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Privatrechtsentwicklung (Fach) / Zum Werdegang der Unterscheidung v. PR, SR, ÖR im Spiegel der Rechtsquellen (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Oellah erstellt.

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  • Wann teilt man das Frühmittelalter zeitlich ein? 5.-10. Jh. 
  • Welche Rechtsquellen waren im Frühmittelalter prominent? Volksrechte, Kapitularien 
  • Was sind Kapitularien? Königliche Einzelgesetze. 
  • Wann tauchte das Begriffspaar "ius publicum - ius privatum" auf, und woraus leitet es sich ab? 8., 9. Jh. Aus dem römischen Recht. 
  • Warum kann man die Rechtsquellen des Frühmittelalters nicht zur Unterscheidung von den Rechtsmaterien heranziehen? Volksrechte hatten zu einfache Struktur
  • Was ist ein Merkmal der Frühmittelalterlichen Rechtsquellen? Volksrechte und Kapitularien gaben den Rechtsstoff ohne besonderer Ordnung oder nach natürlichen Tatbeständen und Zusammenhängen geordnet wieder. 
  • Wann teilt man das Mittelalter zeitlich ein? 10. Jh. bis ca. 1500
  • Wo lassen sich hier die ersten Ansätze zur Trennung von Rechtsmaterien im modernen Sinn erkennen? Im mittelalterlichen Stadtrecht.
  • In was wurde das Verfahrensrecht ab dem 13. Jahrhundert gegliedert, und aus welchen Gründen? Bürgerliche Klagen(Klagen um Schuld, um bewegliches Gut, um Eigen und Erbe)  peinliche Klagen( Strafklagen)  gemischte Klagen (z.b. Klagen wegen trockener Schläge oder Hautwunden) aus kommerziellen Gründen. 
  • Als was wurde das Verfahrensrecht vor der Klagengliederung d. 13. Jh. angesehen? Strafverfahren
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  • Wodurch bahnte sich eine Trennung von Strafrecht und Privatrecht im verfahrensrechtlichen Bereich an? Durch die Gliederung des Verfahrensrechtes in bürgerliche, peinliche und gemischte Klagen. 
  • Wodurch und wann wurde die Trennung von SR und PR im verfahrensrechtlichen Bereich vertieft? Durch die gesetzgeberischen Maßnahmen der Landesfürsten: Schriftliche Fixierung des Strafrechtes aud politischen (Pflicht d. Firedensbewahrung) und wirtschaftlichen Gründen (Verkehrssicherheit)  -im auslaufenden Mittelalter. 
  • Was war der erste österreichisch-steirische Ansatzpunkt zur schriftlichen Fixierung von SR ? Ordnung für das Landesgericht Woklenstein im Ennstal von 1478
  • Was ist ein Landgericht? Ein seit dem Ende  des Mittelalters vorwiegend mit Strafrechtspflege befasstes Gericht.
  • Wovon ist das Landgericht ein Nachfolger? Des mittelalterlichen Grafengerichtes.
  • Worin teilte die Lex Baiuvariorium des 8. Jh. den Rechtsstoff? Kirchensachen Herzogsachen  Volkssachen
  • Was wäre ein Beispiel für ein Kapitular? Das Pariser Edikt Chlothars II. von 614 
  • Was enthält das Pariser Edikt Chlothars II. von 614? personenrechtl. Schutzbestimmungen für Frauen  Regelung des Klerikertestamente  gerichtliche Zuständigkeitsbestimmungen  Strafrecht  Verwaltungsrecht (zoll- u. steuerrechtliche Bestimmungen) 
  • Beispiele für schriftliche Fixierung des Strafrechts? Ordnung für das Landgericht Wolkenstein im Ennstal von 1478 Gesetzgebung Maximilians I. mit Halsgerichtsordnungen für Tirol 1499  - und Radolfszell von 1506
  • Was knüpfte an die Halsgerichtsordnungen von Tirol und Radolfszell, und was hatten die Anknüpfenden gemeinsam? Zahlreiche Landgerichtsordnungen vom 16. Jahrhundert.  Hatten alle Strafrecht und Strafprozessrecht gemeinsam und die Constitutio Criminalis Carolina 1532 als Vorbild.
  • Wodurch tritt das SR als erste separierte Rechtsmaterie im spätmittelalterlichen Österreich in den Vordergrund? Zuerst Teilung des Verfahrensrechtes in peinliche, bürgerliche und gemischte Klagen.  Dann vertiefung dieser Trennung v. PR und SR im verfahrensrechtlichen Bereich durch schriftliche Fixierung des SR durch die Landesfürsten. zb.: Ordnung des Landgerichtes Wolkenstein im Ennstal od. Halsgerichtsordnungen des Maximilian I. für Tirol und Radolfszell.  Anschließend die auf den Halsgerichtsordnungne und der C.C.C basierenden Landgerichtsordnungen des 16. Jh. 
  • Was waren die Rechtsquellen des hohen und späten Mittelalters? Österreichisches Landrecht (13. Jh)  Steiermärkisches Landrecht (14/15 Jh) Oberbayrisches Landrecht (1335/1346)
  • Welche der drei Rechtsquellen des späten Mittelalters folgt der frühmittelalterlichen tradition der Lex Baiuvariorium? Oberbayrisches Landrecht; ausführliche Titelgliederung
  • Was ist ein gutes Beispiel für das Bestreben, Ordnungsgesichtspunkte in das Normengefüge zu bringen? die "arbores"
  • Was sind "arbores"? In mittelalterlichen juristischen Handschriften auftauchende Versuche, mit Hilfe des Aststruktur eines Baumes komplizierte und komplexe REchtsmaterien zu durchdringen. 
  • Was sind Anwendungsfälle der "arbores"? "Verwandtschaftsbäume" zur Bestimmung von Verwandtschaftsgraden auch zur Erfassung von komplizierten Lehensystemen, schuldrechtlichen Klagen od. des prozessualen Weges.
  • Wann teilt man zeitlich die Neuzeit ein? ca. 1500 - 1740
  • welche Zeit vollzog einen großen Schritt in Richtung auf eine Unterscheidung der Rechtsmaterien und wodurch? Die Neuzeit ca. 1500 - 1740 durch: Rezeption Aufblühen der Rechtswissenschaften gesteigerte gesetzgeberische Aktivität des Landesfürstentums mit dem verstärkten Einsatz gelehrter Räte durch geänderte Lebensverhältnisse gestiegene Anfprderungen an das Rechtswesen → drängte Österreich zu einer Typisierung d. Rechtquellen.  
  • Wo wurde das SR fixiert? in den Langerichtsordnungen 
  • Wo wird das Zivilprozessrecht fixiert? in Gerichtsordnungen 
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  • Was war ein in der Neuzeit aufkommender Rechtsquellentyp? PolizeiordnungHatte gewisse Identifikationsansätze in Richtung auf einen öffentlich-rechtlichen Quellentyp. 
  • was führt zu neuen Ordnungsansätzen und wo schlägt sich das nieder? Die intensivere Konfrontation mit dem römischen Recht.  In der Kompilation der vier Doktoren 1654 
  • Was ist die Kompilation der 4 Doktoren? Die sogenannte Kompilation der vier Doktoren (Johann Baptist Suttinger von Thurnhof, Johann Michael von Seiz, Johann Georg Hartmann und Johann Leopold kam auf Anregung des niederösterreichischen Landmarschalls Georg Achaz Graf zu Losenstein (1650) zustande und stellte den (wiederholten) Versuch dar, eine Landesordnung für Niederösterreich aufzurichten.
  • Wodurch erfolgte eine klare Differenzierung der Rechtsmaterien? Durch das Bündnis zwischen aufgeklärtem Absolutismus und Naturrecht. Das naturrechtliche Systemdenken in Verbindung mit der politisch-wirtschaftlichen Zielsetzung führte über die Gewaltenteilung ursprünglich zu einem behördlichen dann auch zu eine fachspezifischen Teilung zwischen einerseits des ÖR, andererseits des SR und PR. 
  • Woraus entwickelte sich der Streit um die Vorherrschaft des öffentlichen Rechtes in der öst. Kodifikationsgeschichte? Aus der in der Umorganisierung des Behördenwesens wurzelnder Differenzierung der Rechtsmaterien.
  • Wieso kam es in der Neuzeit zu einer leichten "Bevorteilung" zugunsten des ÖR? Im Zuge der Verfassungsbewegung Expansion des Staates
  • Welche Auswirkungen hatten diese Bevorzugung des ÖR? Zeigt sich an Juristen der jew. Rechtsmaterie.Verwaltungsjurist hatte bessere Zahlung; erst ganz bewusste Aufertung des Richterstandes brachte gew. Ausgleich. 
  • Was erfolgte 1790 - 1848? Teilung des österreichischen Gesetzespublikationsorganes in Justizgesetzsammllúng (JGS = Privatrecht und  Strafrecht) und Politische Gesetzessammlung (PGS = öfentliches Recht)
  • Wodurch war der österreichische Beginn einer juristischen Ausbildung sowie einer Rechtswissenschaft geprägt? Durch Oberitalien