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Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / Definitionen (Lektion)

Definitionen und genaue Erklärungen von spezifischen Fachbegriffen bzw. speziellen Gebieten, Theorien,Prinzipien und Modellen.

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  • Erkläre den Begriff Bernoulli-Prinzip. Das Bernoulli-Prinzip ist eine mathematische Gleichung zu Entscheidungen unter Risiko, die besagt: In der Regel wird immer die Alternative angestrebt, bei der das Produkt aus Wahrscheinlichkeit und Nutzen am höchsten ist.
  • Erkläre die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie. Die Valenz-Instrumentalitäts-Erwartungs-Theorie ist eine wichtige Prozesstheorie, wurde von Vroom 1964 entwickelt und beschreibt das Grundmodell vieler späterer Prozesstheorien. Im Kern besagt die Theorie, dass ein Mensch immer zu der Entscheidung tendiert, die in seinem subjektiven Empfinden den maximalen Nutzen verspricht. Eine der wichtigsten Kernaussagen für die Praxis ist: Eine hohe persönliche Motivation führt zur höchst möglichen Arbeitsanstrengung.
  • Was besagt die Kontingenztheorie bzw. der situative Ansatz nach Fiedler (1967)? Führungspersonen sind immer von ihrer Beziehung zu den Untergebenen und von ihren individuellen Charaktereigenschaften abhängig. Die Fähigkeit einer Person, andere zu führen, ist stark mit ihren Charaktereigenschaften verbunden und beides kann nicht voneinander getrennt werden. Der Führungserfolg hängt von den drei Faktoren Aufgabenstruktur, Führer-Mitarbeiter-Beziehung und Positionsmacht der Führungspersönlichkeit ab.
  • Erkläre im Zusammenhang mit Management den Begriff interkulturelle Kompetenz. Als interkulturelle Kompetenz bezeichnet man die Fähigkeit, mit Menschen aus anderen Kulturkreisen reibungslos zu interagieren. Wichtige Voraussetzungen für diese Fähigkeit sind die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen, Offenheit und Selbstreflektion. Interkulturelle Kompetenz kann durch interkulturelles Training gefördert werden.
  • Was besagt die Prozesstheorie? Unter dem Sammelbegriff Prozesstheorien wird eine Reihe von Konzepten zur Motivation zusammengefasst, die sich dadurch ähneln, dass sie nicht untersuchen, was eine Person anstrebt, sondern welche psychischen Prozesse zu dieser Handlungsintention führen. Modelle, die den Inhalt der Motivation untersuchen (also das Was?), bezeichnet man als Inhaltstheorien der Motivation.
  • Erkläre den Begriff der Bürokratieforschung. Die Bürokratieforschung ist ein Arbeitsgebiet der Organisations- und Strukturdiagnostik, die auf den Forschungen von Max Weber (2002) aufbaut. Sie untersucht primär zwei zentrale Fragestellungen: 1. Für welche Aufgaben ist die Organisationsform Bürokratie geeignet und für welche nicht? 2. Wie muss eine Bürokratie aufgebaut sein, um möglichst zweckrational zu funktionieren?
  • Erkläre den Begriff Sensemaking. Sensemaking (Sinnstiftung) ist ein kognitiver Prozess, bei dem aufgenommene Informationsströme („Chunking“) in sinnvolle Einheiten unterteilt und zu Ereignissen zusammengefügt werden. Dies geschieht auf Basis unserer Erfahrungen und unseres Selbstverständnisses, wodurch ggf. Fehler entstehen können. Da das Sensemaking automatisch, fortlaufend und schnell geschieht, sind wir uns dieses Prozesses häufig nicht bewusst.
  • Erkläre den Begriff der Innovationsfähigkeit. Innovationsfähigkeit: Fähigkeit von Personen, Organisationen oder Teams, kontinuierlich Neuerungen zu entwickeln. Gilt als entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit. Da I. im komplexen Zusammenspiel aus technischen Ressourcen, Organisationsstrukturen und menschlichem Beitrag entsteht, versuchen viele Unternehmen, mithilfe des Innovations- und Wissensmanagement die sogenannten Treiber der Innovationsfähigkeit zu fördern. 
  • Erkläre den Begriff der humanistischen Psychologie. Die humanistische Psychologie ist eine psychologische Schule, die die Förderung einer gesunden, schöpferischen, sich selbst verwirklichenden Persönlichkeit zum Ziel hat. Das Konzept geht auf den amerikanischen Psychologen Abraham Maslow und die American Association for Humanistic Psychology zurück.
  • Erkläre den Begriff der Gruppenpsychologie. Die Gruppenpsychologie ist ein Teilgebiet der Sozialpsychologie und untersucht die Gesetzmässigkeiten des Verhaltens und Erlebens des Individuums unter sozialem Einfluss. Zum Beispiel: Führt Gruppenarbeit zu besseren Resultaten und weniger Fehlentscheidungen als Einzelarbeit?
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  • Erkläre den Begriff des humanistischen Menschenbildes. Das humanistische Menschenbild stellt die optimale Entfaltung des Individuums und seiner Fähigkeiten in den Mittelpunkt und strebt dieses Ziel durch eine Verbindung von Tugendhaftigkeit und Wissenserwerb an.
  • Beschreibe den Begriff Soziotechnische Systeme. Soziotechnische Systeme bezeichnen Organisationsformen, in denen Menschen und Technik kombiniert zusammenarbeiten, um ein bestimmtes Resultat zu erzielen. Durch den Menschen erhält das System neben der technischen auch eine soziale Komponente. Die soziale Komponente sichert dabei die Weiterentwicklung der technischen Komponente. Der Begriff Soziotechnische Systeme wurde 1960 vom Australier Fred Emery und vom Briten Eric Trist in Sociotechnical Systems geprägt, wobei Emery bereits 1959 The Characteristics of Sociotechnical Systems publiziert hatte.
  • Beschreibe das Konzept der Rückmeldung. Das Konzept der Rückmeldung wurde 1960 in dem Werk „Plans and the structure of behavior“ (Miller, Galanter & Pribram, 1960) verfasst. Es besagt, dass wiederholte Rückmeldungen zu einer Korrektur von Handlungen und Plänen führen können. Siehe auch TOTE-Modell.
  • Erkläre den Begriff Angewandte Psychologie. Als Angewandte Psychologie bezeichnet man alle Teildisziplinen der Psychologie, deren Erkenntnisse eine Praxisrelevanz haben. Gemeinsam ist allen Disziplinen, die zur Angewandten Psychologie gezählt werden, dass sie Alltagsphänomene auf Basis psychologischer Grundlagen wissenschaftlich untersuchen. Der Begriff wurde von William Stern eingeführt.
  • Erkläre den Begriff Wirtschaftspsychologie. Wirtschaftspsychologie ist ein Überbegriff für diejenigen Forschungsgebiete, die sich mit dem subjektiven Erleben und dem Verhalten von Menschen sowie sozialen Beziehungen in wirtschaftlichem Kontext auseinandersetzen. Wirtschaftspsychologische Disziplinen gehören zur Angewandten Psychologie, das heißt, wissenschaftliche Erkenntnisse werden in Bezug auf praktische wirtschaftliche Fragestellungen untersucht.