32
Industrielle Arzneimittelherstellung (Fach) / Wirth (Lektion)
lernen...
Diese Lektion wurde von Marlene5487 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- offizinelle Arzneibuchzubereitungen a.) Wasser als Lösungsmittel: Macerata (Kaltwasserextrakt), Infusa (Heißwasserexktrakt mit kurzer Extraktionszeit), Decocta (Abkochung, Extrakt durch Kochen mit heißem Wasser über längeren Zeitraum) b.) Ethanol als LM: Tinkturen (geringerer Wirkstoffgehalt als Droge, die eingesetzt wird), Fluidextrakte (Wirkstoffgehalt=Wirkstoffgehalt der Droge), Trockenextrakt (Wirkstoffe und Extraktionsstoffe in trockener Form) c.) medizinischer Wein als Verdünnungsmittel: Vina Medicinalia d.) Sirup als LM bzw Verdünnungsmittel: Sirupe e.) Wasser bzw. Ethanol als LM: aromatische Wässer bzw aromatische Spirituosen
- Drogenauszug Extraktion einer Droge bzw eines Drogenteils mit Hilfe eines Extraktionsmittels --> Wirkstoffextrakt
- Anforderungen an Drogenauszüge Reinheit: keine Fremdbestandteile (Verfälschungen oder Verunreinigungen) Wirkstoffgehalt: Mindestgehalt oder Grenzwerte (Mischungen verschiedener Ernten) die ein Qualitätsminimum darstellen Feuchtigkeit: <als 5% (unter Luftfeuchtigkeit), wenn nicht luftdicht verschlossen "atmet" Droge --> Feuchtigkeit steigt auf über 20%, leitet Verderb ein durch: Pilzbefall, Hydrolyse von Inhaltsstoffen, enzymatische Prozesse,Insektenbefall (-ENTWESUNG: ausgefroren & abgesiebt/ Begasen mit Ethylenoxid oder SO2, Druckentwesung mit CO2) Zerkleinerungsgrad: Siebtabelle mit Siebnummern & Angabe der Maschenweite (EuAB 18, ÖAB 6 Größen) --> gesamte Droge muss Sieb passieren können, aber nicht mehr als 40% übernächstfeineres Sieb
- Grenzen bei Zerkleinerungsgrad - Drogeninnhaktsstoffe üblicherweise: je feiner Pulver, desto mehr Drogeninhaltsstoffe extrahierbar Grenzen: physikalische Grenzen: je kleiner Partikel desto größer Oberfläche --> mehr Wirkstoff adsorbiert, Extraktionsausbeute geringer mechanische Grenzen: je kleiner Partikel desto größer Staubanteil --> Extraktiionsapparatur verstopft, nicht mehr abtrennbar technische Grezen: je kleiner Partikel, desto mehr Bodensatz, wo Wirkstoff adsorbiert wird
- Methoden zur Zerkleinerung von Drogen Schneidegeräte Drogenmühlen mit Siebeinsätzen (Zerkleinerung und Einstellung der gewünschten Partikelgröße) Ultraturrax
- Extraktion allgemein: Trennverfahren zwischen fest und fest --> feste Wirkstoffe von festen Ballaststoffen mit Hilfe von Flüssigkeiten getrennt --> Extraktionsmittel = Menstruum (sobald es Wirkstoffe enthält = Miscella) physikalisch betrachtet: Auswasch und Lösungsvorgänge aus toten Randzellen: Wirkstoffe ausgewaschen (Auswaschphase), Extraktion durch Lösen der Inhaltsstoffe im LM (geschwindigkeitsbestimmender Schritt: Lösen im LM) Extraktionsvorgänge aus intakten Zellen: Extraktion durch Diffusion --> Zellwände quellen (durch Wasser!), dann Transport nach außen durch Diffusion (von höherer Konzentration zu niedrigerer); geschwindigkeitsbestimmend: Diffusionsgeschwindigkeit --> äußere Phase kontinuierlich weggenommen, bis gesamter Inhaltsstoff draußen (damit sich GGW mehrmals einstellen muss); normalerweise Alkohol-Wasser-Gemisch als Extraktionsmittel --> Alkohol wirkt proteinfällend, MO sterben, Enzyme denaturieren, Alkohol alleine aber nicht quellend; Aqua ad extracta praeparanda
- Miscella Lösung der Inhaltsstoffe im Menstruum, enthält mobilisierbaren Anteil: Wirkstoffe, Nebenwirkstoffe, Saponine (schleimhautreizend, steigern Durchblutung und Resorption), Gerbstoffe (adstringierend, vermindern Durchblutung & Resorption), Begleitstoffe, Ballaststoffe (z.b. Chlorophyll, Fette, Gummi, Harze, Eiweiß, Gerbstoffe)
- nicht mobilisierbarer Anteil Korkk, Cellulosen, Lignin und andere Zellstrukturen- bleiben als Abpressrückstand zurück
- Mazeration einmalige Extraktion einer Droge von angegebenen Zerkleinerungsgrad bei gewöhnlicher Temperatur --> Ggw stellt sich nur einmal ein, Ausbeute begrenzt! Durchführung: Ansatz: Droge (Sieb IV 750 Mikrometer) in Braunglasgefäß mit gesamter Menge an Menstruum übergossen, 2x mit Metallspatel umgerührt (damit nicht an Rändern) & unter häufigem Umrühren 6 Tage stehen lassen bei Raumtemp. im Dunklen (Umwandlungsprozesse durch Sonnenlicht, Verdunstungsverlust etc); Gefäß mit Parafilm dicht verschlossen, Verh. Droge-Menstruum entweder 1+5 oder 1+10 Kolieren: über Leinentuch oder Küchenrolle abgeseiht --> Kolatur + feuchter Drogenrückstand Pressen: feuchter Drogenrückstand über Drogenpresse gepresst (z.b. mit Haifico Tinkturenpresse) Defäkieren: Mischung aus Pressflsgk. + Kolatur 3 Tage im Dunklen stehen lassen --> Drogenteilchen scheiden sich ab Filtrieren/ Dekantieren: zuerst klare Flsgk. über Filter (am besten Faltenfilter) und zuletzt Bodensatz aufgewirbelt und über Filter gegossen; Uhrglas damit Verdunstungsverlust mglst. gering geeignet für: Drogen mit keinen/ wenigen unlöslichen Bestandteilen (z.b. Gummi, Harze), Drogen die quellende Bestandteile enthalten (dürfen im Menstruum nicht lsl. sein) nicht geeignet für: leichte und voluminöse Drogen (Menge an Menstruum würde nicht ausreichen), Drogen mit großem Aufsog (Menstruum v.a. zum Quellen herangezogen und nicht mehr für Extraktion zur Verfügung)
- Hafico Tinkturenpresse spezielle Art einer Drogenpresse, mit der man den Drogenrückstand nach dem Kolieren abpressen kann Boden zusätzlich über einen Hebel angehoben, um letzten Rest der Pressflsgk zu gewinnen--> Abpressrückstand und Pressflüssigkeit bleiben über
- Anzeige
- Di- oder Remazeration 1 Teil Droge + 5 Teile EM (oder 1+10), jedoch Mazeration in 2 Schritte aufgeteilt, v.a. für Gerbstofftinkturen zuerst 1+2,5; 5 Tage stehen lassen, kolieren & abpressen; Abpressrückstand erneut mit 2,5 Teilen EM und 3 Tage stehen lassen, wieder kolieren & abpressen & Kolaturen vereinigen VT: 20% mehr Ausbeute weil sich GGW 2 x einstellt NT: nur für spez. schwere Drogen mit geringem Schüttvolumen, da sonst evt. gesamtes Menstruum zum Quellen verwendet Bsp: Tinctura Gallae, Tinktura Rathaniae, Tincturae Tormentillae Adstringenzien für Pinselungen & Spülungen
- Digestion Extraktion/Mazeration in der Wärme (heute obsolet) --> bei 30-50°C und 3 h statt 9 Tage; jedoch schlecht bei thermolabilen Wirkstoffen & Ballaststoffe lösen sich meist gut & fallen beim Abkühlen aus& adsorbieren Wirkstoff -->weniger Wirkstoffgehalt
- Bewegungsmazeration Schüttelmazeration: mit Schüttelmaschine; Nt: der Ansatz kann nicht besonders groß sin. kg-Maßstab Rührmazeration: gerührt mit Labormischer oder mit größeren Rührer & gleichzeitiger Dreher um eigene Achse Würfelmischer Pflugscharmischer
- Turboextraktion Droge & EM in Turbomixer gegeben, intensive Durchmischung & weitere Zerkleinerung, Tintkur qualitativ & quantitativ andere Zusammensetzung, da mehr Auswaschvorgänge, aber gute Ausbeute VT: geht schneller als normale Mazeration, da Lösungsgeschwindigkeit erhöht (1/2 h statt 9 Tagen) NT: 10000 Umdrehungen/min führen zu hohen Reibung --> Wärme, Vorsicht bei hitzelabilen Stoffen, Ansatzmenge gering halten, Wirkstoff kann an Partikeln adsorbieren (die dann ausfallen beim Defäkieren)
- Ultraturrax kein Messersystem sondern Rotor-Stator-System, Stab bei dem Stator außen & Rotor innen --> Flüssigkeit durch Löcher an Unterseite eingesogen & über engen Spalt wieder herausgedrückt dadurch hochfrequente Schlag- Scher- und Pralleffekte (ca. 15.000 U/min), intensive Durchmischung bei nicht allzu großer Zerkleinerung (alles recht stumpf), dauert ca 10 Min. VT: Erwärmung geringer, Zerklerinerung nicht so stark, auch für größere Mengen geeignet
- Ultraschall in einem Frequenzbereich von etwa 40kHz, erzeugt durch bspw. Längenänderung ferromagnetischer Stoffe --> durch Stab der in Gemisch eintaucht; Schwingungen & Pulsationen auf Menstruum und in weiterer Folge auf Zellwände übertragen --> Diffusionsrate steigt, höhere Ausbeute bei gleichem Zeitaufwand Vt: hohe Effizienz, gute Ausbeute, keine weitere Zerkleinerung NT: Erwärmung (jedoch nciht so arg), nicht für riesige Mengen, Glasgeräte können springen, kann zu Übelkeit, Schwindel usw führen
- Perkolation percolare: durchtropfen erschöpfende Extraktion möglich --> maximale Ausbeute; fortlaufende Extraktion, kontinuierlich frisches LM aufgebracht bis alles benetzt, immer wieder eine neue Konzentrationseinstellung bei immer tieferem Niveau bei Tinkturen: 1+5 oder 1+10 bei Extrakten: so lange extrahiert bis Erfahrungswerte oder Farb- und Fällungsreaktionen Durchführung: Vorbefeuchtung: so viel Menstruum ins Mazerationsgefäß zur Droge gegeben, bis eine feuchtkrümelige Masse entsteht (etwa 20-30% des Drogengewichts) Vorquellen: Mazerationsgefäß verschlossen und 12 h stehen lassen (sonst würde Droge im Perkolator quellen, Packung zu dicht & LM nur sehr langsam oder gar nicht tropfen kann oder der Perkolator gesprengt wird) Perkolator mit Droge füllen: zuerst Watte (etwa 1cm), dann Droge auf Papier zerdrücken (damit keine großen Brocken) & dann über Papiertrichter in Perkolator (Fließkanäle vermeiden!), oben drauf Filterpapierscheibe dmait kein Aufwirbeln beim Aufgießen des LM, Hahn öffnen damit Luft entweichenkann Perkolator mit LM füllen: mit Schwung in dünnem Strahl in Mitte des Filterpapiers, am Säulenkopf immer 2-3cm LM, warten bis 1 Tropfen fließt, dann Hahn schließen, oben Parafilm mit Loch Vormazeration: 24h stehen lassen (1. GGW- Einstellung) Perkolation: Extraktionsmittel nachgießen, 1ml/min oder 1 Tropfen/sec Flsgk. sammeln: bei Tinkturen alles auf einmal, bei Extrakten Teilperkolate (eines immer so schwer wie eingesetzte Drogenmenge in g) feuchter Drogenrückstand abpressen bei Tinkturen 3 Tage defäkieren, dann dekantieren, bei Extrakten einengen, Fluidextrakte defäkieren & filtrieren
- Diakolation nicht offizinelles Perkolationsverfahren Perkolation unter Druck, trockene Droge in Metallperkolator eingebracht, LM unter Druck von oben durchgepumpt, dann gesättige NaCl Lösung nachgepumpt --> kein Abpressen notwendig da gesamte Miscella rausgepumpt
- Evakolation Perkolation unter Vakuum (nicht offizinelle Methode) trockene Drogen in Metallperkolator mit Vakuumflasche, unten evakuiert --> Hahn geschlossen, LM aufgebracht, Hahn zum Vakuum geschöffnet, da sonst Alkohol siedet
- Reperkolation kürzere Perkolationslänge, oben auf die Säule frisches LM aufgebracht, mehrere kurze Perkolatoren in Batterie zusammen --> man lässt LM heraustropfen mit maximal gesättigte Miscella, alle weiteren Teilperkolate auf nächsten Perkolator aufgetragen & mit frischer Droge in Kontakt --> viele maximal aufgesättigten Miscellen (viiiel weniger LM Verbrauch, schneller & sowohl im Vakuum als auch unter Druck einsetzbar, da geschlossenes System)
- Soxhlet-Verfahren nicht offizinelles Perkolationsverfahren, früher vor allem zum Entfetten von Drogen eingesetzt, eigentlich Mischung aus Digestion und Perkolation unten Kolben mit LM, das erhitzt wird --> Dampf steigt zu Kühler auf, kondensiert & tropft in Extraktionshülse mit Droge, wo Miscella so lange ansteigt, bis sie zu Heberohr gelangt, dort tropft sie hinunter --> in LM gelöstes Fett gelangt in unteren Kolben, LM steigt weiter auf, aber Fett bleibt untern --> nur reines, ungesättigtes LM steigt hinauf --> Ausbeute erhöht, jedoch hohe Temperaturbelastung
- Welche Extrakte aus pflanzlichen Drogen gibt es? Tinkturen Extracta Fluida (Fluidextrakte) Extracta Tenua (Dünnflüssige Extrakte mit >30% Flsgk) Extracta Spissa (zähflüssige Extrakte mit max. 30% Flsgk) Oleoresina (Ölharze, halbfeste Extrakte aus einem in ätherischen und/oder fettem Öl gelösten Harz Extracta Sicca (Trockenextrakte mit mindesten 95% Trockenrückstand, max. 5% Flsgk)
- Tinkturen flüssiger Auszug aus getrocknetem pflanzlichen oder tierischen Material durch Mazeration, Perkolation oder Verdünnen von Extrakten gewonnen Menstruum entweder Ethanol oder Ether-Alkohol im ÖAB, Droge grob gepulvert Sieb IV 750 Mikrometer; Prfg auf: Methanol, Isopropanol, Trockenrückstand Haltbarkeit: normalerweise klar, aber geringfügiger Niederschlag beim Stehenlassen mgl Änderungen: Bildung von Bodensätzen (durch schlechte Defäkation bei ui hoher Temp, schlechtes Glas, bei dem sich Alkaliionen herauslösen, oftmaliges Öffnen - Alkohol verdampft, chemische Reaktionen- Hydrolyse von Glykosiden usw), Farbänderungen (durch Chlorophyll Umänderung von grün nach braun), Änderung des Alkoholgehalts (vermeidbarer Alkoholschwund durch Fehler bei Herstellung- zu hohe Temp. filtriert, kein Uhrglas auf Trichter, zu oft filtriert; unvermeidbarer Alkoholschwund: mobilisierbarer Anteil verdrängt einen Teil des Ansatzalkohols, Alkoholkonzentration sinkt, Veresterung von Pflanzensäuren wie Zitronen- Weinsäure etc- -> bei Alkoholbestimmmung nach ÖAB destillieren über und werden nicht erfasst --> Bestimmung nur durch GC)
- Alkoholbestimmung Tinktur allgemein: vermeidbarer Alkoholschwund (z.b. bei zu hoher Temp filtrieren, Uhrglas vergessen, zu oft öffnen, zu oft filtrieren), unvermeidbarer Alkoholschwund: mobilisierbarer Anteil verdrängt einen Teil, bei Alkoholbestimmung nach ÖAB wird veresterter Anteil (Pflanzensäuren wie Zitronensäure etc. werden verestert) nicht mitdestilliert--> nicht erfasst Alkoholbestimmung nach ÖAB: geht auf unvermeidbaren Anteil durch Verdrängung durch mobilisierbaren Anteil ein, aber nicht auf den durch Veresterung EtOH wird quantitativ abdestilliert, Volumen gemessen mit Formel nach MEYER x=100*EtOHGehalt/100-Trockenrückstand
- Fluidextrakte Definition: Fluidextrakte sind flüssige Zubereitungen bei denen ein Masseteil oder Volumsteil Fluidextrakt einem Masse- oder Volumsteil Droge entspricht --> Ballaststoffe quasi durch Alkohol ersetzt, auf best. Gehalt einnzustellen; Perkolation + Einengen oder Lösen eines Dick- oder Trockenextraktes; Vikosität höher als bei Tinkturen Herstellung nach ÖAB: Perkolation Sammeln des Vorlaufs: 1. Teilperkolat, entweder 65 Teile (wenn Wirkstoff leicht löslich) oder 85 Teile (wenn Wirkstoff schwer löslich) --> langsam perkolieren Sammeln der Nachläufe: ein Teilperkolat so schwer wie Drogenmenge in g --> einengen auf 35 bzw. 15 Teile, damit insgesamt 100 Teile beginnend mit zuletzt erhaltenen Teilperkolat damit mglst wenig thermisch belastet, am Rotovapor bei 40°C Vereinen von Vor- und Nachlauf 8 Tage Defäkation (da viel viskoser) filtrieren & einstellen auf vorgeschriebenen Gehalt an Wirkstoffen oder durch Auflösen von Trockenextrakten (bei Drogen mit labilen Inhaltsstoffen aber nicht bei flüchtigen wie ÄÖ)
- Trockenextrakte Definition: durch Verdampfen des zur Herstellung verwendeten LM hergestellt & Trockenrückstand von mind 95%; eingestellte Trockenextrakte: auf bestimmten Gehalt eines therapeutisch wirksamen Inhaltsstoffes eingestellt, quantifizierte Trockenextrakte: besitzen einen bestimmten Gehalt einer aktiven Leitsubstanz Herstellung: Perkolation der Droge der Siebnummer IV Sammlung einer gewissen Anzahl an Teilperkolaten (ein Teilperkolat ist eingesetzte Drogenmenge in g), 1. Teilperkolat = Vorlauf, alle weiteren Nachlauf Rückstand abpressen & Pressflüssigkeit filtrieren schonendes Eindampfen der Teilperkolate im Vakuum bei max. 40°C Badtemperatur von hinten beginnend in Eindampfapparatur mit Hirschgeweihaufsatz (andere Frage!!) Extrakt unter Abzug pulverisieren Nachtrocknung über effizientem Trockenmittel (z.b. regeneriertes Blaugel + Phosphorpentoxid, muss effizienter sein als Trockenextrakt Aufbewahrung unter Lichtschutz, dicht verschlossen über Trocknungsmittel im Exsiccator, Spezialgefäß oder mit Korken verschlossen & verkehrt in Paraffinbad gestellt, versiegelt auch als Verreibung mit Lactose möglich (1:1), Mindestgehalt erforderlich, ggf. mit Indifferendum einstellen (Dextrin, Saccharose,...)
- Eindampfapparatur Trockenextrakte Hirschgeweihaufsatz: Teilperkolate kontinuierlich aus einem Birnenkolben nachtropfen lassen, sodass nur Boden mit Pressflüssigkeit bedeckt ist über Siedekapillare gewisser Luftstrom gewährleistet, der mit Hahn geregelt wird (so fest zugedreht, dass ein etwa 5c großer Fleck freigeblasen wird- überstehende Dampfglocke in Richtung Vakuumpumpe verschoben, was zur Beschleunigung des Eindampfprozesses führt) so lange eingedampft, bis keine Flüssigkeit mehr drinnen & nichts mehr nachtropft, Lufteinlass schließen & bei vollem Vakuum 60 Minuten nachtrockenen fertig, wenn Klumpen zwischen Fingern zerbröselt, Topf aus Wasserbad & gut abtrocknen (unbedingt Schliff mit Küchenrolle trockensaugen), öffnen, Trockenextrakt herauskratzen dann noch nachtrocknen mit effizientem Trocknungsmittel & Aufbewahrung über Trocknungsmittel im Exsiccator
- Gehaltseinstellung Trockenextrakte a.) nachträgliche Einstellung: m1*c1=m2*c2; Menge an Zusatzstoff berechnen & zusetzen (z.b. Lactose) b.) Inprozess-Einstellung: Menge an Zusatzstoff die der Extraktionsbrühe zugesetzt werden muss! Gewicht & Gehalt der Extraktionsbrühe bestimmen (a) Sollwert= 100*a/geforderte %, dann Bestimmung des Trockenrückstands T der Extraktionsbrühe, geforderten Workstoffgehalt des Extraktes der Monographie (=Sollwert); Sollwert-Trockenrückstand=Zusatzstoff: 100*a/geforderte% - T = Z; Korrektur für 5% Feuchtigkeit: 95*a/gef. % - T = Z
- Abpressen industriell Willmes Presse: Siebtrommel mit Droge, in Mitte aufblasbarer Gummiballon - wenn aufgeblasen wird erhöht sich Druck & Droge wird ausgepresst, allerdings diskontinuierlich Schneckenpresse: im inneren eines perforierte Mantels, der konisch geformt ist, befördert Schnecke Drogenmasse--> Raum für drogenmasse wird immer kleiner, Druck steigt & ausgepresst --> kontinuierlich
- Filtration industriell Dekanter: liegende Vollwandzentrifuge mit schlammaustragender Schnecke --> durch Zentrifugalkraft werden Feststoffe auf den Rand geschleudert und durch Schnecke in eine Richtung befördert, Zentrifugat sammelt sich auf anderer Seite und kann abfließen & gesammelt werden; trennprinzip Zentrifuge: DICHTEUNTERSCHIED Filterpressen: 2 Filterplatten mit Filtertüchern umspannt zwischen die Suspension eingeleitet wird, werden zusammengedrückt unter hohem Druck, Flsgk. wird hinausgepresst durch Filtertuch & "Filterkuchen" bleibt zurück, bei Rahmenfilterpresse hinter den Filterplatten Rahmen, in dem sich Flsgk. sammelt, bei Kammerfilterpresse bilden 2 Platten eine Kammer, wo sich Flsgk. sammelt; beide diskontinuierlich & nach jedem Pressvorgang müssen Filtertücher gereinigt werden
- Anzeige
- Voreinengen industriell Voreinengen (Hauptmenge an LM wird entfernt): Selbstumlaufverdampfer Bauart Robert: Boiler mit eingesetzten Heizstäben, dazwischen Rohextrakt -- durch Dichteunterschiede entstehen Konvektionsströmungen, LM steigt auf, verdampft& kann am Boilerkopf kondensieren & rückgewonnen werden, eingedickter Extrakt wird abgesaugt; VT: kontinuierlich, geringe thermische Belastung (Verdunstungskälte) Zwangsumlaufverdampfer: mit Hilfe von Pumpen, auch hier kaum thermische Belastung, kontinuierliches Arbeiten möglich Dünnschichtverdampfer: Rohextrakt in senkrechtes Heizrohr eingebracht & rinnt ab, durch verschiedene Wischer auf Wand aufgestrichen, LM kann verdampfen & wird mit nächstem wieder abgetragen; durch dünne Schicht Verdampfung sehr schnell, thermische Belastung durch kurzen Kontakt zur Heizquelle auch sehr niedrig, kontinuierlich durchführbar (feste Wischer, Pendelwischerm Schabwischer, Wischer mit Gleitschuhen)
- endgültige Trocknung industriell Walzentrocknung: Einwalzentrockner: beheizte Walze taucht in Extrakt, nimmt dünnen Film auf der getrocknet wird & mittels Schaber wieder abgetrennt, Walze erneut hinein usw; auch Zweiwalzentrockner (in gleiche Richtung) bzw Doppelwalzentrockner (gegenläufig) mgl.; NT: muss erst pulverisiert werden Bandtrocknung: zu trocknende Gut läuft auf Bändern in Trockenraum Sprüh- oder Zerstäubertrocknung: in Trockenraum wird vorgereinigtes Extrakt über Düse eingesprüht; VT: kontinuierlich, rasch & schnell, keine Zerkleinerung nötig; Partikel sehr gut löslich, geringe thermische Belastung, keine Pulverisierung notwendig, da Düsen von sich aus kleine Teilchen produziert; Einstoffdüsen (spiralartige Drehung, ähnlich Gartenschlauch; hoher Druck), Zweistoffdüsen (mittels Pressluftstrom, Verstopfungen seltener, allerdings viel Pressluftverbrauch; Flsgk. & Gas können sich vermischen außerhalb oder innerhalb);Zerstäuberscheibe (schnell rotierende Scheibe, mittels Zentrifugalkraft feiner Sprühnebel --> Restwasser augenblicklich weg) Lyophilisation: (lyophil= etwas ist dem Lösungsmittel freundlich): =Gefrier oder Sublimationstrocknung; erzeugt wird ein Produkt, das eine hohe Affinität zum LM hat --> Prinzip beruht darauf, dass Eis ohne zu tauen trocknen kann; Extrakt in nicht dicht verschlossenes Gefäß (Wasserdampf muss entweichen könnne) gegeben und eingefroren, Hochvakuum angeschlossen, Dampfdruck steigt, ständige Sublimation (ab Temp. von -40°C wird über Heizplatten ca -20°C auf denen das gefrorene Gut steht, die notwendige Sublimationsenergie zugeführt; VT: keine thermische Belastung, gut lösliche Produkte, schonende Methode; NT: "fliegendes Produkt" (leicht schaumig, schlecht zu wägen, benötigt gute Vakuumpumpe; zus. Beheizen der Stellfläche) Mikrowellentrocknung: Wellen mit 2400-2500 Hz bringen polare Moleküle (z.b. Wasser) in Schwingung --> dadurch werden sie in den Dampfraum transferiert & die Moleküle können abgesaugt werden