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Psychologie (Fach) / Kogni-Ulrich (Lektion)

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Diese Lektion wurde von kiara erstellt.

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  • 2 Modelle der Kognition Allgemeiner Hintergrund Früher (heute wissenschaftlich wiederlegt) - "classical sandwich view of cognition" : Kognition ist ein funktionell abgekapseltes System erhält Informationen durch Wahrnehmung gibt Impulse und Informationen an Bewegungapparat Aktuell: "grounded cognition": Kognition eng verflochten mit sensomotorischen Erfahrungen "grounded cognition" gestärkt durch neurophysiologische Studien: "motor circuits" mit einbezogen, während Wörter gelesen werden Hirnareale, die an Verarbeitung von gustatorischen Prozessen beteiligt sind, werden automatisch aktiviert, wenn Wort "Salz" gelesen wird.
  • Zeitkognition / Wahrnehmung von Zeit -> vermittelt durch räumliche Begriffe Zeit = abstraktes Konzept ->  nicht an eine der menschl. Sinnesmodalitäten gebunden wissenschaftl. Einigkeit: zeitliche Erfahrungen i.d.R. durch räumliche Begriffe beschrieben (Bsp.:   „ich habe eine interessante Woche vor mir“. / „die Weihnachtsfeier liegt hinter uns“) „metaphoric mapping of space onto time“ = „spatial metaphor of time“     -> Mensch verwendet räumliche Metaphern, um Aspekte der Zeit zu beschreiben „spatial metaphor of time“ konsistent mit Idee „grounded cognition“          -> für allgemeines Prinzip, dass Kognition an sensomotorische Prozesse gebunden, ist „mapping of time onto space“ Beispiel
  • „space-time congruency effect“ und „mental time-line” Raum-Zeit Kongruenzeffekt in Reaktionszeitstudien beobachtet. Bei einer Aufgabe, auf „time-related information“ zu reagieren. Instruktion kongruente Bedingung: bei vergangenheitsbezogenen Wörtern (z.B. „gestern" Tastendruck linke Hand, linke Taste bei zukunftssbezogenen Wörtern (z.B. „morgen“) Tastendruck rechte Hand, rechte Taste Instruktion inkongruente Bedingung: umgekehrt Beobachteter Effekt: kongruente Bedingung -> signif. kürzere Reaktionszeiten im vgl. zu inkongr. Bed.  Also: -> Ergebnisse legen mentale Zeitleiste („mental timeline“) nahe:                         von links („gestern“) nach rechts („morgen“)                         Erforscht ist ebenso: mentale Zeitleiste von hinten („gestern“) nach vorne („morgen“)                         -> „ich habe eine eine interessante Woche vor mir“
  • „strong view“ <-> „weaker view“ „strong view“ des „metaphoric mapping“ - sensomotorische Mechanismen nicht nur notwendig, um mentale Respräsentationen zu etablieren,   sondern funktionell beteiligt, wann immer mentale Respräsentation aktiviert   -> Denken an abstrakte Dinge unmöglich, ohne nicht sensomot. „low-level“ Mechanismen zu aktivieren   -> Kosequenz für Raum-/Zeitdenken: sensomotorische Mechanismen (aus Erfahrung mit Raum entst.),        sollten bei Entstehung (emergence) des „space-time congruency effect“ beteiligt sein „weaker view“ des „metaphoric mapping“ - sensomotorische Mechanismen nur notwendig, um mentale Respräsentationen zu etablieren.   Sobald Repr. etabliert, mit sensomot. „low-level“ Mechanism. nicht mehr funktionell verbunden.   -> Annahme dieses Ansatzes: „space-time congruency effect“ lediglich „conceptual associations“        zwischen Zeit und Raum auf „higher cognitive levels“   -> Kosequenz: räuml. Eigensch. sollten „space-time congruency effect“ nicht modulieren.
  • Reaktionszeitstudie Eikmeier, Hoppe & Ulrich 2015 Ziel: Untersuchung, ob eher „strong view“ oder eher ‚weaker view’ anzunehmen Hypothese:  „strong view“ --> größerer „space-time congruency effect“ für manuelle in Vergleich zu stimmlich abgegebene Antworten  „weaker view“ --> kein größerer „space-time congruency effect“ für manuelle im Vergleich zu stimmlich abgegebenen Antworten UV:     Zeit, Reaktionsart, Manuelle Rektionsrichtung AV:     RTZ Design: 2 x 2 x 2 within-subjects design : Zeit: Vergangenheit <-> Zukunft stimmliche Antwort <-> manuelle Antwort  Antwortalternative manuell: herziehen <-> wegschieben Kongruente Bedingung:         Stimuluswort zukunftsbezogen: „vorne“ sagen bzw. Hebel wegschieben Stimuluswort vergangenheitsbez.: „hinten“ sagen bzw. Hebel herziehen Ergebnis: Manuale Reaktionen im Allgemeinen schneller, als verbale Signifikante Interaktion: Zeit x Reaktionsart, die NICHT durch Reaktionsart beeinflusst wird, numerisch war der Effekt sogar etwas größer für die verbale Reaktionsart PC- nicht signifikant aber numerische Trends in die Richtung Generell: Frappierend ähnlicher (strikingly) Kongruenzeffekt für beide Reaktionsarten gefunden. Ergebnisse unterstützen den ‚weaker view’: Der Raum-Zeit-Kongruenzeffekt („space-time congruency effect“) scheint lediglich eine „conceptual association“ zwischen Zeit und Raum auf „higher cognitive levels“ widerzuspiegeln. Spricht gegen den ‚strong view’: Beim Denken über abstrakte Dinge (hier: Zeit) scheint die Repräsentation nicht sensomotorischen „low-level“ Mechanismen funktionell verbunden.  
  • Arnaud Saj, Orly Fuhrman, Patrik Vuilleumier, and Lera Boroditsky, 2014 Motivation: Sind räumliche Präsentationen wirklich notwendig um zeitliche Ereignisse zu repräsentieren? Hintergrund: Patienten mit Läsionen d. rechten Hirnhemisphäre: oft beeinträchtigt, Objekte auf d. linken Seite zu entdecken, zu identifizieren, auf Objekte zuzubewegen, selbst wenn keine sensorischen oder motorischen Defizite. -> Vermutung: Solche Menschen vernachlässigen auch „linke Seite“ d. Zeit (respektive: linke Seite des mentalen Zahlenstrahls)  Konkrete Fragestellung der Studie: Haben Patienten mit linksseitigem Neglect Schwierigkeiten bei der Repräsentation von Ereignissen, die mit der „linken Seite“ ihres mentalen Zahlenstrahls zu tun haben? Ablauf: 7 Schlaganfall- / 7 Neglect / / Gesunde. Gedächtnisexperiment, vier Blöcke (Essen, Möbel, Kleidung, Hobbies), je drei Phasen: 1. Enkodierungsphase: Geschichte über ‚David’ (Alter: 40J.):         Dinge, die er vor 10 Jahren gern hatte Dinge, die er in 10 Jahren gern haben wird. Zeichnungen der Items präsentiert, Hälfte mit weißen‚Hütchen’ (Vergangenheit), andere Hälfte mit schwarzen Hütchen (Zukunft). Probanden benennen Items und sagen, ob ‚D.’vor 10 Jahren mochte, oder in 10 J. mögen wird. 2. Recall-Test Phase:   Freie Wiedergabe (Recall) aller Items mit Zeitzuordnung (Zukunft oder Vergangenheit). 3. Wiedererkennungstest Phase 14 Bilder präsentiert (die 10 Bilder der Enkodierungsphase + 4 neue B.) ‚Hütchen’ fehlten, Probanden waren aufgefordert zu sagen, ob sie das Bild schon gesehen hatten.  Falls ja, Bitte um zeitliche Zuzuordung (Zukunft oder Vergangenheit). Ergebnis: Recognition: Future: 40 richtig + 30 Falsch, PAST: 20 + 10  Recall: Future: 40 + 40, Past: 10+10 Generell: Patienten mit Neglect zeigten besondere Defizite beim Erinnern von Items der Vergangenheit. Sowohl für Recall, als für Recognition „Vergangenheits-Items“ wurden häufiger falsch benannt als „Zukunfts-Items“ -> Bestimmte neurale Bestandteile (z.B. posteriore parietale kortikale Bereiche) sind für die Repräsentation von externaler räumlicher Information und für die Repräsentation von zeitlicher Information zuständig. Kritik: Nur Links-Neglect getestet, hat es unbedingt mit Time-Line zu tun?
  • Eikmeier, Alex-Ruf, Maienborn, Ulrich, 2015 Motivation: Forschung weist darauf hin, dass mentale Repräsentation von Zeit und Raum verbunden sind. Stärke der Verbindung von Eikmeier, Schröter, Maienborn, Alex Ruf, & Ulrich, 2013 nachgewiesen. Vorliegende Studie: Erweiterung der Untersuchung um eine mentale „links-rechts“ Zeitleiste. Replikation der Studie von Eikmeier, Schröter, Maienborn, Alex Ruf, & Ulrich, 2013 mit der anderen Richtung der Zeitachse Stimulusmaterial: Zeitbezogene Sätze: 2 x 2 (Zeit x Sinnlosigkeit) Ergebnis: Im Gegensatz zur Studie von Eikmeier, Schröter, Maienborn, Alex Ruf, & Ulrich, 2013: schwächere Verbindung zwischen Zeit und Raum für die links-rechts Achse gefunden. Kongruenzeffekte kleiner in Experimentalbedingung als in Vergleichsbedingung (bei Eikmeier et al.,  2013: ähnliche Kongruenzeffekte in der Experimental- und der Kontrollbedingung gefunden) -> Ergebnisse sprechen für schwächere Verbindung von Raum und Zeit auf der links-rechts Achse     als auf der hinten-vorne Achse.  Erklärung: Mensch läuft vorwärts um einen Ort zu erreichen, deshalb sind Orte hinter uns mit Vergangenheit assoziiert, Orte vor uns mit Zukunft assoziiert -> in fast allen Kulturen, tief verankert im kognit, System Links-rechts Achse ist mit Schreibrichtung assoziiert -> kulturelle Einflüsse, Richtung des Zahlenstrahls ist flexibler und lässt sich leicht umdrehen   Fazit + Ausblick: Hinten-vorne Achse ist bedeutender wenn wir über Zeit nachdenken Unterscheiden sich die Achsen in ihrer kognitiven Funktion?
  • Eikmeier, Alex-Ruf, Maienborn, Ulrich, 2015 Experiment 1: Ziel: Antwort auf Frage -> Gibt es ähnlich starke Verbindung zwischen Raum und Zeit für „links-rechts Achse“ wie für „vorne-hinten-Achse“? hier: mit Hilfe zeitbezogener Sätze. UV:     Zeitbezogene Sätze (sinnvolle und sinnlose) AV:     Reaktionszeiten und Fehlerraten Design:  2 x 2 between-subject (Gruppe: exp/ctl x edingung:kongruent/n.k) Zwei Gruppen:           ‚Benchmark-Group’ (-> Vergleichsbedingung: Stimuli und Antworten mit Zeitbezug) Aufgabe: vocal-response ‚Vergangenheit’ und ‚Zukunft’ ‚Experimental-Group’ (->Experimentalbedingung: temporale Stimuli und raumbezogenen Reaktionen) Aufgabe: vocal-response ‚links’ und ‚rechts’  Zwei Bedingungen: Kongruente Bedingung: Die ‚Benchmark-Group’ sagt ‚Zukunft’ bei zukunfts-konnotierten Sätzen und ‚Vergangenheit’ bei vergangenheitskonnotierten Sätzen. Die ‚Experimental-Group’ sagt ‚rechts’ bei zukunftskonnotierten Sätzen und „links’ bei vergangenheitskonnotierten Sätzen. Inkongruente Bedingung: umgekehrt   Probanden wurden gebeten, Nonsensical-Sätze nicht zu beantworten -> mit den Sätzen bzw. der Anweisung sollte sichergestellt werden, dass Probanden die Sätze tatsächlich lesen. Bezüglich Sensible-Sätzen: Bitte an Probanden zu entscheiden, ob sich Satz auf Zukunft oder Vergangenheit bezieht. Ergebnisse: RTZ: signifikanter "time-space congruency effekt" in beiden gruppen (exp: p < .4, ctl: p < .001) Err: signifikanter "time-space congruency effekt" nur in der ctl (p < .001)
  • Eikmeier, Alex-Ruf, Maienborn, Ulrich, 2015 Experiment 2: Ziel: Antwort auf Frage -> Gibt es ähnlich starke Verbindung zwischen Raum und Zeit für „links-rechts Achse“ wie für „vorne-hinten-Achse“? hier: mit Hilfe raumbezogener Stimuli. UV:     440hz Ton rechts oder linkdAV:     Reaktionszeiten und FehlerratenDesign:  2 x 2 between-subject (Gruppe x Bedingung) Zwei Gruppen:           ‚Benchmark-Group’: Aufgabe: vocal-response ‚rechts’ und ‚links’ ‚Experimental-Group’: Aufgabe: vocal-response ‚Vergangenheit’ und ‚Zukunft’  Zwei Bedingungen: Kongruente Bedingung: -->Die ‚Benchmark-Group’ sagt ‚Zukunft’ bei zukunfts-konnotierten Sätzen und ‚Vergangenheit’ bei vergangenheitskonnotierten Sätzen. -->Die ‚Experimental-Group’ sagt ‚rechts’ bei zukunftskonnotierten Sätzen und „links’ bei vergangenheitskonnotierten Sätzen. Inkongruente Bedingung: umgekehrt   Probanden wurden gebeten, Nonsensical-Sätze nicht zu beantworten -> mit den Sätzen bzw. der Anweisung sollte sichergestellt werden, dass Probanden die Sätze tatsächlich lesen. Bezüglich Sensible-Sätzen: Bitte an Probanden zu entscheiden, ob sich Satz auf Zukunft oder Vergangenheit bezieht. Ergebnisse: RTZ: signifikanter "time-space congruency effekt" nur in ctl (ctl: p < .001) Err: kein "time-space congruency effekt". Evtl. Bodeneffekt, da Fehlerraten sehr niedrig waren.
  • retrospektive vs. prospektive Urteilen bzgl Zeit Bei retrospektiven Urteilen wird die Zeit erst nach Abschluss eines Ereignisses relevant, es kommt also erst rückblickend zu einer Einschätzung von Dauer. Bei einer retrospektiven Zeitschätzung richten wir erst nach Ablauf eines Geschehens unsere Aufmerksamkeit auf die Zeit. In diesem Fall muss unsere Wahrnehmung von Dauer auf Informationen aus dem Gedächtnis beruhen.  Je mehr wechselnde Ereignisse während eines Zeitintervalls abgespeichert und im Augenblick der retrospektiven Zeitschätzung abgerufen werden können, umso länger erscheint die Dauer. Bei prospektiven Urteilen schätzen wir die Dauer eines Ereignisses, während es passiert, ein. Wir richten also aktiv unsere Aufmerksamkeit auf den Zeitverlauf und kommen nach Abschluss des Ereignisses zu unserem Urteil über die Dauer. In der prospektiven Situation wird ein neuronaler Zeitgeber postuliert, der regelmäßige Impulse abgibt (sogenanntes innere Timing wie beim Ticken einer Uhr), die dann in einer Art neuronalem Zähler aufgefangen werden. Allerdings gehen nur dann Impulse in diesen hypothetischen Zähler ein, wenn die Aufmerksamkeit auf die Zeit gerichtet ist. Je mehr Impulse während eines Zeitraums registriert werden, desto länger kommt uns ein Zeitintervall vor. Sind wir abgelenkt, etwa durch einen spannenden Film, registrieren wir weniger dieser Impulse, und der Zeitraum kommt uns kürzer vor.
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  • Metaphoric Mapping of Space onto Time/ Spatial Metaphor of Time Im alltäglichen Sprachgebrauch verwenden wir häufig räumlichen Metaphern für temporale Konzepte. Diese Verankerung des Metaphiric Mappings kann als basales Argument darür angesehen werden, dass eine mentale timeline existiert, die mindestens die Achse vorn-hinten aufweist. Dabei gibt es zwei Arten, nac denen unterschieden wird, in welchem Umfang sensomotorische Mechanismen notwendig sin, um mentale Repräsentationen zu etablieren: Weak View: postuliert, dass low-level Prozesse in kognitiven räumlichen Domänen ausschließlich dann benötigt werden, um zeitliche Repräsentationen zu formen. Sobald eine zeitliche Repräsentation erstmal geformt ist, wird eine Aktivierung der low-level sensomotorischen Prozesse in der räumlichen Domäne für die Verarbeitung von zeitlichen Repräsentationen nicht mehr nötig. Die Konsequenz daraus wäre, dass die Verarbeitung von zeitlichen Repräsentationen sich nicht durch sensomotorische Prozesse (z.B. ob ich einen Hebel betätige oder ein Wort ausspreche) verändern lassen (also keine Veränderung bzgl. des Space-Time Congruency Effects). Strong View: Der Strong View hingegen postuliert, dass jedwedes abstraktes Denken über Zeit die Aktivierung von solchen räumlichen Domänen nötig macht. Demnach wären solche low-level Prozesse nicht nur bei der Formung von mentalen Repräsentationen von beispielsweise Zeitkategorien nötig, sondern immer funktionell beteiligt. Da kognitiv immer alles mitverarbeitet werden müsste, sollten sich diese sensomotorischen Prozesse in irgendeiner Weise messen lassen. Die Konsequenz daraus wäre beispielsweise, dass die Verarbeitung von zeitlichen Repräsentationen sich durch sensomotorische Prozesse (z.B. ob ich einen Hebel betätige oder ein Wort ausspreche) verändern lassen (also Veränderung bzgl. des Space-Time Congruency Effects eintritt).
  • laterale Achse links-rechts
  • Sagittale Achse Hinten-Vorne