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Schulpädagogik (Fach) / Vorlesung 19 (Lektion)

Bildungsgerechtigkeit

Diese Lektion wurde von Alyson erstellt.

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  • Gerechtigkeit "Gerechtigkeit bezieht sich auf die Gesamtheit der wechselseitigen nsprüche und Verbindlichkeiten bzw. der moralischen Rechte und Pflichten, die die Menschen gegeneinander haben." (Celikates 2013) Merkmale eines Gerechtigkeitsurteils: Präskriptivität Gerechtfertigtheit Unparteilichkeit
  • Der Diskurs um Gerechtigkeit als Abwägung von Idealen "Ideale sind wie Sterne: Man kann sie nicht erreichen, aber man kann sich an ihnen orientieren." Im Diskurs um "Bildungsgerechtigkeit" werden Ideale diskutiert Im Zentrum des Diskurses: Welches Ideal ist die beste (gerechte) Orientierung für bildungspolitisches Handeln? Weniger relevant: Kann das Ideal erreicht werden? Bildungsgerechtigkeit: Bildungserfolg u. soziale Herkunft Chancengleichheit Bildungsminimum Leistungsprinzip Capability Approach Anerkennung
  • Interpretation und Kritik des Gerechtigkeitsverständnisses bei PISA Im Ideal wird klar, wovon der Bildungserfolg nicht abhängig sein soll. Es wird jedoch nicht klar, wovon der Bildungserfolg abhängen soll: Leistung: Leistung bezeichnet ja gerade die Ergebnisse, die von der sozialen Herkunft abhängig sind Fähigkeit: im Sinne von Leistung (siehe oben), Im Sinne von angeborener Begabung: Entzieht sich dem Einfluss der SuS wie die soziale Herkunft Wille: Es ist unklar, wie und ob SuS entlang der Intensität des individuellen Willens verglichen werden können auch der Wille ist von der sozialen Herkunft abhängig
  • Bildungsgerechtigkeit als Unabhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft Bildungssysteme = große Fairness, wenn SuS sie selbst beeinflussen (Wille, Leistung) können geringes Maß an Fairness, wenn SuS keinen Einfluss nehmen können (Migrationshintergrund, sozioökonomischer Status ...)
  • Chancen Gleichheit: Alle Personen verfügen im gleichen Maße über ein bestimmtes Ausmaß an "Bildungserfolg" Mit Chancengleichheit ist aber nicht die Gleichheit hinsichtlich des Bildungserfolges, sondern lediglich die GLeichheit der Chancen auf den Bildungserfolg bezeichnet Chancengleichheit: Alle betroffenen Personen weisen zum Zeitpunkt (t) die gleiche Wahrscheinlichkeit auf, den Bildungserfolg einem späteren Zeitpunkt (t²) zu erhalten.
  • Gleichheit Gleichheit 1: Den stärksten Schüler stutzt man runter (macht ihn dümmer), um auf das Niveau von Schüler B zu kommen. Schüler C wird stärker gefördert, damit er ebenfalls auf das Niveau von Schüler B kommt. Gleichheit 2: Alle Schüler, B und C, sollen auf das Niveau von Schüler A gelangen. Maximierung: Jeder Schüler soll seines Könnens nach expliziet gefördert und gefordert werden. Dies ist dann jedoch keine Gleichheit mehr! Die Logik der Forderung nach Chancengleichheit sieht vor, erst Fördermaßnahmen zu betreiben, bis ein Einheitliches Niveau erreicht ist. Anschließend, sollen sie einem Wettbewerb ausgesetzt werden, um zur Notengebung alle die gleichen Chancen bzw. Ausgangspunkt gehabt zu haben.
  • Chancengleichheit - Kritische Würdigung Ziel ist eine "faire" Gestaltung der Selektionsfunktion, aber nicht die Abschaffung der Selektionsfunktion selbst. Eine Gleichverteilung der "Chancen" erhöht nicht das Gesamtvolumen der "Chancen" Erhöhung des Leistungsdrucks Beschneidung der Chancen der Begünstigten Enorme Ressourcen notwenidig für die Förderung benachteiligter SuS (Ziel: Gleichheit!) Rechtfertigung der Bildungsverlierer
  • Das Bildungsministerium als "Schwellenkonzeptionen" von Bildungsgerechtigkeit gewisse benachteiligte Kinder erreichen nicht das Bildungsziel Sie befinden sich unterhalb einer Schwelle, welche ein gutes Leben in der mordernen Gesellschaft ermöglichen würde Bildungssystem=Befähigung für ein gutes Leben= autonome Lebensgestaltung=Teilhabe an Sozialen, politischen, ökonomischen, kulturellen Entscheidungen Ungleichheiten überhalb der Schwelle gelten nicht als moralisch anstößig
  • Kritische Würdigung des Bildungsministeriums keine Differenzierung zwischen "natürlichen" und "sozialen" Benachteiligungen Ressourcen für Benachteiligte: Begrenzung und Bottomless-Pit-Problem Familie nicht als Problem Resultatorientierung Ungelichheit über der Schwelle sind moralisch nicht anstößig → Keine Aussage darüber hinaus
  • Das Verdienstkonzept "Der Kern der Verdienstidee besteht darin, dass ein Akteur absichtsvoll etwas Wertvolles tut und dafür Vergünstigungen verdient." Im Hinblick auf Schule: gute schulische Leistung = Beitrag des SuS zum gesellschaftlichen Wohlergehen Sie haben sich in die Lage versetzt, relevante gesellschaftliche Aufgaben zu übernehmen Deswegen ist es gerecht, wenn sie dadurch Vergünstigungen erhalten
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  • Sind SuS für ihre Leistungen verantwortlich? PISA sagt, dass Leistung von sozialer Herkunft abhängig ist d.h. sie sind nicht voll für ihre Leistungen verantwortlich. Ist es dann fair, wenn man SuS mit bildungsnahme Elternhaus 20% ihrer Lesitungspunkte abzieht? Geht nicht, da SuS nichts dafür können, aus welchen Familien sie stammen Glück: Integrales Glück Glückliche Umstände ⇒Integrales Glück annulliert den Verdienst, glückliche Umstände nicht. Wille und Persönlichkeit: Verantwortung bezieht sich auf Handlungen Handlungen sind immer Resultate des individuellen Willens Der Wille ist immer abhängig von der individuellen Persönlichkeit Die Identität ist immer abhängig von der Biografie Die Biografie umfasst immer auch Erfahrungen im Hinblick aud soziale Herkunft, Geschlecht, Wohnort usw. ⇒Das Konzept "Verantwortlichkeit" kann immer als patielle Verantwortlichkeit verstanden werden
  • Fazit das Leistungsprinzip Es ist gerecht, wenn SuS für gute Leistungen eine hohe Vergütung erhalten Verantwortung; Bonus-Malus-Systeme erhöhen die Verantwortung nicht. Sie verringern sie. Glückliche Umstände stehen der Verantwortung nicht entgegen Verantwortung kann nicht als vollumpfängliche Verantwortung konzipiert werden Unmündigkeit der SuS: Geltungsanspruch des Leistungsprinzips nur oberhalb des Bildungsminimums
  • Der Capability Approach What are capabilities? They are the answers to the question, "What is this person able to do and to be?" Combines Capabilities umfasst die Internal Capabilities, die wiederum das innate equipment + human development umfasst. Dies bildet zusammen mit den social, political, economical conditions die Combined Capabilities. Dies zusammen führt zu einer freedom die das functionings (beings ans doings) ermöglicht. Zur Einschätzung des Capability Approaches: Anwendung: Vergleich von Personen Fokus auf Mittel/ Zweck-Unterschiede Anerkennung von menschlicher Heterogenität Capabilities als Freiheiten
  • Anerkennungstheoretische Grundlagen "Ungerechtigkeiten" sind Demütigungen und Missachtungen Entscheidend ist die Perspektive des Indvidums Es handelt sich um Enttäuschungen/Verletzungen normativer Erwartungen, die an die Gesellschaft zu richten von den Betroffenen gerechtfertigt betrachtet wird. Drei Spähren der Anerkennung: Fürsorge/ Liebe Recht Leistung
  • Anerkennung und Bildung Bildungsprozesse sind in soziale Verhältnisse eingebettet: Bildungsgerechtigkeit als Frage der Qualität der Sozialbeziehungen Gerechtigkeitstheorien müssen SuS als nicht villständig autonome Subjekte begreifen Missachtung beeinträchtigt SuS in ihrer Autonomieentwicklung Beispiel: Migrationshintergrund Drastische Zurückweisung von Selektion und Noten
  • Kritik: Problematik des selbst-empfundenen Unrechts Nicht jede subjetiv empfundene Verletzung kann und darf zählen, da zumindest die subjetive Stärke des Gefühls der Missachtung oft nicht der Stärke des Unrechts entspricht - eventuell liegt sogar gar kein Unrecht vor. (Gosepath 2004)