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Psychologische Genderforschung (Fach) / Alles (Lektion)

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Diese Lektion wurde von elmuchacho erstellt.

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  • Geschlechtsstereotype -> Subjektiver Essentialismus (Rothbart & Taylor) Alltagstheoretische Vorstellung, dass soziale Kategorien wie natürlich vorkommende Objekte verwendet werden und die damit verknüpften Eigenschaften und Merkmale für unveränderlich und stabil gehalten werden Soziale Kategorien variieren jedoch je nach Kultur und Zeit und sind meist das Resultat von Statusunterschieden und Interessen
  • Geschlechtsstereotypen -> Drei-Komponenten-Modell (Rosenberg & Hovland) Stereotype entsprechen der kognitiven Komponente Vorurteile entsprechen der affektiven Komponente Diskrimination entspricht der Verhaltenskomponente
  • Geschlechtsstereotypen -> Dreiecksmodell stereotyper Merkmalsinferenzen (Deaux & Kite) Es gibt definierende Merkmale (keine Überschneidungen), identifizierende Merkmale (leichte Überschneidungen) und zugeschriebene Merkmale (am meisten Überschneidungen) Die Überschneidungen nennt man Zuschreibungen (hier kann nur vermutet werden, welchem Geschlecht Eigenschaft/Interesse/... zugeordnet wurde ⇒ fundam. AF) Deskriptive Komponente ("so sind alle X"):Beschreibend ⇒ Annahmen darüber, wie Männer und Frauen sind (Regelverletzung = überraschend) Präskriptive Komponente ("so sollten alle X sein"):Festlegend ⇒ Annahmen darüber wie sich Männer und Frauen verhalten sollen (Regelverletzung = Abweichung = Ablehnung) Geschlechtsstereotype sind stärker präskriptiv als andere
  • Geschlechtsstereotypen -> Globalstereotyp/Substereotyp Globalstereotyp: Stereotype über die allgemeine Kategorie (Frau: soll nicht arbeiten, sondern sich um die Familie kümmern) Substereotyp: Subgrouping (Ausdifferenzierung), z.B. Hausfrau und Subtyping (Gegensatz), z.B. Karrierefrau
  • Geschlechtsstereotypen -> Theorie der sozialen Identität (Taifel & Turner) Bereits die Bildung und Einteilung in zwei Gruppen genügt, um die Bereitschaft zu diskriminierndem Verhalten zu steigern ⇒ Konkurenzgedanke aktiviert Bei eigener Gruppe: Zugehörigkeit ⇒ Aufwertung der eigenen Gruppe
  • Geschlechtsstereotypen -> Theorie des realistischen Gruppenkonflikts (Sherif & Cambell) Vorurteile und Diskriminierung ist das Ergebnis eines realistischen (realen) Wettbewerbs zwischen verschiedenen Gruppen um knappe Ressourcen Wenn ein Ziel nur von einer Gruppe erreicht werden kann kommt es zu Feindseligkeiten Eine Bedrohung verursacht: Solidarität gegenüber der in-group, erhöhte Bereitschaft für Strafen, Identifikation mit der eigenen GruppeFolgen geschlechtsstereotyper Erwartungen:Andorra-Effekt: Menschen passen sich oft an Beurteilungen und Einschätzungen der Gesellschaft an, unabhängig davon, ob diese korrekt sindGlas-Decken-Effekt: Frauen sind bereits im mittleren Management vertreten, kommen aber nicht bis nach ganz oben (unsichtbare Decke versperrt den Weg)
  • Geschlechtsstereotypen -> Lack-of-Fit-Modell Die Erwartung darüber wie erfolgreich eine Person eine bestimmte Position ausübt, hängt von der wahrgenommenen Passung zwischen Person und deren zugeschriebenen Eigenschaften und der Arbeitsanforderung ab Think-Manager-Think-Male-Phänomen:Wir erwarten, dass eine Führungsposition immer von einem Mann ausgeführt wird⇒ erklärt Unterrepräsentanz von FrauenToken-Effekt: Person aus Minderheit steht unter ständiger Beobachtung (soll sich normgerecht verhalten), z.B. Kindergärtner (Minderheit) soll sich normgerecht verhalten-> auf männliche Art mit Kindern spielenBacklash-Effekt: Frauen und Männer, welche keine geschlechtstypische Rolle einnehmen, müssen mit Sanktionen rechnen, z.B. Frau in Führungsposition kann als unsympathisch und maskulin wahrgenommen werden
  • Geschlechtsstereotypen -> Sexismus Individuelle Einstellung und Verhaltensweisen oder institutionelle und kulturelle Praktiken, die entweder eine negative Bewertung einer Person aufgrund ihres Geschlechts widerspiegeln oder den ungleichen Status zwischen Frauen und Männern in der Gesellschaft aufrechterhalten ⇒ durch political correctness (was darf man sagen, was nicht) und soziale Erwünschtheit eher subtile und versteckte Formen der Diskriminierung Formen von Sexismus Traditioneller/offener Sexismus: Personen mit traditioneller Einstellung Betonung von Geschlechtsunterschieden, der Andersartigkeit beider Geschlechter, der Minderwertigkeit von Frauen Im Zentrum steht die Feindseligkeit gegenüber Angehörigen einer Personengruppe Häufigste Reaktion: Ärger Beispiel dafür ist der organisierte Antifeminismus/Maskulinismus Moderner Sexismus/Neosexismus: dasselbe, nur inhaltlich andere Schwerpunkte auch hier subtil und versteckt ⇒ man gibt es nur offen preis, wenn man weiß, dass man dafür nicht getadelt wird im Zentrum steht die Tatsache, dass man der Fremdgruppe Gutes verwehrt die nicht komplette Gleichstellung wird als fair wahrgenommen (es hat sich schon so viel verändert, jetzt reicht es aber auch mal) Häufigste Reaktion: Angsta) Leugnung von fortgesetzter Diskriminierungb) Ablehnung von Maßnahmen, die einer Gleichstellung dienenc) Ablehnung von Forderung nach Gleichstellung System-Rechtfertigungstheorie (John, Kay):⇒ wir sind dazu motiviert, uns selbst, unsere Gruppen und das übergeordnete System in dem wir leben positiv zu bewerten, unabhängig davon wie ausgeprägt die soziale Ungleichheit ist⇒ haben das Bedürfnis, vorhandene Verhältnisse als gerecht und legitim zu interpretieren⇒ dies ist angst- und bedrohungsreduzierend⇒ Folgen: Leugnung von vorherrschenden sozialen Ungleichheiten (man ist selbst für etwas, was man nicht schafft, verantwortlich) Ambivalenter Sexismus: Zusammenspiel von hostilem und benevolentem Sexismusa) Hostiler (feindseliger) Sexismus:Konsistente negative/herabsetzende Bewertung von Frauen/MännernHintergrund: vorgegebener Status ist verdient, Angst/Sorge vor Statusveränderungb) Benevolenter (wohlwollender) Sexismus:Wohlwollende Einstellung gegenüber Frauen/Männer (nur Sexismus, wenn nur einseitig, wenn man sich Verhalten also nur von einem Geschlecht wünscht)⇒ Beide Sexismusarten korrelieren positiv miteinander⇒ Diskriminierungs-Zuneigungs-Paradoxon: einerseits sehen sich Frauen fortgesetzter Diskriminierung ausgesetzt, andererseits erfahren sie vielfach eine positive Gesamtbewertung⇒ Konklusion: Wir wissen, dass Merkmale wie Geschlecht/Alter/Rasse entlang eines Kontinuums verlaufen, vergessen dies aber oft; zur Auflösung benötigen wir Zeit, Motivation, Ressourcen; Empathie ist zentral
  • Geschlechtsidentitäten -> Definitionen von Identität (soziale & personale), Geschlechtsidentität Identität:wie Menschen sich selbst wahrnehmen und verstehen (versucht Passung zwischen innerer und äußerer Welt zu finden) Soziale und Personale Identität:Selbstdefinition als Mitglied von Gruppen bzw. als einzigartiges Individuum⇒ Identität als ständige Ausbalancierung von Kontinuität und Veränderung Geschlechtsidentität:mehr oder weniger konfliktfreie Gewissheit ein Junge oder ein Mädchen zu sein⇒ Geschlechtsidentität bildet sich aus Selbst- und Fremdkategorisierung und aus Selbst- und Fremdwahrnehmung Komponenten der Geschlechtsidentität: Geschlechtsidentität im engeren Sinne: Wie fühle ich mich? Als Mann/Frau oder irgendwo dazwischen? Geschlechterrollenidentität: Wie verhalte ich mich? ⇒ Rollenverhalten Sexuelle Orientierung: zu wem fühle ich mich hingezogen? ⇒ Kategorien verschmelzen, sind jedoch unabhängig voneinander zu sehen
  • Geschlechtsidentitäten -> Geschlechtsrollenbezogenes Selbstkonzept Ausmaß, inwieweit geschlechtsrollenbezogene Inhalte und damit Geschlechterrollenstereotype zur Selbstbeschreibung herangezogen werden ⇒ Selbstbild, das eine Person bzgl. eigener Femininität und Maskulinität hat ⇒ guter Prädiktor für psychische Gesundheit & psychisches Wohlbefinden
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  • Geschlechtsidentitäten -> Androgynie "weibliche und männliche Merkmale vereinigend"⇒ balanciertes Verhältnis von maskulinen und femininen Eigenschaften Androgyne Personen verhalten sich situationsadäquater und verfügen über ein höheres Selbstwertgefühl Vorsicht: unterstützt ungewollt Dichotomie Modell der psychischen Androgynie (Sandra Beam): Maskuline Individuen: hohe Maskulinität, niedrige Femininität Androgyne Individuen: hohe Maskulinität, hohe Femininität Undifferenzierte Individuen: niedrige Maskulinität, niedrige Femininität Feminine Individuen: niedrige Maskulinität, hohe Femininität ⇒ Erfassung des Geschlechterrollenkonzepts mit BSRI und EPAQ (Selbstbeschreibung mit geschlechterstereotypen Eigenschaften)⇒ Identität ist etwas von der Kultur und Gesellschaft geschaffenes (mit Sprache wird Identität geschaffen)⇒ Instanzen wie Medizin, Biologie und Psychologie besitzen enorme Definitionsmacht⇒ Vorherrschende Norm Heteronormativität ABER Zweiheit wird immer mehr aufgebrochen (Beispiel Facebook: über 50 Bezeichnungen für Geschlecht)
  • Geschlechtsidentitäten -> Optimal-Gender-Modell traditionell: man nimmt eine der beiden gesellschaftlich akzeptierten und stereotyp gedachten Geschlechterrollen an ⇒ psychische Gesundheit modern: eigene individuelle geschlechtliche Verortung Stigmatisierung (spezifische Handlung/Eigenheit wird auf Gesamtcharakter verallgemeinert) Psychopathologisierung (bestimte Verhaltensweisen werden für psychisch krank erklärt) Medikalisierung (medizinische Behandlung wird als Lösung des Problems gesehen)
  • Geschlechtsidentitäten -> Homosexualität, Transmenschen, Intermenschen HomosexualitätSexuelle Orientierung, bei der sich Liebe, Romantik, erotisches und sexuelles Begehren auf Personen des eigenen Geschlechts beziehen (sexuelle Orientierung) Geschichte: von Sünde/Verbrechen/Krankheit bis normales, gesundes Begehren Für Homosexualität gab es verschiedene Therapieansätze: Kindheitsgeschichte, Elektroschocks, Gehirnoperationen TransMenschenFalsche eigene Identität bzw. falsche eigene Rolle (psychologisches Geschlecht) Geschlechtswechsel: Unterschiede zwischen körperlicher und persönlicher Identität⇒ man kann sich umoperieren lassen, muss sich aber als psychisch krank einstufen lassen InterMenschen Menschen, deren körperliche Merkmale weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden können (biologisches Geschlecht) eindeutige biologische Geschlechterzugehörigkeit existiert nicht! ⇒ inter = dazwischen es gibt zahlreiche Intersex-Variationen und die Übergänge sind fließend anfangs (1950) wurde den Eltern geraten anhand von operativen und hormonellen Maßnahmen zu handeln ⇒ Kind soll eindeutiges und optimales sex und gender besitzen Kinder erleben dies als traumatisierend ⇒ subjektives Leiden sehr hoch heutzutage wird für eine dritte normative Geschlechterform plädiert (Bsp. Schweden)
  • Entwicklung der Geschlechtstypisierung -> Entwicklung relativ überdauernde intraindividuelle Veränderungen des Erlebens und Verhaltens (Reifung, Lernen & Selbststeuerung) Biologische, soziokulturelle und individuelle, personenbezogene Einflüsse multidimensionale Konzeption der Geschlechtstypisierung (Huston Matrix),4 Dimensionen: Konzepte, Überzeugungen Identität, Selbstwahrnehmung Präferenzen, Einstellungen Manifestes Verhalten
  • Entwicklung der Geschlechtstypisierung -> Sozialisation Prozess der Entstehung und Entwicklung der Persönlichkeit in wechselseitiger Abhängigkeit von der gesellschaftlich vermittelten sozialen und materiellen Welt Sozialisation stellt einen Prozess der Vergesellschaftung sowie der Individuierung dar⇒ man muss versuchen beides zu vereinen (Vermittlung der innerer Realität zu der äußeren Realität) jeder macht seine eigene Sozialisation Geschlechtsbezogene Sozialisation:⇒ Doing Gender: Lernen von Geschlechterrollen, Stereotypen und Finden von Geschlechtsidentitäten⇒ Wissenserwerb über das kulturelle System der Zweigeschlechtlichkeit; Kritik: Gefahr der Reproduktion des schematisierenden Dualismus von männlich und weiblich
  • Entwicklung der Geschlechtstypisierung -> Erziehung, Die Eltern, Das soziale Umfeld Erziehung Welche Methoden und Ziele verfolgen Eltern im Umgang mit ihren Kindern?⇒ Methodische Sozialisation mit einer dahinterstehenden Intention Die Eltern Eltern wünschen sich tendenziell eher Jungen (Tendenz nimmt jedoch langsam ab) Pränatale Geschlechterselektion Indien: Geschlechtermord ⇒ trotz strenger Gesetze (der gefährlichste Ort für Mädchen) Das soziale Umfeld Stereotype und Rollenklischees beeinflussen die Wahrnehmung: soziales Handeln wie auch Zuschreibungen sind von Beginn an geschlechtsbezogen Merkmalszuschreibungen, Interaktionsstile, Spielzeugauswahl Erregtes Kind: bei Junge Wut, bei Mädchen Angst
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Biologische Ansätze Ansätze, welche geschlechtsbezogenes Verhalten entweder evolutionär, genetisch reguliert oder hormonell bedingt sehen ⇒ Frage, ob chromosomale und hormonelle Unterschiede nur mit körperlichen Geschlechtsunterschieden oder auch mit Verhaltensunterschieden einhergehen biologische Faktoren und Verhalten beeinflussen sich wechselseitig hormonelle Faktoren wirken auf bestimmte Verhaltensdispositionen
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Kognitive Theorien Theorie der Geschlechtskonstanz (Kohlberg) die Basis der Geschlechtsentwicklung ist die Erkenntnis einer Geschlechtskategorie anzugehören Drei-Stufen-Entwicklung (zentral für Frey & Slaby):2-3 Jahre: Selbstkategorisierung ⇒ Wissen um eigenes Geschlecht und das der anderen, Identifizierung, gender labeling (frühes Kindesalter)3-5 Jahre: Wissen um Stabilität ⇒ Wissen, dass Geschlecht zeitlich unverändert bleibt (Vorschulalter)5-7/8 Jahre: Geschlechterkonstanz ⇒ Erkenntnis, dass eigenes Geschlecht sich nicht durch äußere Situationen/Einflussgrößen ändert, Geschlecht ist vorgegeben und unveränderbar (Grundschulzeit) Geschlechtsschematheorie (Martin & Halversons) Geschlecht als wesentliches kognitives Schema der Informationsverarbeitung Geschlechtsschemata sind das Ergebnis sozialer Lernprozesse (Kinder entwickeln diese Schemata selbst)⇒ Filter für die Wahrnehmung, eigene Präferenz der Kinder entsprechen stark ihren Schemata (schemakongruente Informationen werden betont, inkongruente ausgeblendet), äußert sich im Denken und in der Sprache
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Lerntheorien -> sozial - kognitive Theorie (Bussey & Bandura) Es würde zu keiner Geschlechtstypisierung kommen, wenn keine diesbezüglich kontingenten Verhaltensweisen im sozialen Umfeld auftreten würden Einflüsse der sozialen und institutionellen Umwelt (wir besitzen Zweigeschlechtlichkeit) Verhaltensmuster, welche mit Geschlcht assoziiert sind (Jungs mögen gerne blau und interessieren sich für Autos) Person: von externer Steuerung zu interner Steuerung (ich interessiere mich für Autos)
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Lerntheorien -> Lernen am Modell, Bekräftigungslernen Lernen am Modell Beobachtung von Personen & Medien Wichtige Form der Übermittlung von Werten, Einstellungen und Verhaltensmustern Aus Beobachtungen wird eigene soziale Welt konstruiert (wird eher angenommen, wenn Verhalten oft beobachtet wurde) Bekräftigungslernen Lob und Strafe Verhalten, welches dem eigenen Geschlecht entspricht, wird belohnt - Verhalten, welches dem anderen Geschlecht entspricht, bestraft Je vielfältiger das soziale Umfeld, desto vielfältigere Rückmeldungen ⇒ differenziertes Wissen
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Lerntheorien -> Anleitendes Lernen, Selbstregulation Anleitendes Lernen Anleitung, sich entsprechend dem eigenen Geschlecht zu verhalten (abhängig von Unterstützung, die man dadurch bekommt) "Mädchen/Jungen machen so etwas nicht" Selbstregulation Kinder bilden Erwartungen über die Folgen ihres Verhaltens (externe Sanktionen werden internalisiert) es wird ein Selbstregulationssystem aufgebaut (Verhalten wird selbst reguliert u.a. über selbstproduzierte Sanktionen) Kinder entwickeln eigene Normen
  • Erklärungsansätze Geschlechtstypisierung: Sozialpsychologische und interaktive Ansätze Interaktionsbasiertes Modell (Deaux & LaFrance) Person bringt ihr vorherrschendes Gender-Belief-System (Geschlechtskonzept) und geschlechtsbezogenes Selbstkonzept mit in die Interaktion Drei grundlegende Standpunkte (Bsp. Kind springt über Bock): die beobachtende Person, die Erwartungen/Vorstellungen mit in das Interaktionssetting bringt (Geschlechtskozept der Lehrperson: Ist Kind erfolgreich oder nicht) die agierende Person, mit ihrem Set von Selbstkonzeptionen und Zielen (gelingt es mir als Mädchen) der situative Faktor (Wettkampf zwischen Mädchen und Jungen)
  • Kollektivismus - Individualismus Kollektivismus Individuum sieht sich als Teil einer Gruppe - WIR - Starke Loyalität, kollektives Handeln, Großfamilien Individualismus (Europa, Nordamerika) Individuum steht über der Gruppe (eigenes Interesse steht über dem Interesse der Gruppe) - ICH - Selbstständigkeit, persönliche Freiheit/Leistung, Kleinfamilien
  • Das interagierende Individuum: Soziale Interaktion, sozialer Einfluss, Konformes soziales Handeln Soziale Interaktion Man stimmt seine verbale und nonverbale Kommunikation und sein soziales Handeln unter wechselseitiger Beeinflussung ab ⇒ man benötigt gemeinsames Repertoire an normativen Vorstellungen und kommunikativen Techniken Sozialer Einfluss Veränderung von Einstellungen, Überzeugungen, Verhalten und Werten durch Konfrontation mit den Auffassungen anderer ⇒ Gruppenmitglieder teilen wichtige Ansichten und Einstellungen Konformes soziales Handeln Normativer Einfluss:Personen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie erwünschten Eindruck erzielen möchten ⇒ Bedürfnis nach Anerkennung Informativer Einfluss:Verhaltensanpassung, weil Person unsicher ist und die Situation nicht richtig einschätzen kann (oft wenn Situation mehrdeutig und umgeben von Experten)⇒ Bedürfnis nach Sicherheit
  • Symbolischer Interaktionismus (Ervin Goffman) Wechselwirkung zwischen sozialem Handeln der Individuen und den gesellschaftlichen Strukturen (Arrangement der Geschlechter) Frauen und Männer verhalten sich ihren zugeschriebenen Eigenschaften entsprechend⇒ Vermeintliche Selbstverständlichkeit (Mama nimmt automatisch den emotionalen Part in der Erziehung ein)
  • Sprache/Sprechverhalten Sprache als Kern sozialen Lebens und Mittel der sozialen Interaktion Mit Sprache können wir denken und wahrgenommene Welt repräsentieren These der sprachlichen Relativität (Whorf)Je nach Sprachgemeinschaft wird die Welt unterschiedlich erfahren und begriffen Sprache als soziales Produkt ⇒ nicht nur Mittel zu Kommunikation, sondern repräsentiert auch Macht und Status in Diskurs Poststrukturalistische Perspektive (s. Diskurse)
  • Generisches Maskulinum Bezeichnungen für männliche Personen werden auch für allgemein Menschliches und gemischte Gruppen sowie für Personen unbekannten Geschlechts benutzt ⇒ Frauen werden mental in den Hintergrund gedrängt
  • Sprache und Geschlecht / Zweiteilung der Sprache Dominanzkonzeption (Lakoff)Der Sprachstil auf den Frauen zugreifen minimiert sozialen Einfluss und Kompetenzwahrnehmung, z.B. sprachliches Fragezeichen; direkter vs. indirekter Sprachstil Differenzkonzeption (Tannen)Berichtssprache vs. Beziehungssprache⇒ Frauen haben keinen inferioren, sondern nur anderen Sprachstil Konstruktivistische Konzepte (Cameron)Geschlecht nicht essentialistisch (nicht biologisch determiniert), sondern wird diskursiv erzeugt ⇒ doing gender, in Diskursen inszeniert⇒ Frauen und Männer unterscheiden sich tendenziell in ihrer Art und Weise zu kommunizieren⇒ Zusammenhang zwischen Kommunikationsverhalten, Geschlecht und Status⇒ Maskuline Geschlechterrollen: aufgabenorientierter Gesprächsstil⇒ Feminine Geschlechterrollen: kooperativer, unterstützender Gesprächsstil
  • Theorie der Erwartungszustände / Statuserwartungstheorie (Berger, Rosenholz, Zelditch) Theorie erklärt Verhalten in Abhängigkeit von Statusunterschieden und Hierarchien Personen mit niedrigem Status: erscheinen passiver, unterstützender, beziehungsorientierter und expressiver ABER Salienzeffekte sehr bedeutsam
  • Körperdarstellung und -sprache Körpersprache ist ein soziales Produkt (wir erlernen es und können anhand von dem ablesen) Körpersprache ist vielfältig und schweigt nie Je größer sozialer Status, desto größer die Intimzone⇒ Personen mit höherem Status dürfen eher in Intimzone von Personen mit niedrigem Status eindringen Prinzip der alltäglichen Selbstdarstellung: man versucht damit Teilnehmer in einer gewissen Art und Weise zu beeinflussen⇒ wir alle spielen Theater = Impression Management ⇒ man will andere dazu bringen, mich so zu sehen, wie ich mich gerne sehen möchte Schönheitshandeln = Normalitätshandeln = Konformität (man will etwas Besonderes sein aber trotzdem nicht auffallen!)Balanceakt zwischen Gesellschaft und Individualität (schöne Menschen erfolgreicher, Schönheit als Lösung für Probleme)
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  • Kultur- und Zivilisationstheoretischer Ansatz (Norbert Elias) Jede Veränderung in sozialer Konfiguration (Soziogenese) führt zu der einen oder anderen Veränderung im Verhalten (und/oder der Persönlichkeit) (Psychogenese) Aus Fremdzwang wird Selbstzwang ⇒ Verinnerlichung des äußeren Zwangs (Scham, Peinlichkeitsgefühle, Schuld)
  • Gender Bias Systematische geschlechtsbezogene Verzerrungen in der Forschung, die dadurch auftreten, dass die Variable/Kategorie "Geschlecht" nicht oder nicht angemessen berücksichtigt wird/wurde Ursachen und Quellen, 3 Hauptgruppen: Geschlechterinsensibilität Nichtbeachtung (Ignorieren) der sozialen Bedeutung der Variable Geschlecht Geschlechterneutralität, Geschlechterblindheit Problematisch bei z.B. Herzkreislaufkrankheiten (Frauen zeigen andere Symptome als Männer) oder Essstörungen (95% zu 5%) Androzentrismus / Gynozentrismus Männliche oder weibliche Sichtweisen werden als Norm gesetzt und auf das andere Geschlecht übertragen (Übergeneralisierung) Androzentrismus: ausschließlich männliche Studienpopulation (Bsp. Aspirin), Lebensphasen der Frau wie Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre werden als etwas "Abweichendes" gesehen Gynozentrismus: weibliche Normen (Bsp. Depression Impulsivität fehlt, bei Mann vorhanden), Entwickl.Psy. & Erziehung sehr auf Frauen zentriert Doppelte Bewertungsmaßstäbe Unterschiedliche Bewertung gleicher Situationen, Eigenschaften oder Verhaltensweisen bei Frauen und Männern Bsp. behauptendes Verhalten: Männer: sozial angemessen; Frauen: übertrieben, unsympathischBsp. Körperwahrnehmung: Frauen: positiv; Männer: weinerlich usw.
  • Geschlechtsunterschiede im öffentlichen Raum Mythos der Unterschiedlichkeit (Populärwissenschaft), absolute Argumentationen, fehlende Verweise auf Zeit/Ort, Darstellung als unhinterfragbare Fakten, dichotomisierende grafische Darstellung
  • Persönlichkeitspsychologische Perspektive Pers.Psy. Perspektive fragt nach den Unterschieden zwischen Menschen und verfolgt das theoretische Interesse an der Aufklärung von Strukturen und Ursachen dieser Verschiedenheit es wird nicht nur die je eigene Besonderheit des Menschen betrachtet, sondern der Mensch wird auch als Mitglied einer Kategorie/Gruppe gesehen Klassische Theorie der Pers.Psy.:Geschlecht und Rasse haben zentrale BedeutungMänner und Frauen gelten als grundverschieden/andersartig ⇒ wird auf biologische Ursachen zurückgeführt (obacht: Eysenck und Catell als Mitgestalter der Eugenik) Zwei dominierende paradigmatische Positionen:Differenzansatz (Geschlechtsunterschiede groß, maximalistische Pos., M & F unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten und Eigenschaften) vs. Ähnlichkeitsansatz Genus Gruppen: Frauen und Männer stellen soziale Gruppen einer Gesellschaft dar, die in Relation zueinander stehen
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Strukturfunktionalistische Perspektive (Talcott Parsons) Makroperspektive soziale Rolle als Schnittstelle des Individuums mit der Gesellschaft mit einer Rolle ist eine bestimmte gesellschaftliche Position und ein entsprechender sozialer Status verbunden Geschlecht als Statusmerkmal:Werte (was ist für Gesellschaft wünschenswert), Normen (Regeln für erwartetes/akzeptiertes Verhalten) und soziale Rollen (Normen für Rollenträgerinnen) ⇒ Werte werden durch Normen vermittelt und in Rollen umgesetzt
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Interaktionistische Perspektive (George Herbert Mead) Mikro- und Mesoperspektive Individuum als rollenspielende Person Betonung des dynamischen Charakters sozialer Rollen⇒ rollenspezifische Muster können angenommen und abgelegt werden Role-Making und Role-Taking, also aktives Gestalten (jede Rolle hat Rollenzwänge, aber auch Freiräume, bsp. Lehrer) Geschlechterrollen sind Verhaltensweisen, die in einer Kultur für ein bestimmtes Geschlecht als typisch oder akzeptabel gelten⇒ Rollenerwartungen sind nicht alle gleich verbindlich, Grad an Verbindlichkeit lässt sich an Art der Sanktionen erkennen⇒ GRENZEN: Tendenz zur Vereinfachung ⇒ Geschlecht ist tief in uns verankert, wir können sie nicht einfach wie eine Rolle ablegen; Verständnis von Geschlecht als übergeordnete Struktur verblasst
  • Rollentheorien & Einstellungen -> 18./19. Jahrhundert: Geschlechterverhältnis Die industrielle Revolution leitete zahlreiche Modernisierungsprozesse ein. Die Hierarchisierung der Sphären von Produktion (bezahlt: Erwerbsarbeit/Öffentlichkeit) und Reproduktion (unbezahlt: Hausarbeit/Familie) wurde getrennt. Auch die Vorstellung von Männlichkeit und Weiblichkeit unterliegt einem Wandel, sie wird vereinheitlicht.
  • Rollentheorien & Einstellungen -> 20. Jahrhundert: Geschlechterverhältnis Hier durchleben die traditionellen Geschlechterrollen ihren Höhepunkt. Männer waren für alles Öffentliche zuständig. Sie verdienten das Geld, tätigten die Bankgeschäfte, waren das Familienoberhaupt. Die Frauen hingegen waren für alles Private zuständig. Sie kümmerten sich um das Haus, sorgten für die Kinder. Eindimensionales Geschlechterrollenmodell (Parsons & Bales) Rational-instrumentelle Rolle: aufgabenbezogene Funktion, Aktivität/Durchsetzung/Kraft/Verstand, Maskulinität Expressiv-interpersonelle Rolle: sozioemotional-unterstützende Funktion, Fügsamkeit/Bescheidenheit/Herz, Femininität GRENZEN: Annahme, dass die komplementären Rollen wichtig für das Funktionieren der Gesellschaft wären; Vernachlässigung von Status- und Machtunterschieden
  • Rollentheorien & Einstellungen -> 21. Jahrhundert: Geschlechterverhältnis Viele soziale Umgestaltungen haben zur Veränderung der sozialen Rolle der Frau beigetragen. Beispiele sind die Geburtenkontrolle, mehr Bildungsmöglichkeiten, Gleichberechtigung, ökonomische Unabhängigkeit Spezifische Rollentheorie: Soziale Geschlechterrollentheorie Untersuchungen haben gezeigt, dass stereotype Ansichten ihre Wurzeln in drei Merkmalen unserer sozialen Struktur haben: Geschlechtliche Arbeitsteilung zwischen Versorger und Hausfrau Zuordnung der Geschlechter zu männlich- und weiblich-dominierten Berufen Geschlechterhierarchie, in der Männer einen höheren Status als Frauen einnehmen (auch Statushierarchie) Menschen handeln ihren sozialen Rollen und den damit verbundenen Erwartungen entsprechend Wir schließen vom beobachteten Rollenverhalten unmittelbar auf Eigenschaften der Rolleninhaber und vernachlässigen dabei den Einfluss von Rollenanforderungen (fund. Attr.Fehler) Rollen werden immer subtiler, man schreibt Dinge eher der Person zu
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Geschlechterverhältnis heute Fluide Gesellschaft (Baumann) Grenzen geraten in Fluss Auf der einen Seite: Entgrenzung, Fusionen, Durchlässigkeiten, wechselnde Konfig. Auf der anderen Seite sind alte gesellschaftliche Strukturen noch nicht verschwunden ⇒ neue Meta-Herausforderungen: Management der Grenzen, Selbstorganisation, Fähigkeit in Paradoxien zu leben, Flexibilität Individualisierung Prozess des Übergangs von der Fremd- zur Selbstbestimmung Auflösung und Veränderung industriegesellschaftlicher Lebensformen und damit verbundenen Strukturen Normalbiographie wird zur Wahl-/Bastelbiographie dadurch entstehen neue Chancen und Risiken ⇒ Eigenverantwortung Wertewandel manche kommen gut mit Freiheit zurecht, andere gar nicht Dreischritt im Wertewandel: Außenorientierung: Maxime ⇒ Selbstkontrolle; hier entscheidet die Rolle Innenorientierung: Maxime ⇒ Selbstverwirklichung; Rolle egal; entscheident, wie ich bin Innen-/Außenorientierung: Maxime ⇒ Selbst-Management; Rolle und Selbst sollen vereint werden, kann Balance-Akt werden Verdeckungszusammenhänge: wir vergessen Strukturen, denken wir könnten bestimmen, aber Strukturen wirken dennochKulturpessimisten: Innen-/Außenorientierung nicht bewältigbar, wir scheitern daranKulturoptimisten: jede Generation ist bisher mit ihren Problemen klar gekommen
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Spätmoderne Geschlechterverhältnisse steigende Anzahl an Möglichkeiten ⇒ Bedürfnis nach Sicherheit alles ist plötzlich möglich, jeder ist seines Glückes Schmied/in neue Lebenslagen entstehen, die mit neuen Konflikten und Herausforderungen einhergehen⇒ Verunsicherung, Überforderung, Orientierungslosigkeit Bildung: Bildungsmöglichkeiten der Frau steigen stark an Beruf/Erwerb: Karrierewünsche der Frau verändern sich stark; zwei Segregationen:horizontale Segregation (Status- und Ansehensveränderung, zuvor festgelegte Männerberufe werden nun auch von Frauen ausgeführt)vertikale Segregation (Frau steigt in Beruf ein aber irgendwann ist Schluss, unsichtbare Mauer die nur von Männern überwunden werden kann) Familie/Partnerschaft: Pluralität von Lebensformen. "Normalfamilie" nur eine von vielen Mögl. Zweierbeziehung: Eine Beziehung wird nun mit Gefühlen verbunden. WIchtig werden Begriffe wie Kommunikationsfähigkeit. Oft sind jedoch noch Schwankungen zwischen traditionellem Rollenbild und Befreiung zu sehen. Elternschaft: Ob man Kinder haben will, wie viele und mit wem ist zur eigenen Entscheidung geworden. Elternschaft ist somit nur eine von vielen Optionen.
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Rollenvielfalt Heute präsentiert sich eine Rollenvielfalt, jedoch zeigen Studien, dass wir immer noch mit stereotypen Erwartungen konfrontiert sind. Rollenkonflikte/Rollendruck (objektiv): interpersonale Rollenkonflikte (zwei Rollentragende stehen miteinander in Konflikt)intrapersonale Rollenkonflikte (Inter-Rollenkonflikt: zwischen unterschiedlichen Rollen, z.B. Familie und Beruf; Intra-Rollenkonflikt: eine Rolle besitzt unterschiedliche Verhaltenserwartungen, z.B. Rolle als Vater -> Grenzen setzen, aber auch netter als Mama sein); Rolle-Selbst-Konflikt: Erwartungen der Rolle werden als Belastung empfunden, z.B. Führungsposition) Rollenstress (subjektiv): wenn bei Realisierung der Rollenerwartungen Schwierigkeiten entstehen (Überlastung, Erwartungen unklar, Widersprüche, unerwünschte Rollenveränderung)
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Geschlechterrolleneinstellung soziale Einstellung: erleichtern Orientierung in komplexer Welt Normative Geschlechtsrolleneinstellung= subjektive Sicht auf die Geschlechterrollen und die damit verbundenen Erwartungen in westlichen Ländern zunehmend egalitärer Kultur als größter Einflussfaktor Männliche Befragte vertreten signifikant traditionellere Werte man kann von Einstellungen nicht auf Verhalten schließen
  • Rollentheorien & Einstellungen -> Theorie der "rhetorischen Modernisierung" Diskrepanz zwischen Diskurs und Praxis ⇒ Inkonsistenzen zwischen Einstellungen und Verhalten Arbeitsteilung wird nicht mehr als Ergebnis einer Geschlechterdifferenz gesehen, sondern als eine Folge selbstbestimmter Wahl Jeder muss Verantwortung für Scheitern selbst übernehmen ⇒ heute latente Geschlechternormen Bsp.: aufräumen
  • Geschlechterstereotype -> Soziale Kategorien Stereotype: Wissensstrukturen, die mentale Bilder erzeugen ("pictures in our head") Soziale KategorienGruppe von Menschen, die im sozialen Miteinander häufig zusammengefasst gesehen, diskutiert und bewertet werden Salienz-Effekt: Merkmale, die einem sofort ins Auge stechen (Geschlecht, Hautfarbe/Ethnizität, Alter)Illusorische Korrelation: hat sich eine Kategorie (Gruppe) gebildet, schreiben wir ihr bestimmte (Un-)fähigkeiten zuKonsensus-Effekt: was allgemein gilt, erhält WahrheitswertVertrautheitseffekt: was normal ist, wird auch positiv bewertet
  • Geschlechterstereotype -> Who-said-what-Paradigma Man hört eine Gruppendiskussion und soll sich merken WER WAS gesagt hat, nach einiger Zeit wurde man dazu befragt. Aussagen waren oft inhaltlich falsch, aber man konnte Gruppenzugehörigkeit benennen Gruppenzugehörigkeit wird automatisch mitgedacht Akzentuierungseffekte: Fremdgruppenhomogenität, Eigengruppenheterogenität besonders Aussagen mit oder gegen Stereotype werden erinnert (dazwischen liegendes wird eher vergessen)
  • Geschlechterstereotype -> Funktionen von Stereotypen (Rothbart & Taylor) Kognitive Funktion: Komplexitätsreduktion Erleichterung der Kommunikation Motivationale Funktion: soziale Identifikation Ökonomiefunktion: ermöglicht schnelle Entscheidungen (unter Zeitdruck schneller)
  • Gesellschaft & Kultur Gesellschaft räumlich vereint lebende Personen Gesamtbevölkerung von Menschen die in einem Gebiet lebt und eine eigenständige Einheit bildet⇒ Befriedigung und Sicherstellung von sozialen Bedürfnissen Kultur Materielle oder immaterielle Aspekte der gesamten Umwelt der Menschen, die von Menschen geschaffen worden sind System von Konzepten, Überzeugungen, Einstellungen und Wertorientierungen, die sowohl im Verhalten und Handeln der Menschen als auch in ihren geistigen und materiellen Produkten sichtbar werden Kulturtheorie nach Geerd Hofstede Kultur ist die Software des Geistes, ein kollektives System von Bedeutungen Kultur ist immer gelernt ⇒ Sozialisation Von frühester Kindheit an bilden wir Denk-, Fühl- und Handlungsmuster aus, die durch unsere Umgebung bestimmt werden Modell der Kulturzwiebel: Symbole (sichtbare Merkmale wie Kultur, Sprache, Architektur) Christen: Kreuzkette Vorbilder/Helden (tote, lebende, echte oder fiktive Personen, die in Kultur hohes Ansehen genießen) Gott, Jesus, Jungfrau Maria Rituale (Höflichkeitsformen, Begrüßung, Verabschiedung, Feste, Zeremonien) Gottesdienst/Ostern Werte, Normen & Grundannahmen (bestimmen, wie wir bestimmte Situationen erleben und bewerten) Auge um Auge/Zahn um Zahn, Nächstenliebe Kulturmitglieder: wir bilden soziale Kategorien (Gruppen von Personen, die sich in Ethnie, Geschlecht, Hautfarbe und sozialem Status ähneln) soziale Kategorien fließen in Selbst- wie auch Fremdzuschreibung ein
  • Alltägliches Geschlechterwissen unter Alltagswissen versteht man in der Regel Erfahrungswissen, das sich in der Praxis zu bewahrheiten hat Überzeugungen und Grundannahmen, welche sehr flexibel und widersprüchlich sind wir besitzen binäres Denken, wir ordnen Personen also anhand von konkreten Merkmalen zwei Geschlechtern zu ⇒ Kultur der Zweigeschlechtlichkeit Kultur der Zweigeschlechtlichkeit:für uns scheint es normal, dass ein Mensch entweder Mann oder Frau ist -grundlegende Differenz-⇒ wir denken dual (nur Mann und Fran, also zwei), polar (entgegengesetzt) und hierarchisch (das eine ist dem anderen überlegen) Alltagstheorie der Zweigeschlechtlichkeit:(drei axiomatische Basisannahmen) Eindeutigkeit: jeder ist eindeutig entweder Mann oder Frau; sollte in Interaktion erkennbar sein Naturhaftigkeit: Geschlechtszugehörigkeit muss körperlich bzw. biologisch begründbar sein Unveränderbarkeit: Geschlecht ist angeboren und kann nicht gewechselt werden
  • Wissenschaft Intersexualität: wenn Menschen chromosomal, hormonell und/oder anatomisch nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden können Wissenschaft nimmt die kulturvergleichende Perspektive ein Reflexive Distanz, Systematik und Methoden Vielfalt an Themen, Interdisziplinarität Genderforschung im Singular nicht zu haben, Frauenforschung beginnt Mitte des 20. Jahrhunderts (Frauenforschung -> Kritische Männerforschung -> Geschlechterverhältnisforschung -> Genderforschung)