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GTM (Fach) / Historismus (Lektion)
Historismus
Diese Lektion wurde von DerChris1992 erstellt.
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- Rankes Positivismus "sich selbst auslöschen" "wie es eigentlich gewesen" frei von Wertungen --> Die Vergangenheit ist vollständig objektiv darstellbar
- Beards Relativismus Objektivität = "a noble dream" 4 Argumente: Indirektheit Unvollständigkeit Interpretations- und Strukturierungszwang Wertungen --> Vergangenheit ist objektiv nicht darstellbar
- Kjørup Pragmatismus Objektivität in der Form des Positivismus ist nicht möglich Neudefinition des Begriffs der Objektivität Objektivität ist gewährleistet, solange man in der Lage ist, den Gedankengang des Wissenschaftlers nachzuvollziehen und dementsprechend über die Ergebnisse diskutieren kann Deutungen und Wertungen sind also möglich, solange sie begreifbar und diskutierbar sind
- Was ist Historismus? Sowohl Denkweise, als auch Epoche Epoche: alles ist fortlaufend, Fortschrittsoptimismus ⇒ Entwicklung ständige zeitliche Veränderung von "großen Männer" initiiert Ereignisgeschichte Denkweise: "grundsätzliche Historisierung all unseres Denkens über den Menschen, seine Kultur und seine Werte" ⇒ Entwicklung als Forschungsgegenstand Der Mensch möchte sich Klarheit über sich selbst und seine Stellung verschaffen ⇒ "Was der Mensch ist, das sagt ihm die Geschichte" Besonderheiten vergangener Epochen im Unterschied zur Gegenwart erkennen historische Zusammenhänge darstellen Vergangenheit als Auskunftsinstanz der Gegenwart
- Berühmte Vertreter Leopold von Ranke Johann Gustav Droysen
- Zeitliche Einordnung Anfänge im 18. Jahrhundert durch die Aufklärung Hochzeit im 19. Jahrhundert Ende 1945 DDR, 1960 BRD
- Warum ist es zum Historismus gekommen? Große Veränderungen Industrialisierung Entstehung des Bürgertums Revolutionen Nationalismus Klassengesellschaft Fortschritt --> führen zu einem historischen Bewusstsein
- Gegenstände "große Männer" ⇒ große historische Figuren Außenpolitik Fokus auf politische Ereignisse Individuum wird von innen heraus beeinflusst
- Leitende Hinsichten/Gesichtspunkte handlungsleitende Absichten Geist "Ideen machen Geschichte" Geschichte vom Standpunkt des Bürgertums
- Typische Methoden und Perspektiven Hermeneutik ⇒ verstehende Wissenschaft, empirisch Historische Methode ⇒ Heuristik, Quellenkritik, Interpretation Hermeneutisch heißt: Die Gegenwart wird über das Verstehen von Handlungen der Vergangenheit in einen Zusammenhang mit der Vergangenheit gebracht
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- Darstellungsweisen Erzählung episch narrativ Ereignisgeschichte --> geschichtliche Entwicklung von Völkern oder Institutionen oder die Geschehnisse einer Epoche werden als Folge von Ereignissen dargestellt, und zwar so, dass der Sinn dieser Geschichte und ihre Bedeutung für die Gegenwart aus der Ereignisfolge selbst deutlich wird
- Politische Implikationen/Bedeutungen Legitimierung der damaligen Gesellschaft Identitätsbildung bürgerlich-national konservativ
- Kritik am Historismus Relativismus ⇒ Zusammenhänge werden nur innerhalb der vergangenen Epoche aufgestellt, nicht aber mit der Gegenwart Nur Absichten von "großen Männern", nicht aber die Strukturen drumherum werden betrachtet (bspw. Gesellschaft oder Frauen) Staatslegitimierende Funktion des Historismus war Wegbereiter für den Nationalsozialismus Historismus trägt nichts zur kulturellen Bewältigung der Gegenwartsprobleme bei, weil es ihm nicht darum geht die Gegenwart im Lichte der Vergangenheit zu verstehen und zu deuten, sondern die Vergangenheit ohne erkennbaren Grund zu verstehen Es geht nur um eine genaue und überprüfbare Ermittlung historischer Fakten, tieferliegende Zusammenhänge und Fakten werden vernachlässigt. Es wird nicht aufgezeigt, wie man das erworbene Wissen zur gegenwartsbewältigung nutzen kann
- Objektivitätsproblematik 1. Ranke "sich selbst auslöschen" ⇒ volle Objektivität 2. Droysen den eigenen Standpunkt miteinbringen ⇒ Intersubjektive Überprüfbarkeit --> Spannungsverhältnis zwischen Wahrheitsanspruch und Standpunktabhängigkeit!
- disziplinäre Matrix Geschichte ist wissenschaftlich, weil: Objektivität ⇒ Überprüfbarkeit der Aussagen über die Vergangenheit Erkenntnisfortschritt ⇒ dauernder Zuwachs an Wissen Geschichte ist fachlich, weil: Erkenntnisgebiet ⇒ bestimmter, abgrenzbarer Gegenstand Forschungsmethoden --> Wissenschaftsparadigma (wissenschaftliche Schule) bzw. disziplinäre Matrix "Geschichte macht aus Orientierungsbedürfnissen Erkenntnisinteressen."
- Historische Methode 1. Heuristik Historische Fragestellung Quellensuche ⇒ Überrest (privat, keine Überlieferungsabsicht), Tradition (Überlieferungsabsicht) Selektion der Quellen 2. Quellenkritik a) Äußere Quellenkritik (Ist die Textgestalt glaubwürdig?) 1. Kritik der Echtheit Textgestalt Entstehung und Überlieferung 2. Kritik des Früheren oder Späteren Original oder Übersetzung? --> Kann der angegebene Autor die Quelle wirklich verfasst haben? b) Innere Quellenkritik (Ist die Quellenaussage glaubwürdig?) 1. Kritik des Richtigen Motiv, Zweck, Glaubwürdigkeit des Autors Umstände, Entstehungsbedingungen Augenzeuge? 3. Interpretation a) pragmatische Interpretation Rekonstruktion des Geschehens Herstellung von Kausalketten b) Interpretation der Bedingungen Interpretation von Raum, Zeit, Mitteln Hintergrundbedingungen c) psychologische Interpretation Absicht des Autors Ideen des Autors Ideologie des Autors d) Interpretation der Ideen Überlegungen hinter den Ideen Warum?