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Erziehungswissenschaft (Fach) / Methoden I VL 8 (Lektion)
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- Methoden der Datenerhebung 1)Empirische quantitative Methoden (Beobachtung, Befragung,Experiment, etc.)2)Empirische qualitative Methoden (Inhaltsanalyse, auch: alternativeMethoden etc.)3)Geisteswissenschaftliche Methoden (Hermeneutik, Dialektik,Phänomenologie)
- Gütekriterien: quantitative Forschung Objektivität: Die Ergebnisse sind unabhängig (weitgehend unbeeinflusst)von subjektiven Faktoren der Personen, die an der Untersuchung beteiligtsind.•Durchführungsobjektivität, Auswertungsobjektivität, Interpretationsobjektivität•Reliabilität: Wiederholte Messung, gleiche Bedingungen => gleicheErgebnisse•Paralleltest-Reliabilität, Testhalbierung, Interne Konsistenz•Validität: Frage, ob das Instrument das misst, was es messen soll•Inhaltsvalidität, empirische und prognostische Validität, Konstruktvalidität
- Gütekriterien: qualitative Forschung Transparenz: Forschungsprozess angemessen dokumentieren (Forschungsfrage -> Begründung und Adaption gewählte Verfahren -> Sampling -> Auswertung/Interpretation)Intersubjektivität: Auswertung und Interpretation plausibel aufzeigen;Zusammenarbeit -> konsensuelleValidierung (Intersubjektivität); Reflexion eigener Forschendenrolle(Subjektivität)Diskussion (Zwischen-)Ergebnisse ->„kommunikativer Validierung“Reichweite: Welche Verallgemeinerungen möglich?„Theoretische Relevanz“ und Geltungsbereich abschätzen=> praktische Relevanz.
- Inhaltsanalyse systematische Erfassung der Bedeutung bereits dokumentierterSymbolzusammenhänge:Ihr Gegenstand sind Produkte von Handlungen (Kommunikate), die vorliegenkönnen als Historische Quellen, Archive, Briefe, Bücher, Zeitungen,Tonbandprotokolle usw.Hauptanwendungsgebiet: Kommunikationsforschung„nicht-reaktives“ MessverfahrenGrundsätzliche Probleme der Inhaltsanalyse:(1) Festlegung/Auswahl der Inhalte (Was soll analysiert werden?)(2) Kategorienbildung/Beobachtungseinheiten (Wie soll analysiert werden?)(3) Schulung der Kodierer(Methodische Korrektheit)
- Hermeneutik umfasst die Fertigkeit (Kunst) des Verstehens als Methode und dieTheorie des Verstehensvorgangsals methodologische Reflexion.Drei Bedeutungen im Griechischen: aussagen (ausdrücken), auslegen (deuten) und übersetzen (dolmetschen). vermittelt zwischen den Extremen der Subjektivität aufder einen Seite und des objektiv Gegebenen auf der anderen Seite.-->hermeneutische Differenz.Die hermeneutische Differenz wird nie ganz aufgelöst, das Ziel deshermeneutischen Verstehens liegt in der Verringerung dieser Differenzdieser Prozess der Überprüfung des subjektiven Verständnis mit dem „objektiven Geist“ kann als hermeneutischer Zirkel beschriebenen werden.
- Allgemeines Kommunikationsmodell Sender ---> Botschaft --> Medium --> Empfänger Verschlüsselung Entschlüsselung (Folie 8)
- Probleme der Inhaltsanalyse ("Lasswell-Modell nach J. Friedrichs) (6 W Schema) Ziel Frage Problemstellung der Untersuchung Beschreibung Was? Beschreibung von Trends in den Kommunikationsinhalten von Merkmalen Beziehungen von Merkmalen des Senders auf die Art der Botschaft der produzierten Mitteilung Vergleich der Kommunikationsinhalt mit anderen v Ergebnissen o. Normen Wie? Analyse von Propagnde und Überredungstechniken Stilanalyse An wen? Beziehung von bekannten Merkmalen der E. auf für sie entwickelte Inhalte Analyse von Kommunikationsmustern --> Folie 9 und !0
- Unterschiedliche Zielstellung der Inhaltsanalyse Deskriptiver Ansatz(„Reine“ Deskription formaler und inhaltlicher Merkmale desKommunikats)Diagnostischer Ansatz(Ermittlung der Absichten des Kommunikators)Prognostischer Ansatz(Potenzielle Wirkungen des Kommunikats)Reflektorischer Ansatz(Gesellschaftlicher Kontext (Zeitgeist, geistige Strömungen) desKommunikats)
- allgemeine Kennzeichen der Inhaltsanalyse •In der Inhaltsanalyse ergänzen sich quantitative und qualitative Analysen•An einem Text sind mehrere Inhaltsanalysen möglich•Zerlegen des Texts in kleine überschaubare Einheiten und systematischeAbsuche auf das Vorkommen bestimmter Merkmale (Kategorien)•Jedem Textteil kommt die gleiche Aufmerksamkeit in der Analyse zu•Inhaltsanalyse diszipliniert die Subjektivität des Inhaltsanalytikers (Reduktion der Subjektivität => Intersubjektivität)•Zentrale Begriffe: Kategorie, Einheit, Kodiererer
- Kategorien: Formale Kriterien der (3 Kategorien) eindeutige Kategorienes muss sich um sich gegenseitig ausschließende, nur auf eineDimension oder ein Merkmal bezogene Kategorien handelnpräzise KategorienDefinition und Operationalisierungerfolgen so, dassbeispielsweise ein Kodiererbei der erneuten Durchsicht des Textes zumgleichen Ergebnis (identische Einordnung in die Klassifikation) kommterschöpfend definierte Kategoriendas Kategoriensystem muss das betreffende Merkmal umfassend,d.h. in allen seinen möglichen Ausprägungen repräsentieren
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- Kategoriearten Fakten-Kategorien: Bezug: objektive oder vermeintlich objektive GegebenheitInhaltliche Kategorien: Bezug: ein bestimmter Inhalt, Thema oder ArgumentAnalytische Kategorien: Resultat der Auseinandersetzung mit dem Datenmaterial (keine Beschreibung)Natürliche Kategorien: Terminologie und Begriffe, die von den Handelnden im Feld selbst verwendet werden(Übergang zu analytischen Kategorien fließend)Evaluative Kategorien: definierte Zahl von Ausprägungen, die bewertenFormale Kategorien: Daten und Informationen zur analysierenden Einheit
- Wie gelangt man zu Kategorien? 1. deduktives Vorgehen (Bei deduktivem Schließen wird logisch vom Allgemeinen auf das Besondere schlussgefolgert) 2. induktives Vorgehen (von empirischen Einzelbeobachtungen auf das Allgemeine geschlossen.)
- Einheiten Auswahleinheit (Sampling Unit). Auswahleinheiten = Grundeinheit einer Inhaltsanalyse (Einsatz Auswahlverfahren)z.B. Ausgabe einer Zeitung, ein Interview (physische Einheiten)Analyseeinheit (Recording Unit). Einbezug in inhaltsanalytische Auswertung. Beispiel: Ein Artikel in Zeitung (mit mehreren Analyseeinheiten)Analyseeinheit immer Teil einer Auswahleinheit, geht nie über sie hinausCodiereinheit(Content Unit). quantitative Inhaltsanalyse: Merkmal, das Zuordnung zu Kategorie auslöst. (Zuordnung Kategorie „Amerikanischer Präsident" durch „Bill Clinton", „Barack Obama„)qualitativen Inhaltsanalyse: Textstelle, die mit einer Kategorie in Verbindung steht. Blickrichtung von Kategorie auf die Stelle im Text: Fundstelle einer Kategorie Blickrichtung von Textstelle auf Kategorie: am Material Kategorien entwickelnKontexteinheit (ContextUnit). ist definiert als die größte Einheit, die hinzugezogen werden darf, um eine Codiereinheitzu erfassen und richtig zu kategorisieren
- Codierer Personen, die die Zuordnung von Kategorien zu Textstellen vornehmenEine einzelne Zuordnung dieser Art bezeichnet man als CodierungInterpretationskompetenz erforderlich, Codierenden müssen Fragestellung, Begriffe, Bedeutung Kategorien gut kennenÜblicherweise Trainings (Codiererschulungen, konsensuellesCodieren) (Formel Reliabilität Folie 17)
- Ablauf der Inhaltsanalyse (6 Stufen Modell nach Kuckartz) Planungsphase (Textarbeit) Entwicklungsphase (Kategoriebildung) Testphase (Kategorieprüfung) Codierphase (Kategorieanwendung) Analysephase (Auswertung) Ergebnisdarstellng