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LF 10 - Pharmakologie (Fach) / Narkotika und Anästhetika (Lektion)
Ziel einer Narkose, Eigeschaften eines idealen Narkosemittels, Inhalationsnarkotika, Injektionsnarkotika
Diese Lektion wurde von FranziBio erstellt.
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- Was sind die Ziele einer Narkose? Reversieble Ausschaltung von:- Schmerzempfindung (=Analgesie)- Bewusstsein (=Hypnose)- Abwehrreflexe (=Areflexie)- Muskelentspannung (=Relaxation)
- Welche Eigenschaften sollte das ideale Narkotikum haben? - möglichst geringe Beeinflussung on Atmung und Kreislauf- gute Steuerbarkeit- große therapeutische Breite und geringe Toxizität- schneller Wirkungseintritt- gute analgetische Wirksamkeit- Reizlosigkeit an Haut und Schleimhäuten- lagerungsstabil, nicht brennbar und nicht explosiv- einfache Handhabung- umweltverträglich nach Entweichen in die Atmosphäre
- Welche Eigenschaften haben Inhalationsnarkotika? - werden durch Diffusion entlang ihres Konzentrationsgefälles in der Alveolarmembran aufgenommen und Großteils wieder ausgeschieden- sie sind gut steuerbar- idealerweise werden sie nicht verstoffwechselt, da sonst toxisch Metabolite entstehen- sind unpolare Moleküle -> lagern sich in Zellmembran ein- müssen eine hohe Wirksamkeit haben, da sonst Sauerstoffversorgung eingeschränkt- unangenehme EInleitung und erhöhte Reflexerregbarkeit in Exitationsstadium -> Injektionsnarkotikum zur Narkoseeinleitung- Chemisch-physikalische-Eigenschaften: Blut-Gas-Verteilungskoeffizient (λ) λ = c(Blut)/c(Gas) -> λ groß -> lange Einleitungs- und Ausleitungszeit, langsame Elimination Öl-Wasser-Verteilungskoeffizient -> je größer, umso stärker wirksam ist das Narkotikum -> Narkosewirkung verlängert, da es nur langsam aus Gherin- und Fettgewebe ins Blut zurück geht
- Welches sind wichtige Vertreter der Inhalationsnarkotika? Halothan:- nicht brennbar, nicht explosiv, keine Reizung der Atemwege, schwach analgetisch, gering muskelrelaxierend, bei steigender Konzentration atemdepressiv- 15-20% metabolisiert -> toxische MetaboliteIsofluran:- geringe Löslichkeit im Blut, gut narkotisch, schlecht analgetisch, starke Reizung der Atemwege, stark atemdepressiv, ausreichend muskelrelaxierend- nur 0,2% metabolisiertLachgas:- nur sehr schwach wirksam -> als Basisnarkose eingesetzt- als Gemisch mit Sauerstoff eingesetzt- sehr geringe Löslicheit im Blut -> bei Beendigung der narkose muss mit Sauerstoff beatmet werden, um zu schnelles Abfluten und damit verdrängung der Atemluft zu vehindernDiethylether:- geringe Wirkungsstärke, lokal strark reizend, großer Blut-Gas-verteilungskoeffizient,Gemische mit Sauerstoff oder Lachgas hoch explosiv
- Wie wirken Inhalationsnarkotika? - in der Zellmembran sind Ionenkanäle eingebettet -> Normal sind diese geschlossen- ein teil der Phospholipide liegt bei geschlossenem Kanal in der mehr Raum beanspruchenden Sol-Konformation vor- durch einkommendes Aktionspotential öffnen sich die Kanäle und die Phospholipide gehen in weniger Raum beanspruchende Gel-Form über- Narkotikum wird in hydrophoben Anteil der Membran aufgenommen un führt zur Verschiebung der Konformation in die Sol-Form- Komm ein Aktionpotental an, verhindert das Narkotikum, dass sie Phospholipide in die Gel-Form zurück gehen -> Kanäle können auf Grund von platzmangel nicht öffnen
- Was ist das Problem bei Injektionsnarkotika? - schwer steuerbar- Vertiefung durch Nachinjektion möglich -> Erwachen ist aber von Metabolisierung abhängig--> für längere Narkosen Inhalationsnarkotika bevorzugt, werden aber mit Injektionsnarkose eingeleitet
- Wie sind Injektionsnarkotika unterteilt? Klassische Hypnotika:- Barbiturate- UrethanPropofolSteroid-NarkotikaKetaminAnalgetika- Opioide- sedativ-hypnotische AnalgetikaSedativa- Benzodiazepine- NeuroleptikaVollständig antagonisierbaren Anästhetika
- Zu welcher Gruppe gehören die Barbiturate? Wie werden sie unterteilt? gehören zu den klassischen HypnotikaUnterteilung:- klassische Barbiturate: X=O, R1 und R2= Kohlenwasserstoffreste, R3= Wasserstoff -> Pentobarbital, z.B. Narkoren oder Eutha-77- N-Methylbarbiturate: X=O, R1 und R2= Kohlenwasserstoffreste, R3= CH3 -> Hexobarbital- Thiobarbiturate: X=S, R1 und R2= Kohlenwasserstoffreste, R3= Wasserstoff oder CH3 -> Thiopental
- Wie wirken Barbiturate? Was ist ihre Pharmakokinetik? Wirkung:- binden an Barbiturat-Bindungsstelle an Chlorid-Kanal (in direkter Nachbarschaft zu GABA-Rezeptor) -> Öffnung Chlorid-Kanal -> Hyperpolarisation- Abschwächung der Glutamatwirkung- in hohen Konzentrationen zusätzliche hemmung von Ca2+-Kanälen--> alle drei hemmen Neuronenketten im aufsteigenden retikulären Aktivierungssystem (=ARAS) der Formatio reticularisPharmakokinetik:- klassische Barbiturate: langsamer Wirkungseintritt und längere Wirkung- N-Methyl- und Thiobarbiturate: schneller Wirkungseintrit und kürzere Wirkung durch Umverteilungsprozesse
- Was sind die Eigenschaften von Propofol? - stark lipophil und nicht wasserlöslich- geht schnell durch Blut-Hirn-Schranke -> Narkose tritt schon ährend Injektion ein- führt zu einer Vasodilataion mit Blutdrucksenkung, Atemdepression und wirkt nicht analgetisch
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- Was sind die Eigenschaften von Steroid-Nakrotika und wie wirken sie? - stark lipophil -> sehr schneller Wirkungseintritt- wirken: hypnotisch, muskelrelaxierend und begrenzt analgetisch- Wirkungsmechanismus: Angriff an GABA-Rezeptor -> verstärkter Cl--Einstrom
- Was sind die Eigenschaften von Ketamin und wie wirkt es? - ruft dissoziative Anästhesie hervor -> narkotisch und analgetisch, hat aber auch erregende Komponenten- Wirkungsmechanismus: nicht-kompetitiver Antagonist am NMDA-Rezeptor, Verhinderung des Natrium-, Kalium- und Calcium-TransportesWirkungen:- Analgesie- fast keine Beeinflussung der Atmung- anfängliche Blutdrukerhöhung- verstärkte Speichelbildung- tranceähnlicher Zustand-stark lipophil -> Kumulation bei wiederholter Gabe
- Welche sedativ-hypnotischen Analgetika gibt es? Wie wirken sie? Beispiele: Xylazin und MedetomidinWirkungsmechanismus:- Agonist an präsynaptischen α2-Rezeptoren im ZNS -> Hemmung/Stimulation der KatecholaminfreisetzungWirkung:- periphere und viszerale Analgesie- Muskelrelaxation- bei Hunden und Katzen Aktivierung des Brechzentrums- Antagonist: Atipamazol
- Zu welcher Gruppe der Injektionsnarkotika gehören die Benzodiazepine? Welches snd die wichtigsten Vertreter? Wie wirken sie? geören zu den Sedativewichtigste Vertreter: Diazepam, Midazolam und LorazepamWirkungen:- psychosedativer Effekt, muskelrelaxierend und antikonvulsiv- dämpfende Wirkung auf Kerne des limbischen Systems- auch in hohen Dosen keine narkotissche WirkungWirkungsmechanismus:- verstärken die GABA-Wirkung -> binden an GABA-Rezeptor -> Öffnungswahrscheinlichkeit für Chlorid-Kanal steigt -> Hyperpolarisation- da ie indirekt wirken, sind sie praktisch nicht überdosierbar- Antidot: Flumazenil
- Wie unterscheiden sind Bezodiazepine und Barbiturate in Hauptangriffsorten? Benzodiazepine -> limbisches SystemBarbiturate -> ARAS und Lähmung der Großhirnrinde
- Zu welcher Gruppe der Injektionsnarkotika gehören die Neuroleptika? Was ist eine Neurolepsie? Wie wird es am Tier eingesetzt? Wie werden sie eingeteilt? Wie wirken sie? gehören zu SedativaNeurolepsie = Dämpfung emotionaler Erregbarkeit, Verminderung des Antriebs, der Spontanbewegung und der AusdrucksmotorikEinsatz am Tier:- Ruhigstellung- neuroleptanalgesie -> Kombi aus Neuroleptika und OpioidanalgetikumWirkung:-> hemmung des ARAS und limbisches System durch DopaminantagonismusEinteilung:- Phenothiazin-Derivate: z.B. Acepromazin; hat zusätzlich zum Dopaminantagonismus noch α-adrenolytische, anticholinerge Wirkung und Histamin- und Serotoninantagonismus- Butyrophenone: z.B. Haloperidol
- Nenne drei vollständig antagonisierbare Anästhetika und das dazugehörige Antidot. Medetomidin (sedativ-hypnotisches Analgetikum) -> AtipamazolMidazolam (Benzodiazepine) -> FlumazenilFentanyl (Opioid) -> Naloxon