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Öffentliche Meinung (Fach) / persönliche K und Strukturwandel (Lektion)
Strukturwandel und persönliche Kommunikation
Diese Lektion wurde von lucillenerea erstellt.
- Rhythmus der Durchsetzung neuer Medien 1. Ein neues Medium tritt zu den bisherigen hinzu. Binnen eines Jahrzehnts setzt es sich im Wettbewerb mit den anderen Medien durch, ohne diese zu verdrängen. Technisch oder inhaltlich interessierte Konsumenten nutzen die neue Möglichkeit, ohne dafür ihre alten Nutzungsgewohnheiten aufzugeben. 2. Erst die nachfolgende Generation, die von vornherein die Wahl zwischen allen zur Verfügung stehenden Medien hat, entscheidet sich zunehmend häufig dafür, auf traditionelle Medien zugunsten des neueren zu verzichten. 3. Erst jetzt werden die spezifischen Wirkungseigenschaften des neuen Mediums deutlich erkennbar, weil die Kompensation durch ältere Medien schwächer wird
- folgen online Kommunikation Beak/Jeong/Rhee (2013): Der Effekt sozialer Netzwerke Die Weltwahrnehmung über soziale Netzwerke ist also stärker in Richtung auf die eigene Meinung gefiltert als die Wahrnehmung über traditionelle Massenmedien. Es müsste eine verstärkte „looking-glass perception“ entstehen -> in Korea belegt
- More and More Regel - Wenn neuen MM auftaucht, dann verdrängt es nicht das alte, sondern kommt hinzu o Heute: keine Gültigkeit mehr, v.a. bei jüngere Generation: je mehr Fernsehen, desto weniger Zeitung à nun gibt es Verdrängungseffekte o Folgen der Einführung des Mediums (Fernsehen) erst Jahrzehnte später Effekte auf Gesellschaft o Bei heranwachsende Generation, bei denen 2 Medien gleichwertig da sind, zeigt sich Verdrängung
- Meinungsführerkonzept - Volksmassen übernehmen ihre Meinungen nicht mehr von Würdenträgern des Staates/Kirche, von erklärten Führern/Büchern. Denken erledigen für sie Leute ihresgleichen, die aus Augenblick heraus mit ihnen reden/in ihrem Namen sprechen (Mill, Personal Influence) o Wahlkampf 1994: Sprung von SPD auf CDU bei Meinungsführer früher als Rest der Bevölkerung
- ÖM IN Diktatur 1. Zweifel über die Glaubwürdigkeit von Quellen verblassen mit der Zeit (Sleeper-Effekt, Hovland und Weiss 1951). 2. Die Massenhaftigkeit, Häufigkeit, mit der eine Argumentation vorgetragen wird, erhöht die Chance, Gegner zu überzeugen (Berelson u. a. 1954). 3. Immunisierung gegen Argumente, indem man lediglich erwähnt, es gebe wertlose Gegenargumente („Hetzpropaganda“, McGuire und Papageorgis 1962) 4. Durch einheitliche Argumentation der Massenmedien wird der Eindruck allgemeiner Übereinstimmung erweckt. Der Einzelne neigt dazu, sich einer Ansicht, sei sie auch noch so unglaubwürdig, anzuschließen, wenn es die einer erdrückenden anonymen Mehrheit zu sein scheint (Asch 1952). 5. Gruppenbildungen immunisieren gegen Argumente, die den Gruppenwerten entgegengesetzt sind (Shils und Janowitz 1948, Kelley und Volkhart 1952). Diktaturen lösen bestehende Gruppen auf und schaffen eigene neue. 6. Hat sich in einer Gruppe eine Überzeugung gebildet, wird auf den Einzelnen Druck ausgeübt, sich anzuschließen. Konformität wird belohnt, Abweichung durch soziale Sanktion bestraft. 7. Neu geschaffene Überzeugungen werden befestigt, wenn man jemanden dazu bewegt, sie vor anderen darauf festzulegen (Hobart und Hovland 1954, Fischer, Rubinstein und Freeman 1956). Diktaturen fördern den Druck, solche öffentlichen Bekenntnisse abzulegen (Parteiabzeichen, Massenveranstaltungen) 8. Aktive Teilnahme von Personen, die überzeugt werden sollen, ist wirksamer, als wenn sie nur ein passives Auditorium bilden (Lewin 1947). Diktaturen schaffen Dienste, an denen sich zu beteiligen, die Bürger gedrängt werden. 9. Wenn Personen genötigt werden, gegen ihre Überzeugung zu argumentieren, übernehmen sie unbewusst etwas von dieser Argumentation in ihre Überzeugungen Janis und King 1953, 1954). 10. Wenn jemand gegen seine Überzeugung handelt, versucht er, seine Einstellung nachträglich mit seinem Handeln in Übereinstimmung zu bringen (Festinger 1957). Diktaturen versuchen Menschen zum Handeln gegen ihre Überzeugung zu zwingen. Die Selbstüberzeugung folgt dann nach. 11. In einer Atmosphäre von Furcht, von Bedrohung, ist die Urteilskraft, das kritische Unterscheidungsvermögen herabgesetzt (Sigall und Helmreich 1969).
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