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Anästhesie (Fach) / Infusion (Lektion)
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- perioperative Flüssigkeitstherapie möglich mit kristalloide Lösungen künstliche kolloidale Plasmaersatzlösungen Plasmaderivate Blutkomponenten
- Flüssigkeitskompartimente des Körpers Körper besteht je nach Alter zu ca. 60% aus Wasser ca. 40% intrazellulär ca. 20% extrazellulär: davon intravasal 20% (ca. 4% des KG), interstitiell 80% gering transzellulär: Pleuraspalt, Peritonealspalt, Liquor, Magen-Darm-Sekrete...
- Störungen des Flüssigkeitshaushaltes betreffen primär immer den Extrazellulärraum bleibt die Konzentration des Natriums im Extrazellulärraum konstant, wird von einer isotonen Störung gesprochen isotone, hypotone, hypertone Dehydratation/Hyperhydratation
- Molarität/Osmolarität/Osmolaliltät/effektive Osmolarität = Tonizität Osmolarität: Maß für die Anzahl der osmotisch aktiven gelösten Teilchen pro Liter Lösungsmittel (mosmol/l) Osmolalität: Maß für die Anzahl osmotisch aktiver gelöster Teilchen pro Masse = kg Lösungsmittel (mosmol/kg) Molarität: Stoffmenge pro Volumen (mol/l), z.B. NaCl 1 mmol/l -> 2 mosmol/l, da zwei osmotisch aktive Teilchen, Glucose 1 mmol/l -> 1 mosmol/l effektive Osmolarität: lediglich die Teilchen die die Membranen nicht passieren können, machen die effektive Osmolariät = Tonizität aus (Harnstoff und Alkohol sind osmotisch inaktiv, weil sie die Zellmembranen gut passieren können) wichtigstes Kation des Extrazellulärraums ist Natrium, die Osmolarität hängt also im entscheidend von der Natriumkonzentration ab Plasmaosmolarität = 2xNatrium (mmol/l) + Glucose (mmol/l, mg/dl/18) + Harnstoff (mmol/l, mg/dl/6) -> normal 270 - 303 mosmol/l
- Kristalloide Lösungen Elektrolytlösungen niederprozentige Glucoselösungen (z.B. G 5%)
- Elektrolytlösungen Vollelektrolylösungen (Natrium > 129 mmol/l) 2/3-Elektrolytlösungen (Natrium 91-120 mmol/l) Halbelektrolytlösungen (Natrium 61-90 mmol/l) 1/3-Elektrolylösungen (Natrium < 60 mmol/l) isotone, hypertone und hypotone Lösungen balancierte Lösungen, sind Plasmaisoionisch und enthalten metabolisierbare Anionen (Acetat,Malat können unabhängig von der Leberfunktion unter Verbaruch von H+ metabolisiert werden, Lactat verbraucht zur Metabolisierung 3 MolO2, Acetat 2 Mol, Malat 1 Mol)
- Kolloidale Lösungen Kolloide sind hochmolekulare Substanzen mit einem Molekulargewicht von > 10.000 Dalton können nicht durch intakte Zellmembranen diffundieren (MG > 30.000Dalton) wichtigstes körpereigenes Kolloid ist Albumin (MG 66.000 Dalton) Kolloide haben die Fähigkeit Wasser an sich zu binden, dadurch üben sie einen kolloidosmotischen (onkotischen) Druck aus KOD Plasma 25 mmHg: KOD(mmHg)=4X(Protein-Gesamtkonzentration(g/dl)-0,8)
- Perioperativer Flüssigkeitsbedarf Basisbedarf: 1,5 ml/ kgKG/ h, 2,5l/ d Intraoperativer Verlust: Sequestration in den Dritten Raum (Ödem durch Gewebsschaden und Verdunstung) je nach OP-Trauma 1-15 ml/kgKG/ h Blutverluste und Verluste über Drainagen
- Transfusion: Blutgruppenmerkmale ABO-Antigene sind in der Natur weit verbreitet (Darmbakterien...) -> schon früh Ausbildung von Antikörpern gegen die beim Betreffenden nicht vorhandene ABO-Bltgruppen-Merkmale, = Isoaglutinine, reguläre AK Rhesus negative Menschen haben hingegen primär keine Antikörper gegen das Rhesus-Ag D -> Ausbildung erst nach Kontakt mit rhesus positiven Erys (SS, Transfusion), = irreguläre AK Kell, Duffy, Lewis, Lutheran, Kidd
- Blutkomponenten Plasma: GFP gefrorenes Frischplasma: aus einzelnen Vollbluspenden abgetrennt und sofort tiefgefroren (-30°C), enthält 70% Gerinnungsaktivität, Quarantänelagerung zur Minimierung des Übertragungsrisikos von HIV, HBV, HCV SDP Solvent-Detergent-Plasma: 500-1000 Einzelplasmen werden zusammengeführt und Viren über solvent-detergent-Lösungen inaktiviert, im Anschluß tiefgefroren MLP Methylenblau-Licht-behandeltes-Plasma: nach Zusatz von Methylenblau mit Rotlicht bestrahlt und tiefgefroren Lyophilisiertes Humanplasma: kann bei Raumtemperatur gelagert werden Erythrozyten: EK: enthält Hkt 50-70%, nach Leukozytendepletion Lösung in NaCl, Glucose, Adenin und Mannitol,Citrat, Lagerung bei 4°C bis zu 28-49d Gewaschenes EK: mehrmaliges Waschen eines leukozytendepletierten EK, Rest Leukos, Plasma und Thrombos werden entfernt Kryokonserviertes EK buffy coat (= Leukozyten, Thrombozyten) TK: leukozytendepletiert, Pool oder Apherese, hebt Thrombos um ca 30.000, unter ständiger Bewegung bei 22°C bis zu 5d haltbar Transfusion über spezielles Transfusionsbesteck mit Standardfilter (Porengröße 170-230µm)
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- Transfusion AK-Suchtest dient dem Nachweis von irreguläre Erythrozytenantikörpern im Serum des Patienten durch Transfusion können bereits vorhandene AK geboostert werden, Gültigkeit Coombs-Test bis 3d nach Trasnfusion, dann neu Coombs-Test: direkter: zum Nachweis von AK, die sich an Erys gebunden haben (Autoantikörper, M. hämolyticus neonatorum, Alloantikörper bei Transfusionsreaktion), Patientenerys + Coombs-Serum, die im Coombs-Serum zugeführten AK führen zur Agglutination inkompletter AK indirekter: Nachweis nicht gebundener AK, Testerys + Patientenserum
- Transfusion Kreuzprobe serologische Verträglichkeitsprobe in vitro Prüfung der serologischen Blutruppenverträglichkeit von Spender- und Empfängerblut Empfängerserum + Spendererys 20 min bei 37°C (früher Major-Test) -> Agglutination bei Unverträglichkeit Gültigkeit 3d
- Transfusion Transfusionsgesetz für die Einhaltung des Qualitätmanagementsystems Transfusionsverantwortlicher = Leiter der Blutbank Transfusionsbeauftragter = in jeder Abteilung ein zuständiger Arzt Transfusionskomission = Transfusionsverantwortlicher + Transfusionsbeauftragte + ggf ärztliche Leitung, Apotheker... Transfundierender
- Transfusionsreaktion febrile, nicht hämolytische Reaktion: = Soforttyp Temperaturanstieg, Hautrötung, gel. Hypotonie innerhalb 30-60 min nach Transfusion seit Einführung der Leukozytendepletion selten allergische Reaktionen: AK im Empfängerserum gegen Plasmaproteine des Spenders Urticaria, Hautrötung, Juckreiz, intestinale (Übelkeit/Erbrechen), und pulmonale (Stridor, Zyanose) Symptome hämolytische Transfusionsreaktion vom Soforttyp: ABO Inkompatibilität (major Inkompatibilität) meist infolge Verwechslung, FFP/TK auch minor Inkompatibilät (=hochtitrige AK im transfundierten Plasma) kann innerhalb kürzester Zeit zur Lyse aller transfundierter Erys führen -> im Gefolge DIC bereits 10 ml reichen, aber < 10% tödlich hämolytische Transfusionsreaktion vom verzögerten Typ: bis zu 14d nach Transfusion verstärkte AK-Bildung gegen antigentragende Erys bakterielle Kontamination: v.a. Yersinia enterocolitica bei niedrigen Lagerungstemperaturen, KNAST bei TK Fieber, Schüttelfrost HIV, HBV, HCV, Creutzfeldt Jakob Krankheit (Prionen) TRALI: = transfusion related acute lung insufficiency syndrom leukozytäre AK im Spenderplasma die an die Granulozyten der Empfänger binden und so aktivieren -> Endothelschädigung in der Lunge -> Lungenödem seit Leukozytendepletion selten TRALI nach FFP-Gabe ca 8% nach 6h Citrat/Kalium/2,3-Diphosphoglycerat: Citrat aus Konserve wird zu Bikarbonat metabolisiert -> metabolische Alkalose -> Hypokaliämie durch erniedrigte 2,3-Diphosphoglyceratkonzentration in Konserve Linksverschiebung der O2-Kurve Immunmodulation: Immunsuppression