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Anatomie und Physiologie (Fach) / Die Haut (Lektion)
Informationen über die Haut.
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- Die Haut Größtes Organ des menschlichen Körpers: Gewicht 3,5 – 10 kg Fläche 1,5 – 2 m²An den Körperöffnungen geht sie in die Schleimhäute über.
- Funktionen der Haut – Abgrenzung und Schutz– Aufnahme von Sinneseindrücken– Speicher- und Stoffwechselaufgaben: Fett, Vitamin D– Teil der Immunabwehr: äußere Schutzbarriere, Immunzellen– Regulation von Temperatur und Wasserhaushalt, Homöostase– Kommunikation (Schamesröte, Gänsehaut)
- 9-er Regel Der Körper wird in Bereiche gegliedert, die als prozentualer Anteil der gesamten Körperoberfläche angegeben werden. Der Wert für jeden Bereich entspricht dabei einem Vielfachen der Zahl 9. Es gelten folgende Zahlenangaben: Arm - 9% (je Arm)Kopf - 9%Brust und Bauch - 18%Rücken - 18%Bein - 18% (je Bein)Genitalbereich - 1%Zum Vergleich: Bei einer Verbrennung der Handinnenfläche beträgt das betroffene Hautareal ungefähr 1%.
- Aufbau der Haut Epidermis Dermis subkutis
- Die Epidermis Die Zellen der Epidermis nennt man Keratinozyten. Sie bilden Keratin und wandeln sich innerhalbvon etwa vier Wochen vollständig in Horn um: Die Zellorganellen verschwinden und die Zelle„wandert“ zur Hautoberfläche. Schließlich ist die gesamte Zelle abgestorben und zu Horn (Keratin) geworden.Keratin ist Wasser abweisend und hat eine gewisse Festigkeit, wodurch es die Haut schützt.Die Epidermis besteht aus mehrschichtigem verhorntem Plattenepithel mit großemRegenerationsvermögen. Sie kann in fünf verschiedene Schichten aufgeteilt werden, von denen einenur an Handteller und Fußsohle zu finden ist (Glanzschicht).
- Basalzellschicht Einfache Zellschicht aus sich ständig teilenden Zellen, die dann zur Hautoberfläche wandern. Manfindet hier auch Melanozyten (s.u.) und spezielle Hautorgane, die Tastempfindungen aufnehmenund an das ZNS weiterleiten. Man nennt sie Merkel-Tastscheiben (kommen vor allem anHandfläche und Fußsohlen vor).
- Stachelzellschicht Mehrere Reihen von Zellen, die über Haftkontakte (Desmosomen) miteinander verbunden sind.Diese Zellen können zum Teil pigmentiert sein. Auch in dieser Schicht findet man Melanozyten.
- Körnerzellschicht 3-5 Reihen flacher Zellen. Diese bilden Keratohyalinkörner und ölähnliche Substanzen. Sieverlieren ihren Zellkern und verhornen. Sind sie vollständig verhornt, nennt man sie Korneozyten
- Glanzschicht (Stratum lucidum) Mehrere Reihen flacher, durchsichtiger Zellkörper. Diese Schicht findet sich nur an Handtellerund Fußsohle und bietet einen zusätzlichen mechanischen Schutz.
- Hornschicht (Stratum corneum) Alle Zellen haben sich in Korneozyten umgewandelt und bilden flache Schuppen, die mit eineröligen Dichtsubstanz zusammen gehalten werden. Die Zellen können bis zu 30 Reihen bilden.
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- Melanozyten Die Melanozyten produzieren das Pigment Melanin und geben es an ihre Umgebung ab. Es schütztdie unteren Hautschichten vor UV-Strahlen. Dies ist vor allem für die Basalzellschicht mit ihrenzahlreichen Mitosen wichtig, da die Energie der Strahlung bei der Zellteilung zu Störungen führenkann.Die Hautfarbe eines Menschen wird durch den Melaningehalt bestimmt. Hierbei variiert nicht dieZahl der Melanozyten, diese ist bei allen Menschen gleich. Nur die Syntheserate des Melanin istunterschiedlich.
- Die Dermis Die Dermis ist fast unzerreißbar mit der Epidermis verbunden. Sie bildet das bindegewebige Gerüstder Haut und führt alle Versorgungsstrukturen: Gefäße, Nerven.Sie gliedert sich in zwei Schichten: 3- Die Papillarschicht (Stratum papillare), lockeres Bindegewebe mit feinen elastischenFasern,sehr kapillarreich mit zahlreichen Rezeptororganen und freien Bindegewebszellen (Abwehrzellen).- Die Geflechtschicht (Stratum reticulare), straffes Bindegewebe, sehr fest mit vielenKollagenfaserbündeln und elastischen Fasern.
- Die Papillarschicht Die Papillarschicht ist zapfenartig (Papillen) mit der Epidermis verzahnt. Diese Verzahnung dientder Oberflächenvergrößerung, da die Dermis die Versorgung der Epidermis sicherstellen muß.Außerdem findet hier ein wichtiger Teil der Wärmeregulation des Körpers statt:Über die Durchblutung der Haut wird die Wärmeabgabe reguliert.Die Rezeptororgane der Papillarschicht nennt man Meissner-Tastkörperchen. Sie kommenbesonders zahlreich an Finger- und Zehenspitzen vor. (Berührungsrezeptoren)
- Die Geflechtschicht Die Geflechtschicht ist verantwortlich für das Entstehen von Spaltlinien auf der Haut. Die Richtungder kollagenen Faserbündel lässt die Haut bei einem Schnitt, der senkrecht zu den Linien ausgeführtwird klaffen. Darum wird in der Chirurgie ein Hautschnitt wenn möglich mit den Spaltlinienausgeführt.Dieser linienartige Verlauf der Kollagenfaserbündel ist auch verantwortlich dafür, dass kleineEinstiche in die Haut (Injektionsnadel) nicht zu runden Löchern, sondern zu Spalten führen.
- Die Subkutis Die Subkutis besteht aus lockerem Bindegewebe, dass als Verschiebeschicht gegenüber dendarunter liegenden Strukturen dient (Muskelfaszien, Knochenhaut, Organkapseln).Eine wichtige Funktion hat die Subkutis als Fettspeicher und dadurch auch als Wärmeisolator.Da die Subkutis relativ gering durchblutet ist, nutzt man sie als Depot für Medikamente, dielangsam resorbiert werden sollen (Subcutane Injektion, s.c.).In der Subkutis findet sich ein weiteres Rezeptororgan, das Vater-Pacini-Körperchen.(Vibrationsempfindungen )
- Die Hautanhangsgebilde 1. Die Hautdrüsen2. Die Haare (Pili)3. Die Nägel (Ungues)
- Die Hautdrüsen Die Drüsen der Haut geben ein Sekret an die Hautoberfläche ab, das einen Schutzmantel für dieHaut aufbaut.Man unterscheidet:- Schweißdrüsen, sondern wässriges, saures Sekret ab, das den leicht sauren pH-Wert der Haut(knapp unter 5) als Schutz vor pathogener bakterieller Besiedlung herstellt (Buttersäure,Essigsäure). Die normale bakterielle Hautflora vermehrt sich hingegen sehr gut in diesem saurenMilieu. Über den Wassergehalt des Schweiss wird die Wärmeabgabe gesteuert: sehr wässrig beiErwärmung des Körpers bei körperlicher Anstrengung. Sowohl die Schweißzusammensetzung alsauch die Sekretion werden vom vegetativen Nervensystem gesteuert und von psychischenFaktoren beeinflusst.- Duftdrüsen, geben erst mit Beginn der Pubertät ihr Sekret ab. Man findet sie nur in bestimmtenKörperregionen (Achsel, Schamregion, Brustwarzen, Analregion), wo sie meist in Haarbälgenmünden. Ihre Sekretion hängt auch von psychischen Faktoren ab.- Talgdrüsen, ihr Sekret hält Haut und Haare geschmeidig und trägt mit zum „Säureschutzmantel“der Haut bei.Daneben gibt es im äußeren Gehörgang spezielle Talgdrüsen, die Ohrschmalzdrüsen. Sie bildendas Cerumen, den Ohrschmalz.Anatomisch betrachtet gehören auch die weiblichen Brüste, die Brustdrüsen, zu den Hautdrüsen.Sie werden später behandelt
- Die Haare, Pili Haare finden sich nur auf der Felderhaut, die Leistenhaut ist frei von Haaren (s.o.).Man unterscheidet die langen dicken pigmentierten Terminalhaare auf dem Kopf vom Wollhaar(Vellus), das kürzer und dünner ist. Die Wollhaare ersetzen die Flaumhaare (Lanugo) desNeugeborenen.In der Pubertät werden die Wollhaare an speziellen Stellen durch den Einfluß von Androgenendurch Terminalhaare ersetzt. Die Verteilung der Terminalbehaarung weist geschlechtsspezifischeBesonderheiten auf.Es gibt ein paar Bereiche der Felderhaut, die unbehaart sind:Lippen, Augenlider
- Aufbau des Haares Das Haar besteht aus Haarschaft und Haarwurzel.Mit Haarschaft ist der Teil gemeint, der die Hautoberfläche überragt. Er besteht aus vollständigverhornten Zellen.Die in der Haut gelegene Haarwurzel reicht bis in die Subkutis. Sie verbreitert sich zum Ende hinglockenförmig zu der Haarzwiebel (Haarbulbus). Diese beinhaltet als Kern die Haarpapille.Diese ist reich durchblutet und versorgt das Haar mit Nährstoffen.Von der Haarzwiebel geht das Haarwachstum aus. Wird sie zerstört, kann kein neues Haarnachwachsen.Außerdem befinden sich in der Haarzwiebel Melanozyten, die für die Färbung der Haareverantwortlich sind. Erlischt die Melaninproduktion, so wird das Haar grau.Umschlossen wird die Haarwurzel vom Haarfollikel. Dieser besteht aus einer bindegewebigen(Haarbalg) und zwei epithelialen Wurzelscheiden (innere und äußere).Der Haarfollikel ist mit sensiblen Nerven versorgt, die Haarbewegungen wahrnehmen.Jedes Haar ist mit einer Talgdrüse ausgestattet, die das Haar geschmeidig hält. Sie mündet imBereich des Haarschafts.Außerdem setzt ein Bündel glatter Muskelzellen (M. arrector pili) am Haarfollikel an, das das Haaraufrichten und die Haut einziehen kann (Gänsehaut).
- Die Nägel, Ungues Die Nägel dienen als Schutz und als Wiederhalt beim Tasten und Greifen.Die Nagelplatte besteht aus dicht gepackten verhornten Zellen der Epidermis.Sie liegt auf einem gut durchbluteten Nagelbett, an dessen Wurzel ein weißer Halbmond, dieLunula zu sehen ist. Von hier geht das Nagelwachstum aus. Ist die Lunula zerstört, kann der Nagelnicht nachwachsen.Eingebettet ist die Nagelplatte an der Wurzel in eine Nageltasche und seitlich in die Nagelpfalz mitdarüber liegendem Nagelwall, einem Hautwulst. Die Nagelpfalz setzt sich an der Wurzel desNagels in das Nagelhäutchen (Cuticula) fort, das keine spezielle Bedeutung hat und derHornschicht der Epidermis gleicht.Am Nagel haben wir einen direkten Blick auf die Durchblutung und Sauerstoffversorgung derAkren (Finger, Zehen, Nase, Kinn, Ohr) die unter Umständen Rückschlüsse auf den Zustand desPatienten zulassen