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Fokus Harntrakt (Fach) / Pharmakologie (Lektion)

Diuretika

Diese Lektion wurde von TentakelJuli erstellt.

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  • 1) Definition: Diuretika = Pharmaka zur Steigerung der Harnausscheidung
  • Wodurch kann die glomeruläre Filtration gesteigert werden? (4Punkte) 1. Infusion: mehr Volumen -> gesteigerte Nierendurchblutung 2. Dopamin: Dilatation des Vas afferens (führt Blut zum Glomerulum) -> gesteigerte Nierendurchblutung 3. Methylxanthine: Erhöhtes Herzminutenvolumen -> gesteigerte Nierendurchblutung 4. Herzglykoside: Erhöhtes Herzminutenvolumen -> gesteigerte Nierendurchblutung
  • Wo wirken osmotische Diuretika? im gesamten Tubulus (Glomerulum, proximaler Tubulus, Sammelrohr)
  • 2) Einteilung der Diuretika - indirekt: Steigerung der glomerulären Filtration (GFR) - direkt: - "Festhalten" von Wasser im Tubuluslumen -> Osmotische Diuretika               - Hemmung der Rückresorption von Elektrolyten -> Saluretika
  • Osmotische Diuretika: Wirkstoffe Hyperosmolare, nicht resorbierbare Zuckerlösungen: - Mannitol (10-20%ig) - Sorbitol
  • Wie wirken osmotische Diuretika? werden im Glomerulum gefiltert und später nicht rückresorbiert  -> bleiben im Tubulus -> Wasser wird osmotisch im Tubulus gehalten -> Wasserrückresorption↓ -> Wasserausscheidung↑ -> Harnausscheidung↑ (plasmaisoton) -> Wasseraufnahme↑ -> Nierendurchblutung↑ -> GFR↑ -> auf Dauer gehen Elektrolyten verloren (Auswascheffekt: Osmolalität des Nierenmarks↓)
  • 3) Was muss vor/während der Diuretika-Gabe beachtet werden? - Kreislauf muss intakt sein (damit Flüssigkeit transportiert werden kann) - Niere muss ausscheiden können - Elektrolyt- und Wasserverluste müssen ersetzt werden - Elektrolytimbalanzen vorher beheben
  • Was muss man bei der Therapie mit Mannitol beachten? (Dosierung, Nebenwirkungen) - erst Testdosis - Kreislauf wird durch hohes Volumen belastet (bei i.v. Injektion gelangt Flüssigkeit in Extrazellulärraum -> Gefahr eines Lungenödems) - auf Dauer: Dehydratation, Konzentrierung des Harns↓ (Auswascheffekt) -> keine Langzeittherapie
  • Wann setzt man Mannitol ein? (Indikationen) - Hirnödem --> nicht bei Hirnblutungen (Mannitol geht in Blutung und zieht Wasser nach)!! - Vergiftungen - drohendes Nierenversagen (wenn glomeruläre Filtration funktioniert) - akuter Glaukomanfall
  • Ordne die Diuretika nach ihrer Wirksamkeit! (wirksamstes zuerst) Mannitol Schleifendiuretika ("High-Ceiling": je größer die Dosis, desto größer die Wirkung) Thiazid-Diuretika Kalium-sparende Diuretika Carboanhydrase-Hemmer
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  • Wann sollte man Mannitol nicht verabreichen? - bei Hirnblutungen - bei generalisierten Ödemen, Lungenödemen - bei Anurie - bei dekompensierter Herzinsuffizient
  • Wie wirken Saluretika? tubuläre Rückresorption von Elektrolyten ↓ -> Ausscheidung von Elektrolyten ↑ -> Wasser im Lumen ↑ (Osmose) -> Harnausscheidung ↑ , Ionenzusammensetzung des Harns verändert!
  • Einteilung der Saluretika - Carboanhydrase-Hemmer - Thiazid-Diuretika (Benzothiadiazine) - Schleifendiuretika - Kalium-sparende Diuretika: - Aldosteronantagonisten                                                - Cyclische Amidin-Derivate
  • Wo wirken Carboanhydrase-Hemmer? im proximalen Tubulus
  • Wo wirken Schleifendiuretika? (Wirkort und Transporter) - im dicken aufsteigenden Teil der Henle-Schleife - am luminalen Na+/K+/2Cl‾-CoTransporter (↓)
  • Wo wirken Thiazid-Diuretika? (Wirkort und Transporter) - im früh-distalen Tubulus - am Na+/Cl‾-CoTransporter (↓)
  • Wo wirken Cyclische Amidin-Derivate? (Ort und Transporter) - im spät-distalen Tubulus und proximalen Sammelrohr - am luminalen Na+-Kanal (⊥)
  • Wo wirken Aldosteronantagonisten? - im spät-distalen Tubulus und proximalen Sammelrohr - am Aldosteron-Rezeptor
  • Carboanhydrase-Hemmer: Wirkstoffe? Acetazolamid
  • Thiazid-Diuretika: Wirkstoffe? Hydrochlorthiazid Trichlormethiazid Bendroflumethiazid
  • Schleifendiuretika: Wirkstoffe? Furosemid Torasemid Bumetanid
  • Aldosteronantagonisten: Wirkstoffe? Spironolacton (wirksamer Metabolit: Canrenon)
  • Cyclische Amidin-Derivate: Wirkstoffe? Amilorid Trianteren
  • Carboanhydrase-Hemmer: Indikationen Glaukom Pankreatitis
  • Schleifendiuretika: Indikationen Ödeme (Lunge, Hirn) forcierte Diurese: drohendes Nierenversagen, Vergiftungen kongestive Herzinsuffizienz Hypertonie
  • Thiazide: Indikationen Ödeme kongestive Herzinsuffizienz Diabetes insipidus zusätzlich zu Schleifendiuretika
  • Aldosteronantagonisten: Indikationen Hyperaldosteronismus dekompensierte Herzinsuffizienz (zusätzlich zu Schleifendiuretika)
  • Cyclische Amidin-Derivate: Indikationen zusätzlich zu Schleifen- oder Thiaziddiuretika -> Minderung der Kalium-Verluste
  • Unterschied zwischen Kalium-sparenden Diuretika und anderen Saluretika Carboanhydrase-Hemmer, Thiazide, Schleifendiuretika: Kalium-Sekretion↑ -> Hypokaliämie Kalium-sparende Diuretika: Kalium-Sekretion↓ -> Hyperkaliämie -> Kombination von beiden