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BIOPSYCHOLOGIE (Fach) / Biopsychologie Bachelor (Lektion)
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- Was versteht man unter Releasing-Hormonen ? Von welcher Gehirnstruktur werden sie ausgeschüttet und welche Rolle haben hier spezifisch Hypophysenvorder- und Hinterlappen ? Releasing-Hormone sind Hormone des Hypothalamus, welche den Hypophysenhinter- oderVorderlappen aktivieren, damit diese ihre Hormone freisetzen.HVL : Releasing/Inhibiting-Hormone werden über ein Pfortadersystem vom Hypothalamus inden HVL geschüttet. Dabei unterscheidet man "anregende" Hormone ( Releasing-Hormone,führen zur Hormonausschüttung des Hypophysenvorderlappens, zb. von gonadotropenHormonen ) und und "hemmende" Hormone ( Inhibiting-Hormone ), welche dieHormonausschüttung des HVL hemmen.HHL : Neurone des Hypothalamus bilden die Hormone für den HHL, sie werden entlang derAxone in den HHL transportiert, bis eintreffende Aktionspotenziale die Ausschüttungkennzeichnen.Bei beiden handelt es sich um Peptidhormone.
- Nennen Sie die drei Phasen des Energiestoffwechsels ! 1.) Cephalische Phase : "Vorbereitungsphase" : Ausschüttung großer Mengen Insulin undwenig Glukagon, um Glukagonspiegel zu senken, ausgelöst durch"Nahrungsaufnahmerwartung"2.) Resorptive Phase : "Aufnahmephase" : Deckung des aktuellen Energiebedarfs,Überschuss wird gespeichert, hoher Insulin u. niedriger Glukagonspiegel3.) Fastenphase : " Zeit zwischen Nahrungsaufnahme " : Rückgreifen auf gespeicherteEnergiereserven, niedriger Insulin u. hoher GlukagonspiegelWas fördert und hemmt ein hoher Insulin- bzw. Glukagonspiegel
- Welche Rolle spielen Darmpeptide bei der Ernährung ? 1.) Sättigungspeptide ( z.B. Cholecystokinin -> beteiligt an Auslösung des Sättigungsgefühls)2.) Hungerpeptide ( z.B. Galantin -> beteiligt an Auslösung des Hungergefühls )
- Was sind Barorezeptoren und wo befinden sie sich ? Drucksensoren, die den Blutdruck melden ( Regulation der Herzfrequenz/Blutdrucks, gebenSignale zur Erweiterung/Verengung der Gefäße), im Herz und an den Carotiden ( =>Carotissinusreflex. Bei Blutdruckanstieg nehmen die Barorezeptoren den Druck wahr undübermitteln über die Medulla Oblongata und von dort über den Nervus Vagus ein Signal zurAbnahme der Herzfrequenz, dass der Blutdruck wieder sinkt).
- Was versteht man unter Arterieller Hypertonie ? Welche Ursachen hat sie, was sind die Symptome und Folgen ? Im Allgemeinsprachgebrauch als " Bluthochdruck" bezeichnet, hohe Systolische/DiastolischeWerte. Unterscheidung zweier Typen :1.) Essentielle ( primäre )arterielle Hypertonie ( 90 % ) : Bluthochdruck ohne organischeUrsachen2.) Symptomatische ( sekundäre ) Hypertonie (10 % ): organgebundene Ursachen( hormonell … )Symptome : Schwindel, Kopfschmerz, NervositätFolgen: Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Schlaganfall, Herzinfarkt, vaskuläre Demenz
- Warum ist ein trainiertes Herz einem untrainierten in "doppelter Hinsicht" Überlegen ? Der Wirkungsgrad des Herzens hängt vor allem von zwei Faktoren ab : Schlagvolumen undSchlagfrequenz. Ein trainiertes Herz hat eine geringere Schlagfrequenz, was zur längerenDiastole und zu besserer Durchblutung führt. Zusätzlich hat es ein hohes Schlagvolumen, alsoweniger Energieverbrauch.
- Was versteht man unter Aktivierung / Aktiviertheit / Arousal ? Nenne Beispiele ! Aktivierung : Grundprozess des Organismus, der einer Optimierung auf psychophysischerBasis für adäquates Reagieren auf externe/interne Anforderungen dient ( angeregter Zustand=> erhöhte Leistungsfähigkeit ).Beispiel : Erhöhung der Herzfrequenz bei aufkommender Angst ( => Flucht )Aktiviertheit : Zustand der Aktivierung, gekennzeichnet durch ein erhöhtes EnergieniveauBeispiel: Erhöhte Herzfrequenz bei Angst ( => Flucht, höhere Energiebereitstellung )Arousal : Phasische Aktivierung ( z.B. Stimulusbezogen )Beispiel : "Sehen" einer Spinne ( bei Spinnenangst ) -> Erhöhung der Herzfrequenz
- Was versteht man unter der "Yerkes-Dodson-Regel" ? Besagt, dass es einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang gibt zwischen Aktivierung unterLeistung. Die Leistung ist bei mittlerer Aktivierung am höchsten, zu hohe Aktivierung ( abdem Mittel ) führt also zu einem Leistungsabfall.
- Was besagt das Zwei-Prozess-Modell der Habituation nach Groves u. Thompson ? Zwei Systeme : Habituationssystem u. StatussystemHabituationssystem : Direkter Weg zw. Rezeptor u. Effektor, bei wiederholter Reizung =>verminderte ReaktionStatussystem : Aktiviertheit des Organismus, bei wiederholter Reizung : Sensibilisierung
- Was versteht man unter "Reaktionsspezifität " ? => Das Reaktionsmuster bei verschiedenen ReaktionenStimulusspezifische Reaktion : ähnliche Reaktion ähnliche ReizeIndividualspezifische Reaktion : ähnliche Reaktion einer Person auf unterschiedliche ReizeMotivationsspezifische Reaktion : Reaktion durch ähnliche Motivationslage
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- Was versteht man unter "Interozeption" ? Wie lässt sie sich messen ? Zwei Beispiele. => Fähigkeit, körperinterne Phänomene wahrzunehmen ( Ausnahme : Muskeln, Sehnen,Gelenke )Externe Stimulation : Dehnungsreize ( => Ballonsonden Magen-Darm-Trakt )Mentales Tracking : z.B. Zählen der Herzschläge
- Was versteht man unter Ableitung, Biosignal und Kennwert ? Ableitung : Messungen am Körper ( z.B. EEG )Biosignal : Direkt am Körper gemessene Signale ( z.B. elektrische Aktivität im EEG )Kennwert : Aus Biosignalen abgeleitete Funktionsmaße, die in Zusammenhang mit denGrößen stehen ( z.B. Amplitude im EEG, Augenbewegungen im EOG, kardiovaskuläreAktivität im EKG )
- Was versteht man unter Hautleitfähigkeit ( EDA ? ) EDA = Elektrodermale Aktivität ( => wie gut elektrische Aktivität über die Haut leitet ).=> Beim Anlegen niedriger Spannungen an der Hautoberfläche ist der fließende Strom nichtkonstant ( => Hautwiderstand ändert sich ), Schweißdrüsen arbeiten wie Widerstände,Hautleitfähigkeit : Reziprok zum Widerstand ( I=U/R=U*C ).Vermehrte Schweißdrüsenaktivität : Schweiß an Hautoberfläche => ZusätzlicheLeitungspfade zw. Dermis und Hautoberfläche
- Was sind die physiologischen Grundlagen des EEG ? Welche drei Typen von Konfigurationen von Neuronen unterscheidet man bei der Elektrogenese ? Dipolstruktur : Vor allem Pyramidenzellen ermöglichen einen elektrischen DipolPostsynaptische PotenzialeSynchronizität größerer ZellgruppenGeometrie : Senkrecht zur Cortexoberfläche ( => Open Field Konfig. )Konfigurationen :1.) Open Field : Geordnete Abfolge von Neuronen ermöglicht gute Leitbarkeit2.) Closed Field : Elektrisch neutrale durch geschlossenen Regelkreis (z.B. Thalamus )3.) Open/Closed Field : Partiell messbar, Mischung zwischen Open/Closed Field
- Warum sind EEG-Messungen nie bei allen Probanden gleich genau ? => Die Elektrodenpositionen sind bei verschiedenen Personen nicht immer gleich=> Mögliche Unterschiede zw. linker und rechter Hemisphäre
- Was versteht man unter einem Tumor ? Welche Arten von Tumoren werden unterschieden ? Wucherndes Zellwachstum in bestimmtem Gewebe.Benigne Tumore : Gutartig, erzeugen keine BeeinträchtigungMaligne Tumore : Bösartig, schädigen umliegendes ZellgewebeMetastasierende Tumore : bösartige Tumore können sich teilweise abspalten und in andereKörperstrukturen gelangen, wo sie schädigen
- Was versteht man unter einem Schlaganfall ? Welche beiden Haupttypen lassen sich dabei unterscheiden und charakterisieren ? Plötzlich auftretende cerebrovaskuläre Störung, die zu Hirnschäden führt ( z.B. Neglect,Asomatognosie, Astereognosie ) .Hämorrhagie : Blutgefäß reißt, Blut fließt in das umliegende Gewebe und schädigt dies ( z.B.Aneurysma )Ischämie : Mangeldurchblutung ( Unterversorgung durch Sauerstoff/Glukose ), derunterversorgte Bereich stirbt ab ( Ursachen : Embolien, Thrombosen, Arteriosklerose ), kannauch ausgelöst werden durch perinatale Hypoxie
- Welcher neuropathologische Prozess ist bei Schlaganfällen beobachtbar ? Glutamat-Kaskade. Verstopfung von Blutgefäßen führt zu übermäßigen Freisetzung vonGlumat, bindet an Rezeptoren und führt durch Öffnung der Na/Ca Kanäle zu übermäßigemEinstrom ins postsynaptische Neuron. Dort stirbt Neuron aufgrund von Glutamat-Überschussab, führt aber vorher selbst eine übermäßige Glutamatausschüttung aus => Toxische,ausbreitende Kaskade .
- Wie werden Gehirninfektionen auch bezeichnet ? Wodurch werden sie ausgelöst ? Nenne Beispiele ! Als Encephalitis : Infektiontionen des Gehirns durch MikroorganismenBakterieninfektionen : - Meningitis ( Hirnhautentzündung => Eiteransammlung, Fieber )- Syphilis ( sexuell übertragbar, bei Nichtbehandlung progressiverZerfall von Gehirngewebe, Behandlung durch Antibiotika )Virusinfektionen : - Neurotrope Infektionen ( v. allem Nervengewebe befallen z.B.Tollwut => Gewaltbereitschaft )- Pantrope Infektionen ( können verschiedene Gewebe befallen, auchdas NS, z.B. Herpes )
- Was sind Neurotoxine ? Welche kann man unterscheiden ? Nervengifte, die die Blut-Hirn-Schranke durchdringen und das NS schädigen.Schwermetalle ( => Intoxikationspsychosen, z.B. Quecksilber )Antipsychotische Medikamente ( => Spätdyskinesie ( Bewegungsstörung v.A. imGesichtsbereich => Schmatzgeräusche etc. )Alkohol ( toxische Wirkung, mit Thiaminmangel indirekt toxische Wirkung => Korsakow )Endogene (körpereigene, s. Glutamatkaskade ) / Exogene Neurotoxine ( Nikotin etc. )
- Beschreibe den Weg von der Retina zum Cortex ! Retina => Nervus Opticus => Chiasma Opticum => Tractus Opticus => CGL => (RadiatioOptica=> ) Primärer v. Cortex
- Wie unterscheiden sich Dreifarbentheorie und Gegenfarbentheorie zum Farbensehen ? Dreifarben : Drei verschiedene Zapfentypen ( G,B,R ), jede Farbe ausSpektralfarbenkombination herstellbar ( relative Anteile u. Aktivierung der Zapfentypen )Gegenfarben: Zusammenhängende Kanäle für Hell/Dunkel, R/G, B/Gelb, Bei Reizung einesKanals wird der jeweils andere Kanal inhibiert ( => Zellen reagieren maximal auf einenTypus, erklärt Negative Afterimage )
- Was ist Achromatopsie ? Welche Region ist betroffen ? Unfähigkeit Farben zu erkennen, Schäden meist in V4 ( sekundärer visueller Cortex ).
- Welche Beeinträchtigungen ziehen Läsionen des auditorischen Cortex nach sich ? Keine Beeinträchtigung der Tonwahrnehmung, dafür Lokalisationsdefizite. Zusätzlich :Worttaubheit. Schnelle Abfolge von Schallereignissen kann nicht beurteilt werden ( =>Unverständnis für komplexe Sprachsequenzen ).
- Welche drei interagierende Systeme der Somatosensorik werden unterschieden ? Exterozeptiv : Äußere Reize ( Tasten, Temperatur, Schmerz )Interozeptiv : Innere Zustände ( Blutdruck etc. )Propriozeptiv : Muskeln, Gelenke, Gleichgewicht
- Was sind Spiegelneurone ? Wo befinden sie sich ? Neurone die aktiv sind, wenn man bedeutungstragende Bewegungen sieht. Broca-Zentren
- Wo liegt der primäre motorische Cortex ? Nenne Organisationsprinzipien ! Im Gyrus praecentralis ( BA 4 ).Somatotope Struktur (motorischer Homunkulus) ( aber keine Fingerareale, sondernHandareale zur Koordination der Fingerbewegungen ). Kontrolliert bestimmte Muskelgruppeund erhält Feedbach durch somatosensorischen Cortex.- Zwei Handareale für Signale von Hautrezeptoren ( => Stereognosie ) ( nach Schädigung :Astereognosie, keine Paralysen oder Ausfall der Willkürmotorik )- Vorzug von Neuronen im Armareal
- Welche Rolle spielen die Basalganglien bei Bewegungen ? - Motorische Kontrolle, Initiieren von Handlungen, beteiligt am sensomotorischen Lernen- Bestandteil neuronaler Schleifen ( erhalten Input aus verschiedenen Cortexbereichen undleiten über Thalamus zu motorischen Arealen )
- Erklären Sie "reziproke Innervation" am Beispiel des Schutzreflexes ! Reziproke Innervation : Erregung und Erschlaffung antagonistischer Muskelpaare ( z.B.Bizeps u. Trizeps ).Aufgrund Schmerzreiz z.B. am Finger feuern exzitatorische und inhibitorische Neurone,durch das exzitatorische Feuern kontrahiert der Bizeps, während das inhibitorische Feuernzur Relaxation des Trizeps führt=> Schnelle Flexion des Ellenbogens ( "weg von Schmerzstimulus" )
- Sprache wird durch ein Netzwerk neuronaler Strukturen in der Nähe der Fissura lateralis realisiert. Drei dieser Strukturen weisen Größenunterschiede zwischen linker und rechter Hemisphäre auf. Nennen Sie diese drei Regionen und beschreiben Sie deren Lokalisation und welche Rolle sie bei der Sprachverarbeitung spielen. 1.) Heschl-Gyrus (Tendenziell rechts größer): Bei BA 41/42 im Temporallappen ( vorPlanum Temporale ) : Primärer auditiver Cortex => Lautstärke/Tonqualität vonSprachstimuli2.) Planum Temporale (tendenziell links größer ): Posterior zu BA 41/42 ( =>Heschl-Gyrus)im Temporallappen,(links : Wernicke-Areal ) => Involviert in Sprachverständnis3.) Operculum frontale (Lateralisierung weniger deutlich ) : Im inferioren PräfrontalenCortex ( links : Broca-Areal ) => Sprachproduktion u. Artikulation
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- Welche Auswirkung hat eine selektive Hippocampus-Läsion auf das Gedächtnis ? Wie heißen die Zellen, die im Hippocampus besonders aktiv sind, und wo liegt er ? Beeinträchtigung des LZG für räumliche Beziehungen, keine neuen Umgebungen merkbar.Retrograde Anteile räumlicher Beziehungen sind nicht beeinträchtigt. Die Zellen = Ortszellen( feuern, wenn man sich in einem bestimmten "Ort" aufhält, also in "Ortsfeldern" der Neurone). Liegt im inferioren medialen Temporallappen.
- Warum sind Ratten ein besseres Tiermodell für die Erforschung von Objekterkennungsamnesie als Affen ? Affen : Hippocampus-Aspiration erzeugt meist Schäden am rhinalen CortexRatten : Hippocampus-Aspiration erzeugt Schäden am Parietalcortex=> Da rhinaler Cortex involviert in Gedächtnissysteme kann bei Affen durch Schädigungdes rhinalen Cortex keine eindeutige Zuordnung festgestellt werden.
- Nenne zwei Theorien zur Gedächtniskonsolidierung. 1.) Vorübergehende Speicherung in Hippocampus und Überführung in stabilereCortexstrukturen2.) Hippocampus speichert Erinnerungen, durch permanente Rekonsolidierungzunehmende Resistenz gegen Hippocampusschädigungen ( => erklärt lange Gradienten fürretrograde Amnesie, da erhöhte Rekonsolidierung
- Derzeit werden drei Modelle diskutiert, die auf unterschiedliche Art und Weise erklären, wie während des Neuronenwachstums Axone und Dendriten den Weg zu ihren Bestimmungsorten finde. Beschreiben Sie diese Modelle und die Befunde, die Sie stützen. 1.) Chemoaffinitäts-Hypothese : Axone werden durch spezifische chemische Attraktorenausgehend vom Ziel angezogen.Befund : Sperrys Augenrotation u. Regeneration bei Fröschen : Rotation des Auges um 180°( mit u. ohne. Sehnervdurchtrennung ), Schnappen nach Stimulus in um 180° falsche Richtung( => Axone wachsen zu ursprünglichen Synaptischen Stellen im Tectum Opticum zurück,erklärt aber nicht warum manche Axone Umweg machen ).2.) Wegweiser-Neuronen-Hypothese : Wachstum neuer Axone entlang bestehender Axone( => Fasciculation, anhand von Pionierkegeln).Befund : Bei Zerstörung der Pionieraxone im Hühnerembryo-Rückenmark erreichennachfolgende Axone den Bestimmungsort nicht ( aber : Anordnung der Axone bleibt nichterhalten )3.) Hypothese vom topographischen Gradienten : Axone einer topographischen Flächewandern systematisch zu Zieloberfläche mit ähnlicher topographischer Anordnung.Befund : A.) Durchtrennung des Sehnervs / Retinahälfte bei Fröschen zerstört : Projektion derret. Ganglienzellen systematisch zum ganzen TectumB.) Durchtrennung des Sehnervs/ Zerstörung halbes Tectum : Projektion der ret.Ganglienzellen systematisch verteilt zur gesamten Hälfte des Tectums
- Erläutern Sie den Einfluss der Erfahrung auf neuronale Entwicklung anhand von Beispielen ! Welche Mechanismen können neben Erfahren noch Auswirkung auf die neuronale Entwicklung haben ? 1.) Pruning : " Use it or lose it " - Aktiver Abbau überschüssiger Kontaktstellen durchLernerfahrung ab dem 6. Monat( z.B. im visuellen Cortex bei Kindern ab 6 Monaten )2.) Monokulare Deprivation : Bei entwicklungstechnisch früher Abdeckung eines Augesfindet sich nach einiger Zeit eine massive Abnahme der Verzweigungen von Neuronen, dievom CGL im Thalamus in Schicht IV des primären visuellen Cortex projizieren.( Gleichzeitige Erhöhung der Leistung des anderen Auges => kompetitiver Effekt, beiAbdeckung beider Augen findet sich keine Abnahme )3.) Augenprismen bei Schleiereulen : Falscher visueller Input durch frühe Prismen führtauch zu Änderung der Tonotopie im auditorischen Cortex
- In einigen Strukturen kann auch im adulten Hirn noch Neurogenese stattfinden. Nenne Befunde - Adulte neuronale Stammzellen im Ependym wandern zum Bulbus Olfactorius- Hippocampus ( => LTP, 60 % mehr HC Neurone bei Ratten in stimulierender Umgebung )- Zunahme von Neuronen in singrelevanten Strukturen bei Singvögeln zur Paarungssaison
- Was sind die Mechanismen der neuronalen Reorganisation ( auch zwei Stadien-Modell genannt ) ? Durch welche Befunde werden sie gestützt ? 1.) Schnellere Prozesse : Verstärkung bereits bestehender Verbindungen über den Wegfallvon Hemmung ( => Abbau von Inhibition )2.) Sprouting : Bildung von neuen Verbindungen über kollaterale Aussprossung( langsamere Prozesse: Somatotope Reorganisation größerer Areale )Befunde : - Phantomschmerz ( => z.B. Kortikale Ausbreitung des Armareals im somatosen.Cortex nach Armamputation => Empfindungen von Armberührung bei Gesichtsberührung )- Sensorisches System : Reorganisation des motorischen Cortex von Ratten nachDurchtrennung der motorischen Neurone für die Tasthaare( Reorganisation nach Hirnschädigung : somatosen./motor./vis. Defekte haben höhereBesserungsrate, wenn die Schädigung in jüngeren Jahren auftrat )
- Welche Hirnregionen sind dem Wernicke-Geschwind-Modell zufolge beim Antworten auf eine gehörte Frage/beim lauten Lesen aktiv und welche Funktion haben sie ? Hören : 1.) Primärer Auditorischer Cortex : Basale auditorische Informationsverarbeitung2.) Wernicke Areal (BA 42): Sprachverständnis ( + neuronale Repräsentation einer Antwort )3.) Fasciculus Arcuatus : Verarbeitung der Sprache ( v.a. wiederholte Wörter )4.) Broca Areal (BA 44): Sprachproduktion5.) Primärer motorischer Cortex : Aktivation der Artikulationsmuskulatur ( Gesicht … )Lesen :1.) Primärer visueller Cortex : Lesen der Wörter2.) Gyrus angularis ( BA 39 ) : Transformation visuelle Wortform in auditorischen Code3.) Wernicke Areal : Sprachverständnis4.) Fasciculus Arcuatus : Verarbeitung5.) Broxa Areal : Sprachproduktion6.) Prim. motorischer Cortex : Artikulationsmuskulatur
- Welche wissenschaftlichen Befunde sprechen gegen das Wernicke-Geschwind-Modell ? Welche Schlussfolgerung lässt sich ziehen ? Gegen:1.) Chirurgische Exzision : Bei Exzision der relevanten Areale in manchen Patienten tretenkeine dauerhaften Sprachstörungen auf2.) Diffuse Hirnschäden : Bei Aphasika sind die Gebiete meist weit diffuser verteilt ( undgrößer ), als dass man sich auf die von Wernicke relevanten Gebiete beschränken könnte=> Spezifische Aussagen auf Broca/Wernicke Gebiete nicht bestätigt, es zeigt sich trotzdem :Bei elektrischer Stimulation von Broca/Wernicke Arealen (bei Epileptikern) tretensprachhemmende Phänomene auf ( Expressions-, rezeptive Störungen der Areale 42/44 ) Allgemeine Aussagen bestätigt über Sprachrelevanz der Areale, aber keine Spezifität( Broca-/Wernicke Aphasien nie in Reinform, Aphasien ohne Schädigung der WG-Areale )
- Welches Alternativmodell schlug Peterson 1989 vor ? (statt Wernicke-Geschwind-Modell) Mehrkanalmodell :Oft praktizierte verb. Antworten => sensorische Areale => Assoziationscortex = motorischNeue und komplexe Antworten : sensorische Areale => Präfr. cortex/Gyrus cinguli =>motorische Areale(Keine Additivität bei zunehmender Komplexität ! )
- Warum sind Entwicklungsdyslexien im Englischen doppelt so häufig wie im Italienischen ? => Fast doppelte Phonemanzahl im Englischen, mehr als 30x so viele Grapheme ( z.B. cough,bough => ähnliche Schreibweise aber unterschiedliche Aussprache ) ( => Engländer benutzeneher lexikalische Verarbeitung als Italiener, diese eher Phonetik )( Graphem : ~~ kleinste bedeutungsunterscheidende graphische EinheitenPhonem : ~~ kleinste bedeutungsunterscheidende sprachliche Einheiten )
- Was besagt das Zwei-Bahnen-Parallelmodell der sprachlichen Verarbeitung ? Simultanes lesen gleichzeitig über lexikalischen- und nicht-lexikalischen Weg.Lexikalisch : Gespeicherte Informationen über WorteNicht-Lexikalisch : Allgemeine Ausspracheregeln ( => unbekannte Wörter aussprechbar )Basiert auf Beobachtungen zu Tiefendyslexika / Oberflächendyslexika
- Welche EKP-Komponenten im EEG lassen sich sprachbezogen vorfinden ? N 400 : Lexikalisch-Semantische Integration ( z.B."He spread the warm bread with "socks"" )P 350 : Disambiguierung ( Empirie an Subjekt-Relativsätze + Objektrelativesätze )P 600 : Integrationspzoesse ( "Repair" ) ( "Die Bluse wurde am gebügelt" ) Semantik -> Syntax
- Was versteht man unter einem "Duchenne"-Lächeln ? Ein "echtes" lächeln. Vielen Menschen fehlt die Fähigkeit, den musculus orbicularis oculi undden musculus zygomaticus maior willkürlich zu kontrahieren ( beide kontrahiert bei echtemLächeln )
- Welche Gehirnstrukturen spielen bei der Emotionsverarbeitung eine zentrale Rolle ? Welche Aufgaben haben Sie jeweils ? 1.) Orbitaler präfrontaler Cortex ( BA 10, 11 … ): Reguliert Fähigkeit zur Inhibition,Prozession und Evaluation sozialer und emotionaler Information. Bei Läsion : Mangel anImpulskontrolle (z.B. Brille wiederholt aufsetzen), Imitationsverhalten, kann nicht adäquat imsozialen Kontext agieren ( z.B. Entscheidungsverhalten ohne Inhibition, bei zwei Variantenvon Kartenstapeln mit viel/niedrigen Gewinnen/Verlusten wählen Patienten meist den für sieschlechteren, da sie keine Inhibition zeigen ), keine Hautleitreaktion bei Stimuli mit hohemArousal2.) (Teile des limbischen Systems, vor allem : )Amygdala : Emotionales Gedächtnis . BeiLäsion : Keine Angstkonditionierung mehr möglich ( Exp. : Hautleitwert gemessen vonläsionierten Ratten u. Vergleichsgruppe bei Ton + Elektroschock => KG : Nach Ton erhöhterWert, EG : Nur bei Stimulus erhöhter Wert => Keine Konditionierung ), Furchtmangel ( =Können Valenz von Stimuli nicht mehr eindeutig zuordnen ).
- Welche Auffälligkeiten lassen sich beim Klüver-Bucy-Syndrom beobachten ? Welche Gehirnstrukturen spielen dabei eine Rolle ? Nach bilateraler anteriorer Temporal-Lobektomie : - Übersteigerter Sexualtrieb ( auch mitunpassenden Objekten ), fehlende Empathie, orale Tendenz und Verlust von Angst ( =>Valenz von Stimuli nicht mehr eindeutig zuordbar )
- Was sagen die James-Lange sowie die Cannon-Bard-Theorien zur Emotion ? Welche Beweise können gegen diese Theorien erbracht werden ? Was ist die heutige Sichtweise ? James-Lange : Wahrnehmung der Physiologische Reaktionen im vegetativen undsomatischen NS lösen Empfindung aus ( Stimulus => phys. Reaktion => Empfindung )Cannon-Bard : Externe Stimuli zwei unabhängige Wirkungsweisen : physiologischeReaktion + Emotion ( Stimulus => A). phys. Reaktion B). Empfindung )Dagegen : Menschen mit Querschnittslähmung ( => ohne autonome + somatischesFeedback ) können Emotionen empfinden, Studien ( Probanden sahen Freude/Ärger Diaswährend posit. / negativ. Gesichtsausdrücken -> Emotionslage hinterher auch abhängig vomGesichtsausdruck )Heute : Emotionen/physiolog.Reaktion/Stimulus stehen in konstantem Kreislauf
- Welchen modulatorischen Einfluss hat die Amygdala auf Gedächtnisfunktionen ? - Korrelation hoher Amygdala-Aktivität und Erinnerungsleistung (z.B: pharmakologisch imMorris-Water-Maze, PET-Studien mit emotional besetzten Filmen )- Angstkonditionierung ( => "emotionales Gedächtnis" )- v.A. im Langzeitgedächtnis emotional besetzter Stimuli ( über LTP )
- Welche neuronalen Phänomene lassen sich bei Patienten mit PTSD ( post-traumaticstress- disorder ) auffinden ? Durch welche Befunde werden Sie gestützt ? 1.) Hypoaktivität der Amygdala / Hypoaktivität im orbitaler präfrontaler Kortex bei emotionalen Reizen(Amygdala-Aktivität bei FMRT Studien mit emotionalen Gesichtsausdrücken stark gesenktim Vergleich zur Kontrollgruppe )2.) Evtl. : Kleineres Hippocampusvolumen als prämorbider Risikofaktor ( Anhand vonZwillingsstudien => Hippocampusvolumen geringer als bei Kontrollgruppe )