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Entwicklungspsychologie (Fach) / Emotionale Entwicklung und Bindung (Lektion)

4.2. zu Soziale und Persönlichkeitsentwicklung

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  • Basisemotionen bei der Geburt nur Zustände, Handlungen: Interesse, Unwohlsein, Zufriedenheit. aus denen sich dann über die Entwicklung, ab 2,5-7Monate, universelle Basisemotionen ausdifferenzieren.: Ärger, Traurigkeit, Freude, Überraschung, Furcht.
  • Sekundäre (komplexe) Emotionen ab 18-24Monate: Peinlichkeit, Scham, Schuld, Neid, Stolz. auch selbstbewusste Emotionen genannt (man hat schon ein Bild von sich entwickelt). Starker Einfluss der Eltern (Lob, Tadeln) → entwickeln sich in sozialer Interaktion (es werden Standards durch andere aufgestellt, die möglichst erreicht werden sollten → sozialisiert), dann internalisiert.
  • Sozialisierung kulturabhängigkeit: z.B. durch Unterstützung starken, positiven Emotionsausdruck vs. Emotionskontrolle → Lernen durch Verstärkung und Modelle.
  • Emotionsregulation zur Selbstkontrolle über Fremdkontrolle --> Sozialisierung von Emotionen : erst über Bewegungen, und dann Sprache, (Wygotski). Emotionsregulation also gelernt über Verstärkung und Modelle und kulturabhängig: Unterstützung von starkem, positivem Emotionsausdruck vs. Emotionskontrolle. Pbl.: wenn Selbstregulation nicht gelernt wird → Entfremdung von anderen Kindern, Erwachsenen. (Erkennen eigener Verantwortlichkeit muss gelernt, instruiert, sozialisiert werden). → bestimmte Emotionen werden gezielt von Erwachsenen aufrecht erhalten (Mitfühlen, Schuld, Stolz). andere lernen Kinder zu verstecken (z.B. Enttäuscht sein über Geschenk, ab drei Jahren).
  • Erkennen und Interpretieren (!) Soziale Rückversicherung: ab 8-10 Monaten schauen die Kinder wie Eltern (später allgemein alle Erwachsenen) emotional auf unsichere Situationen reagieren. für 1Jährige sind lautl. Äußerungen informationshaltiger als mimische. ab 12 Mon.: handeln sie erst, dann schauen sie nach Reaktion. → Kinder erlernen Emotionen (als Reaktionsprogramme bei unsicheren, ambivalenten Situationen). und wenn sie mit Eltern über Emotionen sprechen (→ Emotionen bei anderen erkennen, soziale Kompetenz). ab 4-5 Jahre: Gründe für Emotionen. ab 8 Jahren: Einbeziehen individueller Merkmale (vgl Piagets konkret-operatorisches Stadium).    
  • Temperament individuelle Tendenz in vorhersehbarer Weise auf Ereignisse zu reagieren = Basis der menschlichen Persönlichkeit (eigentlich Grundtendenzen wie bei Big Five, die sind aber bei Kindern nicht erfassbar, deshalb:) Aktivitätniveau Irritabilität Fähigkeit, sich zu beruhigen Furchtsamkeit Soziabilität im Vgl.: Basisemotionen (universell); Sekundär-Emotionen (sozialisiert, kulturabhängig, wichtig für's soziale Zusammenleben); Temperament (nicht erziehbar, Eigenschaft. biolog. bestimmtes Level an Emotionen und Verhaltensreaktionen: mittlere erbliche Einflüsse: Shared environment (z.B. Elternhaus) → positiver Affekt; Nonshared environment (z.B. differentielles elterliches Verhalten → Aktivitätsniveau, Furchtsamkeit - resistent gegenüber Erziehung) Stabilität: Verhaltenshemmung ist relativ stabil → biolog. Wurzeln, schnellere Erregbarkeit durch Neues im negativen Emotionszentrum des Gehirns.
  • Temperamentsprofile Einfaches Temperament: ausgeglichen, gute Laune, offen und anpassungsfähig. Schwieriges Temperament: aktiv, irritierbar, unvorhersehbar. Langsame Gewöhnung an Neues. Langsam-warm-werden: passiv, launisch, langsame Gewöhnung an Neues. → Wichtig ist die Passung zwischen elterlichem Verhalten und kindlichem Temperament. → Ruhe und Geduld bei schwierigem Temperament!
  • Emotionale Bindung (attachment) starke gefühlsmäßige Verbindungen, die wir mit anderen Menschen haben. sicher gebundene Menschen: Wohlfühlen in sozialen Interaktionen; Geborgenheit durch die Anwesenheit des Partners in Zeiten von Stress oder Unsicherheit. (Wer gibt mir in Stresssituationen das Gefühl von Sicherheit - Bindung) Eltern-Kind-Beziehungen: sind reziprok: Kinder binden sich an die Eltern, Eltern binden sich an die Kinder. → Bindungen entstehen durch synchrone Interaktionen (Mutter stimuliert Kind, Kind lacht, wendet sich ab, Mutter hört auf, Kind guckt wieder hin, Mutter fährt fort...)
  • Bindungstheorien Psychoanalyse: Füttern. Lerntehorie: Füttern → Zufriedenheit = Belohnung. Ethologische Theorie: Bowlby: Bindung schon in der Entstehung unserer Art angelegt: Attachment ist adaptiv: Schutz vor Feinden → Reproduktion wird garantiert. Kindchenschema → positive Reaktion. Erste Rooting-, Greif- und Saugreflexe → Kind braucht mich. ABER: Eltern müssen lernen, die Signale ihrer Kinder zu lesen.
  • Individuelle Unterschiede in der Bindungsqualität (!) Ainsworth (Strange Situation Test): → inwiefern erleben Kinder ihre Eltern in einer Situation des Stresses als Hilfe? Elternteil mit Kind → sichere Basis. Fremder kommt, unterhält sich mit Elternteil (social referencing) → Fremdenangst. Elternteil geht → Trennungsangst. Elternteil kommt → Verhalten bei Wiedervereinigung. Elternteil und Fremder gehen → Trennungsangst. Fremder kommt wieder → Fähigkeit sich von einem anderen trösten zu lassen. Elternteil kommt → Wiedervereinigungsverhalten.  
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  • Bindungstypen (!) sicher (B-Typ, 65%) → Kinder lassen sich beruhigen. unsicher-vermeidend (A-Typ, 21%) → Kinder suchen Eltern gar nicht zur Beruhigung. Unsicher-ambivalent (C-Typ, 12%) → suchen Eltern, rennen aber wieder weg. (desorganisiert/desorientiert (D-Typ, 15%)
  • Einflussfaktoren auf die Bindungstypen Elterliche Feinfühligkeit/Sensibilität gegenüber der Bedürfnisse der Kinder. Promptes Reagieren auf kindliche Signale. Ausdruck von Wärme und Liebe. reziproke Interaktion. Gegenseitigkeit. Unterstützung bei kindlichen Aktivitäten. Stimulation.
  • internes Arbeitsmodell dynamische und erfahrungsabhängige kognitive Repräsentationen von sich selbst und anderen: eigener Wert und die Verlässlichkeit der Anderen. geprägt durch: Beziehung zu den Eltern (Urbild) übertragen auf: Beziehung zu anderen Menschen.
  • Folgen von Bindung Kindheit: Bindungssicherheit als ein Filter für positive vs. negative Ereignisse. Jugendalter: höheres Selbstbewusstsein, bessere Noten, positivere innere Bilder von Freunden, engere und unterstützendere Freunde.
  • Intergenerationale Transmission von Bindung In der Familie das Interne Arbeitsmodell weitergegeben? Durch (1) Sensitivität, Responsivität, (2) Spaß, Freude am Kind → zu 60%,70% übereinstimmend.
  • Determiniert frühkindliche Bindung die Entwicklung im Erwachsenenalter? Nein, Arbeitsmodelle sind dynamisch, erfahrungsabhängig. Aber: Arbeitsmodelle legen Reaktionstendenzen und Interpretationen nahe.