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Kognition I (Fach) / VL 10 - Aufmerksamkeit (Lektion)
- Definiere Aufmerksamkeit. Zuteilung kognitiver Ressourcen zu laufenden Prozessen (Anderson, 2013) Wahrnehmung involviert Aufmerksamkeit, die dazu dient, dass die für zielgerichtete 'Handlungen' erforderlichen Informationen fortlaufend aus der Fülle der sensorischen Eingangssignale ausgelesen werden (Müller & Krummenacher, 2008)
- Welche Funktionen hat die Aufmerksamkeit? Selektion- Filterung von Informationen- Welche Aspekte werden gefiltert?- An welcher Stelle des Informationsstroms wird gefiltert? Handlungssteuerung- Ressourcenzuweisung
- Welche Formen von Aufmerksamkeit können unterschieden werden? geteilte Aufmerksamkeit- gleichzeitige Zuwendung von Ressourcen zu mehreren Aktivitäten selektive Aufmerksamkeit- Konzentration von Ressourcen auf spezifische Dinge und Ignorieren von anderen offene Aufmerksamkeit- Blick ist auf zu beachtendes Objekt gerichtet verdeckte Aufmerksamkeit- Fokus der Aufmerksamkeit liegt außerhalb des Blickfokus willentliche Aufmerksamkeitssteuerung automatische Aufmerksamkeitssteuerung
- Welche Verarbeitungsrichtungen können unterschieden werden? stimulus-driven- bottom-up- daten-gesteuert- Verarbeitung beginnt bei Elementarmerkmalen goal-driven- top-down- konzept-gesteuert- Verarbeitung beginnt bei Bedeutung, Wissen und Kontext
- Was sind Aspekte der selektiven visuellen Aufmerksamkeit? Visuelles System ist strukturell auf Selektion von Informationen ausgelegt- foveales vs. parafoveales System- Fovea = hohe Verarbeitungskapazität (hohe Rezeptordichte)- häufig Aufmerksamkeitszuwendung auf Fixationspunkt Augenbewegungen sind wichtiger Selektionsmechanismus- automatische Aufmerksamkeitszuwendung bei Reizänderungen (zB. Licht, Farbe, Form, Größe, Tiefe, Bewegung, Töne usw.)- visuelle Aufmerksamkeitszuwendung zieht Fixation nach sich (häufig auch Kopfbewegung) Aufmerksamkeit ist mehr als Ausrichtung der Augen- Aufmerksamkeit auch auf parafoveale Bereiche!! ortsbasierte Aufmerksamkeit!! objektbasierte Aufmerksamkeit
- Beschreibe ortsbasierte Aufmerksamkeit und Experimente dazu. Definition- Aufmerksamkeit kann willentlich auf Positionen außerhalb der Fovea verschoben werden Spotlight-Metapher (Posner, 1980)- nur kleiner Ausschnitt des visuellen Feldes wird deutlichen wahrgenommen- Aufmerksamkeit kann umher bewegt werden Zoom-Lense-Metapher (Eriksen & James, 1986)- Größe Spotlight kann variiert werden, aber je größer Bereich desto schlechter Verarbeitung Paradigmen1. Flankierreiz-Paradigma2. Cueing-Paradigma Flankierreiz-Paradigma- Ziel: Untersuchung der Auswirkungen irrelevanter Informationen auf Fähigkeiten zur Selektion und Reaktionszeiten von VPn- Präsentation Reiz und Flankierreize > Aufgabe: auf zentralen Reiz mit Tastendruck antworten- Ergebnisse: Realtionszeiten werden von Distraktoren beeinflusst (je kleiner Abstand und inkongruenter Distraktoren desto höher ist die Reaktionszeit)- Interpretation: aufgabenirrelevante Reize werden verarbeitet Cueing-Paradigma- Aufgabe: VP beachten Fixationskreuz und reagieren danach auf Reiz in einem Feld- UV: Hinweisreiz: kein vs. erwartet vs. unerwartet- Ergebnis: Reaktionszeit am schnellsten bei erwartet - kein Hinweis - unerwartet
- Beschreibe Argumente für eine objektbasierte Aufmerksamkeit. Duncan, 1984- UV1: gleiches Objekt vs. unterschiedliches Objekt- UV2: einfaches Urteil vs. duales Urteil- AV: Lösungshäufigkeit- Ergebnisse> beim gleichen Objekt ähnliche Leistungen für 1 oder 2 Urteile> bei unterschiedlichen Objekten: Leistungsabfall für duales Urteil Egly et al., 1994- Material: 2 Balken mit A,B,C,D an den Enden- Ablauf: Hinweisreiz bei A- Ergebnis: schnellere Reaktionszeit, wenn Zielreiz auf gleichem Objekt, wie Hinweisreiz
- Beschreibe visuelle Wahrnehmung ohne und mit Aufmerksamkeit. Wahrnehmung ohne visuelle Aufmerksamkeit (Li, Van Rullen, Koch & Perona, 2002)- periphere Objekte (Hirsch) werden auch ohne Aufmerksamkeit erkannt Wahrnehmung mit visueller AufmerksamkeitInattentional Blindness (Simon & Chabris, 1999)- nicht beachteter Stimulus wird nicht wahrgenommen, selbst dann wenn Person ihn direkt anblickt- Experiment: Anzahl Würfe zählen, dabei kommt Gorilla/Frau mit Regenschirm ins Feld- Ergebnisse s. VL10 F41Change Blindness (Rensink, 2002)- Unvermögen selbst große Veränderungen einer Szenerie nach einer Unterbrechung zu erkennen- Ursachen: begrenzte Aufmerksamkeitsressourcen und stetes Überschreiben der mentalen Repräsentation
- Wie kann das Phänomen der Objektkohärenz beschrieben werden? separate Gehirnareale auf verschiedene Wahrnehmungsqualitäten spezialisiert - Wie werden die getrennten Signale kohärent integriert? Merkmalsintegrationstheorie (Treisman, 1993)1. Objekt2. Elementarmerkmale identifizieren (präattentive Stufe)3. Elementarmerkmale verknüpfen4. Objekt wahrnehmen5. Vergleich mit Gedächtnisinhalten6. Objekt identifizieren
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