3
Pathologie - Seminar (Fach) / Rotlauf, Schweinepest und Differentialdiagnosen (Lektion)
Rotlauf, Schweinepest und Differentialdiagnosen
Diese Lektion wurde von Streifenkatzentier erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- Afrikanische Schweinepest Erreger: African-Swine Fever-like-Virus Vorkommen: Afrika, iberische Halbinsel Infektionsweg: Aufnahme ungekochter virushaltiger Küchen- und Schlachtabfälle Reservoir: Afrikanische Warzenschweine (Virus wird über die Zecke Ornithodorus monbata porcinis übertragen) Läsionen:entsprechen weitgehend denen der europäischen Schweinepest, sind allerdings weitaus ausgeprägter; Entstehung der Blutungen ? Endothelzellen werden nur mit bestimmten Virusstämmen infiziert; Endothelzellinfektion in vitro ist möglich, Zellen werden apoptotisch; Rolle der Thrombozyten? Diagnose:-Zellkultur-Vorbericht
- Rotlauf Ibn Sina/Avicenna (980-1037 n. Ch.): "Die Schweine bekommen die Bräune" Erreger: Erysipelothrix rhusiopathiae (Serotypen A, B und N) Schwein Verlaufsformen: akut, subakut und chronisch SeptikämischeForm: diffuse Rötung der gesamten Haut (starke Hyperämie des Koriums und Papillarkörpers) Backsteinblattern:milde/allergische? Verlaufsform des Rotlaufs; typisch: rautenförmige Urtikaria, möglicherweise durch Gefäßarchitektur bedingt; Nekrose großer Hautgebiete infolge thrombosierender Arteriitis Chronischer Rotlauf:-Arthritis:Synovitis villosa, Gelenkpannus sowie Arthritis deformans et ankylopoetica (Thrombosierungen kleiner Blutgefäße); Erregerantigen/-toxin: Verbrauchskoagulopathie, Thrombose, Gefäßwandnekrose => Erregereliminierung-Endokarditis:v.a. Mitralis und Aortenklappen, verruköse Klappenauftreibungen, selten ulzerierend, später fibrosierend Schaf: Akuter Rotlauf mit Entzündungen der Gelenke und Klauenlederhaut Mensch: Erysipeloid der Haut Puten und Enten: Septikämische Verlaufsform mit hämorrhagischer Diathese, hämorrhagisch-nekrotisierender Enteritis, Leber- und Milzschwellung, Rhinitis, Pharyngitis, später auch Endokarditis
- Europäische Schweinepest Erreger: Hog Cholera Virus (Genus Pestivirus der Familie Flaviviridae) Infektionsweg: oropharyngeal/diaplazentar(SMEDI-Syndrom) lebend geborene Ferkel persistierend virämisch Akute Schweinepest:-Petechien und Ekchymosen in verschiedenen Organen (hämorrhagische Diathese, Verbrauchskoagulopathie und peripherer Plättchenverschleiß), v.a. Haut, Lymphknoten, Kehldeckel, Trachea, Magen, Darm, Harnblase und seröse Häute betroffen -hämorrhagische Randinfarkte in der Milz pathognomonisch! Chronische Schweinepest:- knopfartige diphtheroide Herde (Boutons) in Dick- und Blinddarm und diphtheroid-nekrotisierende Kolitis-Hautnekrosen -Störung des Knochenwachstums im Bereich der Rippen-Rippenknorpelgrenzebei jungen Tieren weitere Befunde:- nach diaplazentarer Infektion kongenitaler Tremor durch Kleinhirnhypoplasie und spinale Hypomyelogenese - Meningoenzephalitis charakterisiert durch lymphoplasmazelluläre perivaskuläre Infiltrate, Mikrothromben, Endothel- und Gefäßwandnekrosen Klinisch inapparente Infektionen: bei Zuchtschweinen Diagnose:-Nachweis der ESP-Antigens mittels Immunfluoreszenz in histologischen Schnitten von Tonsillen, Lymphknoten, Milz, Parotis, Pankreas und Gehirn -Zellkultur