324
Kognition (Fach) / Kognition 2 (Lektion)
Anzeige
- Behavioristischer Ansatz (Watson) - Sprechen, Def EXP - Hypothese - Ablauf - Ergebnis - Fazit Denken = subvokales/ impizites Sprechen, man spricht mit sich selbst Exp von Smitz, Brown, Toman & Goodman (1947): Hypothese: Denken nur möglich, wenn man subvokal sprechen kann Ablauf: Lähmung der Muskulatur (Curare-Präparat), um subvokales Sprechen Ergebnis: Denken (Sprachverstehen, Ereignisse erinnern, über sie nachdenken) ohne Muskelaktivität möglichDenken nicht nur implizites Sprechen, sondern eine innere, nichtmotorische Aktivität
- Sapir-Whorf- Hypothese Form der Sprache > determiniert Struktur von Denkprozessen linguistischer Relativismus: Muttersprache kann gewissen Einfluss auf Denk haben linguistischer Determinismus - Sprache determiniert die Art, wie ein Mensch denkt - d.h. Denken existiert ohne Sprache nicht > Gedanken von DeutschMuttersprachlern von Japanisch-Muttersprachlern nicht in Gänze verständlich 3 Hypothesenversionen: - stark, linguistischer Determinismus - schwach, linguistischer Relativismus - schwächste, linguistischer Relativismus, momentan plausibelste
- Modularitäts- hypothese (Fodor) Annahme - Sprache und Denken sind weitgehend unabhängig voneinander (Chomsky; Fodor) unabhängige Module, die sich nicht beeinflussen, aber Austausch ist möglich - Sprache als kognitive Komponente, die separat von anderen kognitiven Fähigkeiten abläuft Belege - Defizite bei der Sprachverarbeitung unabhängig von allgemeiner Kognition (z.B. Aphasie, neurologische Dissoziation) bzw. Defizite bei allgemeinen kogn Funktionen unabhängig von der Sprachverarbeitung bei Erkrankungen
- Sprache und Denken: Fazit Zusammenhänge von Sprache und Denken sind vorhanden aber sehr komplex Umwelt und Vererbung spielen eine Rolle Sprache als wichtiges Medium des Denkens und der Konzeptualisieren Denke ist ohne Sprache möglich Ausmaß, in dem Sprache das Denken beeinflusst, ist noch ungeklärt
- Bestandteile von Sprache Laute - Akkustik: Erforschung der physikalischen Eigenschaften von Lauten/ Klängen Wörter Sätze - Syntax: Strukturen von Sätzen, grammatikalische Regeln
- Beschreibung von Sprache: Lautebene Strukturen des Stimmtraktes sprachliche Laute werden durch bestimmte Bewegungen der Artikulatoren erzeugt (z.B. Zunge, Lippen, Kiefer, Gaumen, etc.) welcher Laut entsteht, hängt von der Form des Stimmtraktes ab, während die Luft hindurchströmt - Veränd der Form führt zu Ähnderungen der Resonanzfrequenz, die als unterschiedliche Phoneme wahrgenommen werden Typen von Lauten: - Vokale - Konsonanten >> Kopf-Bild Bezeichnungen lernen
- Beschreibung von Sprache: Wortebene (Wörter, Konzepte, mentales Lexikon) Wörter: Zeichen für Konzepte (Bedeutung); Lautkombinationen, die mit Bedeutungen gepaart Konzepte: Elemente des deklarativen LZG (mentales Lexikon) - kodieren unser Wissen - nicht-sprachlich keine eineindeutige Korrespondenz zwischen Wort und Konzept - mehrere Konzepte in einem Wort, z.B. Bank; mehrere Wörter für ein Konzept, z.B. Orange - Apfelsine mentales Lexikon: sprachspezifisches Wissen über Wörter einer Sprache enthält - Verarbeitungsleistung: 4-5 Wörter/Sek. - verknüpft mit konzeptuellem Gedächtnis (Bedeutung, Inhalte)
- Beschreibung von Sprache: Wortebene: Silben Wörter bestehen aus Silben (rhythmische Einheiten) Hierarchie: Ansatz vs. Reim (Kern vs Koda) Ansatz = 1. Buchstabe Reim: Kern - meist vokalisch, kann aber auch durch Konsonanten gebildet werden; Koda - abschließende(r) Konsonant(en) einer Silbe
- Beschreibung von Sprache: Satzebene (Regeln, Syntax, Grammatik) Sprache ist regelbasiert Sprachwissen (endliche Anzahl syntaktischer Regeln) Ziel von Syntax: Menge von Regeln beschreiben, die es uns erlauben, Sprache zu verstehen und zu produzieren Grammatik: Regelsystem, mit dem man alle Sätze einer Sprache bilden kann (aber keine „nicht“-Sätze! (grammatikalisch nicht korrekte))
- Beschreibung von Sprache: Satzebene - Phrasenstrukturgrammatik Methode zur Beschreibung von Satzstrukture, wie werden Wörter sinnvoll zu Satz kombiniert? Phrase = Satzteil, das als Einheit im Satz verschoben werden kann, ohne Bedeutung des Satzes zu ändern Regel: Satz besteht auf Nominalphrase und Verbalphrase: S > NP + VP Beschreibung des Umgangs mit Wortkategorien: NP > Artikel + Nomen; VP > Verb + Nomen
- Anzeige
- Phrasenstruktur: lexikalische Ebene - Satzbestandteile benennen Sehr, besonders Mit, in Der, mein, einige Dass, weil Er, wir Ist, wurde, hat, war Adverbien > sehr, besonders - Prädispositionen > mit, in - Determinanten > der, mein, einige Konjunktionen > dass, weil - Pronomen > er, wir - Hilfswörter > ist, wurde, hat, war
- Phrasenstrukturbaum zur Syntaxanalyse - welches Prinzip sollte angewendet werden? >> siehe Abb in den Folien minimal attachment Prinzip: Postuliere keine möglicherweise unnötigen Knoten! - Entscheidung für eine bestimmte Lesart bei verschieden zu deutenden Sätzen; Satzinterpretation schneller verstanden mit weniger Knoten - maximale Verarbeitungs- und Speicherökonomie
- Belege für die Relevanz der Phrasenstruktur Sprechpausen zwischen phrasalen Einheiten - Pausen an Übergängen zwischen Hauptphrasen sind länger als Pausen innerhalb von Phrasen - Pause dient zur Planung der nächsten Phrase Lesezeiten - längere Lesepausen am Ende von Phrasen sprachliche Fehlleistungen Transformationen
- Belege für die Relevanz der Phrasenstruktur - sprachliche Fehlleistungen bei Versprechern wird die ganze Konstituente wiederholt, nicht versprochene Wort Lautvertauschungen (lautbezogene Fehler) meist innerhalb von Phrasen - häufig: „Münzwurf“ vs. „Wünzmurf“ - selten: „Der Tänzer nahm mein Rad.“ vs. „Der Ränzer nahm mein Tad.“ - Wortfehler meist über Phrasengrenzen hinweg - häufig: „Dieser Fisch ist ein großer Barsch.“Wörter bei Sprechplanung auf höherer Planungsebene eingesetzt > wechselseitige Vertauschung von Wörtern auch über größere Entfernungen im Satz sprachliche Fehlleistungen (Vertauschung von Lauten, Wörter) durch Phrasenstruktur der Sprache bestimmt
- Belege für die Relevanz der Phrasenstruktur Transformationen Transformation: Änderung der syntaktischen Struktur eines Satzes (nicht die Bedeutung) Beispiel: Aktiv → Passiv - 1) The vampire chases the ghost. - 2) The ghost is chased by the vampire. Regel: NP1 + V + NP2 → NP2 + HW + V* + by + NP1 - konkret festgelegt, wie Transformation zu geschehen hat
- Teilprozesse des Sprachvertehens 1. lexikalische Erkennung (Wahrnehmung): Sprachsignal + Schrift >> phonemische bzw. graphemische Analyse > lexikalischer Zugriff (mentales Lexikon leitet an alle Schritte Infos) 2. Parsing (Verstehen der Wahrnehmung) - syntaktische, semantische Analyse - automatischer Prozess - Ergebnis: mentale Repräsentation (der Wörter einer Mitteilung) und deren Bedeutung >> semantische Interpretation 3. Gebrauch (vgl. Pragmatik) - z.B. einer Anweisung folgen, eine Frage beantworten, Schrift drei Prozesse sind zum großen Teil zeitlich geordnet, können sich jedoch überschneiden; tw unbewusst Lena packt Geschenke
- Teilprozesse des Sprachverstehens in einer Darst Sprachsignal + Schrift >> phonemische bzw graphemische Analyse (<ML) >> lexikalischer Zugriff (<ML) >> Parsing, syntaktische Analyse (<ML) >> semantische Interpretation (<lexikalischer Zugriff sowie < Weltwissen, Diskursmodell) >> Schrift
- Teilprozesse des Sprachverstehens - Wahrnehmung und Produktion Wahrnehmung: hören, lesen > dekodieren > Wortformen > Konzepte (Tigerbild) Produktion: Konzept (Katzenbild) > Wortformen > enkodieren > Sprache, Schrift
- Sprach- / Schallwahrnehmung Schallspektrogramm für die Darst des Sprachsignals von Phonemen (sprachl Laute) Segmentierungsproblem (für Wortidentifikation) Vokaleinsatzzeit nach einem Konsonanten variiert > Schallunterschiede
- Beschreibung phonetischer Merkmale - Artikulationsstelle die Stelle, an der der Luftstrom bei der Erzeugung des Lautes blockiert alveolar: vorderer Gaumen (Zunge unterbricht dort den Luftstrom; z.B. d, t) bilabial: Lippen (aufeinander gepresst; z.B. m) labiodental: Lippen und Zähne (z.B. w, f) (inter)dental: Zunge zwischen den Zähnen palatal: Zunge am harten Gaumen hinter dem Zahnwulst velar: Zunge am weichen Gaumen uvular: Zäpfchen pharyngal: Rachen alveopalatal: Zungenblatt hinter dem Zahndamm glottal: Luftröhre
- Schallwahrnehmung: das Segmentierungsproblem bei langsamer und deutlicher Aussprache: einzelne Wörter im Spektrogramm bei alltäglicher Aussprache fehlen die Sprechpausen, erschwerte Identifikation einzelner Wörter
- Schallwahrnehmung: Kategoriale Wahrnehmung von Phonemen breites Spektrum an akustischen Sprachsignalen führt zur Wahrnehmung einer begrenzten Anzahl von Phonemen Stimmeinsatzzeit (Vokaleinsatzzeit nach einem Konsonanten) unterscheidet sich - /da/: 17 msec - /ta/: 91 msec - dadurch werden /da/ und /ta/ als distinkt wahrgenommen Phoneme als Elemente distinkter Kategorien ohne fließenden Übergang
- Kategoriale Wahrnehmung von Phonemen (Lisker & Abramson, 1970) - experimentelle Manipulation der Stimmeinsatzzeit bei kurzen Stimmeinsatzzeiten geben die Probanden an, den Laut /da/ gehört zu haben ab etwa 35-40 msec ändert sich die Wahrnehmung abrupt ab 40 msec: Probanden hören /ta/ phonetische Grenze: Stimmeinsatzzeit am Übergang der Wahrnehmung zweier Laute
- Sprachwahrnehmung: Top-Down vs Bottom-Up-Verarbeitung bottom-up - Verarbeitung beginnt bei den in der Situation gegebenen Elementarmerkmalen (akustische Sprachsignale) - datengesteuert top-down - Verarbeitung geht von Bedeutung, Wissen oder Kontext (>Erwartungen) aus - konzeptgesteuert - Bsp.: I3 R O N Z E (Kontext: Buchstaben) vs. 136O428 (Kontext: Zahlen) beide Arten von Prozessen bestimmen Sprachwahrnehmung