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Deutsch (Fach) / Verb (Lektion)

Das Verb bildet inhaltlich im Satz den Kern der Aussage. Verben bezeichnen

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  • Das Verb bildet nicht nur den Kern der Aussage, sondern ist funktional auch das Organisationszentrum des Satzes einen Vorgang, einen Zustand, eine Tätigkeit oder Handlung (jemand tut etwas): Nach ihrer inhaltlichen Leistung unterscheidet man also Handlungsverben, Vorgangsverben und Zustandsverben.
  • Jede konjugierte Verbform im Satz verlangt «obligatorisch» mindestens nach einem Nominativ der meist den Handlungsträger angibt: Die Sonne scheint. (Wer oder was scheint?) Konjugiertes Verb und Nominativ sind quasi das minimale Grundgerüst eines vollständigen deutschen Satzes.
  • transitive Verben das heisst Verben, die einen Akkusativ verlangen: Ich sah dich schon lange.
  • intransitive Verben das heisst Verben, die keinen Akkusativ, möglicherweise aber andere Ergänzungen verlangen: Ich gratulierte ihr zu der bestandenen Fahrprüfung. (Nicht möglich: *Wen oder was gratulierte ich?)
  • reflexive Verben das heisst Verben, die ein Reflexivpronomen bei sich haben: Ich beeilte mich sehr.
  • Transitiv nennt man jene Verben, die einen Akkusativ verlangen, d. h. ein Wort oder eine Wortgruppe, die auf die Frage wen oder was? antwortet: Er traf Freunde. Wen traf er? – Freunde = Akk. Pl. Mask. treffen ist in diesem Satz transitiv. Transitiv besagt, dass die durch das Verb ausgedrückte Handlung direkt auf eine Person oder Sache hinzielt oder übergeht. Das wird sprachlich durch den Akkusativ wiedergegeben. Man sagt auch, transitive Verben «regieren» den Akkusativ. Die Mehrzahl der deutschen Verben kann transitiv gebraucht werden. Er wartet auf einen Brief.Auf wen oder was wartet er? (Nicht möglich: *Wen oder was wartet er?)Hier ist einen Brief zweifellos Akkusativ; der Kasus wird aber nicht vom Verb warten regiert, sondern von der Präposition auf. Wie wir gleich sehen werden, ist warten in diesem Satz intransitiv.
  • Intransitive Verben sind solche, die keinen Akkusativ verlangen. Sie können eine Ergänzung in einem andern Kasus (Dat., Gen.) oder mit einer Präposition haben oder überhaupt ergänzungslos sein: •ohne Ergänzung = intransitiv: Die Sonne scheint. •Ergänzung im Dativ = intransitiv: Ich gratulierte ihr. (Wem gratulierte ich?) •Ergänzung im Genitiv = intransitiv: Wir harren seiner. (Wessen harren wir?) •Ergänzung mit einer Präposition = intransitiv: Er wartet auf einen Brief. (Auf wen oder was wartet er?) Intransitiv
  • Reflexiv ist ein Verb, wenn sich die von ihm bezeichnete Handlung auf den Handelnden zurückbezieht. Das geschieht durch ein Reflexivpronomen. Das Reflexivpronomen kann im Dativ oder Akkusativ stehen. echten reflexiven Verben: sich schämen unechten reflexiven Verben: waschen (sich oder jemanden/etwas).z. B.: Ich klage mich an. Das Reflexivpronomen kann gegebenenfalls weggelassen (ich klage an), ersetzt (ich klage ihn an) und erfragt werden (wen klage ich an?) Reziproke Verben: Das Reflexivpronomen ist in der Regel durch einander ersetzbar und drückt ein «wechselbezügliches» Verhältnis aus: Sie grüssen sich → Sie grüssen einander. Ob ein Verb transitiv, intransitiv oder reflexiv verwendet wird, lässt sich nur in einem gegebenen Satzzusammenhang entscheiden.
  • Man unterscheidet Vollverben, Hilfsverben und Modalverben. Ein normaler Satz enthält immer ein Vollverb, das die Aussage trägt: Sie gibt ihm das Buch.• Die Hilfsverben (sein, haben, werden) verändern die Aussage des Vollverbs in zeitlicher Hinsicht: Sie gibt ihm das Buch → Sie hat ihm das Buch gegeben. Werden hilft zudem, das Passiv zu bilden. • Die Modalverben (wollen, sollen, können, mögen, müssen, dürfen) bestimmen die Art und Weise, in der eine Handlung geschieht: Sie muss ihm das Buch geben. Die Hilfs- und Modalverben können aber auch als Vollverben auftreten: Er hat Glück. Sie will nicht. Das einzige Verb im Satz ist immer Vollverb.
  • Hilfsverben? sein haben werden
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  • Modalverben wollen sollen können mögen müssen dürfen
  • einfaches Verb? bestehen in der Grundform nur aus dem Verbstamm und der Verb-Endung -en oder -n (reiss-en).
  • Bei den abgeleiteten Verben kommt meist ein Präfix dazu, das fest mit dem Verbstamm verbunden ist. Das Präfix ist nicht abtrennbar bezahlen, vergehen, entkommen, geraten, erziehen, zerstören.
  • Auch zusammengesetzte Verben haben ein Präfix; dieses wird aber in bestimmten Konjugationsformen, wie Beispiel C] zeigt, vom Verbstamm abgetrennt. Weitere Beispiele: ablegen:Wir legten unsere Mäntel ab.vorbereiten:Ich bereite mich gut auf diese Prüfung vor.blaumachen:An diesem schönen Nachmittag mache ich blau
  • Das Verb ist die wichtigste Wortart, weil es den Aufbau des Satzes weitgehend bestimmt. Je nach Ergänzungen, die ein Verb verlangt, unterscheidet man transitive, intransitive und reflexive Verben
  • Transitiv nennt man jene Verben, die eine die eine Ergänzung im Akkusativ verlangen: nehmen (er nimmt eine Zeitung).
  • Intransitiv nennt man jene Verben, die keine Ergänzung im Akkusativ verlangen, sei es, dass sie überhaupt ergänzungslos sind (die Sonne scheint) oder dass sie andere Ergänzungen haben (er dankte mir [Dativ]; er sprach über Afrika [Ergänzung mit einer Präposition]). exakt
  • Verb: man unterscheidet nach inhaltlichen Kriterien Handlungs-, Vorgangs-, Zustands
  • Verb: nach Funktion für das Satzganze: transitive, intransitive, reflexiv
  • Verb: nach ihrer Leistung innerhalb der Verbgruppe: Voll, Hilfs und Modalverb
  • Verb: nach der Wortbildung einfache, zusammengesetzte und abgeleitete
  • Jede Verbform wird nach fünf Kategorien untersucht: Person, Numerus (Zahl), Tempus (Zeit), Modus (Aussageart), Genus (Verhaltensrichtung)
  • Präsens Wird hauptsächlich zur Darstellung des gegenwärtigen Geschehenden oder des Dauernden benutzt Sie spielen (gerade) Fussball Der Mount Everest ist der höchste Berg der Welt
  • Präteritum / Imperfekt oder Vergangenheit Es gibt ein vergangenes, abgeschlossenes Geschehen wieder. Es ist die eigentliche Erzählzeit.
  • Perfekt (die Vorgegenwart) Es drückt hauptsächlich aus, was zwar vergangen ist, aber noch Auswirkungen auf die Sprechzeit hat: Sie ist gekommen (und ist jetzt da) Er hat es getan (und ich muss die Folgen tragen)
  • Plusquamperfekt (die Vorvergangenheit) Es drückt die Vorzeitigkeit zu einem bereits vergangenen Ereignis aus und kommt deshalb nur in Zusammenhang mit dem Präteritum zur Anwendung: Er war schon weggelaufen (als die Nachricht eintraf). Nachdem sie ausgiebig gefrühstückt hatte (machte sie sich auf den Weg).
  • Konjugation (Flexion) des Verbes ist vielschichtiger als die Deklination Verb: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus Deklination: Kasus, Numerus, Genus
  • Das Tempus Das Deutsche kennt sechs Tempora . Zwei dieser werden mit einfachen Formen gebildet und vier mit zusammengesetzten Formen: Präsens, Präteritum, Plusquamperfekt, Futur 1 und Futur 2
  • Futur 1 (die Zukunft) Es ist vor allem die Zeitform des zukünftigen Geschehens Das werde ich nie glauben Sie wird dir gewiss beistehen
  • Futur 2 Trotz seines Namens drückt das Futur 2 meistens nicht ein zukünftiges Geschehen aus, sondern eine Vermutung in der Vergangenheit! Es kann aber auch im ursprünglichen Sinn etwas in der Zukunft Abgeschlossenes ausdrücken. Sie werden nicht aufgepasst haben!
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  • Modus regelmässige (schwache) und unregelmässige (starke) Verben regelmässige, die wie suchen den Stammvokal beibehalten und das Präteritum mit dem Suffix -t- vor der Persoanendung bilden, sind regelmässig konjugiert oder regelmässige Verben. reden, redete, geredet blühen, blühte, geblüht Unregelmässige Verben: Unregelmässige Verben bilden das Präteritum mit einem Ablaut, d.h. mit einem Vokalwechsel im Stamm. finden, fand, gefunden nehmen, nahm, genommen bleiben, blieb, geblieben
  • Der Modus (deutsch: die Aussageart oder Aussageweise) des Verbes bedeutet Der Modus (deutsch: die Aussageart oder Aussageweise), in dem sie stehen, zeigt an, ob das Geschehen, das durch das Verb bezeichnet wird, der Wirklichkeit zugehört oder ob es bloss indirekt ausgesagt, bloss als Möglichkeit, als Wunsch oder als Befehl ausgesprochen wird:1)Wirklichkeit:Der Schornsteinfeger geht weg.2)Indirekte Aussage:(Der Schornsteinfeger sagte,) er gehe weg.3)Möglichkeit:Er ginge (wenn ich ihn darum bitten würde).4)Wunsch:Ginge er doch endlich!5)Befehl:Geh endlich weg! Gehen Sie weg!Der erste Satz stellt einen tatsächlichen, realen Sachverhalt fest. Das Verb steht deshalb im Indikativ (Wirklichkeitsform). Im zweiten Satz wird nur indirekt berichtet, was der Schornsteinfeger gesagt hat: Ob seine Aussage den Tatsachen entspricht, ob er jetzt tatsächlich geht, ist nicht zwingend sicher. Im dritten Satz wird eine Möglichkeit, im vierten ein Wunsch geäussert. In den Sätzen 2, 3 und 4 steht das Verb deshalb im Konjunktiv (Möglichkeitsform). Die beiden Sätze unter 5) schliesslich geben einen Befehl bekannt; ihr Verb steht im Imperativ (Befehlsform). Indikativ, Konjunktiv und Imperativ sind die drei Modi oder Aussageweisen des Deutschen. Ihre korrekte Verwendung ist nicht immer einfach; wir werden sie aber in der fünften Lerneinheit eingehend studieren und üben.
  • a)Indikativ= b)Konjunktiv= c) Imperativ a)Verb Modus Wirklichkeitsform b)Verb Modus Möglichkeitsform c)Verb Modus Befehlsform
  • Der Indikativ (Wirklichkeitsform; Abk.: Ind.) ist der häufigste und gewissermassen neutrale Modus. Mit ihm werden: Sachverhalte als tatsächlich oder wirklich dargestellt. In ihm wird beschrieben, erzählt und behauptet.
  • Konjuktiv 1 und Konjuktiv 2 Der Konjunktiv hat sechs verschiedene Formenreihen, die von den sechs Tempora abgeleitet sind. Nach ihrer Verwendung und Funktion aber unterscheidet man nur zwei Reihen: Konjunktiv I und Konjunktiv II.
  • Mit Konjunktiv I (Abkürzung: Konj. I) bezeichnet man die Konjunktive Präsens, Perfekt, Futur I und Futur II.
  • Mit Konjunktiv II (Abkürzung: Konj. II) bezeichnet man Mit Konjunktiv II (Abkürzung: Konj. II) bezeichnet man die Konjunktive Präteritum und Plusquamperfekt
  • Konj. I und Konj. II sein und haben Konj. I ich sei du seist er/sie/er sei wir seien ihr seiet sie seien Konj. II ich wäre du wärest er/sie/er wäre wir wären ihr wäret sie wären Konj. I ich habe du habest er sie es habe wir haben ihr habet sie haben Konj. II ich hätte du hättest ersie es hätte wir hätten ihr hättet sie hätten
  • Konj. I und II werden ich werde du werdest er sie er werde wir werden ihr werdet sie werden Konj.II ich würde du würdest er würde wir würden ihr würdet sie würden
  • Der Imperativ (Modus Verb) (von lat. imperare = befehlen) oder die Befehlsform drückt einen Befehl, eine Aufforderung, eine Mahnung oder eine Bitte aus Trink(e)! Komm(e)! Geh(e)! Imperativ Sg.  Trinkt! Kommt! Geht! Imperativ Pl.  Trinken Sie! Kommen Sie! Gehen Sie! Imperativ Höflichkeitsform 
  • Genus beim Verb Beim Verb gibt es kein Geschlecht dafür die Verhaltensrichtung aktiv und passiv
  • a)Vorgangspassiv b)Zustandspassiv a) im Perfekt bzw. Plusquamperfekt Passiv Das Grundstück ist verkauft worden.Die Herdplatte war eingeschalten worden b)im Präsens bzw. Präteritum Passiv Das Grundstück ist verkauft.Die Herdplatte war eingeschaltet
  • finite Verbformen Alle jene Verbformen, bei denen Person und Numerus ausgedrückt werden. sie gehen: 3. Pers. Pl
  • infiniten Verbformen Infinitiv (Grundform):loben • Partizip Präsens (Mittelwort der Gegenwart):lobend • Partizip Perfekt (Mittelwort der Vergangenheit):gelobt  Die Infinitivformen werden im Satzzusammenhang häufig mit zu gebraucht:
  • Die Bezeichnung Adverb (lat. ad-verbum = zum Verb; deutsch: Umstandswort) besagt, dass diese Wortart die mit dem Verb ausgesagte Handlung, den ausgedrückten Vorgang oder Zustand näher bestimme. Tatsächlich ist dies die Hauptaufgabe des Adverbs: sie besucht uns gern Ein Adverb (Abkürzung: Adv.) kann aber auch ein Adjektiv, ein anderes Adverb, in seltenen Fällen sogar ein Substantiv oder Pronomen genauer charakterisieren: ein sehr vornehmes Haus (Adv. sehr zu Adj.) der Mann dort (Adv. dort zu Subst.) ich bin hier (Adverb hier prädikativ zum Pronomen ich
  • Wieviele Gruppen von Adverbien gibt es? 4 Adverbien des Ortes (Lokaladverbien; lat. locus = der Ort) Sie antworten auf die Fragen: wo? hier, dort, da, oben, unten, draussen, überall, links wohin? hierhin, dorthin, hinauf, hinein, abwärts, heim woher? dorther Adverbien der Zeit (Temporaladverbien; lat. tempus = die Zeit) Sie antworten auf die Fragen: wann? gestern, heute, morgen, einst, damals, jetzt, nun, soeben, bald, dann, nachher wie lange? stets, immer, bisher, seither, seitdem, fortan, noch wie oft? oft, manchmal, mehrmals, zuweilen, wiederum Adverbien der Art und Weise (Modaladverbien; lat. modus = Art und Weise) Sie antworten auf die Fragen: wie? gern, so, anders, umsonst, flugs, eilends, derart wie viel? mehr, genug, meistenteils wie sehr? sehr, gar, zu, allzu, überaus, besonders, weitaus Neben dem Modus der Verben (Ind., Konj., Imp.) und den Modalverben (müssen, können usw.) haben wir also mit den Adverbien der Art und Weise, mit den Modaladverbien, ein drittes Mittel, um die Art und Weise des ausgedrückten Sachverhalts zu vermitteln. Darauf gehen wir in der fünften Lerneinheit genauer ein. Zu den Adverbien der Art und Weise werden auch jene Adverbien gerechnet, die sich weniger auf das Verb als auf den ganzen Satz beziehen. Sie sagen etwas aus über Notwendigkeit, Möglichkeit, Unsicherheit, Verneinung oder Einschränkung des Satzinhaltes: wie? nicht, vielleicht, vermutlich, möglicherweise, durchaus, keineswegs, allerdings, fast, übrigens Adverbien des Grundes (Kausaladverbien; lat. causa = der Grund) Sie antworten auf die Fragen: warum? darum, deswegen, daher, mithin, folglich, demnach wozu? dazu, dafür, hierzu, hierfür wodurch? dadurch, damit, hierdurch unter welcher Bedingung? sonst, günstigenfalls, nötigenfalls
  • Die Relativadverbien haben dieselbe Funktion wie die Relativpronomen: Sie knüpfen den Nebensatz, den sie einleiten, an den Hauptsatz an. Sie sind aber nicht flektierbar: woraus, wobei, worin usw. Beispiel: Relativadverb: Das Haus, worin wir wohnen, ist alt.