidierend  viruzid, bakterizid, sporizid (bei langer Einwirkzeit), tlw. fungizid und tuberkulozid Anwendung: Haut-, Schleimhaut- und Wunddesinfektion
  • Ozon oxidierend viruzid, bakterizid, sporizid (bei langer Einwirkzeit), tlw. fungizid und tuberkulozid, korrosiv Anwendung: Wasser
  • Wasserstoffperoxid oxidierend gute Umweltverträglichkeit viruzid, bakterizid, sporizid (bei langer Einwirkzeit), tlw. fungizid und tuberkulozid , korrosiv Anwendung: Oberflächen, Instrumente, Haut und Schleimhaut
  • Peressigsäure (PES) oxidierend  zerfällt in Essigsäure und Wasserstoffperoxid, auch bei niederen Temperaturen einsetzbar viruzid, bakterizid, sporizid, fungizid und tuberkulozid, korrosiv Anwendung: Oberflächen, Instrumente
  • Kalkmilch denaturierend  auch bei niederen Temperaturen einsetzbar zur Desinfektion von Fest- und Flüssigmist, Aquakulturanlagen wirksam gegen Viren und Bakterien unwirksam gegen Mykobakterien und Bakteriensporen
  • Kalkstickstoff denaturierend Desinfektion von Flüssigmist mykobakterizid bei niederen Temperaturen einsetzbar
  • Branntkalk Desinfektion von Festmist hohe Wirksamkeit auch bei niederen Temperaturen einsetzbar
  • Quartäre Ammoniumverbindungen – Quats Quartäre Ammoniumverbindungen – Quats gute Reinigungswirkung, eingeschränktes Wirkspektrum:gute Wirksamkeit gegen Gram-positive Bakterien aber nichtwirksam gegen unbehüllte Viren, Mykobakterien, Bakteriensporen, Anwendung: Haut (Händedesinfektion), Schleimhaut 
  • Einflussfaktoren auf die Wirkung von Bioziden • Menge und Art der Mikroorganismen • Menge, Art, Konzentration und Einwirkzeit des Biozids • Reinheitsgrad und Beschaffenheit der zu desinfizierenden Flächen • Umgebungstemperatur und pH-Wert • Wasserhärte des Verdünnungswassers • Relative Luftfeuchte und Luftgeschwindigkeit
  • Wirksamkeitskontrolle Durchzuführen z.B. bei Verschlechterung des Gesundheitszustandes → Verfahrenskontrolle: Überprüfung des Reinigungseffekts, Einwirkzeit etc.  → Mikrobiologische Standarduntersuchungen: Quantifizierung des Keimgehalts und Problemkeimerfassung nach Desinfektionsmaßnahmen (Probenentnahme an 5 Ortenje 5 Proben an verschiedenen Stellen)
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  • Zulassung von Bioziden Zulassung und Verwendung europaweit durch Biozidverordnung VO (EU) Nr. 528/2012 geregelt: Genehmigung von Wirkstoffen erfolgt auf EU-Ebene, die Zulassung der Handelspräparate in den einzelnen Mitgliedsstaaten
  • Formen der Desinfektion Prophylaktische Stalldesinfektion Gesamtdesinfektion (leerer Stall)Teildesinfektion (unbelegte Stallbereiche)Zwischendesinfektion (belegter Stall) Gezielte Desinfektion im Seuchenfall Entwesung vor Desinfektionvorläufige Desinfektion (hochkontagiöse Erreger, vor Reinigung)laufende Desinfektion (leicht verschleppbare Tierseuchen, 1 x täglich)Schlussdesinfektion (nach Entfernen seuchenerkrankter Tiere) Prophylaktische Desinfektion zur Vermeidung (nosokomialer) Infektionen HändehygieneReinigung und Desinfektion von FlächenAntiseptikPeri-operative MaßnahmenEntsorgung
  • Reinigung = Voraussetzung für die Anwendung chemischer Desinfektionsmittel Mechanische Grobreinigung (Mist trocken entfernen,Gülle aus Güllekanälen auslassen etc.) Einweichen des festanhaftenden Schmutzes mit Wasser Nassreinigung (Eigentliche Reinigung mit Hochdruckreiniger)
  • Reinigung: Schritte • Reinigung von oben nach unten, abfließendes Wasser sollte klar sein• Gebrauchswasser sollte mikrobiologisch Trinkwasserqualität aufweisen • Nach Reinigung und vor Desinfektion Flächen trocknen lassen