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Schulpädagogik (Fach) / Vorlesung 10 (Lektion)
- Definition Ganztagsschule (Kultusministerkonferenz 2016) Ganztagsschulen sind Schulen, bei denen im Primär- und Sekundärbereich I an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst, an allen Tagen ein Mittagessen bereit gestellt wird, die Ganztagsschule unter der Verantwortung der Schulleitung organisiert wird und in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden, sowie in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem Unterricht stehen.
- Konzepte und Entwicklung der Ganztagsschulen Insgesamt ist der Anteil der Ganztagsschulen steigend. In Bayern ist fast jede zweite Schule eine Ganztagsschule. Generell in Deutschland gibt es ca. 60% Ganztagsschulen. Konzepte: Offenes Modell (additive Angebote) Gebundenes Modell (integreierte Angebote) Teilgebundenes Modell
- Warum Ganztagsschule? Welche Erwartungen? Mehr Ressourcen: mehr finanzielle Mittel mehr Personal mehr Lebenszeit der SuS Erwartungen: Familie und Beruf vereinbaren Steigerung der nicht-formellen Bildung der SuS Erhöhung des Wohlbefindens der SuS Steigerung der formellen Bildung der SuS SuS besser bilden und fördern (Hausaufgabenbetreuung, Schulsozialarbeit) Ziel ist ein erstrebenswertes Endergebnis Maßnahmen dienen als Mittel zum Zweck
- Ausweitung der Bildungsinhalte Formelle Bildung: Curiculare Stufung verpflichtend berechtigend zertifizierbar Informelle Bildung: ungeplant Nähe zum Sozialisationsbegriff nicht beabsichtigt Nicht-Formelle Bildung: freiwillig institutionalisiert großer Gestaltungsspielraum wählbar
- Erwartung 1- Steigerung der formellen Bildung Als "formell" wird diejenige Bildung bezeichnet, die schulisch geprüft, benotet und zertifiziert wird. Wessen formelle Bildung soll gesteigert werden? Alle SuS Leistungsschwache SuS SuS mit Migrationshintergrund SuS mit bildungsfernem Elternhaus Maßnahmen: Erhöhung der Unterrichtszeit Übungszeit fachbezogene Förderangebote
- Erwartung 2 - Steigerung der nicht-formellen Bildung Als "nicht-formell" wird diejenige Bildung bezeichnet, die im Rahmen der Schule nicht geprüft wird. Diesbezügliche Angebote sind relativ frei wählbar und gestaltbar. Beispiele nicht-formeller Bildung: Selbstständigkeit Sozale Kompetenzen Demokratiefähigkeit Maßnahmen: im unterricht u.a. Freiarbeit, Projektunterricht Außerhalb des Unterrichts: Theater, SPort, Schulcafé, Arbeitsgemeinschaften
- Erwartung 3 - Erhöhung des Wohlbefindens der SuS Wohlbefinden: Positive Emotionen überwiegen negative Emotionen; zusätzlich rationale positive Bewertung des Zustandes Bezüge zum reformpädagogischen Diskurs Analytische Unabhängigkeit von Bildung und Wohlbefinden Maßnahmen: Berücksichtigung der Interessen innerhalb des Unterrichts Berücksichtigung der Interessen außererhalb des Unterrichts Beziehung zwischen SuS Beziehung zwischen SuS und Lehrkräfte/ Personal
- Erwartung 4: Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ganztagsschule soll SuS betreuen, so dass deren Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Kein Bildungsanspruch Merkmale der Betreuungsangebote: Sicherheit und Versorgung Inhaltliche Unbestimmtheit Bedarfsgerechtigkeit Einfache Organisation Geringe Qualifikationsanforderung Kritik: Ist die Betreuung eine legitime Aufgabe der Schule?
- Die Bedeutung der Erwatungen im Schulentwicklungsprozess Mögliche Ziele der Ganztagsschulentwicklung: Formelle Bildung Nicht-formelle Bildung Wohlbefinden Vereinbarkeit von Familie und Beruf mehr Ressourcen eine Ganztagsschule muss für sich selbst bestimmen, welche Erwartungen sie verfolgen möchte dazu sind Diskussionen und Kompromisse des Peronals notwendig Theorie der Diskussions- und Argumentationsgrundlage
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