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Unternehmensplanung A (Fach) / Teil B (Lektion)

Teil B

Diese Lektion wurde von TatjanaF erstellt.

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  • Business Plan: Definition + Addressaten Der Business Plan ist ein Geschäftsplan. Er beinhaltet die Beschreibung eines unternehmerischen Vorhabens, in der unternehmerische Ziele, geplante Strategien und Maßnahmen sowie die Rahmenbedingungen inhaltlich und quantitativ vollständig und übersichtlich dargestellt werden. Ein Business Plan soll im Wesentlichen die unterschiedlichen Phasen der Unternehmensentwicklung mit besonderer strategischer Bedeutung darstellen. Die Länge des Business Plans richtet sich nach der Komplexität des Vorhabens aus. Durchschnittlich wird dabei ein Umfang von 20 bis 40 Seiten erzielt.  Adressaten der Business Pläne sind: - Potenzielle Partner und Kapitalgeber.- Lieferanten, Medien, Mitarbeiter, Kunden.
  • Business Plan: Funktionen Orientierungsfunktion- Wiedergabe einer Geschäftsidee: Häufig besitzen die Unternehmen noch keine Historie (Existenzgründungen), dann ist der Business Plan quasi die „Visitenkarte“ des Gründers.- Darstellung des Unternehmens im Geschäftsleben, um neue Kunden bzw. Lieferanten zu gewinnen (doch sollte dabei nicht jede Information jedem Empfänger sichtbar sein). Kommunikationsfunktion- Beschaffung von Kapital bei Existenzgründung (z. B. um Venture Capital gewinnen zu können).- Doch auch etablierte Unternehmen setzen Business Pläne ein: Informationen zum Geschäftskonzept, Auskunft über Kundenstruktur, Produktweiterentwicklung, Prozessumstrukturierung oder Geschäftskonzeptänderung. Kontrollfunktion
  • Business Plan: Einsatzbereiche Business Pläne werden sehr facettenreich eingesetzt: Neugründung von Unternehmen, Einführung neuer Produkte, Börsengang und Kapitalerhöhung. Fusion und Kooperation Verkauf von Unternehmen oder Übernahme von Unternehmen. Expansion in andere Märkte, Beantragung von Fördermitteln oder Beantragung von Erweiterungskrediten
  • Business Plan: Aufbau 1. Executive Summary2. Vision, Unternehmensziele und Gründerprofil3. Produkt (Dienstleistung)4. Markt und Wettbewerb5. Marketing und Vertrieb6. Organisation7. Umsetzungsplan8. Risikobewertung und alternative Szenarien9. Finanzplanung
  • Total Quality Management (TQM): Definition Begriff: Durchgängige, fortwährende und inkrementelle Verbesserung existenter Unternehmensaktivitäten mit dem Ziel, Qualität als Schlüsselgröße einzubringen und im Unternehmen dauerhaft zu verorten (Prozesseffektivität). In TQM sind sämtliche Funktionsbereiche und Mitarbeiter eines Unternehmens einbezogen. Das Primärziel besteht in einer Steigerung der Kundenzufriedenheit. Der Ansatz hat seine Wurzeln in Deming(USA), wurde dort aber zunächst kaum beachtet. Erst mit der erfolgreichen Umsetzung von TQM im japanischen Autobau, erreichte das Konzept der „kleinen Schritte“ Akzeptanz (zunächst in den USA, später in Europa). TQM rückt den Kunden in den Mittelpunkt. Qualität ist dann erreicht, wenn die Unternehmensleistungen dazu geeignet sind, spezifische Kundenanforderungen zu erfüllen („anwendungsorientierter Qualitätsbegriff“). TQM umfasst sowohl den internen als auch externen Kunden. Auch die Mitarbeiter müssen mit der erbrachten Leistung zufrieden sein. Ziel: Vermeidung des Over-the-Wall-Syndroms. TQM speist sich als Metaführungsansatz aus zwei weiteren Managementkonzepten:- Lean Management (Prozesseffizienz)- Kaizen Management (Prozess-Know-how)
  • Total Management als Begriff Total: „Allumfassende“ und „ganzheitliche“ Ausrichtung auf sämtliche Unternehmensbereiche, aber auch mit Außenwirkung (Kundenwahrnehmung). Quality: Primäre Qualitätsausrichtung der Aktivitäten. Dabei wird unterschieden in: à Kleines „q“: Zunächst zielte TQM auf die Verbesserung der Produktqualität. à Großes „Q“: Später erfolgte eine qualitative Ausweitung auf Prozesse sowie Führung und Personal. Management: Systematische Koordination und Ausführung der Ziele, wobei neben der primären Qualitätsfokussierung eine gleichzeitige Berücksichtigung von Kosten, Zeit-und Flexibilitätszielen verfolgt wird.
  • TQM: Vorteile Einbeziehung des gesamten Unternehmens Echtes Qualitätsmanagement Kundenorientierung (intern + extern)  Steigerung der Kundenzufriedenheit Vermeidung Over The Wall Syndrom Die Einhaltung einer zugesicherten Qualität fördert den Schutz gegen Produkthaftungsklagen Kompetenz aller beteiligten Mitarbeiter wird genutzt Verbesserung der Unternehmensleistung und der Wettbewerbsfähigkeit
  • TQM: Nachteile idR. muss die Unternehmenskultur geändert werden Konflikte im Unternehmen schwer Qualität als Firmenphilosophie zu erfassen Mitarbeiter müssen TQM auch annehmen und umsetzen Enge Fokussierung auf Abläufe und deren Kontinuität
  • Lean Management Beschreibt die Ausschöpfung von Optimierungspotenzialen durch: Die Vereinfachung von Unternehmensabläufen. Die Verschlankung von Hierarchien.Das Konzept stellt eine Erweiterung der vom MIT entwickelten Lean Production dar. Lean Management bezieht sich nicht nur auf die Fertigung, sondern auf sämtliche Funktionsbereiche. Die hierarchische Struktur einer Organisation ist ständig hinsichtlich ihrer Sinnhaftigkeit zu untersuchen. Für überflüssig identifizierte Ebenen werden rigoros gestrichen. Dadurch fördert Lean Management die Agilität im Wettbewerb. Mögliche Probleme von Lean Management:Viele Unternehmen sind nicht nur schlank, sondern gar „magersüchtig“: In rezessiven Phasen wurden Mitarbeiter abgebaut und bei anziehender Konjunktur waren sie gnadenlos unterbesetzt, Gefahr des Aus-dem-Markt-Katapultierens. Zu den Grundprinzipien des Lean Managements zählen: - Konsequente Steigerung der Prozesseffizienz durch Produktivitätssteigerung.- Unterscheidung zwischen Wertschöpfung und Verschwendung (Leitprinzip: „Value-Added statt Non-Value-Added“).- Zusammenwirken von Prozessschritten (Optimierung im Bereich Rüsten, Materialbereitstellung, Wertströme).
  • Lean Management: Vorteile Ausschöpfung von Optimierungspotenzialen durch: Die Vereinfachung von Unternehmensabläufen und die Verschlankung von Hierarchien Förderung Agilität im Wettbewerb Größere Flexibilität Kostenreduzierung Qualitätssteigerung (hohe Produktqualität) bessere Kommunikation durch flache Hierarchien Hohe Motivation der Mitarbeiter: hohe Selbstverantwortlichkeit der Mitarbeiter in ihren Teams Schnelle Reaktion auf Kundenwünsche Bezieht sich nicht nur auf Fertigung sondern auf alle Funktionsbereiche
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  • Lean Management: Nachteile Gefahr des Aus dem Markt Katapultierens Unternehmen werden „magersüchtig“ Mitarbeiterabbau in rezessiven Phasen führt zu Unterbesetzung bei anziehender Konjunktur, potenzielle Umsätze gehen dadurch verloren Know-How Verlust Service kann leiden, wenn Fachkräfte durch weniger qualifiziertes Personal ersetzt werden Mitarbeiter müssen entlasse werden: interner Widerstand Einführung dauert sehr lange
  • Kaizen Management Kaizen Management bedeutet die Einleitung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (Continuous Improvement Process) Unternehmungsaktivitäten sind dauerhaft auf die Steigerung des Konsumentennutzens gerichtet Mitarbeiter stehen hier im Fokus, bei TQM ist es eher der Kunde Die Politik „der kleinen Schritte“ besagt, dass sich Veränderungen nicht sprunghaft, sondern allmählich einstellen
  • Kritik: Kaizen Schirm Zusammenhanglos unstrukturiert, Wirrwarr  (nicht nach Philosophie, Instrument getrennt)Begriffe wahllos genannt Keine Interdependenzen beachtet: z.B. Kleingruppenarbeit muss nicht unbedingt Qualitätssteigerung bedeuten Kausalität fehlt
  • Kaizen Management: Vorteile Langfristig und andauernder Effekt:Ausrichtung nicht auf kurzfristige Ergebnisse, auf Leistung und auf Kontrolle, sondern auf langfristige Perspektiven und Verhaltensänderungen Steigerung des Prozess-Know-Hows Steigerung der Mitarbeitermotivation
  • Kaizen Management: Nachteile Nicht für schnell wandelnde Wirtschaft geeignet Zwar kleines Investment, aber großer Einsatz zur Erhaltung kurzfristiges Erfolgsdenken keine Zeit Probleme nachhaltig anzugehen eine Verbesserung muss sofort Ergebnisverbesserung bringen Abteilungserfolge gehen vor Gesamterfolgen --> Anreitzsystem Großer zeitlicher Aufwand
  • Business Process Reeingineering §  Prozessorganisatorische Neuorientierung („Bombenwurfstrategie“). Der Ansatz geht über eine bloße Geschäftsprozessoptimierung weit hinaus. §  Krasses Pendant zu den japanisch geprägten Konzepten primärer Qualitätsorientierung in kleinen Schritten. §  „Fundamentales Umdenken und radikales Neugestalten von Geschäftsprozessen, um dramatische Verbesserungen bei bedeutenden Kennzahlen, wie Kosten, Qualität, Service und Durchlaufzeit zu haben.“ (M. Hammer) §  Abkehr von inkrementalen (= kontinuierlichen) Veränderungen (Pendant zum TQM) §  Bekannte Vorgehensweisen werden hinsichtlich Effektivität und Effizienz überprüft §  Radikalkur für die Unternehmung (Auswirkungen auf die Aufbauorganisation) §  Einsatz nur im Extremfall (bei extrem schlechter Unternehmensentwicklung) §  3 von 4 Projekten scheitern: 50-75% à hohes Risiko
  • Business Process Reengineering: Kernprinzipien - Eine zielgerichtete Fokussierung auf relevante Geschäftsprozesse. Diese Geschäftsprozesse sind auf die Kunden ausgerichtet.- Weiterhin richten sich die Unternehmen ganzheitlich (Strukturen, Mitarbeiter, Spielregeln) aus.- Intensive Nutzung moderner IT-Systeme.- Unternehmen konzentrieren sich dabei auf Ihr Kerngeschäft.
  • Business Process Reengineering: 4 “Re‘s“ 1)    Renewing („Erneuerung“): Verbesserte Schulung und organisatorische Einbindung von Mitarbeitern in das Unternehmen (Erwerb neuer Fertigkeiten und Fähigkeiten, Motivationssteigerung). 2)    Revitalizing („Revitalisierung“): Prozesse neugestalten, Ineffizienzen erkennen und bekämpfen. 3)    Reframing („Einstellungsänderung“): Herkömmliche und geerbte Denkmuster ablegen, neue Wege einschlagen. Finden neuer Visionen, Förderung der Entschlusskraft. 4)    Restructuring („Restrukturierung“): Neue Aktivitäten Portfolios erkennen und konsequent auf diese setzen (mehrere „Standbeine“).