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Entwicklungspsychologie (Fach) / Entwicklung begrifflichen Wissens (Lektion)

Wissensentwicklung in Grundlegenden Domänen Intuitive Physik - pysikalisches Wissen Intuitive Biologie – biologisches Wissen

Diese Lektion wurde von benjavi erstellt.

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  • „Begriff“ (Konzept) -         Eintrag im Gedächtnis (abrufbar, erfahrungsbasiert, erlebnisbasiert, kategorisierbar, aus dem Alltag)-         Vorstellung von etwas (Ding, Ereignis, Eigenschaften, Sachverhalte) im Allgemeineno   Abstraktionsleistung: Zusammenfassen von Gegenständen, Ereignissen, Eigenschaften oder Sachverhalten (die sich auf irgendeine Art ähnlich sind) zu Klassen -> Abstraktion aus „Gerechtigkeit“ -> vorstellbare Handlung -> beschreibbaro   Wissenseinheit inklusive Kausalbeziehungen zu anderen Begriffen und bereichsspezifischen Erklärungen (Wahrnehmung z.B. Äpfel ohne den Namen beschreibbar: rot, grün, rund.-> nicht isoliert repräsentiert, sondern verbunden zwischen Begriffen. Kausalbeziehung von Apfel und seinen Eigenschaften sowie, dass er fällt, kann sich nicht bewegen -> Zusammenhang zu dem begriffo   Dient der Organisation von Erfahrung: Anwendung vorhandenen Wissens auf neue Situationen (wiedererkennen und nicht neu bewerten müssen)
  • Wissensentwicklung in Grundlegenden Domänen Intuitive Physik – physikalische Wissen o   Frühe „Physik“: Kernwissen im Säuglingsalter mit wenigen Kernprinzipien, die Wissenserwerb leiten (Kontinuität, Solidität, Kohäsion, Kontakt; nach Spelke, 1994)   3,5 – 5,5 Monate alt   einfaches begriffliches Verständnis erwerben/oder angeboren -> je nach Theorie!!   anhand der Blickzeitstudien: angenommen: einfaches Verständnis von Begrifflichkeiten o   Fehlvorstellungen bei Kindern und Erwachsenen (McCloskey, Washburn, & Felch, 1983)   Senkrechter Fall: „Straight-down-belief“ (Annahme, dass ein Objekt trotz Anfangsgeschwindigkeit senkrecht zu Boden fällt)   Bsp.: Falllinie eines Balls, der von einem sich bewegenden Träger losgelassen wird -> "Straight-down-belief“ berücksichtigt nur Wirkung der Schwerkraft ·        Gedacht wird: Fällt gerade nach unten – falsch·        Richtig: Parabelförmige Falllinie -> Schwerkraft & Trägheit -> Bild b -  Fehlvorstellung auch im Vorschulalter (Hood, 1995) ·        Immunität gegen Gegenevidenz (Ball muss gerade fallen in die andere Röhre -> dabei fällt er in einer Parabel ins das danebenliegende Rohr)
  • Kindliche Kosmologie: Vom geo- zum heliozentrischen Weltbild o   Grundschulkinder haben geozentrisches Weltbild (Erde flach, stationär in der Mitte des Universums, Sonne und Mond bewegen sich) o   Integration neuer Information in geozentrisches Weltbild, z.B., dass die Erde eine Kugel ist ->  Kinder nehmen die neue Info der Eltern wahr aber müssen sie erstmal ins neue Weltbild integrieren -         Beispiel: Erde = offene Hohlkugel, in deren gewölbtem Innenraum Menschen leben; 2 Erden, eine flache und eine runde „oben im Himmel“ (eine Erde von denen die Eltern erzählen und eine Erde, die als Kind wahrgenommen wird) ->  verbinden die Interpretationen unterschiedlich. Sie häufen nicht Faktenwissen an, sondern entwickeln eigene qualitative Theorien, die sie über die Zeit erst ändern und nicht 1zu1 übernehmen -   Kindliche Kosmologie kohärentes System von Überzeugungen, resistent gegenüber punktuellen Veränderungen o   Kinder nutzen eigenen Interpretationsrahmen, den sie auf neue Informationen (etwa „Erde = Kugel“) anwendeno   Veränderung des Interpretationsrahmens langwieriger Prozess (formale Bildung, Unterricht, etc.)o   Bedeutungswandel zentraler Begriffe (Schwerkraft) Schwerkraft ->es fällt weiter nach unten aber bis in Richtung Weltraum aber nicht Erdmitte
  • Physikalische Mengenbegriffe: Gewicht und Dichte o   Kinder bis ca. 8 Jahre: Styropor wiegt „nichts“o   Aber: „Styropor ist materiell“ Gewicht ist kein konstitutives Merkmal der Materie Gewicht = fühlbares Gewicht ->  Styropor ist materiell aber es wieg nichts - anderes Konzept von Gewicht, Materie -> klein genug dann - wiegt es nichts, -> nur fühlbares Gewicht wiegt etwas o   8- bis 10-Jährige: Keine konsistente Differenzierung zwischen absolutem und spezifischem Gewichto   Beispiel: Sortieren von Objekten in „Stahl-“ vs. „Alu-Familie“ -> Gewichtsintrusionen in Dichte-Urteilen (z.B. große Aluminiumzylinder der Stahlfamilie zuordnen) -> Undifferenziertes Gewicht-Dichte-Konzept->  Begriffliche Differenzierung setzt Wandel des Verständnisses von Materie voraus-> sie vermischen dann die Materialien, wenn sie größer oder kleiner sind. Alu sehr groß, dann muss es Stahl sein
  • Physik Zusammenfassung -         Frühe Kompetenzen (einfache Kernprinzipien)-         Fehlvorstellungen bei Kindern und Erwachsenen-         Resistenz gegen Instruktion und Immunität gegen Gegenevidenz-         Veränderung des intuitiven Interpretationsrahmens-         (der „intuitiven Theorie“) langwieriger Prozess-         Gegenevidenz oder Resistenz, langjähriger Prozess, intuitive Idee
  • Physik Zusammenfassung -         Frühe Kompetenzen (einfache Kernprinzipien)-         Fehlvorstellungen bei Kindern und Erwachsenen-         Resistenz gegen Instruktion und Immunität gegen Gegenevidenz-         Veränderung des intuitiven Interpretationsrahmens-         (der „intuitiven Theorie“) langwieriger Prozess-         Gegenevidenz oder Resistenz, langjähriger Prozess, intuitive Idee
  • Intuitive Biologie – biologisches Wissen - Lebewesen versus unbelebte Objekte Differenzierung Lebewesen – Objekt -         Lebewesen aktiv, selbstbewegt vs. Objekte passiv, unbelebto   7 Monate alte Säuglinge nehmen an, dass Lebewesen (nicht Objekte) Verursacher von Bewegung sind (Pauen & Träuble, 2009)o   9 – 12-Monatige sind von selbst-initiierter Bewegung von Robotern – nicht von Menschen – überrascht (Poulin-Dubois, 1999) -> Studie: Tier+Objekt bewegen sich gemeinsam; Testbildschirm: auf welches schauen sie länger -> Tier > erwarten das Tier sich gleich bewegt -> bei Objekten nicht->  Menschen können zielgerichtete Handlung durchführen -> Roboter nicht
  • Wissen über Lebewesen im Vorschulalter -         Sind Pflanzen Lebewesen?-         Im Vorschulalter wissen Kinder, dass Pflanzen, aber nicht unbelebte Dinge...o   wachseno   sich selbst heileno   sterben-         Aber: Vorschulkinder glauben, dass Pflanzen nicht lebendig sind -         Erst mit 7 – 9 Jahren: Pflanzen = lebendige Dingeo   Lebendigsein wird mit Bewegung gleichgesetzto   Bewegung bei Pflanzen (ohne Zeitraffer) schwer zu beobachten
  • Das Verstehen biologischer Prozesse -         Vorschulkinder unterscheiden (zumeist)o   biologische Prozesse (z.B. Wachstum, Verdauung, Genesung)o   psychologische Prozesse (z.B. Wünsche)o   physikalische Prozesse Vererbung -         Vorschulkinder verstehen, dass körperliche Merkmale von den Eltern an die Nachkommen vererbt werdeno   „Herr“ und „Frau“ Rind haben Herzen der Farbe Xo   Erwartung: Kalb wird Herz der Farbe X haben-> Studie: Vererbungskonzept anwenden: Herz nimmt die Farbe der Eltern an -> Merkmalsvererbung -         Anlage vs. Umwelt: Ältere Vorschulkinder denken, dass bestimmte Aspekte der Entwicklung angeboren sind und nicht von der Umwelt bestimmt werdeno   5-Jährige: Tier, das von Eltern einer anderen Spezies aufgezogen wurde, als erwachsenes Tier dennoch der eigenen Art angehören wird -> Tiger wird von Löwen großgezogen -> bleibt aber das Tier, das es vorher war -         Aber: Vorschulkinder denken auch, dass mentale Zustände biologische Prozesse beeinflussen könneno   Wunsch der Eltern (z.B. Augenfarbe des Kindes) -> Vererbung körperlicher Eigenschaften ->  Mentale Zustände: Kind bekommt Augenfarbe braun, wenn Eltern sich das wünschen
  • Verstehen biol. Prozesse Essenzialismus Essenzialismus: Die Ansicht, dass lebende Dinge eine Essenz im Inneren besitzen, die sie zu dem macht, was sie sind bzw. ihre Identität ausmacht (Gelman, 2003). -         Vorschulkinder (und viele Erwachsene) denken, dass Welpen etwas „Hundhaftes“, Kätzchen etwas „Katzenhaftes“, Rosen eine bestimmte „Rosenhaftigkeit“, etc. innewohnt-         Gemeinsamer Wesenskern macht Mitglieder einer Klasse ähnlich und unterscheidet sie von Mitgliedern anderer Klassen-         Wesenskern wird von Eltern geerbt, ist unwandelbar und bleibt über Ontogenese hinweg bestehen ->  Essenzialismus macht es Kindern (und vielen Erwachsenen) schwer, Evolution zu verstehen und anzuerkennen->  lebende Dinge -> machen ihre Identität aus, bleibt stabil und wird vererbt-> unveränderbar, unwandelbar -> Wesenskern kann bei Essenzialismus nicht verändert werden
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  • Verstehen biol. Prozesse Teleologische (zweckgerichtete) Erklärungen Teleologische (zweckgerichtete) Erklärungen: Lebewesen/die Natur erfüllen (wie Artefakte) einen bestimmten Zweck. -         Vorschulkinder auf Frage „Ist das für etwas gemacht?“o   „Tiger sind da, um im Zoo herumzulaufen“, „Tiger sind da, um angeschaut zu werden“o   präferiert ggü „Nein, Tiger gibt es einfach, sie können z.B. im Zoo herumlaufen“o   „Vögel sind da, um für uns Lieder zu singen“o   „Babys sind da, um geliebt zu werden“ -         Präferenz teleologischer ggü. kausaler Erklärungeno   Auch bei Erwachsenen ohne formale Schulbildung sowie bei Studierenden und Wissenschaftlern unter hohem Zeitdruck nachgewiesen ->  auch Lebewesen: kausale Interpretation zum Zweck (nicht nur Hammer hat einen Zweck), auch bei Erwachsenen: bei Zeitdruck: Sonne erzeugt Hitze, weil Wärme Leben auf der Erde erzeugt
  • Das Verstehen biologischer Prozesse Wachstum, Krankheit, Genesung -         Wachstumo   3- und 4-Jährige erkennen, dass Wachstum unidirektional (in eine Richtung) ist (von klein nach groß), während unbelebte Objekte kleiner oder größer werden können-         Krankheito   Mit 3 Jahren Vorstellung über Wirkung von Keimen/Erregern -> machen krank, sind oft „unsichtbar“-         Genesungo   4-Jährige wissen: Genesung erfolgt bei Pflanzen und Tieren (nicht bei unbelebten Dingen) durch innere Prozesse         - Z.B. Kratzer/Wunde heilt bei Katze, nicht bei einem Auto         - Z.B. Haare wachsen bei Tieren – nicht bei Puppen – nach -> von klein nach groß -> Richtung bei Lebewesen, nicht bei Objekten, die können Größe verändern -> Luftballon wird klein-> Lebewesen können krank werden. Kratzer beim Auto -> keine Selbstheilung
  • Intuitive Psychologie: „Theory of Mind“, Alltagspsychologie ->  Alltagspsychologische Handlungserklärungen: Zu unterscheiden I. Theory of Mind im engeren Sinne II. Theory of Mind im weiteren Sinne -> Ursachen, Handlungen einschätzen oder auch manipulieren (Lügen: Verständnis darüber, mit dem Lügen andere beeinflussen zu können) ->  Missverständlicher Begriff: besser wäre theory of action -> da Handlungen
  • I. Theory of Mind (ToM) im engeren Sinne -         Verstehen individueller mentaler Zustände als subjektiv und ursächlich für Handlungeno   Mentale Repräsentation der Realität (z.B. Überzeugung)o   Mentale Repräsentation kann Realität entsprechen (wahre Überzeugung) oder nicht (falsche Überzeugung: Fehlrepräsentation der Welt)-> Subjektivität mentaler Zustände  -         Nachweis einer ToM i.e.S.o   Unterscheidung von falscher Überzeugung („false belief“) eines Akteurs und eigener Repräsentation der Realitäto   ToM i.e.S. erlaubt zu verstehen, dass Menschen aufgrund ihrer subjektiven Perspektive (z.B. Überzeugung) handeln werden – selbst wenn man weiß, dass diese Perspektive auf die Welt falsch ist ->  z.B. ich weiß, dass etwas da ist. es könnte aber auch beim Wegschauen verschwinden und ich glaube aber immer noch, dass es da ist > subjektiv ->  unterscheiden von der eigenen Perspektive und der subjektiven Perspektive ->  Kind sieht Objekt, erwachsene sieht Objekt -> die Person sieht nichts -> Kind sieht rotes Objekt, Erwachsener glaubt noch graues Objekt zu sehen -> Kind soll beschreiben, dass zwar vorher das graue für die Person zu sehen war aber jetzt ein rotes da ist
  • II. Theory of Mind (ToM) im weiteren Sinne -         Verstehen jedweder individuellen mentalen Zuständeo   Überzeugungen und Wünsche („belief-desire psychology“)o   Handlungsziele, Wahrnehmungen, Empfindungen, etc. („perception-goal psychology“) -         Wünsche vs Handlungszieleo   Handlungsziel: eigene(s) Vermögen/Handlungen betreffend      - „Ich beabsichtige, den Apfel zu essen“      - Nicht: „Ich beabsichtige, dass die Sonne scheint“o   Wunsch: kann unabhängig von Realität und eigenen Handlungen sein      - Realitätsnah: „Ich wünsche mir einen Apfel“ -> Handlungsziel      - Hypothetisch: „Ich wünsche mir, dass die Sonne immer scheint“ ->  Verstehen jeglicher mentaler Zustände:  Wünsche, Handlungen, Empfindungen->  perception-goal -> auch bei Tieren->  belief-desire -> nur Menschen->  Wunsch ist allgemeiner begriff -> vorgeschaltet (kann Real u. Hypothetisch sein)-> Handlungsziel ist nicht immer zutreffend machbar 
  • Hintergrund: ToM Premack & Woodruff (1978) führten „ToM“ im weiteren Sinne ein -         Warum „Theorie“? Mentale Zustände nicht direkt beobachtbar, sondern erschlossen wie theoretische Konstrukte (z.B. Modelle der Teilchenphysik) Dennett (1978) führte „ToM“ im engeren Sinne ein -         Verstehen von falschen Überzeugungen notwendig für vollständige ToM ->  Schimpanse sieht den Menschen der aus käfig will -> mehrere Objekte zur Lösung als Auswahl -> Schimpanse hat Schlüssel ausgewählt ->  Sie erkennt das Ziel! ABER -> sie assoziiert eigentlich nur, weil sie selbst im Käfig sitzt und weiß, dass der Mensch mit Schlüssel öffnen kann -> Dennett: man kann den Begriff hier nicht verwenden, nur die falschen Überzeugungen -> Zuschreibung der Repräsentation was nicht mit der Realität übereinstimmen muss
  • Alltagspsychologische Konzepte: Zuschreibung mentaler Zustände ->  Wahrnehmung speist unsere Überzeugung und Emotionen speist Wünsche -> beide in Handlungsabsicht / Intention -> kommt zur Handlung -> führt Aktion aus->  gesehen wird nur die Handlung die davor geschalteten Gedanken müssen zugeschrieben werden  Verständnis mentaler Zustände erlaubt, die Handlungen anderer• vorherzusagen• zu erklären• zu beeinflussen ->  beobachtbar -> Kinder haben Verständnis und können Handlungen anderer ….-> Funktion von ToM: vorherzagen, erklären, beeinflussen
  • Wünsche & Überzeugungen -         2- bis 3-Jährige verstehen, dass Wünsche zu Handlungen führeno   Z.B., dass Personen in Übereinstimmung mit ihren eigenen Wünschen handeln werden, auch wenn sich diese Wünsche von denen der Kinder unterscheiden -         Erst 4- bis -5-Jährige verstehen, dass Menschen falsche Überzeugungen haben könneno   „False-Belief“ Aufgaben: Unerwarteter Ortswechsel, Unerwarteter Inhalt ->  2-3 können differenzieren zw. ihren Wünschen und denen von anderen->  4-5 falsche Überzeugungen können andere haben  
  • Theory of Mind: Verstehen falscher Überzeugungen Wimmer und Perner (1983): „Maxi-Aufgabe“ -         Unerwarteter Ortswechsel (eines Gegenstandes, hier Schokoriegel) -  3jährige sagen er sucht im blauen Schrank (da, wo ihn die Mutter hingelegt hatte als er abwesend war)-  erst ab 4-5: er wird erst im grünen Schrank suchen, da er die Mutter nicht gesehen hat, als sie den Riegel in den blauen Schrank gelegt hat- ToM im engeren Sinne -> falsche Überzeugung!!! -         Falsche Überzeugung: Maxis mentale Repräsentation (grüner Schrank)-         Realität: blauer Schrank o   3-Jährige: realitätsbezogene Antwort (blauer Schrank)o   4-5-Jährige: ca. 50% antworten überzeugungsbasiert (grüner Schrank)o   6-7-Jährige: 90% antworten überzeugungsbasiert -         Gedächtnis-Kontrollfrage: „Wo hatte Max die Schokolade hingelegt?“o   Auch jüngere Kinder erinnern sich (grüner Schrank) -> kein Gedächtnisdefizit ->  Befunde dieser und weiterer Studien: Verstehen falscher Überzeugungen ab ca. 4 – 5 Jahren -> Kinder unter 4 Jahren antworten realitätsbezogen
  • Theory of Mind: Verstehen falscher Überzeugungen Unerwarteter Inhalt „Smarties-Aufgabe“ – Unerwarteter Inhalt: „Was denkt sie [andere Person], was in der Schachtel ist?“-         3-Jährige: Fremd- und Selbstzuschreibung realitätsbezogen (glauben auch, dass sie selbst dachten, dass ein Bleistift drin sei)-         4-Jährige: „Smarties!“ (Zuschreibung falscher Überzeugung) ->  was denkst du, was deine Freunde sagen würden -> Bleistifte->  erst ab 4-5 können sie abstrahieren, dass ein Freund auch glauben könnte, dass da smarties drin sind->  Kinder denken also immer das es nur eine objektive Meinung auf die Welt, ihre und die kennen auch andere ->Piaget Theorie
  • Theory of Mind i.e.S.: Verstehen falscher Überzeugungen: Robustes Phänomen -         ToM i.e.S. ab 4 – 5 Jahren-         Ähnliche Befunde in anderen Kulturen -> Verständnis von falschen Überzeugungen: kulturübergreifend Verstehen falscher Überzeugungen bei Menschenaffen? -> Blickbewegungserfassung benutzt. Analog zum unerwarteten Ortswechsel bei 15 Monate Kleinkindern->  Evidenz geht in die Richtung, dass sie wie die 15 Monate Kleinkinder handeln
  • Theory of Mind i.w.S.: Handlungsziele zuschreiben bei Kleinkindern -> Blickzeitexperiment: 6 und 9 Monate alte Babys o   Längere Blickzeiten auf „Alter Weg/neues Ziel“ o   Dishabituation bei Objekt(„Ziel“)-wechsel, nicht bei Pfadwechsel o   Kontrolle: keine Effekte bei mechanischen Objekten, Berühren mit Handrücken -> Handlungsziele zuschreiben unter einem Jahr -> greifen zum Teddy - immer wieder -> habituieren-> Test: Objekte vertauscht, damit es nicht immer der griff nach rechts ist. Frage: ob Teddy (Objekt) oder weiterhin nach rechts also dann den Ball (Pfad) -> Überrascht, wenn es ein Zielwechsel gibt als Greifwechsel (Pfad)-> nicht bei mechanischen Objekte da diese kein Ziel haben-> auch nicht, wenn mit dem Handrücken -> denn Kinder können abstrahieren, dass greifen notwendig ist
  • Psychologie Zusammenfassung Theory of Mind -         Begriffliche Grundlagen von sozialem Verstehen-         Beginn im Säuglingsalter-         Entwicklungsveränderungen zwischen 3 und 5 Jahren-         Befunde zu früherem Verstehen falscher Überzeugungen (im 2. Lebensjahr) umstritten
  • Wissensentwicklung in grundlegenden Domänen Unumstritten: Wissensentwicklung durch Zusammenspiel von Anlage & UmweltUmstritten Bereichsspezifische kognitive Entwicklung? -         Nativistische (domänenspezifische) Theorien (z.B. Carey, Leslie, Spelke, Wynn)-         Evolutionär bedeutsame Bereiche (Biologie, Physik, Psychologie, etc.)-         Kernwissen/spezialisierte Lernmechanismen ->  nativistisch: evolutionäres Wissen, Kernwissen und angeborenes Wissen – Lenkmechanismen -> Gesicht – Unterscheidung – Objekt Bereichsübergreifende kognitive Entwicklung? -         Empiristische (und z.T. konstruktivistische) Theorien der kognitiven Entwicklung (z.B. Johnson, Piaget)-         Bereichsübergreifende Lernprozesse-         Allgemeine Lernmechanismen (z.B. wahrnehmen, assoziieren, verallgemeinern, erinnern) -> Piaget: konstruktivistisch: lernen gilt übergreifend, allgemein -> empirisch also durch Experimente erlernt