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Schulpädagogik (Fach) / Vorlesung 16 (Lektion)

Bildungstheorien

Diese Lektion wurde von Alyson erstellt.

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  • Bestimmung des Bildungsbegriffs Der Begriff Bildung verweist auf "ein normatives Idealbild der menschlichen Persönlichkeit beziehungsweise auf den Weg, der zur Verwirklichung dieses Idealbildes führen soll. (Giesecke 2004) Erziehungsziele sind Vorstellungsbilder von der Persönlichkeit bzw. von Eigenschaften der Persönlichkeit, die jemand durch Erziehung schaffen, hervorbringen oder fördern will. (Brezinka 1995)
  • Interpretation des Höhlengleichnisses von Platon Befreiung des Menschen aus Befangenheit und Voreingenommenheit Zunächst schmerzhafte Teilhabe an Wissen, Einsicht und Bildung Aufstieg von der Welt des unmittelbar Erfahrbaren zur Welt des Denkens Rückkehr des Gebildeten zur Unterstützung der Nicht-Gebildeten
  • Humboldt: Bildung als Zweck des Menschen Der wahre Zweck des Menschen sit die höchste und proportionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Zweck des Menschen Kräfte Höchste Bildung Propotionierlichste Bildung Bildung (individueller Eigentümlichkeit) zu einem Ganzen
  • Humboldt: Drei Stadien des Unterrichts Gemeinsamkeiten der drei Stadien Stadium Elementarunterricht Stadium Schulunterricht Stadium Universitätsunterricht
  • Klafki: Doppelseitige Erschließung/ kritische Didaktik Theorie der kategorialen Bildung: Bezugspunkt Inhalt: Materiale Bildung (Pfeil zur Kategorialen Bildung) Bezugspunkt Methode: Formale Bildung (Pfeil zur Kategorialen Bildung) Kategoriale Bildung: "doppelseitige Erschließung" Material: Erkennen und Erfahren von bestimmten Inhalten, die erschlossene Wirklichkeit Formal: mit der Wirklichkeit umgehen können, der erschlossene Mensch Bildung ist Erschlossensein einer dinglichen und geistigen Wirklichkeit für einen Menschen - das ist der objetive oder materiale Aspekt; aber das heißt zugleich: Erschlossenheit dieses Menschen für seine Wirklichkeit - das ist der subjetive oder formale Aspekt. Allgemeinbildung in der kritisch-konstruktiven Didaktik: Bildung anhand der "epochaltypischen Schlüsselprobleme Probleme, die das Fortbestehen der Gesellschaft akut befähigen hohe gesellschaftliche und individuelle Bedeutung; zeitliche Stabilität Frieden, Umwelt, gesellschaftliche Ungleichheit, Medien, SUbjetivität Einsicht in die Vielfalt der Lösungsansätze und in die Unverzichtbarkeit der eigenen Urteilsbildung Einstellungen und Fähigkeiten Kritikbereitschaft und -fähigkeit Argumentationsbereitschaft und -fähigkeit Empathie Zusammenhangsdenken
  • Zusammenfassung von Aussagen von Platon, Humboldt und Klafki Platon: Befreiung des Menschen aus Befangenheit Teilhabe an Wissen, Einsicht und Bildung Aufstieg von der Welt des unmittelbar Erfahrbaren zur Welt des Denkens Humboldt: Der wahre Zweck des Menschen ist die höchst und portionierlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen. Klafki: Kategoriale Bildung: Bildung ist Erschlossensein einer dinglichen und geistigen Wirklichkeit für einen Menschen - das ist der objektive oder materiale Aspekt; aber das heißt zugleich: Erschlossenheit dieses Menschen für seine Wirklichkeit - das ist der subjetive oder formale Aspekt. Schlüsselproblem: Allgemeinbildung bedeutet ein geschichtliche vermitteltes Bewusstsein von zentralen Problemen der Gegenwart und - soweit vorraussehbar - der Zukunft zu gewinnen. Bildung ist zentral drch die Fähigkeit charakterisiert, Kontroversen rational austragen zu können.
  • Adorno: Kritik an der Halbbildung Dialektik der Aufklärung: Aufklärung als klassisches Bildungsideal Widerspruch zwischenBildung und bürgerlicher Gesellschaft "Bildung ist nichts anderes als Kultur nach der Seite ihrer subjetiven Zueignung. Kultur hat aber Doppelcharakter." Kultur als Geisteskultur Kultur als Alltagspraxis Individuuen stehen im Spannungsfeld von geistigen Idealen und alltäglicher Lebenspraxis Halbbildung: Im Klima der Halbbilldung überdauern die warenhaften verdinglichten Sachgehalte von Bildung auf Kosten ihres Wahrheitsgehaltes und ihrer lebendigen Beziehung zu lebendigen Subjekten. Merkmale der Halbbildung: Oberflächliche Aneignung ohne tieferes Verständnis Fehlende Kritik Bildung als Ware (= man will nur Zertifikate; Berechtigugswesen) Vorgeben von Bildung (= Bsp. Espressi) Bildung als Prestigegewinn Unterscheidung Unbildung - Halbbildung ⇒niemand besitzt eine Vollbildung. Jeder hat nur eine Halbbildung, denn man kann nicht alles wissen.
  • Bourdieu: Bildung als Kapital (= Ressourcen) Kulturelles Kapital: Objetiviertes Kulturelles Kapital (Bücher) Inkorporiertes Kulturelles Kapital (Persönlichkeit) Institutionalisiertes Kulturelles Kapital (Bildungsabschlüsse) Ökonomisches Kapital (Geld) Soziales Kapital (Beziehungen) Symbolisches Kapital (Ansehen der Gesellschaft) Interdependenz und Reproduktion der Kapitalsorten: Ökonomisches Kapital 1                       ←                Ökonomisches Kapital 2           ↓                            \                                                    ↑ Kulturelles Kapital 1        →     Bildung Schule  ⇒     Kulurelles Kapital 2           ↑                             /                                                    ↓ Soziales Kapital                                    ←                  Soziales Kapital 2
  • Koller: Transformatorische Bildung Bildungsprozesse bestehen darin, dass Menschen in der Auseinandersetzung mit neuen Problemlagen neue Dispositionen der Wahrnehmung, Deutung und Bearbeitung von Problemen hervorbringen, die es ihnen erlaubt, diesen Problemen besser als bisher gerecht zu werden. Drei Fragen: Mit Hilfe welcher Theorien können die Welt-Selbst-Verhältnisse sich bildender Individuuen angemessen erfasst werden? Antwort: Bourdieus Konzept des Habitus Gesellschaftliche Vermittlung des Welt-Selbst-Verhältnisses Habitus: Ein System relativ stabilder Dispositionen des Wahrnehmens, Denkens, Handelns, die das Welt-Selbst-Verhältnis der Akteure grundlegend strukturieren, aber diesen Akteuren nicht bewusst sein zu brauchen. Vermittlung zwischen Welt/Sozialität und subjetivem Handeln Erklärungsmodel für Konstanz und Regelmäßigkeit sozialer Praktiken Möglichkeit der Transformation des Habitus Wie kann man Problemlagen, die Bildungsanlässe werden, näher bestimmen? Antwort: Waldenfels´Erfahrungen des Fremden "Erfahrungen machen": Wiederholtes Durchmachen bestimmter Situationen Das Fremde entzieht sich der eigenen Ordnung Pradoxien des Fremden (nicht so wichtig) Welche Bedingungen sorgen für eine Transformation des Welt-Selbst-Verhältnisses? Antwort: Oevermanns Kriesenbewältigung Jede Handlung liegt mehrere Handlungsoptionen zu Grunden, von denen eine Option ausgewählt wird Prozesse als regelhafte Abfolge von Auswahlentscheidungen ("Fallstruktur") Neues entsteht, wenn sie Regelhaftigkeit der Fallstruktur transformiert wird "Kiese": Handlungsroutinen sind nicht mehr möglich Kriesenbewältigung als Transformation
  • Sen, Nussbaum: Capability Approach; Erklärung der Menschenrechte Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 26: Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindest der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung. Der Grundschulunterricht ist obligatorisch. Fach- und Berufsschulen müssen allgemein verfügbar gemacht werden, und der Hochschulunterricht muss allen gleichermaßen entsprechend ihren Fähigkeiten offenstehen. Die Bildung muss auf die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und auf die Stärkung der Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten gerichtet sein. Sie muss zu Verständnis, Toleranz und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen und religiösen Gruppen beitragen und der Tätigkeit der Vereinten Nationen für die Wahrung des Friedens förderlich sein.
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  • Sen, Nussbaum: Capability Approach The Central Human Capabilities: Life Bodily Health Bodily Integrity Senses, Imagination and Thought Emotions Practical Reasons Affiliation Other Species Play Control over one´s Environment Basisannahmen des Capability Approach (= ob die Menschen die Möglichkeit haben) Functions and capabilities (being/doing - sein/tun) a metric for interpersonal comparisons The mean-ends distinction (Mittel und Zweck) Conversion factors (Grad der Umsetzung des Mittels zum Zweck) Acknowledging human diversity (Menschliche Vielfalt) Basic capabilities (Anwendung, ab wann Armut, tiefer aller Basen) Capabilities as freedom (Möglichkeit als Freiheit)