24
Medizin (Fach) / Geriatrie, Pharmakotherapie Teil 2 (Lektion)
Anzeige
- Behandlung der Agitation bei Lewy-Body-Demenz Antipsychotika mit Ausnahme von Quetiapin und Clozapin dürfen nicht eingesetzt werden Es kann sonst zu einer krisenhaften Verschlechterung der motorischen Symptome der Erkrankung kommen
- Vaskuläre Demenz - Medikation? Bei vaskulärer Demenz ist die Wirkung von Antidementiva nicht belegt.
- Behandlung der Demenz bei Morbus Parkinson Rivastigmin ist das einzige für Demenz bei Morbus Parkinson zugelassene Medikament.
- Kontraindikationen von Acetylcholinesterasehemmern Absolut: Bradykarde Herzrhythmusstörungen Überleitungsstörungen Relativ: Asthma bronchiale /obstruktive Bronchitis Ulcusanamnese
- Unerwünschte Wirkungen bei Parkinson -Medikamenten Übelkeit und Erbrechen Schwindel Orthostatische Dysregulation Verwirrtheit, Delir Halluzinationen Zurückzuführen auf die dopaminerge Wirkung
- Parkinson-Medikamente , was ist bei der Einnahme zu beachten? Keine Einnahme zu proteinhaltiger Nahrung, das heißt mindestens 30 Min. , besser 1 Stunde vorher einnehmen Eisenpräparate dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden, 30 Min. Abstand. Problematisch ist die Kombination mit Opioiden, Vitamin B6, Anticholinergika, Baclofen Wirkungsteigerung durch eine Ko-medikation mit Johanniskraut -Präparaten
- SSRI-Therapie bei alten Patienten Wegen ihrer guten Verträglichkeit die Stoffgruppe der ersten Wahl Dosisabhängige QT-Intervall-Verlängerung unter Citalopram und Escitalopram. Höchstdosis dieser Medikamente bei Patienten über 65 Jahren auf 20 bzw. 10 mg limitiert.
- Nebenwirkungen unter SSRI-Therapie Lebensbedrohl. UAW sehr selten Serotonin-Syndrom Häufiger: Gastrointestinale Unverträglichkeit Schlafstörungen Unruhe Schwindel Kopfschmerzen Libido -und Erektionsstörungen Hyponatriämie ( sehr häufig!)
- Schlafstörungen älterer Menschen Eine der häufigsten Beschwerden überhaupt 30 bis 60% aller älteren Menschen klagen über Insomnie
- Nebenwirkung der Opioidtherapie Obstipation Übelkeit und Erbrechen seltener als bei jüngeren Menschen Bei älteren Menschen ist der delirogene Effekt und die mitunter kräftig ausgeprägte Sedierung problematisch. Oxycodon, Tilidin/Naloxon , Buprenorphin haben das geringste delirogene Risiko.
- Anzeige
- Hämatologische Neoplasien Häufig im Alter sind : Myelodysplastisches Syndrom Akute myeloische Leukämie Chronisch lymphatische Leukämie Multiples Myelom
- Pharmakotherapie als Auslöser eines Delirs Das delirogene Risiko hängt häufig mit dem anticholinergen Potential eines Medikaments zusammen Riskant: Anticholinergika Antidepressiva Neuroleptika Antihistaminika Digitalis Antibiotika , Chinolone Opioide und NSAID Theophyllin Parkinson Medikamente
- Allgemeine Therapieregeln des Delirs Nicht-pharmakologische Intervention (Reorientierung) Medikation überprüfen Verzicht auf anticholinerg wirksame Medikamente Benzodiazepine absetzen falls unter einer Woche angewendet Pharmakokinetische Situation überprüfen Symptomkontrolle eventuell mit Haloperidol oder Risperidon Polypharmazie vermeiden
- Welche Medikamente können eine Harninkontinenz auslösen ? Diuretika Anticholinergika Alpha Rezeptorantagonisten Calciumantagonisten Insbesondere der abendliche oder nächtliche Einsatz von Diuretika ist bei älteren Patienten mit Mobilitäts -einschränkungen sehr kritisch zu sehen
- Immobilität im Rahmen einer Akut -Erkrankung- Deconditioning Bei der akuten Form kann es innerhalb weniger Tage bereits zu einem signifikanten Verlust der Muskelmasse kommen Bei vorbestehender Sarkopenie genügt schon der Verlust von einem kleinen Teil der verbliebenen Muskelkraft um ein Wiedererlangen der Mobilität ernsthaft zu gefährden
- Maßnahmen gegen Komplikationen, die Deconditioning begünstigen Thromboembolieprophylaxe Osteoporoseprophylaxe Obstipationsprophylaxe Behandlung einer Depression Behandlung eines deliranten Syndroms
- Polypharmazie in der Geriatrie Ungünstige Effekte Ungünstige Compliance Unüberschaubare Interaktionen Kumulation des UAW-Risikos Erhöhtes Risiko einer Hospitalisierung Fehlerhafte Medikation Erhöhte Kosten
- Prescribing cascade Polypharmazie kann aus nicht richtig erkannten UAW bereits verordneter Medikamente entstehen. Es sollte deshalb bei multimorbiden älteren Patienten geprüft werden ob es sich bei neu aufgetretenen Problemen nicht um eine Medikamentennebenwirkung handelt Auch eine eventuellen Selbstmedikation des Patienten beachten ( nachfragen!)
- Pharmakotherapie bei älteren Menschen Wichtige Prinzipien Identifizierung der problematischen Medikamente Bewertung nach Kategorien von problematisch bis unverzichtbar Weniger ist mehr
- Parkinsonmedikation in Geriatrie Parkinsonmedikation in Geriatrie L-Dopa einschleichend Therapie der Wahl, Beginn mit 50 mg, Steigerung alle 3-4Tage Im Verlauf bei Wirkungsfluktuation Entacapone (COMT-Hemmer) zusätzlich Dopaminaagonisten(Ropinirol, Pramipexol, Rotigotin) bei biologisch jüngeren Patienten; Rotigotin (Neupro) kann bei Dysphagie als Pflaster gegeben werden, 2- 4 mg entsprechen ca.100 mg L-Dopa
- Parkinson - besondere Therapiesituationen Wirkungsfluktuation: biphasische Dystonien (On-Off-Phänomen) beim An- und Abfluten von L-Dopa,evtl mit Peak-Dose-Hyperkinesien im "On" Wearing-off ( gegen Ende der Med. Wirkung nachlassende Beweglichkeit) End of Dose- Akinesie Maßnahmen Einnahmezeitpunkt, Verkürzung der L-Dopa-Dosisintervalle, gegebenenfalls Retardpräparate, Einsatz von COMT-Hemmer, Einsatz von Dopaminagonisten, intermittierende Gabe von löslichem L-Dopa
- Parkinson-Syndrom- akinetische Krise Parkinson-Syndrom- akinetische Krise Auslöser? Ursachenbeseitigung Behandlung mit Flüssigkeit und Kaloriengabe, Amantadin i.v., Madopar LT über Magensonde
- Parkinson Syndrom- Psychose/ Halluzinationen Parkinson Syndrom- Psychose/ Halluzinationen Anhalt für zusätzliche Erkrankung? falls im Rahmen einer Medikationsänderung vorsichtiges Absetzen der Medikation.Cave L-Dopa Entzugssyndrom bei abruptem Absetzen! Reihenfolge des Absetzens: anticholinerge Med. Amantadin und MAO-B Hemmer Dopaminagonisten COMT-Hemmer gegebenenfalls L-Dopa reduzieren
- Parkinson Syndrom mit Depression Oft in off Phasen bessere Einstellung der Grunderkrankung möglich? Antidepressivaeffekt fraglich, wenn dann SSRI keine SSRI Gabe bei gleichzeitiger MAO-B-Hemmer Medikation (Serotonerges Syndrom)