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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Fach) / Das visuelle System (Lektion)
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Diese Lektion wurde von Schmaus erstellt.
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- Tiefenwahrnehmung: Hinweisreize Binokulare Hinweisreize Retinale Disparität: Der Augenabstand von ca. 6 cm erzeugt etwas verschobene Bilder im Gehirn.Anhand des Vergleichs der beiden von den Augäpfeln übermittelten Bilder berechnet dasGehirn die Entfernung – je größer die Disparität (der Unterschied) zwischen den beidenBildern, desto näher das Objekt.
- Tiefenwahrnehmung: Hinweisre Binokulare Hinweisreize Konvergenz der Augenmuskel: Die Augen drehen sich stärker innen, wenn man nahe Objekte fixiert.Das Gehirn erkennt den Konvergenzwinkel und berechnet dann den Unterschied.Je stärker die Einwärtsdrehung, desto näher das Objekt.
- Wahrnehmungskonstanz = Fähigkeit, Objekte als unverändert (mit gleichbleibender Helligkeit, Farbe, Form undGröße) wahrzunehmen, auch wenn sich die Beleuchtung und die Bilder auf der Retinaverändern.
- Objektkonstanz Objektkonstanz bei wechselnder Perspektive ist stark erfahrungsabhängig. Bottom-Up-Verarbeitung ist die automatische Erkennung von Objekten aufgrundder wahrgenommenen Eigenschaften. Top-Down-Verarbeitung ergänzt Wahrgenommenes um prototypische Elemente,um Geschlossenheit zu erreichen (Bsp. Gestaltgesetze).
- Zusammenfassung: Visuelles System I Visuelle Wahrnehmung Unser Auge ist hoch entwickelt. Dennoch lässt es sich „austricksen“ – z.B. durchoptische Täuschungen. Darunter versteht man Darstellungen, die dem Auge bzw. demGehirn einen bestimmten Eindruck „vorgaukeln“, den es so aber gar nicht gibt.„Schuld“ an diesen Phantomwahrnehmungen sind die neuronalen Verschaltungen imGehirn: Sie sorgen dafür, dass wir mehr oder auch mal weniger wahrnehmen, als eswirklich gibt – aber all das ist immer nur zu unserem Vorteil (von unserem Gehirngedacht).
- Zusammenfassung: Visuelles System I Nachbilder (Komplementärfarbe) Spezielle optische Täuschungen setzen auf diesen Effekt, um farbige Nachbilder zuerzeugen. Wie diese zustande kommen, ist noch nicht ganz geklärt.Wissenschaftler vermuten, dass die Sinneszellen für langwelliges Licht ermüden unddaher nach einer bestimmten Zeit die Farbe Weiß nicht mehr richtig interpretieren.
- Zusammenfassung: Visuelles System I Komplettierung (Scheinkonturen) Da fehlt doch was? Es ist für das Gehirn natürlich, fehlende Linien zu ergänzen.So entstehen in bestimmten optischen Täuschungen Konturen, wo gar keine sind –etwa das „Phantomdreieck“.
- Zusammenfassung: Visuelles System II Größenwahrnehmung Gegenstände, die sich in der Ferne befinden, sehen kleiner aus, als siewirklich sind. Auch auf einem zweidimensionalen Bild orientiert sich das Gehirnperspektivisch. Zwei gleich große Figuren erscheinen daher unterschiedlich groß,wenn eine im Bildvordergrund, die andere weiter oben („hinten“) gezeichnet ist.Zu dieser Kategorie optischer Illusionen gehören auch die so genannten„stürzenden Linien“: Linien oder Kanten scheinen aufeinander zuzustreben,obwohl sie in Wirklichkeit parallel verlaufen – zum Beispiel bei sehr langen Objektenwie Hochhäusern, Eisenbahnschienen oder Straßen. Perspektivisches Denken führt auch dazu, dass eine Linie zwischen zwei spitzenWinkeln (Pfeilspitzen) deutlich kürzer erscheint, als dieselbe Strecke, die zweistumpfe Winkel (umgekehrte Pfeilspitzen) begrenzen (so genannte Müller-Lyer-Täuschung). Wissenschaftler vermuten, dass das Gehirn die Winkel unbewusstals dreidimensionale Objekte interpretiert und daher von den Pfeilspitzenautomatisch auf Kanten schließt .
- Zusammenfassung: Visuelles System III Sprung-/Kippbilder (Perzeptuelle Mehrdeutigkeit) Ente oder Hase? Dame oder alte Frau? Vase oder Gesicht?Eine ganze Reihe von optischen Täuschungen arbeitet mit zweideutigen Bildern, diewährend des Betrachtens hin und her springen. Das Gehirn versucht, anhandseiner Erfahrungen in dem Bild Muster, Gesichter oder Formen zu erkennen.Ohne weitere Informationen kann es aber nicht erkennen, welche von zweimöglichen Formen „wichtiger“ ist. Daher springt die Wahrnehmung.
- Zusammenfassung: Visuelles System III Die laterale Hemmung Beispiel Farbpalette:Die Streifen sind (physikalisch) homogen in ihrer Farbe, scheinen aber einenleichten Farbverlauf im Übergang zu haben (Grenze an dunkler Farbe erscheintheller, an heller Grenze dunkler).Es werden Unterschiede zwischen den Zellen (z.B. durch Hemmung derNachbarzellen = sog. Mach-Bänder) verstärkt . Das erhöht dieGesamtempfindlichkeit des Systems.
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- Zusammenfassung: Visuelles System IV Visuelle Funktionen: Augenmotorische FunktionenFixation, Folgebewegungen, Sakkaden, Akkommodation Sensorische FunktionenSehschärfe, Kontrastsensibilität, Farbensehen, Adaption, Gesichtsfeld „Kognitive“ Sehfunktionenräumliches Bewusstsein, Bewegungssehen, Orientierung im Raum,Auge-Hand-Koordination, Wiedererkennung, Figur-Grund-Wahrnehmung
- Zusammenfassung: Visuelles System V Visuelle Wahrnehmung Unsere Wahrnehmung der visuellen Welt ist ganzheitlich / holistisch.Sie ist ”zusammengesetzt” aus einer Vielzahl paralleler Prozesse der visuellenInformationen, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über unterschiedlicheWege im Gehirn entsteht.Das größte Teil der „hereinkommenden” visuellen Informationen wird abgewiesen.
- Zusammenfassung: Visuelles System V Visuelle Bilder: sind mehr eine Konstruktion unseres Gehirns als eine Repräsentation derphysikalischen Welt. Unser Gehirn interpretiert das was wir sehen, nach dem, was es bereits kennt.Visuelle Täuschungen zeigen, wie intelligent das visuelle System mit mehrdeutigenReizen umgeht.Das visuelle System ist ein Meister darin, unvollständige Informationen durch klugeZusatzannahmen zu ergänzen und zu einem plausiblen Gesamtbild zusammenzusetzen.