21
Medizinische Psychologie (Fach) / Emotion und Motivation (Lektion)
Emotion und Motivation
Diese Lektion wurde von Laily erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Die vier Komponenten der Emotion Physiologische Komponente: Körperliche Anzeichen der Emotion Gefühlskomponente: Persönliches Empfinden der Emotion Kognitive Komponente: Beurteilung der Emotion Verhaltenskomponente: Ausdruckskomponente: Das Erleben der Emotion führt zu einem für die Emotion spezifischen Ausdruck in Mimik, Gestik, Stimme und/oder Körperhaltung Motivationale Komponente: Das Erleben der Emotion führt zu einer Handlung
- Primäre Emotionen (Basisemotionen) Sind angeborenFolgende Emotionen werden als primäre Emotionen bezeichnet Freude Trauer Ärger Furcht/Angst Überraschung Ekel Der Gesichtsausdruck der Basisemotionen ist in allen Kulturen gleich
- Sekundäre Emotionen Unterliegen primäre Emotionen sozialen und kulturellen Einflüssen, werden sie zu sekundären Emotionen. Werden im Laufe des Lebens erlernt. Mischemotionen der primären Emotionen werden ebenfalls als sekundäre Emotionen bezeichnet.
- "Soziales Lächeln" Als soziales Lächeln bezeichnet man ein Lächeln als Reaktion auf das Umfeld, insbesondere als Reaktion auf Gesichter und Stimmen. Es tritt etwa 6-8 Wochen nach der Geburt erstmals auf.
- Zwei-Komponenten-Theorie von Schachter und Singer Kognitive Komponente Die Zwei-Komponenten-Theorie von Schachter und Singer besagt, dass die unspezifische Wahrnehmung einer physischen Reaktion im nächsten Schritt abhängig von der vorherrschenden Situation kognitiv bewertet wird. So wird der physischen Reaktion eine Ursache zugeschrieben. Die kognitive Bewertung erfolgt hierbei unbewusst.
- Transaktionales Stressmodell (Coping-Modell) nach Lazarus Kognitive Komponente Das transaktionale Stressmodell bezieht sich hauptsächlich auf das Erleben von Stress, kann jedoch auch auf andere Emotionen angewendet werden. Lazarus beschreibt, dass eine Emotion erst dann entsteht, wenn sie in zwei Bewertungsschritten zunächst als relevant eingestuft wird und daraufhin die persönlichen Bewältigungsmöglichkeiten eingeschätzt werden. Somit entsteht die Emotion erst durch eine kognitive Bewertung.
- James-Lange-Theorie Physiologische Komponente Die James-Lange-Theorie besagt, dass das Erleben einer Situation und die daraus resultierenden physischen Veränderungen eine Emotion auslösen. Diese Theorie ist etwa auf akute Gefahrensituationen gut anwendbar. Hierbei wird einem häufig erst im weiteren Verlauf etwa durch das Wahrnehmen des schnellen Herzschlages bewusst, in welcher Gefahr man sich befand.
- Cannon-Bard-Theorie Physiologische Komponente Die Cannon-Bard-Theorie geht davon aus, dass die physische Reaktion und die Wahrnehmung einer Emotion unabhängig voneinander und parallel zueinander verlaufen.
- "Angststörungen" Die Emotion Angst kann auch krankhaft ausgeprägt sein. Patienten, die unter einer (spezifischen) Phobie leiden, haben Angst ausschließlich oder überwiegend in eindeutig definierten, eigentlich ungefährlichen Situationen. So hat ein Agoraphobiker etwa Angst davor, alleine in die Öffentlichkeit zu gehen und sich in Menschenmengen zu begeben. Patienten, die an einer Panikstörung erkrankt sind, leiden hingegen unter plötzlichen, anfallsartig auftretenden, wiederkehrenden Panikattacken in unspezifischen Situationen. Symptome einer solchen Panikstörung können z.B. Luftnot, Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche und Brustschmerzen sein. Typisch für die Panikattacken ist das blitzartige („aus heiterem Himmel“) Auftreten der Symptome und das Andauern über etwa 5-10 Minuten. Die Folge dieser unspezifischen Panikattacken ist häufig ein grundsätzliches Vermeidungsverhalten mit sozialem Rückzug und Einschränkung der Lebensqualität.
- Posttraumatische Belastungsstörung Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine Reaktion, die innerhalb von sechs Monaten nach einem traumatischen, emotional belastenden Ereignis eintreten kann und durch eine Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses gekennzeichnet ist. Ein typisches Symptom einer PTBS sind Flashbacks. Die Patienten erleben hierbei auf einen Schlüsselreiz in Gedanken, Gefühlen und Bildern erneut das traumatische Ereignis.
- Anzeige
- „Sekundäre Traumatisierung“ Die sekundäre Traumatisierung ist ein erst kürzlich entwickeltes Konzept aus der Psychiatrie, welches jedoch noch umstritten ist. Es besagt, dass eine sog. sekundäre Traumatisierung auftreten kann, wenn jemand mit dem Trauma eines anderen Menschen konfrontiert wird - etwa durch die physische Präsenz am Ort des Traumas oder auch nur durch Erzählungen des primär Traumatisierten.
- "Depression" Depression ist eine der häufigsten psychiatrischen Erkrankungen, Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer. In der Diagnosestellung unterscheidet man drei Leitsymptome (gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebsverlust) von einer Reihe weiterer Symptome wie bspw. Schuldgefühlen, Schlafstörungen, innerer Unruhe und einem Gefühl der inneren Leere. Zudem kann es im Rahmen einer Depression bei Patienten zu Suizidabsichten kommen, die bei Verdacht vom Arzt oder Therapeuten immer offen angesprochen werden sollten. Obwohl Suizidversuche häufiger von Frauen unternommen werden, finden sich vollendete Suizide deutlich häufiger bei Männern.
- Motivation und Motiv Der innere Antrieb eines Lebewesens zu einer Handlung wird als Motivation bezeichnet. Die Motivation wird durch die jeweiligen Motive (Beweggründe) des Lebewesens beeinflusst.
- Primäre Motive Sind evolutionär bedingt und dienen dem Erhalt des Individuums oder der Allgemeinheit Zu den primären Motiven gehören z.B. Hunger Durst Schlaf Sexualität
- Sekundäre Motive Werden im Laufe des Lebens erlernt Zu den sekundären Motiven gehören z.B. Leistungsmotivation Erlangen sozialer Anerkennung Erlangen von Besitz Erlangen von Macht
- Motivationshierarchie nach A. Maslow Bedürfnishierarchie (= Bedürfnispyramide) Laut Maslow durchläuft der Mensch die einzelnen Ebenen der Bedürfnishierarchie der Reihe nach und verwirklicht sich so im Laufe der Zeit immer mehr selbst Folgende Bedürfnisse werden laut A. Maslow der Reihe nach durchlaufen (von „Pyramidenbasis“ bis „Pyramidenspitze“) Biologische Bedürfnisse Bedürfnis nach Sicherheit Bedürfnis nach Zuwendung und Bindung Bedürfnis nach Wertschätzung Bedürfnis nach Selbstverwirklichung Bedürfnis nach Transzendenz
- Motivationskonflikte nach Lewin Ein Individuum befindet sich laut Lewin in einem Motivationskonflikt, sobald zwei unterschiedliche Kräfte mit ähnlicher Intensität auf ihn einwirken und so die Entscheidung für oder gegen eine Handlungsmöglichkeit erschweren. Diese Kräfte können entweder in einem Verlangen (Appetenz) nach etwas oder in einer Abneigung (Aversion) gegen etwas bestehen.
- Appetenz-Appetenz-Konflikt Das Individuum muss sich zwischen zwei Alternativen entscheiden, nach denen es jeweils Verlangen hat. "Möchte ich heute Abend lieber mit Freunden ins Kino oder lieber mit meinem Partner essen gehen?"
- Aversions-Aversions-Konflikt Das Individuum muss sich zwischen zwei Alternativen entscheiden, für die es jeweils Abneigung empfindet. "Lerne ich jetzt für die Klausur oder nehme ich es in Kauf, eine schlechte Note zu bekommen?"
- Appetenz-Aversions-Konflikt (Ambivalenzkonflikt) Das Individuum muss eine Alternative abwägen, für die es sowohl Verlangen als auch Abneigung empfindet. "Soll ich mich einer unangenehmen ärztlichen Behandlung unterziehen, die mir jedoch ermöglicht, wieder gesund zu werden?"
- Doppelter Appetenz-Aversions-Konflikt Doppelter Ambivalenzkonflikt Das Individuum muss sich zwischen zwei Alternativen entscheiden, für die es jeweils sowohl Verlangen als auch Abneigung empfindet. "Soll ich den gut bezahlten Job annehmen, für den ich jedoch umziehen muss oder bleibe ich bei meiner alten schlecht bezahlten Stelle und vermeide so den unliebsamen Umzug?"