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Erziehungswissenschaft (Fach) / Methoden I VL6 (Lektion)

VL6

Diese Lektion wurde von na_maike erstellt.

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  • Semantische Analyse Semantische Analyse eines Begriffs (explikative Forschung; Begriff liegtin Theorie bereits fest): Zerlegung eines Begriffs in seineBedeutungskomponenten, welche Bedeutungskomponenten hat derBegriff in der gegebenen Untersuchung
  • Dimensionale Analyse Dimensionale Analyse (deskriptive Forschung: Konvention des Begriffsliegt nicht fest): Aufstellung eines Systems relevanter Begriffsdimensionenmit dem Ziel, eine Orientierung über wichtige/unwichtige Dimensionendes Gegenstandes zu erhalten
  • 3 Formen von Definitionen in den Sozialwissenschaften 1. Nominaldefinition2. Realdefinition3. operationale Definition
  • Nominaldefinition • Definition eines Begriffs durch andere Begriffe, von denen angenommenwird, dass ihr Bedeutungsgehalt klar ist (tautologische Umformung).• Hat keinen direkten empirischen Bezug, sondern sie legt Eigenschafteneines Begriffs fest, damit ein Objekt unter diese Definition fällt.• Kann weder wahr noch falsch sein, sondern höchstens unbrauchbar.• Wissenschaftliche Definitionen sind häufig Nominaldefinitionen.
  • Realdefinition • Der Begriffsrealismus betrachtet Begriffe als unmittelbareWiderspiegelung der Erscheinung.• Eine Realdefinition bildet auf der sprachlichen Ebene das„Wesentliche“ eines Begriffs ab, gibt also Auskunft über die Struktur desGegenstandes.• Realdefinitionen können damit wahr oder falsch, aber nie vollständig sein.• Gegen Realdefinitionen spricht, dass in ihrem Falle durch den Bezug zurealen Objekten Probleme der theoretischen Strukturierung in unsaubererWeise mit Problemen der empirischen Analyse vermischt werden
  • operationale Definition Abstrakte Begriffe, die nicht direkt messbar sind, werden durch Zuordnungvon Indikatoren messbar gemacht.• Problem 1: Unterdefinition (Definition über Angabe Messoperation =Verabsolutierung einer Messvorschrift).• Problem 2: Überdefiniton (Begriff enthält Aspekte, die seine Messungnicht abgedeckt)
  • Formalisierung der Definitionstypen Begriffe (LV)                     b1   b2      bi         bn Korrespondenzregeln       k1   k2     ki          kn Reale Sachverhalte (MV)  x1    x2    xi         xn LV = Latente Variable        MV= manifeste Variable Normaldefinition: b3 = df. b4, bk Realdefinition: b4 = df. (x4, Xk+1, xn-1) Operationale Def.: b6 = df. k3
  • Anforderung von Klassifikationen Eindeutigkeit des Klassifikationschemas Ausschließlichkeit des Klassifiakationsschemas Vollstaändigkeit des Klassifikationsschemas
  • Begriffsarten • Abstraktionsniveaus von Begriffen (Klassifikation nach KAPLAN)a) direkte Beobachtungsbegriffe (auch empirische Begriffe genannt)haben einen direkten empirischen Bezug.b) indirekte Beobachtungsbegriffe können nur mit Hilfe einerKombination aus Schlussfolgerung und direkter Beobachtung erfasstwerden.c) Konstrukte können weder direkt oder indirekt beobachtet werden.d) theoretische Begriffe setzen das Vorhandensein einer Reihe vonMerkmalen voraus.
  • Indikatoren • Definitorische Indikatoren• Korrelative Indikatoren   • Intern   • extern• Schlussfolgernde Indikatoren
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  • Definition: Operationalisierung Unter der Operationalisierung eines Begriffs versteht man die Angabederjenigen Vorgehensweisen, mit deren Hilfe entscheidbar wird, ob und inwelchem Ausmaß der mit dem Begriff gemeinte Sachverhalt in der Realitätvorliegt.Die Operationalisierung umfasst die Angabe der Indikatoren und dieAngabe der Mess- oder Forschungsoperationen.
  • Messen in den Sozialwissenschaften Quantifizieren: - Zählen -Beurteilen - Messen
  • Definition: Messen Messen ist „die systematische Zuordnung einer Menge von Zahlen oderSymbolen zu Objekten und zwar so, dass Relationen unter den Zahlen(Symbolen) den Relationen unter den Objekten entsprechen.Systematische Zuordnung heißt nach bestimmten Regeln, Vorschriftenoder Verfahren. Relation ist die Beziehung zwischen den Objektenaufgrund eines oder mehrerer Merkmale.Messen ist damit die strukturtreue Abbildung eines empirischenrelationalen Systems (empirisches Relativ, Objektbereich) in einnumerisches relationales System (numerisches oder symbolischesRelativ, Datenbereich).
  • Indexbildung • Unter Indexbildung wird das Zusammenfassen von mehrerenEinzelindikatoren zu einer neuen Variablen (Index) verstanden.• Bei der Konstruktion eines Indexwertes sind zwei Probleme zu lösen:a) Welche Dimensionen sollen in den Index eingehen?b) Wie sollen die Dimensionen kombiniert werden?
  • additive Indizes • Die Indikatorenwerte werden aufsummiert. Formel Folie 17
  • multiplikative Indizes • Bei Abwesenheit eines einzigen Merkmals soll der niedrigsteWert auf dem Index entstehen soll: Wenn ein Indikator gleich Null,Produkt gleich null.
  • Skalierungsverfahren Latende Variable --> manifeste Variable
  • Thurstone Skala • zeichnet sich durch die Trennung von Eichung der Skala und Erhebungder Daten aus:1. Sammlung von vermutlich relevanten Aussagen für die betreffendeEinstellung.2. Die Experten ordnen die Aussagen auf einer 11-stufigen Skala an(Eichung).3. Für jedes Item werden nun der Mittelwert und die Streuung berechnet.Nur Items mit geringer Streuung eignen sich für die Endskala, die ca. 20Items umfasst.4. Der Skalenwert eines Befragten ist der Mittelwert der Items, denen erzugestimmt hat.
  • Likert Skala • zeichnet sich durch die gleichzeitige Erhebung der Daten und Eichung derSkala aus. Konstruktionsschritte:1. Sammlung einer großen Zahl relevanter Aussagen für die betreffendeEinstellung.2. Die Befragten geben ihre Item-Einschätzungen auf einer Rating-Skala mit numerisch kodierte Antwortvorgaben an, die den Gradder Zustimmung/Ablehnung anzeigen.3. Für jeden Befragten werden die Itemwerte summiert.4. Für die Endskala werden die nach teststatistischen Kriterien „besten“Items ausgewählt.5. Aus diesen Items werden die endgültigen Skalenwerte der Befragtenermittelt.
  • Guttman Skala • ist der Ausprägungsgrad der latenten Variablen kein Summenwert,sondern jedes Item macht eine Aussage. Konstruktionsschritte:1. Sammlung einer großen Zahl relevanter Aussagen fürbetreffendeEinstellung.2. Es werden dichotome Items gewählt. Jedes Item ist ein Schwellenwert.• Stimmt einem Item zu, hat sie allen vorherigen zugestimmt.• Lehnt eine Person ein Item ab, lehnt sie auch alle folgenden ab.3. Zahl der Items mit Zustimmung = Skalenwert jeder Person.4. Gütekriterium: „Reproduzierbarkeitskoeffizient“ CR (CR> 0,85): CR= Anzahl der Fehler / Anzahl der Befragten * Anzahl der Items
  • Vergleich der 3 Skalen nach Zielen • Die Thurstone Skala ist eher reizorientiert (Ziel ist die Differenzierung derItems mittels Zuordnung von Werten zu Stimuli/Items.)• Die Likert Skala ist eher personenorientiert (Ziel ist die Differenzierungzwischen Personen mittels Zuordnung von Werten zu Personen.)• Die Guttman Skala ist eher reaktionsorientiert (Ziel ist die Differenzierungvon Personen nach unterschiedlichen Stimuli, die Messung richtet sichsowohl auf Personen wie auch auf die Stimuli.)